Schweiz

Die Zahl der Fahrradunfälle bleibt konstant hoch.
Bild: KEYSTONE

Mit der Zahl der E-Bikes steigen auch die Unfälle: 5 Tote, 145 Verletzte

Obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle in der Schweiz Jahr für Jahr abnimmt, stagniert die Opferzahl bei Velofahrerinnen und Velofahrern seit zehn Jahren. Bei den boomenden E-Bikes hat sie sogar zugenommen.

05.11.15, 08:32 05.11.15, 09:04

Im Jahr 2014 gab es 243 Tote und 4043 Schwerverletzte im Strassenverkehr, wie aus dem Sinus-Rapport 2015 der Beratungsstelle für Unfall (BFU) hervorgeht. Das ist zwar im Vergleich zu den Vorjahren weniger.

Es gab jedoch negative Entwicklungen bei den Motorradfahrern, den Fussgängern und den Radfahrern – laut BFU ausgerechnet den verletzlichsten Verkehrsteilnehmern. Bei den Velofahrern stagniert die Zahl der schweren Unfälle seit rund zehn Jahren. Die BFU schätzt dies in ihrem Rapport als dramatisch ein.

Mehr Velowege könnten die Situation entschärfen.
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Im Jahr 2014 gab es 112 mehr Fahrradunfälle als im Vorjahr. Laut dem Mediensprecher der BFU, Daniel Menna, gibt es bezüglich der Sicherheit der Fahrradfahrer erhebliche Defizite. «Hohe Geschwindigkeit innerorts und fehlende Infrastruktur erhöhen das Unfallrisiko», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Höchststand bei E-Bike-Unfällen

Eine mögliche Lösung wären mehr Velowege. Von den Sicherheitsmassnahmen in den letzten Jahren haben laut Menna vor allem die Autofahrer profitiert. Als weitere Massnahme schlägt die BFU vor, Kinder auf dem Velo zu begleiten.

Problematisch ist auch die Unfallzunahme bei E-Bikes. Mit 145 Verletzten und fünf Toten hat die Anzahl 2014 einen neuen Höchststand erreicht. «Das E-Bike als Fortbewegungsmittel wird zunehmend beliebter, birgt jedoch auch Unfallgefahren», sagte Menna.

Die im Vergleich zu Fahrrädern höheren Geschwindigkeiten würden zu längeren Bremswegen führen oder von anderen Verkehrsteilnehmern falsch eingeschätzt.

Tessiner tragen öfters Helm

Der Anteil der schwer verletzten oder getöteten Velofahrer ist in der Deutschschweiz am höchsten. Beim Rückgang aller Unfälle steht die Region aber an zweiter Stelle. Das Schlusslicht bildet die Romandie, wo es mehr Alkohol- und Geschwindigkeitsunfälle gibt als in anderen Teilen der Schweiz.

43 Prozent der Radfahrer tragen einen Velohelm.
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Am deutlichsten ist der Rückgang der Unfallzahl im Tessin zu erkennen: «Das Anschnallen und Velohelmtragen hat sich bei den Tessinern überdurchschnittlich erhöht», sagte Menna. 43 Prozent aller Radfahrer in der Schweiz tragen einen Helm. Das BFU sieht hier aber noch Verbesserungspotenzial.

Mensch ist Unfallursache Nummer eins

Ursache Nummer eins für Strassenverkehrsunfälle bleibt auch 2014 der Mensch selbst. Verhaltensfehler wie Missachtung des Vortritts, Unaufmerksamkeit und zu schnelles Fahren sind für einen Grossteil der Unfälle verantwortlich.

Unfälle auf Schweizer Strassen verursachen über 4 Milliarden Franken Kosten pro Jahr – etwa für medizinische Behandlung, Sachschäden und wegen Arbeitsausfall. Zusätzlich kommen noch etwa sechs Milliarden Franken zur Behandlung von Schmerz und Schock dazu.

Anhand des Sinus-Reports 2015 hat das BFU einen Massnahmen-Katalog für den Schutz von Verkehrsteilnehmern zusammengestellt. (sda/cma)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin WatsOff 05.11.2015 11:56
    Highlight Mich wundert das nicht, im Gegenteil. was man tagtäglich sieht, ob mit E-Bike oder normalem Drahtesel. Vor allem die Unfähigkeit und Rücksichtslosigkeit von gewissen Velofahrern, unglaublich. Dies eine Aussage, egal ob ich zu Fuss, Auto- oder mit dem Velo unterwegs bin. Viele Velofahrer haben keinen Respekt.
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  • Gelöschter Benutzer 05.11.2015 10:49
    Highlight Diese Nachricht sagt nichts darüber aus, ob Velofahren unsicherer geworden ist. Die Zahlen müssen zwingend in Relation pro gefahrene Strecke gesetzt werden.
    2 0 Melden
  • conszul 05.11.2015 09:49
    Highlight E-Biker sind selbst für andere Fahrradfahrer eine Gefahr. Ich erlebe das fast täglich. Oft schätzen sie ihre Geschwindigkeit falsch ein. Riskieren waghalsige Überholmanöver, weil sie viel zu schnell unterwegs sind und nicht bremsen können (wollen). Zudem begegnen mir trotz Bundesverordnung viele E-Biker ohne Helm.
    5 2 Melden
    • küng-fü 05.11.2015 10:30
      Highlight es gibt 25 kmh und 45 kmh ebikes.
      helm und nummernschild sind nur bei 45 kmh plicht.
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    • conszul 05.11.2015 11:24
      Highlight Das ist mir bewusst. Ich fahre selbst viel mit dem Fahrrad und erkenne den Unterschied, ob mich jemand mit 25 oder 45 kmh überholt.
      2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.11.2015 09:48
    Highlight Wen wunderts? Diese Woche beobachtet: Ich warte mit dem PW hinter dem Posti an der Haltestelle. von hinten kommt ein E-Bike und überholt die Kolonne plus Posti links in voller fahrt. Währenddessen tritt vor dem Posti ein Fussgänger hervor, das E-Bike weicht auf die Gegenfahrban aus, wo, dank dem hohen Tempo des E-Bikes, ca. fünfzehn Meter weiter ein entgegenkommendes Auto einen Vollstopp hinlegen muss. Die folgenden Fahrzeuge konnten ein Auffahren knapp verhindern. Der E-Bikefahrer setzte ohne zu bremsen seine Fahrt fort ohne auch nur einmal zurückzuschauen. Ah ja, und er trug keinen Helm.
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  • John Smith 05.11.2015 09:44
    Highlight Mehr E-Bikes auf den Strassen führen zu mehr Unfällen mit E-Bikes? Ist ja logisch. Diese Statistik hat nur eine Aussagekraft wenn man weiss wieviele Unfälle E-Bikes pro gefahrenen Kilometer im Vergleich zu normalen Fahrrädern haben.
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  • Butschina 05.11.2015 09:23
    Highlight Fussgänger haben Vortritt beim Fussgängerstreifen, so will es das Strassenverkehrsgesetz. Aber diesen auf jeden Fall zu erzwingen und ohne zu schauen rüberzugehen, ist einfach nur gefährlich, unverantwortlich und dumm. Das selbe gilt für das Missachten von roten Ampeln.
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