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Die Hundekursleiterin Carolina Jaroch (links) mit dem Grauen Weimaraner Ima erteilt einen obligatorischen Hundekurs fuer neue Hundebesitzer, aufgenommen am 2. Juli 2012 in der Hundeschule in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Obligatorische Kurse für Hundehalter: Wer teilnimmt, ist meist zufrieden. Allerdings schwänzt jeder Fünfte. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE

Jeder fünfte Hundehalter besucht obligatorische Kurse nicht



Etwa 20 Prozent der Hundehalter in der Schweiz drücken sich vor den obligatorischen Kursen. Der Bund schlägt nun eine zentrale Erfassung vor. Doch einzelne renitente Halter lassen sich selbst durch Bussen nicht für die Kurse begeistern.

Heute sind die Kantone und Gemeinden in der Pflicht – und diese handhaben die Überwachung «sehr unterschiedlich und meist nicht systematisch». Dies geht aus einem Bericht des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) von Anfang März hervor. Das 128-seitige Papier thematisiert hat die «NZZ am Sonntag». Der Bund empfiehlt deshalb, die Halter und die absolvierten Kurse zentral zu erfassen und so zu überwachen.

Diejenigen Hundebesitzerinnen und -besitzer, welche die Kurse besucht haben, geben ihnen grundsätzlich gute Noten. Zahlreiche Halter besuchen im Anschluss freiwillig weitere Kurse. Allerdings fehlen gemäss Bericht klare Beweise dafür, dass die Kurse wirklich nützlich sind und das Obligatorium folglich gerechtfertigt ist.

Solche konkreten Belege wären den Autoren zufolge beispielsweise eine deutliche Abnahme der Vorfälle mit Hunden oder deutliche Verhaltensunterschiede zwischen Besitzern, die Kurse besuchen und solchen, die Kurse vermieden haben.

Offenbar gibt es vereinzelt renitente Hundefreunde: Kantonale Veterinärdienste berichten von Haltern, die trotz Bussen, Gebühren, Verfügungen und Strafanzeigen keinen Kurs besuchten.

Auch der «Zweithund» muss in den Kurs

Für das Bundesamt ist es auch denkbar, «im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse» ganz auf die Kurspflicht zu verzichten. Das Obligatorium besteht in der Schweiz seit 2008: Neuhalter von Hunden müssen einen Theorie- und einen Praxiskurs besuchen. Zudem muss für einen weiteren Hund ein Praxiskurs durchlaufen werden.

Auch der zweite Punkt gibt Anlass zu Kritik – vor allem von den betroffenen Zweithundehaltern. Das BLV empfiehlt, Ausnahmen möglich zu machen – etwa für Halter, die weiterführende Ausbildungen gemacht haben.

An der Evaluation für den Bericht haben sich 21 kantonale Veterinärdienste, über 1300 Hundehalterinnen und -halter sowie mehr als 1000 Trainer beteiligt. Zudem wurden in der Bevölkerung gut 1200 Personen befragt.

In der Tierdatenbank Anis waren Mitte 2015 gut eine halbe Million Hunde und ihre Halter registriert. Anis ist Anfang Jahr von einer zentralen Datenbank abgelöst worden. Darin könnten nun auch die absolvierten Kurse vermerkt werden. Knapp 300'000 Hunde wurden seit 2008 von Haltern in der Schweiz erworben und mussten daher einen Kurs durchlaufen. (sda)

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  • Oly 14.03.2016 08:01
    Highlight Highlight Jeder der ein paar Stunden investiert, kann solche Kurse anbieten. Dementsprechend sind viele dieser Kurse vor allem für die Brieftasche des Kursveranstalters wertvoll. Wissen wie "der Hund braucht frisches Wasser (echt jetzt??) zu vermitteln ist ein Witz. Zu glauben, dass so eine Schnellbleiche irgendwas bringt; dito. Und ein Wesenstest sind diese Kurse auch nicht. Bürokratischer Quatsch, der Leute in Sicherheit wiegen soll.
  • irmchen 13.03.2016 22:23
    Highlight Highlight Für jemand, der noch keine Hundeerfahrung hat sollte man diesen Kurs in Theorie und Praxis obligatorisch machen. Alles andere ist reine Geldmacherei und Zeitverschwendung. Was ich in so einem Kurs "lernte" wusste und parktizierte ich schon vorher. Wer seinen Hund nicht kennt, schlecht hält oder behandelt und die Hinzerlassenschaften seines Hundes nicht aufnimmt tut dies auch nach dem Kurs nicht.
  • malu 64 13.03.2016 18:38
    Highlight Highlight Viele Leute haben gar keine Ahnung üüber Hunde und Ihre
    Anforderungen. Besser wäre ein
    Eignungstest, bevor ein Hund
    angeschafft wird. Man könnte
    so viel Tierleid vermeiden. Es gibt
    Leute, die haben so ein Tierchen,
    als Kinderersatz. Die armen Tierchen werden wie ein Kleidungsstück herumgetragen
    und total artfremd gequält.

    • Zerpheros 13.03.2016 20:56
      Highlight Highlight Sie habe einen Hundekurs besucht, meinte die Dame, deren Staffordshire leinenlos und weitgehend unbeaufsichtigt an einem heissen Sommersonntag im Eichholzpark kleinkinderanrempelnd zwischen grilliertem Fleisch hin und her flitzte... so viel zu Halterkompetenz nach Hundkursen. Über diese mit Dämlichkeit gepaarte Arroganz könnte ich mich heute noch aufregen... 😬

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