Schweiz

Der Spuk ist vorbei: Syrer, der auf Bundeshausterrasse mit Selbstverbrennung drohte, ergibt sich der Berner Polizei

01.10.15, 13:53 02.10.15, 07:28

Stundenlang hielt ein Unbekannter, der sich als Kurde zu erkennen gab, den Berner Politbetrieb und die Polizeikräfte rund um das Bundeshaus in Atem: Er war am Nachmittag mit einem grünen Kanister auf der Bundeshausterrasse erschienen und hatte gedroht, sich etwas anzutun. Ob und was sich im Kanister befand, war unklar. Der Mann verteilte jedenfalls eine Flüssigkeit über Haare, Nacken und Jacke, wie ein SDA-Korrespondent am späten Donnerstagnachmittag vor Ort feststellte. Offenbar drohte der Mann, sich anzuzünden. Augenzeugen meldeten, dass die Person wie wild in der Luft fuchtelte und laut schrie. 

Ein Verhandlungsteam der Polizei war den ganzen Nachmittag vor Ort. Eine Frau in blauer Weste begab sich mehrfach zu dem nicht mehr ganz jungen Mann auf dem Geländer, sprach mit ihm und ging dann wieder.

Kurz nach 20 Uhr hat sich der Mann den Polizeibeamten ergeben. Ein Journalist von Le Temps «berichtete», der Mann sei ein kurdischstämmiger Syrer, der in Lausanne Asyl beantragt habe, wie die Sendung «Schweiz Aktuell» berichtete. Die Forderung des etwa 40-jährigen Mannes sei, die Schweiz zu verlassen und nach Deutschland oder Grossbritannien auszureisen.

Auch Ständeratspräsident Hêche verhandelte

Radio-24-Bundeshauskorrespondent Matthias Bärlocher hatte um 18 Uhr gegenüber watson berichtet, dass der Mann noch immer auf der Brüstung sitze. Gegen 17.30 Uhr wurde ein Mann mit einer Kamera zusammen mit einer Begleitperson vorgelassen. Offenbar wollte der Syrer eine Botschaft verlesen. Ob diese tatsächlich aufgenommen worden war, ist unklar. Woher das Kamerateam kommt, ist nicht bekannt. Möglicherweise handelt es sich um zivile Polizisten.

Lukas Mink von TeleBärn war vor Ort und berichtete am Nachmittag, dass zwei Personen bei dem Syrer auf der Terrasse seien und mit ihm diskutierten. Bärlocher sagt, dass sich Ständeratspräsident Claude Hêche ebenfalls auf der Terrasse befunden habe, um mit dem kurdischen Syrer zu verhandeln.

Der Mann gestikulierte bisweilen heftig und wurde laut. Am Nachmittag war das Wort Kurdistan deutlich zu vernehmen. Mitunter erhob sich der Mann auf der Brüstung der Bundesterrasse und winkte den auf der anderen Seite der Bundesterrasse versammelten Medienleuten und Passanten zu. Auch Victory-Zeichen machte der Mann.

Über 60 Sicherheitskräfte waren rund um das Bundeshaus im Einsatz.
Bild: EQ Images

Teile der Bundesterrasse waren abgesperrt worden. Nach Augenzeugenberichten standen rund 60 Leute und zehn Blaulichtfahrzeuge im Einsatz. Aus einem Feuerwehrauto war ein Schlauch Richtung Bundesterrasse ausgerollt worden, wie ein SDA-Berichterstatter vor Ort feststellte. (tat/oku/sda)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
34
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • So en Ueli 02.10.2015 10:49
    Highlight Was dieser Mann wollte, wissen wir nicht. Vielleicht hat er irgendwelche Forderungen der Polizei geschildert. Und ob der Mann nun Asylant ist oder nicht, das ist doch Nebensache. Aber was wichtiger ist, wie wird dieser Mann nach diesem Vorfall behandelt. Eventuell ist hier eine psychiatrische Behandlung in einer Klinik nötig. Niemand der klaren Verstandes ist möchte sich anzünden.
    2 1 Melden
  • Calvin WatsOff 02.10.2015 10:20
    Highlight Mein erster Kommentar wurde nicht frei geschaltet. Ich bleib dabei, ich habe null Verständnis für diese Aktion dieses Herrn. Wenn alle, ein jeder so austicken würde(n)... Aus fertig ;-(
    3 1 Melden
  • R0by 01.10.2015 22:25
    Highlight Ich glaube nicht, dass sich dieser Mann wirklich verbrennen wollte.
    Er suchte nur Aufmerksamkeit, die er auch für kurze Zeit bekommen hat.
    Ob ihn das jetzt weitergebracht hat, sei in Frage gestellt.
    45 10 Melden
  • Advesed90@gustr.com 01.10.2015 19:42
    Highlight http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Der-Wolff-und-die-Wallstreet/story/30094025?comments=1
    5 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 01.10.2015 18:42
    Highlight Es ist ein Kurde und kein Syrer

    http://mobile2.bernerzeitung.ch/articles/560d215687da8b208d000001
    5 56 Melden
    • Ursin Tomaschett 01.10.2015 18:57
      Highlight Das eine schliesst das andere nicht aus. Es gibt syrische Kurden, türkische Kurden, irakische Kurden ...
      106 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.10.2015 19:24
      Highlight ...voilà! Wieder was gelernt.
      54 4 Melden
  • _mc 01.10.2015 18:40
    Highlight Warum hat der Kurde ein Smartphone..?!!
    43 123 Melden
    • atomschlaf 01.10.2015 18:51
      Highlight Warum sollte ein Kurde kein Smartphone haben?!?
      108 25 Melden
    • Hans Jürg 01.10.2015 18:52
      Highlight Und warum haben sie eines und dürfen so einen Svhwachfug schreiben?
      94 25 Melden
    • samy4me 01.10.2015 20:40
      Highlight Ich glaube (und hoffe) mc hat das ironisch gemeint...
      33 12 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.10.2015 20:55
      Highlight Weil man an einer Tankstelle ja auch nicht Telefonieren sollte ? . . ( Ironie )
      24 5 Melden
  • atomschlaf 01.10.2015 17:52
    Highlight Was gibt es da zu verhandeln? Wenn der Staat sich erpressen lässt, animiert das nur Nachahmungstäter.
    101 53 Melden
    • auoji 01.10.2015 18:25
      Highlight bist wohl von gestern. Solches ist das letzte Mittel um zu versuchen Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ob persönlich oder für andere. Etwas ist nicht in Ordnung. Wir sollten zuhören. Er wollte ein Statement machen, eventuell oder vermutlich haben Polizisten ein Kamerateam vorgetäuscht.
      Was hat das mit Erpressung zu tun. Nichts - und das wissen sie genau.
      53 87 Melden
    • elivi 01.10.2015 20:27
      Highlight Das is doch keine erpressung, dafür hat er kein Druckmittel ausser sich das Leben nehmen.
      Als schweizer volk mit hohen werten schauen wir nicht einfach zu wie menschen vor unseren augen stirbt. Das sich die polizei hier bemüht ist richtig so und zeugt von unseren moralischen grundwerten.
      Wenn man was dagegen hat dann bitte, jeder darf so unmoralisch sein wie er will.
      55 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.10.2015 20:53
      Highlight hören sie doch mit damit auf, anderen zu vermitteln, sie seien unmoralisch... moral bedeutet für jeden etwas anderes...
      21 23 Melden
    • atomschlaf 01.10.2015 21:06
      Highlight @elivi: Irrtum. Androhen, sich das Leben zu nehmen ist ein gewichtiges Druckmittel - vorausgesetzt, dass sich die Adressaten davon beeindrucken lassen. Da die meisten Politiker/innen und Staatsangestellten panische Angst vor einer negativen Medienberichterstattung haben, die sie für den Tod eines solchen Menschen verantwortlich machen könnte, lässt sich eine solche Drohung sehr gut für erpresserische Zwecke nutzen. Ob das hier der Fall war, ist aber offenbar (noch) nicht klar.
      23 12 Melden
  • sadibe 01.10.2015 17:24
    Highlight Bin gespannt wer für die Bezahlung aufkommen muss...
    79 136 Melden
    • olga 01.10.2015 17:44
      Highlight mein gott, ist das dein ernst!?!?
      da ist ein mensch, der kurz davor war sich auf brutalste weise das leben zu nehmen vor lauter verzweiflung und du denkst an sowas!? was läuft nur falsch mit dir!!!
      107 99 Melden
    • ESMI 01.10.2015 17:54
      Highlight Der Mann lacht und macht ein riesen Theater. Bitte die Fotos mal genau anschauen! Tja - und bezahlen dürfen das natürlich wir.
      Refugees welcome!
      Schreit es noch lauter in die Welt hinaus.
      140 138 Melden
    • auoji 01.10.2015 18:27
      Highlight Dieser Mann ist dem Selbstmord nahe. Und Du hast sorge, dass etwas Geld aus deinem Portemonnaie verschwindet? Was für eine Moral!
      88 93 Melden
    • elivi 01.10.2015 20:31
      Highlight Ich bin gespannt wer die parteikasse unsere parteien füllt, oder wer die AHV finanzieren soll in zukunft. Wer bezahlt die kravallen am 1.mai? Wer bezahlt das papier für schwachsinnige volksabstimmungen? So viele fragen die mir alle so viel mal wichtiger sind als wer zahlt hier .....
      35 18 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.10.2015 20:47
      Highlight Wird aus Steuergeldern bezahlt wie die Schäden der linken Randalierer von "Tanz dich frei" und ähnlichem Mist.
      Nur hat dieser Mann wenigstens einen guten Grund um Aufmerksamkeit zu erwecken. Welcher der Kommentarschreiber hier, die in der warmen Stube sitzen und einen gefüllten Kühlschrank haben, würde evtl. dasselbe tun in einer ähnlichen Situation?
      18 22 Melden
    • Låthø 01.10.2015 22:07
      Highlight äh es gibt impfall so BerufspolizistInnen und Berufsfeuerwehr...haben sie das Gefühl, die bekommen ein Bonus für den Einsatz? Wer bezahlt den Lohn der Polizei/Feuerwehr? Dieser Einsatz kostet auch nicht viel mehr als ein normaler Tag (Katzen retten und Schwarze kontrollieren)
      29 10 Melden
    • atomschlaf 01.10.2015 22:13
      Highlight @Grufti: Einen guten Grund? Naja...
      Gemäss dem mittlerweile ergänzten Artikel sei der Mann ein kurdischer Syrer der in Lausanne Asyl beantragt hätte und jetzt aber lieber nach Deutschland oder Grossbritannien wolle. Ich überlasse es jedem selbst zu beurteilen, ob dies ein "guter Grund" für die Androhung einer Selbstverbrennung sei.
      Abgesehen davon: Hat der Mann nicht mitbekommen, dass Deutschland derzeit alle Syrer aufnimmt? Ab in den Zug nach Konstanz und gut ist.
      33 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.10.2015 22:25
      Highlight @atomschlaf: habe ich nicht mitbekommen. Das ist natürlich dann kein guter Grund. Ich habe mich auf die Situation in Syrien bezogen. Allerdings sind Drohungen da sicher der falsche Weg.
      Aber eben im Verhältnis zu diesen "Tanz dich frei" Knilchen mit ihren First World Problemen hat er immer noch den besseren Grund dem Staat Kosten aufzuhalsen.
      13 11 Melden
  • _adrian 01.10.2015 14:52
    Highlight De isch super gsi! Schad scho wieder glöscht.

    "Augenzeugen hatten beobachtet, wie ein von zivilen Polizeikräften gelenktes Auto beinahe einen Fussgänger angefahren hätte, der in der Nähe des Bundeshauses die Strasse überquerte. Der Lenker konnte noch rechtzeitig anhalten, wurde aber in der Folge vom Fussgänger beschimpft."
    78 9 Melden
    • Asmodeus 01.10.2015 15:35
      Highlight Na wenn es um die Elite unseres Landes geht, die gerade bei unseren Volksvertretern lobbyieren, dann darf keine Rücksicht auf den Pöbel auf den Strassen genommen werden.

      Wobei sich die Frage stellt woraus die "10 Blaulichtfahrzeuge" bestehen.

      Sicher 1 TLF der Feuerwehr, 1 Kommandofahrzeug, 1 Krankenwagen, 1-2 Truppentransporter der Feuerwehr.
      Der Rest ein Grossaufgebot der Polizei (5 Wagen)?
      16 38 Melden
    • 7immi 01.10.2015 15:47
      Highlight @asmodeus
      wenn man am anfang das ausmass nicht kennt, schickt man halt einige einsatzkräfte zuviel, auch wenn sie vielleicht nicht gebraucht werden. besser als umgekehrt, nicht?
      103 3 Melden
    • Asmodeus 01.10.2015 16:17
      Highlight Absolut. Gerade bei der Feuerwehr hat man lieber 1-2 Wagen zuviel vor Ort als zuwenig. Daher denke ich auch, dass von diesen 10 Blaulichtfahrzeugen ein Grossteil auf Sanität und Feuerwehr fallen. Das Post sollte also eher dazu dienen zu erwähnen, dass da kaum 60 Polizisten stehen.

      Der Punkt mit dem Pöbel bleibt jedoch, da scheinbar beinahe ein Passant unter die Räder gekommen wäre :)
      20 8 Melden
    • auoji 01.10.2015 18:29
      Highlight "Kaum 60 Polizisten", für einen älteren Mann? Offensichtlich wollen alle mal vom Schreibtisch wegkommen.
      17 11 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.10.2015 20:17
      Highlight auoji: Sie könnten die Situation vermutlich alleine und per excuse bereinigen. Schade nur, dass Sie grad nicht dort waren und nun diese ahnungslosen Blaulichttrampel alles versauten.
      15 4 Melden
  • Asmodeus 01.10.2015 14:26
    Highlight Rauchentwicklung oder nur die übliche heisse Luft im Parlament?
    53 47 Melden
    • Asmodeus 01.10.2015 15:48
      Highlight Mittlerweile steht da mehr. Also scheinbar doch was richtiges.

      Als mein Beitrag geschrieben wurde stand als Meldung lediglich. "Strasse abgesperrt. Irgendetwas mit Rauchentwicklung im Bundeshaus"
      35 12 Melden

Von 347 auf 150 – Kanton Bern plant eine Gemeinde-Revolution

Der Kanton Bern denkt einmal mehr darüber nach, wie er die Vielzahl seiner Gemeinden reduzieren könnte. In einem Bericht kommt der Regierungsrat zum Schluss, dass ein Kanton mit 100 bis 150 Gemeinden Vorteile brächte. Das wären etwa halb so viele Gemeinden wie heute.

Aktuell zählt der Kanton Bern 347 Gemeinden. Rund die Hälfte davon sind kleine Gemeinden mit weniger als 1000 Einwohnern. Gerade für kleinere Gemeinden ist es nicht einfach, genügend qualifizierte Leute zu finden, um alle Ämter …

Artikel lesen