Schweiz
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Die Malediven bleiben für die Kaufmanns ein Traum. Die Frischvermählten haben bei einem konkursiten Veranstalter gebucht.  bild: shutterstock

Fiese Masche oder unglücklicher Konkurs?

Zehntausend Franken für Flitterwochen in den Sand gesetzt: Bankrottes Reisebüro prellt seine Kunden

Der Reiseveranstalter Flitterwochen.ch hat Geld seiner Kunden eingestrichen und dann nicht für deren Ferien bezahlt. Bei der Ombudsstelle der Schweizer Reisebranche kennt man den Fall.

Sie hätten einmalig werden sollen, die Flitterwochen der Kaufmanns* auf den Malediven. Doch für die Frischvermählten wurde der Traum zum einmaligen Alptraum. «Wir wurden reingelegt», sagt L. Kaufmann. Und erzählt unter Tränen eine Geschichte, die nur Verlierer kennt. 

Nach der Hochzeit plante das Paar Kaufmann Flitterwochen – mit mühsam gespartem und von grosszügigen Freunden geschenktem Geld. Beim Anbieter Flitterwochen.ch wurden die beiden fündig: 10'000 Franken für Ferien auf den Malediven, inklusive Flug.

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10'000 Franken – Anzahlung und Restzahlung überwiesen die Kaufmanns dem Veranstalter vor einem Monat. Dann hörten sie nichts mehr.  bild: zvg

Reisegeld nicht versichert

Die Kaufmanns holten eine Offerte ein und zahlten – der Veranstalter schien vertrauenswürdig. Doch dann hörten sie tagelang nichts mehr. Von Flugtickets keine Spur. Das Paar wurde bei der Ombudsstelle in Zürich vorstellig. Dort kannte man den Fall bereits: Rund ein Dutzend Paare hatte Ferien bei Flitterwochen.ch gebucht und nie eine Gegenleistung erhalten. 

Zusätzlich hatte das Unternehmen das Geld seiner Kunden nicht versichert. «Ich bin überzeugt, dass das eine Masche des Reiseveranstalters ist», sagt Kaufmann. Tatsächlich gibt es sie, die Mogler, die immer wieder mit billigen Angeboten locken, und sich nach dem Konkurs aus dem Staub machen. 

Absicherung liegt in den Händen der Kunden

Seit 1993 sind Reisebüros gesetzlich verpflichtet, bei Pauschalreisen zum Schutz der Kunden einem Garantiefonds angeschlossen zu sein. Doch noch heute hält sich mehr als jedes vierte Reisebüro nicht daran. Der Schweizer Reiseverband hat in diesem Herbst eine Motion angekündigt, um den Bundesrat zu beauftragen, das «Vollzugsdefizit» zu beseitigen. Konsumentenschutz-Organisationen raten Kunden, von Reisebüro einen Nachweis zu verlangen, dass sie bei Zahlungsunfähigkeit oder Konkurs des Vertragspartner keinen Schaden erleiden. Renommierte Kundengeldabsicherungen sind der Garantiefonds der Schweizer Reisebranche, die Swiss Travel Security (STS) oder die Reisegarantie TPA. 

Ob der Inhaber von Flitterwochen.ch, der auch die Domänen Kaviar-Reisen.ch, Kaviarreisen.ch und Flitter-Wochen.ch führt, seine Kunden vorsätzlich prellte, kann nicht bewiesen werden. Der Mann ist per Handy nicht erreichbar, die Mailadresse ist gelöscht. 

Inhaber ist kein alter Bekannter

«Natürlich ist es ein Bluff», heisst es auf Anfrage bei der Ombudsstelle der Schweizer Reisebranche, «wenn den Kunden Geld abgenommen wird, und damit die Ferien nicht sofort bezahlt werden.» Doch der Inhaber des Unternehmens sei kein alter Bekannter, keiner der immer wieder als neuer Anbieter auftauche, die Kundschaft blechen lasse und dann seine Firma an die Wand fahre. «Bis vor ungefähr zwei Monaten hat er die Reisen immer bezahlt», heisst es bei der Ombudsstelle.

Den Kaufmanns bleibt nur, Anzeige zu erstatten. Doch sind die Kassen von Flitterwochen.ch leer, werden die Frischvermählten ihr Geld nicht mehr sehen. Ihre Ferien verbringen die beiden Zuhause. (dwi)

*Name geändert



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    Alle Leser-Kommentare
  • Coach Cpt. Blaze 10.11.2014 08:45
    Highlight Highlight Tja so kommts. Die heutige Gesellschaft will ja immer so wenig bezahlen wie nur möglich. Eine läppische Auftragsgebühr für den Service in einem Reisebüro sorgt oft für rote Köpfe... So kommts - würde man ein wenig mehr bezahlen gibt es keine bösen Überraschungen und falls doch mal etwas passiert (wie in obigem Beispiel Konkurs) sind viele Reisebüros dem Garantiefonds angeschlossen, damit der Kunde wenigstens sein Geld zurückerhält.
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