Schweiz

Saas-Grund. Bild: Wikimedia

Erleichterung nach Gletscherabbruch in Saas-Grund – Evakuierung aufgehoben

09.09.17, 16:39 10.09.17, 11:24

Am Triftgletscher oberhalb von Saas-Grund VS ist am Sonntagmorgen der grösste Teil der instabilen Gletscherzunge abgebrochen. Schäden gab es nicht. Die Evakuierung von rund 220 Gemeindebewohnern wurde aufgehoben.

Die Evakuierten konnten noch am Sonntagmorgen wieder in den Weiler «Unter dem Berg» zurückkehren, wie der Regionale Führungsstab Saas am Sonntagmorgen mitteilte. Auch die Kantonsstrasse wurde wieder geöffnet.

Die Menschen hatten ihre Wohnungen bis am Samstagabend 18 Uhr planmässig verlassen. Sie kamen bei Verwandten, Bekannten und in Hotels unter. Betroffen waren neben Einheimischen auch Feriengäste. Der Führungsstab hatte die Evakuierungen am Samstag zunächst einmal für zwei bis drei Tage verfügt.

Gletscher fliesst immer schneller

Der Triftgletscher wurde laufend überwacht. Seit Samstagmorgen stieg seine Fliessgeschwindigkeit ständig an. Hatte sie am Morgen noch 120 bis 130 Zentimeter pro 24 Stunden betragen, stieg sie bis 16 Uhr auf zwei Meter an. In der Nacht auf Sonntag wurden sogar vier bis fünf Meter gemessen.

Zur Messung der Fliessgeschwindigkeit wurde am Donnerstag eine Radaranlage installiert. Die aktuellen Bewegungen an der Gletscherzunge hatten sich seit Wochenbeginn verstärkt. Aufgrund der Daten hatten Experten am Samstag mit einem Gletscherabbruch innert 24 Stunden gerechnet.

Schliesslich brach am frühen Sonntagmorgen ein grösseres Stück der Gletscherzunge ab. Das Abbruchmaterial landete auf dem darunterliegenden Gletscher und gelangte nicht in tiefer gelegene Gebiete der Gefahrenzone. 

Nun ist noch etwa ein Drittel der instabilen Gletscherzunge oben. Dieser wird laufend überwacht. Rund 70 Rettungskräfte standen im Einsatz und teilweise am Sonntag noch in Bereitschaft.

Bergbahn fährt nicht – Kantonsstrasse gesperrt

Die Gebietssperre unterhalb des Triftgletschers und auf ihm gilt weiterhin. Das Betreten durch Menschen und Nutztiere ist verboten. Auch die Hohensaas-Bergbahnen und das Wandergebiet bleiben geschlossen, bis der Führungsstab vollständige Entwarnung gibt. Im Wandergebiet sind namentlich die Normalroute zum und vom Weissmies sowie der Höhenwanderweg Kreuzboden-Almagelleralp gesperrt.

Der Triftgletscher mit einem Ausgangspunkt am Gipfel des Weissmies auf 4020 Metern Höhe geht seit 1986 kontinuierlich zurück. Insgesamt ist er bis 2015 um mehr als zwei Kilometer geschrumpft, wie die Statistik zeigt. Er hat noch eine Länge von etwa 2.5 Kilometern und bedeckt rund 2.5 Quadratkilometer Fläche.

Bereits im Oktober 2014 hatte der Gletscher so stark rumort, dass das Gebiet unter ihm gesperrt werden musste. Weil die Temperaturen sanken, wurde die Sperre wieder aufgehoben. Seither steht der Gletscher aber unter Beobachtung.

Keine Murgänge in Bondo

Im bündnerischen Bondo war die Lage übers Wochenende trotz Dauerregens ruhig. Die Einsatzkräfte waren mit keinen neuen Murgängen konfrontiert. Die evakuierten Bewohner konnten ab Mittag bis am Abend wieder in ihre Häuser.

Die Malojastrasse wurde am Sonntag um 6.30 Uhr für den Verkehr geöffnet, wie die Gemeinde weiter mitteilte. Die Strasse ist aus Sicherheitsgründen jeweils ab 20 Uhr abends bis am Morgen gesperrt. Dabei bleibt es vorläufig. (sda)

Neuer grosser Bergsturz bei Bondo

49s

Neuer grosser Bergsturz bei Bondo

Video: srf/SDA SRF

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • züristone 10.09.2017 10:30
    Highlight Update, um 5 Uhr morgens ist ein Teil des Gletschers abgebrochen.
    9 0 Melden
    • SemperFi 10.09.2017 14:02
      Highlight Nein?
      2 10 Melden
  • LYX 09.09.2017 23:29
    Highlight Klimawandel... Das einzige Problem ist die maßlose Überbevölkerung. Und solange diese in dieser Geschwindigkeit zunimmt, nützen alle politischen pflästerlimassnahmen null und nichts. Die einzige sinnvolle Maßnahme ist die menschliche Vermehrung zu stoppen respektive die menschliche Population zu reduzieren.
    40 50 Melden
    • EvilBetty 10.09.2017 09:55
      Highlight Hart aber wahr, und die Blitzer glauben noch, sie können was mit Facebook likes und Instastories ändern.

      Zum Nachdenken: Die Weltbevölkerung hat sich seit den 1960er Jahren verDOPPELT.
      23 18 Melden
    • Amadeus 10.09.2017 12:02
      Highlight @LYX
      Ich verstehe nicht, was die Überbevölkerung mit dem Abbruch des Triftgletschers zu tun hat. Aber wenn das Thema sie schon beschäftigt, seien sie ein Vorbild und gehen sie mit gutem Beispiel voran.

      @EvilBetty
      Glauben sie denn, sie können mit einem Kommentar auf watson.ch etwas ändern?
      29 6 Melden
    • Rendel 10.09.2017 14:59
      Highlight Was haben sie denn für Vorschläge LYX und bitte denken sie bei Vorschlägen global.
      4 3 Melden
    • LYX 10.09.2017 15:30
      Highlight @amadeus: alle Faseln hier etwas von Klimawandel.
      Das ich auf die Welt gekommen bin konnte ich nicht beeinflussen. Was auf meiner Seite nie in Frage kommen wird sind lebenserhsltende oder gar lebensverlängernde Maßnahmen.
      Wenn es dies nicht geben würde wäre schon ein wesentlicher Schritt getan.
      5 7 Melden
    • Rendel 10.09.2017 16:41
      Highlight Also würdest Dich nicht operieren und behandeln lassen, würdest Du Krebs bekommen LYX? Das ist ja auch eine,möglicherweise, lebenserhaltende Massnahme.
      10 2 Melden
    • LYX 10.09.2017 19:12
      Highlight Exact. Ich lebe mein Leben jetzt. Intensiv.
      3 3 Melden
    • Rendel 10.09.2017 20:47
      Highlight Hm, ich kann das zwar nicht ganz nachvollziehen, aber es ist Deine Entscheidung, solange Du die gleiche Haltung nicht von andern verlangst.
      3 0 Melden
    • Petrarca 10.09.2017 21:17
      Highlight Lyx, Evil Betty: Das Problem ist tatsächlich die "Überbevölkerung". Solange in der westlichen Welt alle das Leben von zehn führen und entsprechende Ressourcen verbrauchen. Damit hat aber "Populationspolitik" wenig zu tun. Das Problem ist unser verschwenderischer, intensiver Lebensstil auf Kosten anderer...
      4 1 Melden
    • LYX 10.09.2017 22:04
      Highlight Das mit dem von anderen etwas verlangen ist so eine Sache. Die Krankenkasse z. B. verlangt von mir auch die ganze Prämie, sodass sich alle anderen ihr Leben künstlich verlängern können. Und jetzt?
      1 3 Melden
    • Rendel 11.09.2017 14:38
      Highlight Es nennt sich Solidarität, mit den Krankenkassenbeiträgen.
      Es geht auch nicht immer nur um Leben verlängern, sondern um Lebensqualität.

      Sie scheinen mir nicht stark mit andern Menschen verbunden und keine Kinder zu haben.
      3 0 Melden
  • Hugo Wottaupott 09.09.2017 21:20
    Highlight Saasertal Skiferien Top!
    11 37 Melden
  • Schnuderbueb 09.09.2017 18:54
    Highlight Hat aber gerade gar nichts mit von Mensch gemachtem Klimawandel zu tun, wenn es den überhaupt gibt! Jeden Tag fallen Eis und Felsbrocken von den Bergen, in den tropischen Meeren gibt es jeden Tag mehr oder weniger starke Stürme, die Polkappen schmelzen schon vor den Menschen ab. Sagt die Zündkerzenfraktion.
    42 127 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.09.2017 19:08
      Highlight Klimawandel vielleicht schon, aber nicht "von Mensch gemacht".
      29 78 Melden
    • Schnuderbueb 09.09.2017 20:08
      Highlight Eines bin ich mir sicher! Das Blitzgewitter das gerade über mich herein prasselt, hat definitiv nichts mit Klimawandel zu tun, obschon von Mensch gemacht. Anscheinend ist auch die Mehrheit der Watson Kommunity der Meinung, das der Mensch mit seinem Handeln die Anomalien im Klima NICHT beeinflusst. So ist die Spassgesellschaft halt.
      44 50 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.09.2017 20:34
      Highlight Nein, die Anhänger der Klimareligion haben Deinen Beitrag nicht verstanden 😂
      53 32 Melden
    • Rendel 09.09.2017 20:44
      Highlight Nö, ihr Beitrag war zu undeutlich, Ironie ist im Netz halt immer so eine Sache. Es liegt an ihrer Ausdrucksweise, nicht an den Usern von Watson.
      78 12 Melden
    • Christian Mueller (1) 09.09.2017 21:14
      Highlight Ich weiss nicht, ob der Klimawandel menschgemacht ist. Aber wenn die Moeglichkeit dazu nicht ganz unwahrscheinlich ist. Sollte man dann nicht lieber kein Risiko eingehen?
      34 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.09.2017 22:48
      Highlight Kein Risiko eingehen heisst, sich bestmöglich auf den Klimawandel vorzubereiten.
      10 28 Melden
    • Juliet Bravo 10.09.2017 00:37
      Highlight Viele denken, das habe mit "Glauben" zu tun. Nennen es "Religion". Bringt doch mal bitte seriöse(!) Klimawissenschaftler(!), die in ihren Studien die These falsifizieren können, dass der Mensch etwas mit der Erwärmung zu tun hat.
      14 11 Melden
    • E7#9 10.09.2017 08:22
      Highlight Der Klimawandel findet auch ohne Zutun des Menschen statt. Die Frage ist eher, ob und wie stark die Menschheit ihn beschleunigt und ob wir durch Reduktion der von Menschen verursachten Treibhausgase darauf Einfluss nehmen können.
      21 6 Melden
  • pedrinho 09.09.2017 18:24
    Highlight
    1938 - damals - "Der Berg ruft" (L. Trenker)

    2017 - heute - Der Berg kommt selbst vorbei
    101 7 Melden
  • Daniel Martinelli 09.09.2017 16:59
    Highlight Da kann man wohl eben grad mal günstig Wohneigentum erwerben 😉
    23 106 Melden
    • SemperFi 09.09.2017 18:06
      Highlight @Martinelli: Sie können mich für humorlos halten, aber ich finde Ihren Kommentar daneben.
      86 13 Melden
    • Der Tom 09.09.2017 19:02
      Highlight Verklagen wer dort Bauzone freigegeben hat.
      28 24 Melden
    • SemperFi 09.09.2017 19:08
      Highlight @Der Tom: Hauptsache mal einen Sündenbock suchen: armselig!
      31 24 Melden
    • Der Tom 09.09.2017 19:47
      Highlight @Tigliorunde Gefunden... musste gar nicht suchen.
      9 12 Melden
    • Gummibär 09.09.2017 19:59
      Highlight Am 30. August 1965 wurden auf der Mattmark Baustelle durch einen Gletscherabbruch des Allalingletschers 88 Bauarbeiter unter 2'000'000 m³ Eis und Geröll begraben. Unter den 22 Schweizer Opfern waren auch Einheimische aus Saas- Grund. Spässe über Gletscherabbrüche sind dort nicht sehr populär.
      73 5 Melden
    • Hugo Wottaupott 10.09.2017 00:24
      Highlight Schreibt doch bitte armselig nicht immer mit einem e das sieht ARMSEELIG AUS.
      1 19 Melden
    • SemperFi 10.09.2017 09:26
      Highlight @Hugo Wottaupott: Aber wenn es doch weit und breit überhaupt keinen richtigen See hat...
      5 1 Melden
    • Hugo Wottaupott 10.09.2017 14:44
      Highlight @SemperFi vorhin kam grad was im Tv von einem Mädchen das Augenkrebs hatte... ich will das nicht.
      1 3 Melden
    • SemperFi 10.09.2017 18:17
      Highlight @Hugo: Rechtschreibung gibt Augenkrebs? Das ist ganz neu!
      4 0 Melden
  • Bär73 09.09.2017 16:50
    Highlight #Bondo hat wohl einigen Berglern die Augen geöffnet !! 👍👍
    14 95 Melden
    • LeTrullideSepp 10.09.2017 04:49
      Highlight Hä? Was ist jetzt das wieder für ein Kommentar...Stellen Sie sich mal vor, die "Bergler" brauchen kein Bondo um die seit Jahren statt findenden Veränderungen zu bemerken und eine Gefahreneinschätzung zu machen...
      30 1 Melden
    • atomschlaf 10.09.2017 11:20
      Highlight @Sepp: Genau.

      @Bär73: Vielleicht das nächste Mal vor dem Kommentieren, den Artikel lesen:
      "Der Triftgletscher unterhalb des Viertausenders Weissmies wird seit 2014 ständig überwacht."
      5 1 Melden
    • Bär73 10.09.2017 15:10
      Highlight Nun...ich bin selber Bergler (auf 1800 m.ü.M.). Und ich weiss auch dass der Gletscher seit 3 Jahren überwacht wird.
      Mein Kommentar bezieht sich auf's evakuieren. Bin nicht sicher ob Saas Grund OHNE Bondo gleich evakuiert worden wäre.
      4 3 Melden

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