Schweiz

Bilder von abgemagerten Pferden und der Protest von Tierschützern zwangen die Behörden schliesslich zum Handeln. Bild: KEYSTONE

Tierquäler Ueli K. durfte selbst während seiner Zeit im Gefängnis zu seinen Tieren

Die Thurgauer Tierqual-Saga, die mit der Räumung des Hofes am Montag ihr vorläufiges Ende fand, reicht viele Jahre zurück.

12.08.17, 06:28 12.08.17, 15:33

Pascal Ritter / Schweiz am Wochenende

Mit einem Karategriff gelang es dem Tierschützer Erwin Kessler, dem Bauern Hans K. die Peitsche zu entreissen. Mit den Fäusten schlug dieser weiter auf ihn ein und rief Passanten zu: «Man sollte ihn ins Güllenloch werfen!» Die Kampfszene spielte sich am Freitag, dem 13. Mai 2005, auf dem mittlerweile landesweit bekannten Bauernhof in der Gemeinde Hefenhofen ab. Wer die Thurgauer Tierqual-Saga verstehen will, die mit der Räumung des Hofes am Montag ihr vorläufiges Ende fand, muss sich diese frühe Szene vor Augen führen.

Für den Tierschützer Erwin Kessler war es die erste Begegnung mit der Familie K. Sie hatte eine nachhaltige Wirkung. Als er letzte Woche vor den Toren des Hofs ein Interview gab, trat er mit kugelsicherer Weste vor die Kamera. An jenem Freitag im Jahr 2005 war er nur mit einem Fotoapparat ausgerüstet. Er besuchte den Hof, weil ein Reiter ihn auf Pferde hingewiesen hatte, die nicht tiergerecht angebunden waren. Als Kessler unangemeldet den Hof betrat und auf Hans K. stiess, wurde er mit Peitschenhieben und Schlägen traktiert und mit blutiger Nase und blauem Auge vom Hof gejagt.

Wegen guter Führung entlassen

Hans K. rastete derart aus, weil er den Namen Kessler bereits kannte. Der Tierschützer ist bei vielen Thurgauer Bauern genau so bekannt wie verhasst. Kessler gilt als radikal. Er schleicht sich nachts auf Höfe und fotografiert, was ihm als nicht tiergerecht erscheint. Auf der Website seines Vereines gegen Tierfabriken (VgT) prangerte er mutmassliche Tierquäler an und überzieht seine Gegner mit Prozessen. Im Zusammenhang mit seiner Polemik gegen das Schächten trug er sich den Vorwurf des Antisemitismus ein.

Kessler und seine Mitstreiter kämpfen schweizweit gegen Tierquälerei, doch den Thurgauer Bauern sitzt er besonders im Nacken. Kesslers VgT-Zentrale befindet sich in Tuttwil. Bis zum Hof in Hefenhofen sind es nicht einmal dreissig Kilometer Luftlinie.

73'500

Der Tierquäler Ulrich K. wurde zwischen 2008 und 2013 mit durchschnittlich 73 500 Franken subventioniert. Hält ein Bauer seine Tiere nicht korrekt, dürfen nur Subventionen gestrichen werden, die mit der Tierhaltung zusammenhängen.

Hans K. wurde für die Attacke auf Kessler wegen einfacher Körperverletzung und versuchter Drohung verurteilt. Aber nicht nur. Im Prozess vor dem Bezirksgericht Arbon, der nach einem juristischen Hin und Her erst 2009 stattfand, wurde auch der Tod eines Pferdes im Sommer 2007 verhandelt. Es verendete beim brutalen Versuch, die Hufe zu beschlagen, obwohl das Tier scheute. Hans K. wurde wegen Tierquälerei verurteilt. Seinem Sohn vermachte er nicht nur den Hof, sondern auch die rabiaten Methoden.

Als im Jahr 2007 die Tierrechtlerin Claudia Steiger den Hof besuchte, erging es ihr ähnlich wie zuvor Kessler. Sohn Ulrich jagte sie mit einem abgebrochenen Besenstiel vom Hof. Er wurde dafür wegen Drohung verurteilt. Die Richter stellten zudem wiederholt Tierquälerei fest, weil er Pferde zu eng eingepfercht hatte. Zudem brachte er kranke Tiere zum Metzger, ohne sie zu deklarieren. Gegen einen Beamten, der Abwasseranlagen kontrollieren wollte, wurde er handgreiflich und eine Frau terrorisierte er mit nächtlichen Telefonanrufen. Den Kantonstierarzt Paul Witzig schliesslich bedrohte er massiv, als dieser den Hof kontrollieren wollte.

Der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig wurde auf dem Hof massiv bedroht. Bild: KEYSTONE

Das Thurgauer Obergericht verurteilte Ulrich K. im Jahr 2011 unter anderem wegen Tierquälerei und Gewalt und Drohung gegen Beamte. Zur Strafe sollte er neun Monate ins Gefängnis. Diese musste er aber nicht absitzen, wie die Thurgauer Behörden auf Anfrage offenlegen. Er konnte die Strafe in Halbgefangenschaft verbüssen. Ulrich K. durfte also am Tag auf den Betrieb zu den Tieren, die er laut Gericht wiederholt gequält hatte. Nur die Nächte und die Wochenenden musste er im Gefängnis verbringen. Dort wusste der sonst renitente Landwirt sich offenbar zu benehmen. Nach sechs Monaten wurde er wegen «guter Führung» entlassen.

Und Ulrich K. muss nicht damit rechnen, dass er die erlassenen 92 Tage noch absitzen muss. Denn seit Ablauf der Probezeit sind mehr als drei Jahre vergangen.

Subventionen für den Quäler

Spätestens seit dem Jahr 2008 war bekannt, dass Ulrich K. sich um Tierschutzvorschriften foutierte. Damals verlor er nach einer Inspektion den Auftrag der Armee. Trotz der folgenden Verurteilung liessen ihn die Thurgauer Behörden gewähren. Mindestens zum Teil geschah dies aus Unfähigkeit. Der Vollzug eines Tierhalteverbots wurde wegen eines Verfahrensfehlers vom Bundesgericht gestoppt.

Wahrscheinlich hätte sich Ulrich K. ohnehin nicht an ein Verbot gehalten, denn er hielt auch gültige Auflagen nicht ein. Eigentlich hätte er seit dem Jahr 2013 höchstens sechzig Pferde auf seinem Hof halten dürfen. Als die Polizei das Gelände am Montag räumte, traf sie rund 90 Pferde an. Den Anreiz, so viele Tiere zu halten, setzten ausgerechnet Subventionen des Bundes. Für jedes Fohlen der Schweizer Rasse Freiberger erhalten Züchter 500 Franken.

Der mit der Ausschüttung der Subventionen betraute Verband habe von den Zuständen auf dem Hofe nichts gewusst, rechtfertigte sich dessen Präsident in der Sendung «Schweiz aktuell». Auch in den Genuss von Direktzahlungen kam Ulrich K. bis zuletzt. Zwischen 2008 und 2013 gab es laut «Tages-Anzeiger» durchschnittlich 73'500 Franken pro Jahr.

Die Zustände auf dem Hof sollen sich laut Beobachtern verschlimmert haben, seit Vater Hans nicht mehr mithalf. Dies tat er schon Jahre vor seinem Tod in diesem Frühling nicht mehr.

Gestoppt haben Ueli K. schliesslich erst Menschen, die sich für einmal so verhielten wie er. Statt auf die Gerichte zu warten, belagerten sie seinen Hof und zwangen die Behörden zum Handeln. Ueli K. befindet sich zurzeit auf Anordnung des Amtsarztes in einer psychiatrischen Klinik. (aargauerzeitung.ch)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • emptynetter 12.08.2017 14:33
    Highlight Im Tagi von heute steht für einmal ein sehr guter Artikel zu diesem Thema: warum dieser Fall Hefenhofen derart viele Emontionen schürt. Weil es um 'Rössli' geht, die heute mehr Haus- als Nutztiere sind. Hätte es sich um abgemagerte Säue oder (sorry) Flüchtlinge gehandelt, wäre der Aufschrei niemals so gross gewesen. Ich möchte den Fall nicht schönreden und U.K. gehört bestraft, schon im Interesse aller Bauern wie mir, die sich richtig um ihre Tiere kümmern. Aber Polemik ist auch fehl am Platz. Vielleicht war er wirklich einfach überforder mit sovielen Tieren. Ich jedenfalls wäre es.
    8 9 Melden
    • sven_meye 12.08.2017 15:00
      Highlight Stimmt genau. Eine Pferdesteuer ist auch schon lange überfällig. Für Katzen & Hunde soll mal zahlen (nein, ich habe keines von beidem), aber für Pferde nicht? Pferde machen Waldwege kaputt und die Hinterlassenschaften sind gerade in ländlichen Regionen mehr als mühsam.
      5 1 Melden
  • sven_meye 12.08.2017 12:32
    Highlight Hat vielleicht schon einmal jemand darüber nachgedacht, dass er nicht böswillig Tiere gequält hat, sondern einfach überfordert mit sich selbst und den Tieren waren? Vielen Pferden ging es ja auch gut oder hätten sonst Pferdeliebhaber über Jahre Pferde dort untergestellt? Damit will ich ihn nicht verteidigen oder gutheissen was er getan hat, aber manche Dinge sollte man auch hinterfragen. Die Medien müssen immer alles möglichst gross aufblasen.
    7 20 Melden
    • Zitronensaft aufbewahren 12.08.2017 13:11
      Highlight Nein der Fall ist noch viel zu wenig aufgebauscht. Der "K" führt nämlich sowas wie eine kleine Mafia. Der hat noch wesentlich mehr Dreck an Stecken als "nur" Tierquälerei. Da wird noch mehr ans Tageslicht kommen. Vlt. finden jetzt einige den Mut auszusagen, die bisher zu viel Angst vor "K" hatten.
      15 1 Melden
  • AlteSchachtel 12.08.2017 11:21
    Highlight Kessler war mir viel zu radikal. Hätte nie gedacht, dass ich einmal froh sein könnte, dass er handelt....

    Ich bin so erleichtert, dass die Pferde in Schönbühl aufgenommen wurden.

    Der Fall zeigt mir aber auch klar; die Einführung von Freilaufställen allein hat nichts gebracht. Tierquäler können so einfach noch mehr Tiere "halten" und vernachlässigen.

    Subventionen, Direktzahlungen u. Prämien nur noch für Tierhalter, deren Tiere NACHWEISLICH vorbildlich gehalten werden. Wenn beim Ackerbau regelmässige Kontrollen möglich sind, dann auch in der Nutztierhaltung.
    32 0 Melden
    • Skip Bo 12.08.2017 12:34
      Highlight Tierschutzkontrollen sind immer nur Momentaufnahmen. Auch die unangemeldeten Kontrollen.

      Die Freilaufstallhaltung kombiniert mit Weide ist die beste Haltungsart. Die Kontrolle der Belegung der Ställe ist Teil der Tierschutzkontrolle.

      Bei Betrieben welche nie Beanstandungen hatten, wird die Kontrollintensität reduziert, Problembetriebe werden öfter kontrolliert.

      DZ erhalten nur Betriebe mit Nachweis.

      Warum es zu diesem Fall kam, ist Spekulation. Ich vermute das der BG Entscheid jeden Kontrolleur entmutigte und das ganze Verfahren blockierte.

      6 1 Melden
    • AlteSchachtel 12.08.2017 16:51
      Highlight @skip bo:
      Wenn die "Momentaufnahme" nur eine der folgenden Kriterien zeigt:
      - schlechte Huf-, Klauen- oder Fellpflege
      - minimal oder nicht erneuerte Einstreu
      - schlechtes Futter oder abgemagerte Tiere

      Dann sollten bei jedem Tierarzt / Kontrolleur die Alarmglocken läuten.

      Entweder man hat Tiere und genügend Kraft, Personal und Geld, diese optimal zu pflegen oder man hat keine Tiere!
      Und wenn einer krank (inkl. Alki) ist, dann sorgt er dafür, dass jemand anders gut für die Tiere sorgt.
      Das BG hat nichts mit der Umsetzung des Tierschutzes zu tun, da sind die Kantone gefordert.
      11 0 Melden
  • Töfflifahrer 12.08.2017 10:07
    Highlight Totales Versagen der Behörden. Dieser Fall zeigt auf, dass Behörden zu wenig kontrolliert werden und machen können was sie wollen. In diesem Fall auch einfach Nichtstun in der Hoffnung es geht dann schon vorbei. Dem Normalbürger treten diese dann aber wie der Allmächtige entgegen. Dabei geht vergessen, dass die Politiker, Parlamente und die Amtsvorsteher diese Behörden beaufsichtigen müssen. Das ist ja leider wohl eher weniger der Fall.
    Man lerne, unterschwellige oder auch direkte Drohungen, Verzeigungen, Rekurse und Ignorieren von Behördenverfügungen und Urteilen scheint sich auszuzahlen.
    41 3 Melden
  • chnobli1896 12.08.2017 09:42
    Highlight da soll noch einer unser justizsystem (oder deren umsetzung) verstehen.. ich habe da meine fragen
    19 2 Melden
  • Hugo Wottaupott 12.08.2017 07:04
    Highlight Ahh wer in ländlichen Gegenden wohnt wundert sich des öfteren ab den Gerüchen die einem zum Teil entgegenwehen wenn man neben einem Bauernhaus passiert.
    9 64 Melden
    • Skip Bo 12.08.2017 09:12
      Highlight Hugo, wo Tiere gehalten werden entstehen Gerüche. Siliertes Futter riecht manchmal streng.
      Geruchsempfindliche Menschen wie du, sollten Bauernhöfe meiden.

      Ich frage mich, wie du dein Geschäft verrichtest. Schuma?
      61 4 Melden
  • CASSIO 12.08.2017 06:54
    Highlight "Der Vollzug eines Tierhalteverbots wurde wegen eines Verfahrensfehlers vom Bundesgericht gestoppt." seh ich das richtig, dass dank paragraphenreiterei des bg der kerl weiter tiere quälen durfte?
    70 15 Melden
    • fcsg 12.08.2017 09:17
      Highlight Das war keine Paragraphenreiterei. Das Veterinäramt hat das rechtliche Gehör von K. im Verfahren massiv verletzt (keine Akteneinsicht etc.). Entscheid 2C_35/2016
      27 5 Melden
    • Skip Bo 12.08.2017 09:23
      Highlight Das Bundesgericht hat nicht die offensichtliche Sachlage beurteilt sondern nur den formalen Verfahrensablauf. Es gibt mehrer BG Entscheide, welche fern des gesunden Menschenverstandes sind.
      Das BG müsste verpflichtet werden, neben der formellen, juristischen Beurteilung ebenfalls den Inhalt eines vorinstanzlichen Urteils zu bewerten. Alles andere ist Verantwortungsverweigerung und ist leider eine zunehmende Behördenkrankheit.
      35 14 Melden
    • SemperFi 12.08.2017 10:04
      Highlight @CASSIO/Skip : Das hat nichts mit Bo: Paragraphenreiterei/gesundem Menschenverstand zu tun, das nennt sich Rechtsstaat. Alles andere wäre Willkür.
      24 4 Melden
    • fcsg 12.08.2017 10:05
      Highlight @Skip Bo
      Das Bundesgericht prüft sehr wohl den Inhalt eines vorinstanzlichen Urteils pber prüfen. Aber die entsprechenden Rügen müssen durch den Beschwerdeführer angebracht werden. Der Sachverhalt hingegen wird nur bei offensichtlich falscher Feststellung durch die Vorinstanz überprüft. Eine weitergehende Prüfung würde schlicht die Kapazitäten sprengen und zu unendlich langen Verfahren führen.
      9 2 Melden
    • CasRas 12.08.2017 10:52
      Highlight Erschreckend zu sehen, wie viele Leute bereit wären, den Rechtsstaat einfach so aufzugeben um ein klein wenig von dem zu erhalten, was sie persönlich als richtig ansehen. Diesmal wegen ein paar Gäulen, ein ander mal dann wieder wegen " Huligäns" oder "Terrorismus".

      Es sollte klar sein, dass es sehr gute Gründe gibt, warum das Bundesgericht Verfahrensfehler der Vorinstanz bemängelt.
      16 6 Melden
    • CASSIO 12.08.2017 11:09
      Highlight CasRas, wenn dies die Folgen des Rechtsstaats ist, dann "so what"! Im iudikativen Bereich hat unser System versagt, im legislativen ebenfalls und zu guter letzt im exekutiven. Und da sprichst Du von Rechtsstaat? Was heisst dennn Rechtsstaat? Dass wir alles schön nach Paragraphen erledigen? Und selbst wenn wir uns richtig verhalten, aber gegen Paragraphen verstossen, gebüsst werden sollen und im Umkehrschluss, dass wenn wir uns an alle Gesetze halten, aber dennoch Falsches tun, nicht bestraft werden sollen? Klar ist ein Rechtsstaat richtig, aber wenn dies die Folgen sind, dann stimmt was nicht!
      5 8 Melden
    • Skip Bo 12.08.2017 11:56
      Highlight Semper, ich bemängle nicht die formal juristische Prüfung durch das BG. Aber im gleichen Durchlauf hätte das BG den Sachverhalt bewerten können und die aufschiebende Wirkung aussetzen können. Die Vorinstanz waren ja nicht irgendweche Hobbyadvokaten.
      Sowas würde ich gesunden Menschenverstand nennen.
      7 2 Melden
    • Skip Bo 12.08.2017 12:44
      Highlight fcsg, ich habe Einblick in ein Enteignungsverfahren mit BG Urteil. Das BG hat nur das Verfahren beurteilt. Die eingebrachten Unterlagen wurden mit keinem Wort gewürdigt. Die Kläger wurden nicht angehört, der ganze Prozess war nicht mehr als ein Verwaltungsakt. Auf Anfrage zum Entscheid, wurde mit einer Floskel "wir sind nicht verpflichtet Ihnen Auskünfte zu geben, das Urteil ist abschliessend" geantwortet.
      3 2 Melden
    • SemperFi 12.08.2017 13:16
      Highlight @Skip Bo: Es ist nicht Aufgabe des BGer einen Sachverhalt neu zu beurteilen. Das BGer sorgt für eine einheitliche Anwendung des bestehenden Rechts und dafür das äs die Verfahren korrekt durchgeführt werden.
      2 0 Melden
    • fcsg 12.08.2017 13:41
      Highlight @Skip Bo
      Vor Bundesgericht findet kein Beweisverfahren mehr statt. Der Sachverhalt wird von den Vorinstanzen festgestellt. Das Bundesgericht hat nicht die Aufgabe Beweise abzunehmen, sondern die Rechtsanwendung zu überprüfen. Alle Beweismittel müssen bei den vorherigen Instanzen eingereicht (dazu besteht ja mehrmals die Möglichkeit). Bei einer Rückweisung kann die aufschiebene Wirkung nicht aufgehoben werden, dafür ist die Vorinstanz zuständig. Eine sachliche Beurteilung durch das Bundesgericht würde hier zu einem Instanzenverlust führen, was ebenfalls das rechtliche Gehör verletzt.
      1 0 Melden
    • Skip Bo 12.08.2017 14:55
      Highlight fcsg, die betreffenden Unterlagen waren vorinstanzlich eingereicht worden.
      Das Wort Instanzenverlust sagt viel über das Rechtssystem aus (Krähen picken einander die Augen nicht aus). Demnach ist eine Korrektur eines Urteils die Verletzung des rechtlichen Gehörs?
      Was ist, wenn die Vorinstanz einen relevanten Umstand zuwenig gewichtet und man genau deswegen an das BG gelangt?
      2 1 Melden
    • fcsg 12.08.2017 16:56
      Highlight 1. Hier wurde das Urteil aufgehoben, weil im Verfahren Fehler gemacht wurden (schon erstinstanzlich). Dann kann das Bger nicht entscheiden, weil schlicht die Grundlage (Sachverhalt) nicht legitim ermittelt wurde. Es muss dem Adressaten der Verfügung das rechtliche Gehör vor jeder Instanz gewährt werden, das ist ein Grundrecht und kann nicht durch ein Urteil des Bger geheilt werden.
      2. Diesfalls geht es um die rechtliche Würdigung. Dann kann das Bger entweder selber entscheiden, i.d.R. erfolgt dann aber eine Rückweisung zum Neuentscheid an die vorherige Instanz.
      2 0 Melden
    • CASSIO 12.08.2017 19:49
      Highlight fcsg, für Dich ist somit alles in Ordnung, weil der Staat den Rechtsweg eingehalten hat, korrekt? Die Einhaltung des Rechtswegs ist das einzig Richtige, egal, welche Folgen es nach sich zieht? Ich versteh diese (etwas kleinkarierte) Sichtweise, möchte Dich dennoch fragen, ob Du nicht findest, dass dieser Rechtsweg offensichtlich Mängel hat?
      1 2 Melden
    • fcsg 12.08.2017 23:08
      Highlight Wenn bereits erstinstanzlich solch massive Mängel vorliegen, dann ist es der einzige Weg. Das macht unsere Rechtsstaatlichkeit aus und hat nichts mit kleinkariert zu tun, vielmehr unterscheidet uns genau diese Rechtsstaatlichkeit und die Einhaltung von grundlegenden Verfahrensrechten von Staaten wie der Türkei oder Nordkorea.
      2 0 Melden
    • CASSIO 13.08.2017 14:04
      Highlight und das ergebnis unserer rechtsstatlichkeit sind misshandelte pferde, misshandelte kinder, misshandelte frauen. weil wir immer und immer wieder dem täterschutz frönen.
      0 1 Melden
    • SemperFi 13.08.2017 14:20
      Highlight @CASSIOS: Spätestens jetzt wird es wirklich polemisch und unsachlich.
      1 0 Melden
    • fcsg 13.08.2017 19:27
      Highlight @Cassio
      Es geht nicht um Täterschutz sondern um faire Verfahren. Deine Aussage ist reine Polemik und lässt sich durch nichts belegen. Aber ich glaube, du wirst diesen Unterschied erst realisieren, wenn du in einem Staat, der diese Rechte nicht so ernst, beschuldigt wirst (vielleicht auch zu unrecht) eine Straftat begangen haben.
      1 0 Melden
  • Schnuderbueb 12.08.2017 06:39
    Highlight Die Behörden sind so unerträglich wie dieser Bartli! Mich kotzen beide an!
    58 9 Melden
    • _kokolorix 12.08.2017 10:16
      Highlight Die Behörden, das sind Menschen welche in der gleichen Region leben und arbeiten wie der Bartli. Der Bartli ist ein gerissener, gewalttätiger Mensch, welcher missliebige Personen mit Wort und Tat bei Leib und Leben bedroht. Es ist unglaublich schwierig solche Menschen aus dem Verkehr zu ziehen, da sie immer wieder den Kopf aus der Schlinge ziehen und mit allen Tricks die Justiz behindern und sämtliche Lücken kennen und ausnutzen. Nach jedem erfolgreichen Manöver sind die Leute, und ihre Familien, welche das Verfahren einleiteten in ernsthafter Gefahr
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