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Grosses Interesse: Pferde aus Hefenhofen werden am Donnerstag verkauft

14.08.17, 14:40 15.08.17, 09:39


Die Polizei sichert die ersten Tiere vom Hof von Ulrich K., der wegen der Quaelerei von Pferden unter Verdacht steht, aufgenommen am Dienstag, 8. August 2017, in Hefenhofen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Wird geräumt: 90 Pferde kommen unter den (Auktions-)Hammer. Bild: KEYSTONE

Das Thurgauer Veterinäramt will die derzeit bei der Armee eingestellten Pferde des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen am kommenden Donnerstag verkaufen. Tierschützer sind empört.

Der Schweizer Tierschutz kritisierte den schnellen Verkauf in einer Mitteilung vom Montag als «unverständlich und skandalös». Mit einer seriösen und überlegten Vermittlung der Pferde an fachkundige Halterinnen und Halter hätte der Kanton Thurgau die Möglichkeit gehabt, zumindest etwas an den Tieren wieder gut zu machen. Nun komme es stattdessen zu einem eigentlichen «Pferde-Ausverkauf».

Der Schweizer Tierschutz hat nach eigenen Angaben dem zuständigen Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer Unterstützung bei der Platzierung der Pferde angeboten. Eine Antwort sei aber ausgeblieben.

Die Plätze für die Pferde im bernischen Schönbühl stünden nur bis zum 18. August zu Verfügung, heisst es in einer gemeinsamen Stellungnahme des zuständigen Departements für Inneres und Volkswirtschaft und des Thurgauer Veterinäramtes vom Montagabend. Es gehe nicht darum, die Pferde zu «verschachern». Bei der Verkaufsaktion stehe nicht der Erlös der Tiere, sondern ein guter Platz im Vordergrund.

Alle Pferde seien mit einem Chip versehen, sodass man wissen werde, wo sie untergebracht sind. «Kontrollen werden zeigen, wie die Pferde gehalten werden», heisst es in der Mitteilung weiter. Es werde kein einziges Tier geschlachtet.

Bei der Armee in Pflege

Nach der Räumung des Hofs des wegen Tierquälerei angeschuldigten Pferdezüchters fanden die 93 Tiere am vergangenen Dienstag vorübergehend Unterschlupf bei der Armee in Schönbühl. Die vereinbarte Zeitspanne für den Aufenthalt im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere beträgt zehn Tage.

Derzeit gingen hunderte Telefonanrufe ein von Menschen, die sich für ein Pferd interessierten oder Geld spenden möchten, teilte das Thurgauer Veterinäramt am Montag mit. Es zeichnet für den Verkauf verantwortlich.

Der Verkauf soll am Donnerstag ab 9 Uhr im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere in Schönbühl über die Bühne gehen, wie dessen Kommandant Jürg Liechti am Montag vor den Medien sagte.

Jedermann, der Interesse habe könne die Pferde vor Ort anschauen, kaufen und gleichentags mitnehmen. Sollte es Tiere geben, die keinen Abnehmer finden, «werden wir die Pferde sicher nicht vor die Türe stellen», führte Liechti aus.

Nicht alle der 93 Pferde gehören möglicherweise dem angeschuldigten Pferdezüchter. Wer Besitzansprüche an einem oder mehreren der Tiere geltend machen kann, hat bereits am Mittwoch Gelegenheit, seine Tiere gegen Vorweis der nötigen Dokumente abzuholen.

Gute Plätze gesucht

Derzeit sind zwei Experten dabei, die 93 Pferde zu schätzen. Die Schätzung dient beim Verkauf als Diskussionsgrundlage. Am Donnerstag können Interessierte dann vor Ort Angebote machen. Die Pferde sollen laut Liechti nicht «vergantet», sondern zu einem angemessenen Preis verkauft werden.

Eine Preisspanne nannte Liechti auf Anfrage nicht, da es sich um ganz unterschiedliche Pferde handle, vom Minipony bis zum grossen Kaltblüter. Auch bei der künftigen Nutzung der Pferde sei die Bandbreite gross.

Klar sei aber, dass künftige Besitzer bestimmt Zeit investieren müssten, um sich den Tieren intensiv anzunehmen, betonte Liechti. Er persönlich wünsche sich Käufer, die langfristig einen guten Platz für die Tiere hätten, sagte der Kommandant des Kompetenzzentrums gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Zu allfälligen Kosten für die Unterbringung der 93 Pferde in Schönbühl machte Liechti am Montag keine Angaben.

Viel Pflege nötig

Seit ihrer Ankunft in Schönbühl haben Rekruten sich um die 93 Pferde gekümmert. Die Tiere wurden geputzt und gepflegt. Den Pferden wurden Mähnen und Schweife frisiert und die Hufe gepflegt. Das Fellkleid sei stark mit Kot und Dreck verklebt gewesen, berichtete Liechti. Gerade jüngere Pferde seien sich diese Pflege nicht gewohnt gewesen und hätten nicht so einfach kooperiert.

Die Tiere konnten jeden Tag auf die Weiden. Eingestallt waren sie in Boxen und zum Teil in Ständen. Bei der Armee können Tiere laut Liechti drei Wochen in einem Stand untergebracht werden, auch wenn dies sonst nicht mehr erlaubt ist.

Anfang August war publik geworden, dass auf dem Hof eines Tierhalters in Hefenhofen TG in den letzten Monaten mehrere Pferde verendet waren. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand.

Der Tierhalter wurde vergangene Woche von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der Mann ist zurzeit in einer fürsorgerischen Unterbringung. Die rund 250 Tiere auf dem Hof wurden beschlagnahmt und gegen den mutmasslichen Tierquäler ein Tierhalteverbot ausgesprochen. (sda)

Pferderettung im Kanton Luzern

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Der Rückbauer 15.08.2017 08:15
    Highlight Fehlentscheidungen en masse. Den Thurgauern fehlt offenbar das Fingerspitzengefühl. Und vielleicht auch die Kompetenz.
    4 1 Melden
  • elivi 14.08.2017 23:17
    Highlight Anstatt hilfe annehmen die pferde an einem tag gegen bares abgeben.
    Klingt für mich schon eher nach geld gier als nach pferdewohl.
    Wie wollen die überhaupt sicherstellen, dass die neuen halter keine tote pferde im stall haben? Wie wir wissen ist das ned die stärke des kantons.
    Hoffe trotzdem das die pferde ein gutes zuhause finden, sonst gibts bald thurgauer pferdeskandal teil 2
    4 2 Melden
  • AlteSchachtel 14.08.2017 19:13
    Highlight ich hätte den Pferden die gute Pflege in Schönbühl noch ein Weilchen gegönnt und hoffe einfach, dass das für den Verkauf verantwortliche Thurgauer Veterinäramt bei der Auswahl der Käufer ein bisschen mehr Sorgfalt zum Tierwohl walten lässt, als bei der Angelegenheit Hefenhofen....
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