Schweiz
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Aline Trede ist raus: Die Grüne wird nicht wiedergewählt.
Bild: KEYSTONE

SVP gewinnt 29,4 Prozent der Stimmen +++ Aline Trede verpasst Wiederwahl +++ fast die Hälfte der Berechtigten wählte

Die SVP geht als klare Siegerin aus den Nationalratswahlen hervor. Sie hat 11 Sitze gewonnen und kommt damit auf den historischen Höchststand von 65 Sitzen. Bluten müssen vor allem die Grünen. Im Ständerat ist das Rennen noch offen.

19.10.15, 05:47 19.10.15, 07:08


>>> Der Nachrichten-Ticker des gestrigen Wahltags zum Nachlesen

Es ist ein historischer Sieg für die Bürgerlichen: Im Nationalrat hat die SVP zusammen mit der FDP und den kleinen Rechtsparteien Lega und Mouvement Citoyen Genevois neu mit 101 Sitzen die absolute Mehrheit. Die SP büsst drei Sitze ein und hat noch 43 Mandate. Die FDP kommt mit drei Sitzgewinnen neu auf 33 Vertreterinnen und Vertreter. Die CVP verliert einen Sitz und kommt noch auf 28 Mandate.

Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik zu den Parteistärken kommt die SVP nach ihrem Wahlsieg vom Sonntag im Nationalrat auf einen Wähleranteil von 29,4 Prozent. Die Volkspartei hat damit gegenüber 2011 um nicht weniger als 2,8 Prozent zugelegt.

Die SP als zweitgrösste Partei hat einen Stimmenanteil von 18,8 Prozent erreicht (2011: 18,7 Prozent). Die FDP – die zweite Siegerin vom Wochenende – kommt neu auf 16,4 Prozent (2011: 15,1 Prozent). Die CVP kommt laut Bundesamt für Statistik auf neu 11,6 Prozent; vor vier Jahren hatte sie noch 12,3 Prozent der Stimmen geholt.

Die Wahlgewinner und -verlierer im Nationalrat

4,1 Prozent für Widmer-Schlumpfs Partei 

Zu den grossen Wahlverlierern gehören die Sieger der Wahlen 2011. Hart traf es die Grünliberalen, welche 5 ihrer Deputierten einbüssten und noch 7 Sitze haben. Die BDP, die Partei von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf erzielte 7 Sitze, zwei weniger als vor vier Jahren. Federn lassen mussten ausserdem die Grünen. Sie verloren 5 Sitze und kommen noch auf 10.

Die beiden jungen Parteien BDP und GLP haben deutlich an Wähleranteilen eingebüsst, nachdem sie 2011 beide je noch 5,4 Prozent für sich hatten verbuchen können. Die BDP kommt neu noch auf 4,1 Prozent Wähleranteil. Die GLP hat noch 4,6 Prozent Wähleranteil. Federn lassen mussten auch die Grünen. Sie fielen auf einen Wähleranteil von 7,1 Prozent zurück.

Erfolge feiern konnten dagegen kleine Linksparteien. BastA! errang in Basel-Stadt einen Nationalratssitz. Im Kanton Neuenburg hat sich die Partei der Arbeit (PdA) einen Sitz geholt.

Die Wahlbeteiligung

48,41 Prozent der Berechtigten haben sich gemäss Zählung der Nachrichtenagentur sda an den Nationalratswahlen am Wochenende beteiligt, weniger als die Hälfte der Berechtigten. Das sind etwas weniger als 2011 (48,5 Prozent) und etwas mehr als 2007 mit 48,3 Prozent.In absoluten Zahlen wählten allerdings seit 1971 – dem Jahr, in dem auf eidgenössischer Ebene das Stimm- und Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde – noch nie so viele Menschen den Nationalrat wie am Wochenende. 2'564'666 Personen beteiligten sich am Wahlgang. Allerdings war auch die Zahl der Wahlberechtigten die höchste seit 44 Jahren, wie ein Blick auf die Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigt. 5'297'603 Schweizerinnen und Schweizer hätten sich am Wahlgang vom Wochenende beteiligen können.

Von Kanton zu Kanton schwankte die Wahlbeteiligung stark: Am höchsten war sie mit 62,65 Prozent in Schaffhausen. Dahinter folgen die Kantone Wallis mit 59,76 Prozent sowie Obwalden mit 59,51 und Nidwalden mit 58,33 Prozent.Die tiefste Wahlbeteiligung hatte Appenzell Innerrhoden. Nur gerade ein gutes Drittel seiner 11'565 Wahlberechtigten begaben sich dort an die Urnen, nämlich 36,72 Prozent. Am zweittiefsten war die Wahlbeteiligung in Glarus mit 41,46 Prozent. 

sda

Prominente Zu- und Abgänge

Etliche amtierende Nationalrätinnen und Nationalräte sind abgewählt worden, unter ihnen bekannte Köpfe wie SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin in Schwyz, die Grüne Aline Trede in Bern und SVP-Vertreter Christoph Mörgeli in Zürich.

Ausgewechselt: Das sind die bekanntesten Neu- und Ex-Nationalräte

Mit dem 20. Platz reichte es Mörgeli nicht in die 12-köpfige Abordnung seiner Partei. Ebenfalls jüngeren Kräften Platz machen müssen Hans Fehr und Ernst Schibli. Insgesamt sind sechs Neue in der Zürcher SVP-Deputation.

Dafür gelang in Zürich zwei Quereinsteigern auf Anhieb der Sprung in die grosse Kammer. Für die SVP wurde «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel mit dem Spitzenresultat gewählt. Für die SP gelang dem Ex-Diplomaten Tim Guldimann das selbe Kunststück. Mit Magdalena Martullo-Blocher zieht für Graubünden ebenfalls eine Quereinsteigerin ins Parlament ein. 

Stabiler Ständerat

Im Ständerat ist ein Rechtsrutsch ausgeblieben. Damit könnte der Graben zwischen National- und Ständerat noch tiefer werden. Vieles entscheidet sich jedoch erst im zweiten Wahlgang im November: Ein solcher ist in insgesamt zwölf Kantonen nötig. 19 der 46 Sitze sind nach dem ersten Wahlgang am Sonntag noch nicht besetzt.

Bisher hat die FDP zwei Sitze dazugewonnen, die CVP büsste ein Mandat ein, und die GLP wird künftig nicht mehr vertreten sein. Vor allem für die SP ist noch vieles offen: Sie muss sechs Sitze in zweiten Wahlgängen verteidigen. (dwi/sda)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Peter von der Flue 19.10.2015 09:54
    Highlight Ist eigentlich die gleiche Situation wie bei Mörgeli. Beide konnten sich bis jetzt in ihrem Leben von echter Arbeit in der freien Wirtschaft drücken. Mal sehen wie sie das wahre Berufsleben meistern. Fehlen werden mir beide nicht
    10 2 Melden
  • Markus Steinegger 19.10.2015 08:20
    Highlight Gott sei's gedankt, dass wir das Fräulein Trede los sind!
    26 7 Melden

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