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Obligatorische Kurse für Hundehalter: Wer teilnimmt, ist meist zufrieden. Allerdings schwänzt jeder Fünfte. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE

Jeder fünfte Hundehalter besucht obligatorische Kurse nicht

13.03.16, 18:03 14.03.16, 09:16


Etwa 20 Prozent der Hundehalter in der Schweiz drücken sich vor den obligatorischen Kursen. Der Bund schlägt nun eine zentrale Erfassung vor. Doch einzelne renitente Halter lassen sich selbst durch Bussen nicht für die Kurse begeistern.

Heute sind die Kantone und Gemeinden in der Pflicht – und diese handhaben die Überwachung «sehr unterschiedlich und meist nicht systematisch». Dies geht aus einem Bericht des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) von Anfang März hervor. Das 128-seitige Papier thematisiert hat die «NZZ am Sonntag». Der Bund empfiehlt deshalb, die Halter und die absolvierten Kurse zentral zu erfassen und so zu überwachen.

Diejenigen Hundebesitzerinnen und -besitzer, welche die Kurse besucht haben, geben ihnen grundsätzlich gute Noten. Zahlreiche Halter besuchen im Anschluss freiwillig weitere Kurse. Allerdings fehlen gemäss Bericht klare Beweise dafür, dass die Kurse wirklich nützlich sind und das Obligatorium folglich gerechtfertigt ist.

Solche konkreten Belege wären den Autoren zufolge beispielsweise eine deutliche Abnahme der Vorfälle mit Hunden oder deutliche Verhaltensunterschiede zwischen Besitzern, die Kurse besuchen und solchen, die Kurse vermieden haben.

Offenbar gibt es vereinzelt renitente Hundefreunde: Kantonale Veterinärdienste berichten von Haltern, die trotz Bussen, Gebühren, Verfügungen und Strafanzeigen keinen Kurs besuchten.

Auch der «Zweithund» muss in den Kurs

Für das Bundesamt ist es auch denkbar, «im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse» ganz auf die Kurspflicht zu verzichten. Das Obligatorium besteht in der Schweiz seit 2008: Neuhalter von Hunden müssen einen Theorie- und einen Praxiskurs besuchen. Zudem muss für einen weiteren Hund ein Praxiskurs durchlaufen werden.

Auch der zweite Punkt gibt Anlass zu Kritik – vor allem von den betroffenen Zweithundehaltern. Das BLV empfiehlt, Ausnahmen möglich zu machen – etwa für Halter, die weiterführende Ausbildungen gemacht haben.

An der Evaluation für den Bericht haben sich 21 kantonale Veterinärdienste, über 1300 Hundehalterinnen und -halter sowie mehr als 1000 Trainer beteiligt. Zudem wurden in der Bevölkerung gut 1200 Personen befragt.

In der Tierdatenbank Anis waren Mitte 2015 gut eine halbe Million Hunde und ihre Halter registriert. Anis ist Anfang Jahr von einer zentralen Datenbank abgelöst worden. Darin könnten nun auch die absolvierten Kurse vermerkt werden. Knapp 300'000 Hunde wurden seit 2008 von Haltern in der Schweiz erworben und mussten daher einen Kurs durchlaufen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Oly 14.03.2016 08:01
    Highlight Jeder der ein paar Stunden investiert, kann solche Kurse anbieten. Dementsprechend sind viele dieser Kurse vor allem für die Brieftasche des Kursveranstalters wertvoll. Wissen wie "der Hund braucht frisches Wasser (echt jetzt??) zu vermitteln ist ein Witz. Zu glauben, dass so eine Schnellbleiche irgendwas bringt; dito. Und ein Wesenstest sind diese Kurse auch nicht. Bürokratischer Quatsch, der Leute in Sicherheit wiegen soll.
    4 2 Melden
  • irmchen 13.03.2016 22:23
    Highlight Für jemand, der noch keine Hundeerfahrung hat sollte man diesen Kurs in Theorie und Praxis obligatorisch machen. Alles andere ist reine Geldmacherei und Zeitverschwendung. Was ich in so einem Kurs "lernte" wusste und parktizierte ich schon vorher. Wer seinen Hund nicht kennt, schlecht hält oder behandelt und die Hinzerlassenschaften seines Hundes nicht aufnimmt tut dies auch nach dem Kurs nicht.
    16 2 Melden
  • Nosgar 13.03.2016 21:00
    Highlight Der SKN Praxiskurs dient auch dazu, potenziell gefährliche Hunde zu erkennen und beim Vetamt zu melden. Deshalb ist das auch beim zweiten Hund sinnvoll.
    11 14 Melden
    • Nosgar 14.03.2016 10:46
      Highlight Ich wäre froh um eine Erklärung, weshalb die Blitzer anderer Meinung sind. Habt Ihr gefährliche Hunde und wollt nicht, dass dies erkannt wird?
      1 0 Melden
    • Oly 14.03.2016 15:55
      Highlight Viele der Kursleiter würden einen potenziell gefährlichen Hund noch nicht mal erkennen, wenn er angeschrieben wäre. Der Kurs muss innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung gemacht werden. Hunde können Auffälligkeiten auch viel Später entwickeln. Zudem gibt es dafür einen Wesenstest. Der SKN-Kurs ist nicht dazu geeignet einen Hund zu beurteilen.
      2 1 Melden
    • Nosgar 14.03.2016 16:07
      Highlight Einen Wesenstest gibt es erst, wenn es bereits zu einem Vorfall gekommen ist. Ich weiss von einigen Fällen in denen das System sehr wohl funktioniert hat. Und präventiv handeln ist in solchen Fällen sicher besser als aufs erste Problem warten. Das Problem ist aber tatsächlich, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt SKN-Trainer zu werden. Da gibt’s einerseits längere, umfangreiche Ausbildungen, dann leider aber auch Schnellbleichen. Hier müsste angesetzt werden, da es tatsächlich SKN-Trainer gibt, die selbst keine grosse Ahnung haben.
      1 0 Melden
    • Oly 14.03.2016 16:17
      Highlight Das Problem ist, dass auch der SKN eine Schnellbleiche ist und kein Garant für verlässliche Hundehalter. Das sind noch nicht mal die Basics. Wer sich einen Hund anschafft und es seriös meint, hat ein Hundeleben lang eine Aufgabe und arbeitet mit seinem Hund. Ein aufgedrückter Kurs bringt einfach nicht viel. Der SKN ist politisch motiviert entstanden und nicht um wirklich etwas zu verbessern. Kinder in die Welt stellen dürfen, alle ohne irgend einen Plan zu haben. Aber Hunde...
      2 1 Melden
    • Nosgar 14.03.2016 16:36
      Highlight Er steht und fällt mit der Qualität der Anbieter. Ich kenne einige Leute, die sich aufgrund des SKN weiter mit den Hunden und deren Wesen etc. auseinandergesetzt haben, die das ohne SKN nicht getan hätten. Natürlich ist der eigentliche Kurs zu kurz, aber eine längere obligatorische Ausbildung ist schlicht nicht realistisch.
      0 0 Melden
  • malu 64 13.03.2016 18:38
    Highlight Viele Leute haben gar keine Ahnung üüber Hunde und Ihre
    Anforderungen. Besser wäre ein
    Eignungstest, bevor ein Hund
    angeschafft wird. Man könnte
    so viel Tierleid vermeiden. Es gibt
    Leute, die haben so ein Tierchen,
    als Kinderersatz. Die armen Tierchen werden wie ein Kleidungsstück herumgetragen
    und total artfremd gequält.

    41 1 Melden
    • Zerpheros 13.03.2016 20:56
      Highlight Sie habe einen Hundekurs besucht, meinte die Dame, deren Staffordshire leinenlos und weitgehend unbeaufsichtigt an einem heissen Sommersonntag im Eichholzpark kleinkinderanrempelnd zwischen grilliertem Fleisch hin und her flitzte... so viel zu Halterkompetenz nach Hundkursen. Über diese mit Dämlichkeit gepaarte Arroganz könnte ich mich heute noch aufregen... 😬
      21 6 Melden

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