Schweiz

Wir haben die watson-User nach ihren Erlebnissen mit Gewalt an Homosexuellen oder Transmenschen gefragt.  bild: shutterstock

«Es geht ja nur darum, wen ich liebe» – LGBT-watson-User erzählen von ihren Erfahrungen 

10.02.17, 11:23 10.02.17, 18:38

Gewalt und Beschimpfungen gegen Homosexuelle und Transmenschen sind weit verbreitet – auch in der Schweiz. Wir haben die watson-User nach ihren Erlebnissen gefragt und teilweise schockierende Antworten erhalten. Darunter sind aber auch solche, die Hoffnung machen. 

«Ich glaube, die hätten ihn totgeschlagen.» 

watson-User Aliyah

«Ich war auf dem Heimweg vom Ausgang. Es war wirklich schon sehr spät, etwa 5 Uhr morgens. Als ich am einen Bahnhof ausstieg, um zum nächsten Zug zu gelangen, beobachtete ich eine ziemlich prekäre Situation. Es waren ein Homosexueller und eine Truppe Jugendlicher darin involviert. Die Jugendlichen schubsten den Mann hin und her, stiessen ihn immer wieder gegen das Bahnhofsgebäude, schlugen auf ihn ein und beleidigten ihn ganz brutal. Ich ging dann dazwischen und versuchte, zu schlichten. Es half nix. Dann habe ich halt auch zugeschlagen. Die Truppe machte einen Abgang. Mit dem netten Herren habe ich noch lange Gespräche geführt und ihn zu einer einigermassen normalen Zeit zu seinem Hausarzt begleitet. Zum Glück hat er sich «nur» zwei Rippen und die Nase gebrochen und ein paar blaue Flecken abbekommen. Ich glaube, wenn ich nicht durch Zufall da gewesen wäre, hätten die ihn totgeschlagen.» 

«Glück im Unglück, sie liessen von uns ab.»

watson-User Pumuckl96

«Ich bin mit meinem ersten Freund, als wir beide 16 waren, nachts in Zürich vom Thermalbad zum Bahnhof gelaufen. Wir haben Händchen gehalten; waren erst seit kurzem zusammen. In einer Seitenstrasse entdeckten wir einige Typen Mitte 20 und liessen unsere Hände los. Sie hatten es anscheinend doch gesehen. Einer sagte: «Kann ich euch was fragen? Seid ihr schwul? Wir haben das gesehen! Schwuchteln!» Wir probierten sie zu ignorieren, aber das ging nicht mehr. Sie liefen uns mit und packten meinen Freund an der Jacke. Wir begannen zu rennen. Einer der Typen folgte uns und ich sah aus dem Augenwinkel, wie er mit dem Fuss gegen den Kopf meines Freundes kicken wollte. Er kam aber nicht genügend weit hoch und fiel rückwärts auf den Boden – Glück im Unglück, sie liessen von uns ab. Wenn heute jemand fragt, warum ich in der Öffentlichkeit keine Händchen halte, erzähle ich diese Geschichte.» 

«Ich hatte danach lange Angst, mich mit meiner Freundin in der Öffentlichkeit als Paar zu outen.»

watson-User Minoe McLee

«Wir waren damals noch jung, vielleicht 17 Jahre alt. Meine Freundin und ich waren unglaublich verliebt und genossen die Anwesenheit der jeweils anderen sehr. Angestarrt und angemacht wurden wir ständig: «Ihr seht gar nicht aus wie Lesben», kam da zum Beispiel, oder: «Kann man euch mieten?» Verbale Attacken tun weh, man kann sie aber ignorieren.
Eines Abends, als wir aber auf dem Nachhauseweg waren – im Zug mit einigen anderen Passagieren notabene – und gemeinsam Musik hörten, turtelten und lachten, setzte sich eine Gruppe junger Männer direkt in das Abteil hinter uns. Sie begannen, uns dumm anzumachen. Zuerst nur verbal, doch als einer der Typen anfing, mich über den Sitz hinweg anzufassen, stiess ich ihn fort. Dann ging alles sehr schnell. Er schlug mir zweimal mit voller Wucht auf den Kopf ein. Ich wurde ohnmächtig und als ich wieder zu mir kam, das weiss ich noch, hielt mich meine Freundin. Wir beide konnten uns nicht bewegen. Die Augenzeugen, die das ganz bestimmt mitbekommen haben, lasen in ihren Gratiszeitungen.
Ich habe Anzeige erstattet, doch die Polizei meinte, bei dieser «nicht schwerwiegenden Straftat» würde man die Überwachungskameras nicht auswerten. Es würde sowieso nichts bringen. Ich hatte danach lange Angst, mich mit meiner Freundin in der Öffentlichkeit als Paar zu outen.» 

«Im Grunde ist es so irrsinnig, denn es geht ja nur darum, wen ich liebe.» 

watson-User Yannick

Ich bin männlich, 16 Jahre alt und habe mich letztes Jahr bei meiner Familie geoutet. In meiner neuen Klasse ging ich also mit Hoffnung rein und versuchte zum ersten Mal, mich selbst zu sein. Das ist schwierig für mich, weil ich ungewöhnliche Interessen habe und diese früher nie gezeigt habe. Ich hatte immer Angst davor, dass Leute herausfinden würden, dass ich schwul bin. Ich bin jetzt seit einem halben Jahr in dieser Klasse und fühle mich relativ wohl. Ich habe nie jemanden gesagt, dass ich schwul bin, weil mich nie jemand gefragt hat. Aber ich denke, für meine Mitschüler ist es ziemlich offensichtlich. Wenn mich jemand fragen würde, würde ich nicht lügen.
16 Jahre, jeden Tag, immer noch beschäftigt mich das. Im Grunde ist es so irrsinnig, denn es geht ja nur darum, wen ich liebe. Warum sollte das ein so grosses Problem sein?
Jedenfalls höre ich ständig, wie Altersgenossen das Wort «schwul» als herablassenden Begriff benutzen und es eine «Beleidigung» ist. Ich denke, es sind kleine Dinge wie diese, die eine grosse Auswirkung auf LGBT-Menschen haben. Eine NEGATIVE. Ich hoffe, dass ich eines Tages 100 % ich-selbst sein kann und mehr Selbstbewusstsein habe, um anderen zu zeigen, dass ich stolz bin, schwul zu sein.» 

«Nach mehreren Selbsttötungsversuchen half mir ein psychiatrischer Klinikaufenthalt, das Erlebte zu verarbeiten.» 

watson-User Lukas 

«Noch im Blickfeld des Lehrerzimmers passten sie mich ab, schlugen mich, verletzten mich blutig. Es waren meine Klassenkameraden, Kameraden von der Schule. Kräftig gebaut, sie mussten ja im landwirtschaftlichen Familienbetrieb mithelfen. Dagegen hatte ich als schmächtiger Typ keine Chance. Meine Eltern führten keinen Landwirtschaftsbetrieb. Ich wusch mein Blut jeweils am Dorfbrunnen ab. Meine Familie sollte nichts mitbekommen.
Ein paar Jahre später verlagerte sich die Denunziation an den Bahnhof, in den Zug. Meine Gewerbeschule war in der Stadt. Man bat mir keinen Sitzplatz an, besetzte ihn absichtlich, stellte mir Beine, warf mir Papierbällchen nach. Wir kannten uns alle. Die Erwachsenen kannten uns. Helfer gab es keine. Nach mehreren Selbsttötungsversuchen half mir ein psychiatrischer Klinikaufenthalt, das Erlebte zu verarbeiten. Meine Kindergartenfreundin ist bis heute an meiner Seite geblieben, so auch meine Familie. Auch unter den Kameraden, die mich verletzten, gibt es solche, die nicht dem heterosexuellen Klischee entsprechen. Es zeigt, dass die sexuelle Orientierung so vielfältig ist, wie die Fantasie. Ich bin also nicht der Einzige, das beruhigt mich. Heute geniesse ich meine seit 12 Jahren bestehende homosexuelle Beziehung. Jeder im Dorf weiss davon. Ich stehe dazu.» 

«Im Grossen und Ganzen sind die Schweizer tolerant.»

watson-User Jorge 

«Mit meinem Partner lief ich vor etwa zwei Jahren in Luzern tagsüber auf dem Gehsteig vom Inseli zum Bahnhof. Es war Frühjahr, tagsüber. Aus der Gegenseite nahten zwei Typen. Der Eine sagte dann auf Hochdeutsch, als sie an uns vorbei liefen: «Schwuchteln». Mein Partner und ich liefen nicht Händchen haltend nebeneinander.
Wir leben in einem Bergkanton. Hier hatten wir noch nie Probleme. Im Grossen und Ganzen sind die Schweizer tolerant. Es gibt aber immer und überall eine geistig beschränkte Minderheit, bei denen andere Lebensformen ihre Vorstellungskraft und somit deren geistigen Horizont übersteigt.» 

«Ich habe mal eingegriffen, als ein paar Glatzköpfe einen Transvestiten angreifen wollten.»

watson-User Gavi

«Ich selber bin hetero, habe aber mal eingegriffen, als ein paar Glatzköpfe einen Transvestiten angreifen wollten. Sie kamen ihm schon bedrohlich nahe. Ich sah es vom Auto aus, bin dann direkt auf die Gruppe zugefahren, habe angehalten und ihm zugeschrien, er solle einsteigen. Etwas weiter weg habe ich ihn wieder ausgeladen. Da wo er eigentlich hin wollte. Das war in Norddeutschland. Ich würde das heute wieder so machen.» 

«Personen, welche nicht der ‹bünzligen› Sexualnorm entsprechen, sollte man mit Hochachtung begegnen, nicht mit Verachtung.» 

watson-User Regina

«Ich selbst bin nicht lesbisch, habe einen Neffen, der schwul ist. Vor drei Jahren fragte mich seine Mutter, ob es okay sei, wenn er einen freund an unser Weihnachtsfest mitnehmen würde. Natürlich war die Antwort Ja. Ich realisierte dann erst an diesem Fest, dass das sein momentaner Lebenspartner ist.
Sie sind heute immer noch zusammen und die beiden sind ein fester Bestandteil unserer Weihnachtspartys. Personen, welche nicht der ‹bünzligen› Sexualnorm entsprechen und auch dazu stehen, sollte man mit Hochachtung begegnen, nicht mit Verachtung. Ich wünsche mir einen entspannteren Umgang mit Menschen, die etwas anders sind oder denken oder aussehen. In diesem Sinne: Seid grosszügig zu euren Mitmenschen – und zu euch.» 

Die Kampagne der LGBT+-Helpline gegen Verbrechen aus Hass:

(rar)

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53
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53Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SuicidalSheep 11.02.2017 15:34
    Highlight Zu diesem Thema gibts ein schönes Lied, btw...

    1 0 Melden
  • Lapos 11.02.2017 14:55
    Highlight Sexualität und liebe ist privatsache, das geht absolut niemanden was an. Ich verstehe einfach nicht, warum das gewisse leute nicht begreiffen. Ich selber bin hetero, hatte aber nie probleme damit. Meiner meinung nach, ist es aber trotz allem heut zu tage besser geworden.es wird von der gesellschaft besser akteptiert. Dieser prozess dauert halt ein bisschen. Habt verständniss, das bewusstsein ist nicht bei allen so weit. Das heisst aber nicht dass man bei gewalt verständniss haben soll.
    0 3 Melden
    • Fabio74 12.02.2017 18:24
      Highlight Dein Kommentar machts nicht einfach. Ja es ist besser geworden. Aber wir sind weit weg von dem wo wir sein sollten
      1 1 Melden
  • dath bane 11.02.2017 10:50
    Highlight Ich denke schon, dass wir in einer toleranten Gesellschaft leben. Aber wenn auf 200 tolerante Menschen nur schon 3 intolerante kommen, reicht das schon für ein traumatisches Erlebnis. Wir haben eine winzige Minderheit, die unsere Gesellschaft ganz stark belastet.
    16 1 Melden
  • bimchen 10.02.2017 19:52
    Highlight Schlimm das man nur aufgrund seiner sexualitaet oder weil man einfach anders ist, verurteilt und oft ausgeschlossen wird. Ich hab mir grad alle Lebenssituationen der einzelnen Menschen durch den Kopf gehn lassen und fuehle mit Ihnen, bin aber auch traurig...anders sein heißt oft auch einsam sein- ich kenne das Gefühl und hoffe inständig es wird irgendwann moeglich sein uns alle einfach nur als Menschen zu akzeptieren mit ihren Verschiedenen Facetten und Lebensweisen.......
    25 3 Melden
  • lilie 10.02.2017 18:32
    Highlight Ich muss ehrlich gestehen, dass ich den Artikel nicht zu Ende lesen konnte, das ist ja furchtbar! Dass Leute, die niemandem was antun, auf offener Strasse verprügelt werden, ist unter aller Sau!

    Ich verstehe nicht, wie man sich so über etwas aufregen kann, was einen genau genommen schlicht und ergreifend nichts angeht. Ich finde, wir haben weitaus dringendere Probleme zu lösen als uns den Kopf darüber zu zerbrechen, wer mit wem warum ins Bett geht!

    40 4 Melden
  • Raphael S 10.02.2017 18:03
    Highlight Ich habe mir nun Zeit genommen, um alle Kommentare aufmerksam durchzulesen und muss sagen, dass all diese Zustimmung und Unterstützung von vielen Usern doch Hoffnung bringt, dass Fälle wie die oben beschriebenen immer mehr der Vergangenheit angehören.

    Einzig Zitate aus der Bibel, die eine Berechtigung für solch schreckliche Taten darstellen sollen, machen mir grosse Sorgen. Auch dass die Sexuelle Orientierung vom familiären Hintergrund beeinflusst werden soll, kann ich nicht wirklich unterstützen, doch muss ich sagen, dass ich solche Ansichten in gewisser Weise auch interessant finde.
    26 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 10.02.2017 14:27
    Highlight Die beschriebenen Schicksale, soweit sie der Wahrheit entsprechen, machen tief betrübt. Jegliche Gewaltanwendung auch gegen Andersdenkende muss verurteilt werden. Sexuell anderweitig orientierte Personen sind jedoch meist Opfer ihrer eigenen Situation, meist resultierend aus negativen Entwicklungseinflüssen eq. Scheidung, Erziehung usw. in der Kindheit. Bei allen homosexuellen Menschen, die ich kenne sind entsprechende Unregelmässigkeiten in der Kindheit vorgefallen. Ich stehe weiterhin dazu, kein Mensch wird homosexuell geboren.
    8 193 Melden
    • Claudi92 10.02.2017 15:29
      Highlight Nur weil sie niemanden anderes kennen, heisst das noch lange nicht, dass das Fakt ist. Es gibt ganz klar biologischr Ursachen, machen Sie sich einmal schlau. Ausserdem bin ich selbst lesbisch und bin definitiv von Geburt an so. Meine Eltern sind seit 30 Jahren glücklich verheiratet, also gibt es hier keinen Zusammenhang.
      83 4 Melden
    • lucasm 10.02.2017 15:34
      Highlight Und bei den zahlreichen homosexuellen tieren haben sich auch die eltern geschieden?
      91 6 Melden
    • moimoimoi 10.02.2017 15:37
      Highlight Ach? Hmm, ich fasse mal mein Leben zusammen, wenn ich darf. 5-köpfige Familie mit relativ enger Bindung. Die Eltern sind übrigens seit 40+ Jahren verheiratet. "Unregelmässigkeiten" gab es keine. Mit meinen Eltern und Geschwistern bin ich immer noch gleich verbunden, sie lieben meinen langjährigen Partner wie die Partner meiner heterosexuellen Geschwister.
      Tut mir Leid, wenn ich eine Meinung durch Fakten widerlegen muss...
      86 3 Melden
    • Jason84 10.02.2017 15:46
      Highlight Ich muss sie leider entäuschen. Meine Kindheit verlief ganz normal. Ohne Scheidung, negative Einflüsse und mit eine konstruktiven Erziehung. Ich bin aber trotzdem homosexuell und das schon seit ich denken kann.
      67 1 Melden
    • Fabio74 10.02.2017 15:46
      Highlight Tja du stehst zu deiner Ahnunglosigkeit.
      Es ist ungeheuerlich den Opfer irgendeine Schuld einzureden!!!
      Was ist bei dir schief gelaufen, dass du so viel Hass verbreitest?
      53 5 Melden
    • Jason84 10.02.2017 15:50
      Highlight Nachtrag.... die erzählenden Personen sind Opfer böswilliger und krimineller menschen. Sie sind ganz sicher nicht Opfer ihrer selbst! Es gibt keine Relativierung bei psychischer oder physischer Gewalt gegen andere Menschen
      54 1 Melden
    • MaskedGaijin 10.02.2017 17:38
      Highlight Ui, meine Eltern sind geschieden seit ich 4 bin. Überraschend ich bin trotzdem nicht Schwul.
      37 2 Melden
    • bimchen 10.02.2017 19:55
      Highlight Oha dann solltest du aber schnell schwul werden hahaa;)
      16 2 Melden
    • u.s. 11.02.2017 12:38
      Highlight "Ich stehe weiterhin dazu, kein Mensch wird homosexuell geboren." Du meine Güte, wie mutig... Ich stehe auch zu etwas: Solche Aussagen sind Ausdruck von Arroganz und Überheblichkeit. Wahrscheinlich sind die nicht angeboren. Sondern erlernt.
      10 5 Melden
  • Der Zahnarzt 10.02.2017 13:48
    Highlight Vielen Dank für diesen Artikel. - Wenn man selbst nicht betroffen ist, macht man sich keine Vorstellung davon.

    Aus theoretischer Sicht macht es keinen Sinn, von den Heterosexuellen mehr Toleranz etc. zu verlangen. Toleranz ist ja nicht allein Sache der Vernunft sondern auch eine Frage, wie man sich in Gegenwart von Homosexuellen etc. fühlt. Gefühle kann man beherrschen und verdrängen, aber schlecht verhindern. Vielmehr sollte es so sein, dass solche widerliches Verhalten gegenüber Homosexuellen etc. völlig selbstverständlich inakzeptabel ist.
    44 1 Melden
    • Fabio74 10.02.2017 18:00
      Highlight Es braucht im Zusammenleben nun mal Toleranz und das leben und leben lassen ist die erste Stufe einer zivilen Gesellschaft.
      Wer sich bedrängt fühlt, sollte sich zuerst selber fragen warum es so ist.
      12 2 Melden
  • henk 10.02.2017 13:38
    Highlight Es hat mich ganze 19 Jahre gekostet, bis ich es schaffte, zu meiner Orientierung zu stehen und mich selbst zu sein. Obwohl ich in einer sehr offenen Familie aufgewachsen bin dauerte es sehr lange bis ich den Schritt schaffte. Seither geht es mir so gut wie noch nie. Ich habe zu mir selbst gefunden und ich wünsche diese Erfahrung jedem anderen auch. Ich bin sehr dankbar, dass ich bis jetzt noch praktisch keinen Hass diesbezüglich erlebt habe.
    65 3 Melden
    • bilbo 10.02.2017 17:47
      Highlight Henk, es ist mir unvorstellbar, was in diesen Menschen vor sich geht, die Menschen anderer sexueller Orientierung angreifen. Ich wünsche dir, dass du nie eine derartige Erfahrung machen musst.
      16 2 Melden
  • Bear.88 10.02.2017 13:22
    Highlight Ich verstehe nicht, dass sexualität definiert werden muss. Das von jemanden der Homosexuell ist gefordert wird, dass er / sie sich outet ist dumm. Ich verstehe dieses Schubladendenken nicht. Ich verliebe mich in einen Menschen, alles andere ist mir egal.
    76 3 Melden
    • Fabio74 10.02.2017 13:49
      Highlight Nun ich oute mich zwangsweise wenn ich im Büro von meinen Freund erzähle.
      26 9 Melden
    • Jason84 10.02.2017 16:03
      Highlight Man outet sich unfreiwillig wenn man eine eingetragene Partnerschaft hat (es steht im Pasd dann so drin). Oder nomal Hand in Hand auf der Strasse läuft.
      11 1 Melden
  • Wilhelm Dingo 10.02.2017 13:13
    Highlight Was man dagegen tun? Aufklärung, hohe Strafen?
    19 3 Melden
    • meerblau 10.02.2017 14:10
      Highlight Nun mal halblang, AMU, die Bilderstürme sind vorbei, die Aufklärung hat die Gesellschaft schon verändert. Soweit ich das sehe, seid "ihr" Christen in keinster Weise an Leib und Leben bedroht. Zumal "ihr" euch ja sowieso nicht einig seid, wie die Kirche zur Homosexualität stehen soll. Dies zeigt doch, dass die Homophobie keine allein religiöse Frage ist.
      21 3 Melden
    • moimoimoi 10.02.2017 14:30
      Highlight @AMU: "liebe deinen nächsten, wie dich selbst" gilt auch, wenn dieser nächste schwul ist. oder selber nicht christ.
      34 0 Melden
    • Fabio74 10.02.2017 15:49
      Highlight @AMU Frag mal dich was dein Problem ist?
      Du legitimierst Gewalt gegen Menschen! Was läuft schief bei dir?
      Bis heute wurden LGBT von Christen verfolgt und umgebracht.
      15 1 Melden
  • Lami23 10.02.2017 12:57
    Highlight Ich frage mich, was die Leute von ihren Eltern mitbekommen haben, dass sie sich so ungaublich intolerant verhalten.
    65 1 Melden
  • Caturix 10.02.2017 12:52
    Highlight Viele haben mit Homosexuellen kein kein Problem. Aber wenn man mit einer Frau und dann wieder mit einem Mann zusammen ist dann hört das vertsändniss leider auf. Auch bei vielen Homosexuellen.
    14 70 Melden
    • meine senf 10.02.2017 13:49
      Highlight Und warum hast du damit ein Problem?
      32 2 Melden
    • Sappho 10.02.2017 14:17
      Highlight Caturix hat kein Problem. Sie spricht ein Problem an, nämlich das Bi-Sexuelle auf Unverständnis stoßen und zwar nicht nur bei Heterosexuellen sondern auch Homosexuellen.
      39 2 Melden
    • moimoimoi 10.02.2017 14:31
      Highlight @caturix: das nennt man bisexualität. für viele leute schwer zu verstehen, aber auch das ist eine realität
      22 0 Melden
    • Caturix 10.02.2017 14:31
      Highlight Habe ich ja nicht nur leider viele andere das ist ja das Problem.
      10 2 Melden
    • meine senf 10.02.2017 17:22
      Highlight Entschuldigung, die Augen waren beim Lesen schneller als der Kopf.
      Frage ändert sich nicht, einfach "du" durch "man" ersetzen.
      4 0 Melden
  • SuicidalSheep 10.02.2017 12:39
    Highlight Als ich mich outete, arbeitete ich gerade in einem Spital. Eine Arbeitskollegin, die damit überhaupt nicht fertig wurde, ging zur Personalleitung und verlangte, dass ich in die Männergarderobe soll. Es könne ja nicht sein, dass ich mich an ihr aufgeilen würde (auch wenn sie überhaupt nicht mein Geschmack war).

    Die Leitung gab ihr eine mündliche Verwarnung, und sagte ihr, dass sie ein solches Verhalten nicht toleriere. 4 Monate später kündigte jene Arbeitskollegin.
    141 4 Melden
    • bilbo 10.02.2017 13:35
      Highlight Wow, Bravo an die Spitalleitung.
      86 3 Melden
    • SanchoPanza 10.02.2017 13:47
      Highlight ein Hoch auf deine Personalleitung!!!!! :-)
      73 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.02.2017 17:35
      Highlight Gewisse Leute haben auch das Gefühl jeder steht auf sie
      Woher kommt eigentlich dieses bescheurte Denken das homosexuelle alles und jeden Rammeln wollen 😂?
      Da hat die personalleitung echt super gehandelt und noch besser hat Sie gekündigt
      33 1 Melden
  • HunterCH 10.02.2017 12:13
    Highlight Meine beiden besten Kolleginnen sind lesbisch und verheiratet (ich weiss, der Status heisst anders, ist aber für mich eine Ehe) Was ich an Geschichten von ihnen hören musste, ist erschreckend. Selber habe ich die Erfahrung mit einem schwulen Kollegen gemacht, dass die Leute zum Teil sehr aggressiv reagieren, wenn 2 Männer Händchen halten. Beleidigungen, Beschimpfungen, Drohungen, offen auf der Strasse ausgesprochen am hellen Tag....

    Leben und leben lassen, viele sollten sich den Spruch zu Herzen nehmen. Die Engstirnigkeit und das "Bünzlitum" ist manchmal erschreckend. :-(
    84 5 Melden
  • MissSophia 10.02.2017 12:06
    Highlight Ich finde die Aussage von Yannick eine ganz wichtige. So lange 'schwul', 'schwester', 'futzdumm', 'bedhindert' etc als Beleidigungen und negative Adjektive gebraucht werden ist es schwer auch sein Denken und Handeln zu ändern.

    Die Sprache widerspiegelt immer unsere Einstellungen zu Mitmenschen und der Welt.
    90 13 Melden
    • nenjin 10.02.2017 12:21
      Highlight Du hast natürlich vollkommen Recht.

      Aber oft sind die Begriffe eher in ihrer heutigen "denkart" zu verstehen und nicht so wie sie urprünglich gedacht waren.

      Ich habe mich selber letzhin auch erwischt, wie ich gesagt habe "Und am schluss bin ich denn de Neger". Es käme mir absolut nicht in den Sinn, den Begriff mit der Hautfarbe zu assoziieren, oder jemanden herabzusetzen. Der Begriff ist einfach in der Denkweise anders, oder vielmehr falsch, verankert.

      Und dies zu entwirren und in den richtigen Kontext zu bringen, dürfte schwierig sein.
      71 4 Melden
    • Duscholux 10.02.2017 13:08
      Highlight Ich habe einen homosexuellen Freund der selbst "schwul" manchmal als ein negatives adjektiv braucht. Ich würde lieber nicht so viel in die Sprache hineininterpretieren. Worte sind nur Worte.
      28 5 Melden
    • MissSophia 10.02.2017 13:28
      Highlight Ein stückweit stimme ich dir zu. Aber wenn man bedenkt was futzdumm impliziert, sprich etwas ist dumm wie ein futz, dann wieder spiegelt dass eben leider sehr oft genau die heutige 'denkart' wider
      20 6 Melden
    • SanchoPanza 10.02.2017 13:52
      Highlight @Duscholux, ich weiss was du meinst. Meiner Meinung nach geht was aber nicht ums reininterpretieren sondern um einen gesellschaftlichen Wandel. Wieso sollte man das Wort denn als negatives Schimpfwort gebrauchen? Es gibt doch so tolle Schimpfwörter die man gebrauchen könnte, wieso eines nehmen das eine bestimmte Gruppe herabsetzt? Und das dein Kollege das verwendet ist seine Sache und macht es nicht "richtiger"...

      Aber ja, so ausarten wie in den USA sollte es hier mit der Political Correctness dann schon nicht.
      14 1 Melden
    • SanchoPanza 10.02.2017 13:52
      Highlight "ausarten" ist eigentlich auch ein ziemlich doofer Begriff merk ich grade ;)
      10 1 Melden
    • nenjin 10.02.2017 14:05
      Highlight Ich denke der Sprachwandel lässt sich nicht aufhalten. So ist das Wort "Hure" ja nicht wirklich positiv. Wird aber trotzdem inflationär verwendet. Meist in einem positiven Kontext ("huere guet").

      Item, wir denken generell das selbe. Und sind wir mal ehrlich: Alleine am verwenden von gewissen Wörtern scheitert die Akzeptanz nicht.
      10 3 Melden
    • salliona 10.02.2017 14:29
      Highlight "huere" kommt von ungeheuer
      12 2 Melden
    • Asmodeus 10.02.2017 14:42
      Highlight @Nenjin.

      Aber genau DAS ist das Problem. Neger, Jude, Schwul, Behindert.

      Das wird alles abwertend benutzt. Und diese Assoziation wird unterbewusst dann auch die direkt davon betroffenen gemacht.

      Solange diese Bezeichnungen im umgangssprachlichen Begriff negativ assoziiert werden, werden auch immer davon betroffene negativ betrachtet.
      16 2 Melden
    • MissSophia 10.02.2017 15:01
      Highlight @nenjin Sprachwandel lässt sich nicht aufhalten aber reflektiert mitgestalten :)
      7 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.02.2017 15:58
      Highlight Asmodeus inwiefern wird denn "Jude" abwertend benutzt"
      0 4 Melden
    • Asmodeus 10.02.2017 20:57
      Highlight @aron gerade bei Fussballfans habe ich immer mal wieder "so en jud" gehört.
      Oder die Aktion der Luzerner damals in St. Gallen
      1 0 Melden
  • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 10.02.2017 11:46
    Highlight Sowas zu lesen macht mich einfach nur wütend...

    Dafür ein Danke an Regina, die in diese traurige Erfahrungen auch noch was positives mit einbringen konnte.
    74 4 Melden

Von wegen Käse, Schokolade und Uhren: Die Schweiz ist Vizeweltmeister im Waffenhandel

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