Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV --- ZUR ASTRA-UNFALLSTATISTIK STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- A man on a bike at the Central Station, pictured in Zuerich, Switzerland, on July 12, 2011. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
 *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Die Zahl der Fahrradunfälle bleibt konstant hoch.
Bild: KEYSTONE

Mit der Zahl der E-Bikes steigen auch die Unfälle: 5 Tote, 145 Verletzte

Obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle in der Schweiz Jahr für Jahr abnimmt, stagniert die Opferzahl bei Velofahrerinnen und Velofahrern seit zehn Jahren. Bei den boomenden E-Bikes hat sie sogar zugenommen.



Im Jahr 2014 gab es 243 Tote und 4043 Schwerverletzte im Strassenverkehr, wie aus dem Sinus-Rapport 2015 der Beratungsstelle für Unfall (BFU) hervorgeht. Das ist zwar im Vergleich zu den Vorjahren weniger.

Es gab jedoch negative Entwicklungen bei den Motorradfahrern, den Fussgängern und den Radfahrern – laut BFU ausgerechnet den verletzlichsten Verkehrsteilnehmern. Bei den Velofahrern stagniert die Zahl der schweren Unfälle seit rund zehn Jahren. Die BFU schätzt dies in ihrem Rapport als dramatisch ein.

Ein potentiell gefaehrlicher Veloweg wird von Arbeitern rot markiert, am Dienstag, 1. Juli 2014, an der Leonhardstrasse in Zuerich. Grund der Massnahme ist die vorgesehene Verbesserung der Infrastruktur und die Erhoehung der Verkehrssicherheit fuer Velofahrerinnen und Velofahrer in der Stadt Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Mehr Velowege könnten die Situation entschärfen.
Bild: KEYSTONE

Im Jahr 2014 gab es 112 mehr Fahrradunfälle als im Vorjahr. Laut dem Mediensprecher der BFU, Daniel Menna, gibt es bezüglich der Sicherheit der Fahrradfahrer erhebliche Defizite. «Hohe Geschwindigkeit innerorts und fehlende Infrastruktur erhöhen das Unfallrisiko», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Höchststand bei E-Bike-Unfällen

Eine mögliche Lösung wären mehr Velowege. Von den Sicherheitsmassnahmen in den letzten Jahren haben laut Menna vor allem die Autofahrer profitiert. Als weitere Massnahme schlägt die BFU vor, Kinder auf dem Velo zu begleiten.

Problematisch ist auch die Unfallzunahme bei E-Bikes. Mit 145 Verletzten und fünf Toten hat die Anzahl 2014 einen neuen Höchststand erreicht. «Das E-Bike als Fortbewegungsmittel wird zunehmend beliebter, birgt jedoch auch Unfallgefahren», sagte Menna.

Die im Vergleich zu Fahrrädern höheren Geschwindigkeiten würden zu längeren Bremswegen führen oder von anderen Verkehrsteilnehmern falsch eingeschätzt.

Tessiner tragen öfters Helm

Der Anteil der schwer verletzten oder getöteten Velofahrer ist in der Deutschschweiz am höchsten. Beim Rückgang aller Unfälle steht die Region aber an zweiter Stelle. Das Schlusslicht bildet die Romandie, wo es mehr Alkohol- und Geschwindigkeitsunfälle gibt als in anderen Teilen der Schweiz.

Tausende von Radfahrern geniessen den sonnigen Muttertag am Zentralschweizer Velohelmtag am Sonntag 10. Mai 2009 in Alpnach im Kanton Obwalden.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

43 Prozent der Radfahrer tragen einen Velohelm.
Bild: KEYSTONE

Am deutlichsten ist der Rückgang der Unfallzahl im Tessin zu erkennen: «Das Anschnallen und Velohelmtragen hat sich bei den Tessinern überdurchschnittlich erhöht», sagte Menna. 43 Prozent aller Radfahrer in der Schweiz tragen einen Helm. Das BFU sieht hier aber noch Verbesserungspotenzial.

Mensch ist Unfallursache Nummer eins

Ursache Nummer eins für Strassenverkehrsunfälle bleibt auch 2014 der Mensch selbst. Verhaltensfehler wie Missachtung des Vortritts, Unaufmerksamkeit und zu schnelles Fahren sind für einen Grossteil der Unfälle verantwortlich.

Unfälle auf Schweizer Strassen verursachen über 4 Milliarden Franken Kosten pro Jahr – etwa für medizinische Behandlung, Sachschäden und wegen Arbeitsausfall. Zusätzlich kommen noch etwa sechs Milliarden Franken zur Behandlung von Schmerz und Schock dazu.

Anhand des Sinus-Reports 2015 hat das BFU einen Massnahmen-Katalog für den Schutz von Verkehrsteilnehmern zusammengestellt. (sda/cma)

Abonniere unseren Newsletter

Themen
6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin Whatison 05.11.2015 11:56
    Highlight Highlight Mich wundert das nicht, im Gegenteil. was man tagtäglich sieht, ob mit E-Bike oder normalem Drahtesel. Vor allem die Unfähigkeit und Rücksichtslosigkeit von gewissen Velofahrern, unglaublich. Dies eine Aussage, egal ob ich zu Fuss, Auto- oder mit dem Velo unterwegs bin. Viele Velofahrer haben keinen Respekt.
  • conszul 05.11.2015 09:49
    Highlight Highlight E-Biker sind selbst für andere Fahrradfahrer eine Gefahr. Ich erlebe das fast täglich. Oft schätzen sie ihre Geschwindigkeit falsch ein. Riskieren waghalsige Überholmanöver, weil sie viel zu schnell unterwegs sind und nicht bremsen können (wollen). Zudem begegnen mir trotz Bundesverordnung viele E-Biker ohne Helm.
    • küng-fü 05.11.2015 10:30
      Highlight Highlight es gibt 25 kmh und 45 kmh ebikes.
      helm und nummernschild sind nur bei 45 kmh plicht.
    • conszul 05.11.2015 11:24
      Highlight Highlight Das ist mir bewusst. Ich fahre selbst viel mit dem Fahrrad und erkenne den Unterschied, ob mich jemand mit 25 oder 45 kmh überholt.
  • John Smith 05.11.2015 09:44
    Highlight Highlight Mehr E-Bikes auf den Strassen führen zu mehr Unfällen mit E-Bikes? Ist ja logisch. Diese Statistik hat nur eine Aussagekraft wenn man weiss wieviele Unfälle E-Bikes pro gefahrenen Kilometer im Vergleich zu normalen Fahrrädern haben.
  • Butschina 05.11.2015 09:23
    Highlight Highlight Fussgänger haben Vortritt beim Fussgängerstreifen, so will es das Strassenverkehrsgesetz. Aber diesen auf jeden Fall zu erzwingen und ohne zu schauen rüberzugehen, ist einfach nur gefährlich, unverantwortlich und dumm. Das selbe gilt für das Missachten von roten Ampeln.
    Mir ist mein Leben sehr viel wert. Zudem kann immer irgendwo ein Kind zusehen. Erwachsene und auch Teenager haben gegenüber Kindern eine Vorbildrolle. Viele sind sich dieser aber nicht bewusst.

Je mehr Leichen desto Krimi – die Reportage vom «Wilder»-Dreh

Was? Ein Jahr ist schon vorbei, seit «Wilder» am Fernsehen lief? Uns kommt es vor wie gestern, und die Sehnsucht nach der zweiten Staffel ist so gross, dass wir mal nachgeschaut haben. Im Jura.

Die Realität abseits der Kamera ist ein Puzzle aus tausend Teilen. Zwei Frauen beugen sich darüber, sie werden es heute wohl nicht mehr bewältigen. Die eine heisst Wilder. Rosa Wilder. Sie löst weit wichtigere Fälle als das Puzzle mit dem Titel «Men Working». Gerade ist sie im Jura stationiert, in Thallingen, zusammen mit ihrem Kollegen Kägi. Es gibt in der Gegend entsetzlich viele Leichen, ich frage Rosa Wilder lieber nicht, wieso, ich will mir selbst die Spannung nicht verderben, die …

Artikel lesen
Link to Article