Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Tommaso P. überlebte die Horror-Nacht am Berg: «Jetzt weiss ich, was die Hölle ist»

02.05.18, 04:30 02.05.18, 07:32

Bei Bergunfällen in den Walliser Alpen sind seit Sonntag sieben Personen ums Leben gekommen. Ein Skitour-Unglück am Pigne d'Arolla forderte sechs Todesopfer. Bei einem Lawinenniedergang beim Allalingletscher am Montagnachmittag starb ein Tourenskifahrer.

Einer, der den Vorfall am Pigne d'Arolla überlebt hat, ist der Italiener Tommaso P. Gegenüber der Zeitung Corriere della Sera schildert er, wie er die Nacht auf Montag draussen bei minus 5 Grad verbringen musste. Jetzt wisse er, wie es ist, durch die Hölle zu gehen. 

Der Pigne d'Arolla Bild: AP/Kantonspolizei Valais

Zusammen mit 13 weiteren Alpinisten habe er bei den schlechten Wetterkonditionen die Berghütte nicht erreichen können. «Wir haben uns mehrere Male verirrt. Irgendwann war die Sicht so schlecht, dass wir nicht mehr weitergehen konnten.» 

Er habe gewusst, dass die Cabane des Vignettes und damit die Rettung nur 500 Meter entfernt sein musste. Doch mit der hereinbrechenden Dunkelheit schwand die Hoffnung auf Erlösung. Die Gruppe musste die Nacht schliesslich im Freien verbringen. 

Der Führer der Gruppe versuchte zuvor, die rettende Hütte im Alleingang zu erreichen – ohne Erfolg. Er stürzt im Sturm ab.

Der 50-jährige Thommaso habe seinen Kollegen immer wieder zugerufen: «Schlaft nicht ein! Bewegt euch!» Immer wieder, hunderte Male habe er dies wiederholt. Er habe gewusst, wenn er jetzt einschläft, dann stirbt er. Einigen aus seiner Gruppe hat er mit seinen Worten wohl das Leben gerettet.

Der Pigne d'Arolla liegt im Grenzgebiet zwischen dem Wallis und Italien

Erfahrener Bergführer

Die 14 Personen am Pigne d'Arolle stammten aus zwei Gruppen, die sich zusammengeschlossen hatten: Vier Skitourenfahrer, die gemeinsam unterwegs waren, sowie einer Zehnergruppe. Beide waren am Morgen von der Cabane des Dix aufgebrochen und wollten zur Cabane des Vignettes auf 3157 Metern aufsteigen.

Die Zehnergruppe wurde von einem erfahrenen Bergführer aus dem Tessiner Muggiotal angeführt, wie der Blick schreibt. Die Gruppe wollte die Haut Route zwischen Chamonix (F) nach Zermatt begehen. Aufgebrochen waren sie am 26. April. Der Unglückstag wäre der zweitletzte ihrer Tour gewesen. 

Die 13 blockierten Tourengänger wurden schliesslich am Montagmorgen von den ausgerückten Bergrettern im Eishang entdeckt und mit Rettungshelikoptern ausgeflogen. Für fünf Personen kam die Rettung jedoch zu spät: Sie erlagen später im Spital ihren schweren Unterkühlungen. Eine Person schwebt im Moment noch in Lebensgefahr. (sar/mlu)

Das könnte dich auch interessieren:

21 Markenlogos, in denen sich geheime Botschaften verstecken

Die Rebellion der ungefickten Männer kommt aus dem Internet! Ein Experte erklärt «Incel»

«Liebe Frau Seiler Graf, Ihre SP ist jetzt die neue SVP ...»

Französin wählt wegen Schmerzen den Notruf und wird ausgelacht – wenig später ist sie tot

Da kocht das Blut, da blüht die Rose in der Hose ... Unsere Basler Bachelorette mal wieder

«Die Angriffe sind real» – Experten warnen vor «unrettbar kaputter» E-Mail-Verschlüsselung

Ein schamloser Kuhhandel: Der AHV-Steuer-Deal ist eine schlaue und heikle Idee

11 Gründe, weshalb du den Sommer in der Schweiz verbringen solltest

präsentiert von

Der grosse Lohn-Check: So viel verdient die Schweizer Bevölkerung

Ach Tagi, was ist aus dir geworden? (K)eine Liebeserklärung zum Jubiläum

«Ich dachte, ich verblute»: Zürcherin muss 144-Notruf wählen, obwohl sie im Spital liegt

«Ihr Zürcho sind huorä Laggaffä! Wixxo! Losers!»

Stell dir vor, es ist Masseneinbürgerung und keiner geht hin (ausser ein paar Italiener)

Fact oder Fake? Experte hält Rätsel um MH370-Verschwinden für gelöst

Der Bikini-Trend, auf den wirklich niemand gewartet hat: Nude

Züri-Hools gingen nach Basel zum Prügeln – das hätten sie besser sein lassen

Oben ohne auf der Rückbank – 8 Taxifahrer erzählen ihre absurdesten Erlebnisse

«Tote Mädchen lügen nicht» kommt wieder – wie gefährlich ist die Serie wirklich?

Diese 15 Orte darfst du nicht besuchen. Und das ist besser so für dich

41 herrlich ironische Beispiele, wie uns das Leben ab und an ein Schnippchen schlägt

Diese 9 Influencer-Fails beweisen, wie «real» Instagram ist – nämlich gar nicht

Dieses Rätsel wurde für Superhirne mit IQ 131 oder mehr entworfen? Schaffst dus trotzdem?

Dieser kleine Trick hat mich von meiner Handy-Sucht befreit

Entsteht in Italien das Modell eines modernen Faschismus?

Kritik am Transmenschen-Gesetzesentwurf: «Der Bundesrat signalisiert: Ihr existiert nicht»

Trump gräbt Nordkorea eine Atom-Grube und fällt nun selbst hinein

Wie viele Menschen erträgt die Erde?

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
10
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Snowy 02.05.2018 10:04
    Highlight Wenn mehrere Personen gleichzeitig in den Bergen sterben, ist es meist eine Verkettung von tragischen Zufällen

    - Wetterumsturz schneller und heftiger als prognostiziert
    - Bergführer, welcher über Nav.mat verfügte und die Gruppe im Notbiwak-Bau hätte anleiten können, verunfallte als er alleine in der nahen Hütte Hilfe holen wollte
    - Folglich war die Gruppe Führungs- und orientierungslos. Entweder alpinistische Unkenntnis, felsiges Gelände/vereiste Schneeoberfläche oder bereits fortgeschrittene Erfrierungen/Unterkühl. verunmöglichten darum den Biwakbau
    - Kein Mobileemfang
    - Kein Satelliten-tel
    17 2 Melden
  • Mr. Winston 02.05.2018 07:42
    Highlight Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft und Trost um dieses tragische Unglück verarbeiten zu können. Doch offenbar, aus welchen Gründen auch immer (vllt. witterungsbedingt, was ich mir aber fast nicht vorstellen kann) wurden keine aktiven Massnahmen gegen die Kälte unternommen, soweit ich weiss. Da wären zum Beispiel Schneelöcher möglich gewesen, die zumindest Wind weghalten würden und vielleicht die Körperwärme der Gruppe ein wenig einsperren könnte.
    37 12 Melden
    • Ylene 02.05.2018 09:52
      Highlight Die Sicht war weg und sie waren vielleicht auf Felsen oder der Schnee war zu hart/zu wenig tief an ihrer Stelle? Ca. 2m müssen es schon sein http://www.alpin.de/sicher-am-berg/6864/artikel_so_bauen_sie_eine_schneehoehle.html Bspw. am Mönch gibt es weite Strecken (u. a. Felsbänder), wo du m. E. keine Schneehöhle bauen könntest. Wer jemals an einem Berg so richtig 'verchutet' wurde, kann sich nebst totaler körperlicher Erschöpfung keinen Grund vorstellen, dass die nicht alles (an der Stelle) mögliche versucht haben, um sich vor dem Wind zu schützen.
      14 0 Melden
    • Fulehung1950 02.05.2018 10:09
      Highlight Schliesse mich den Kondolenzworten an.

      Das mit den Schneelöchern ist so eine Sache. Ich weiss nicht, wie die Topographie am Unglücksort war. An steileren und dem Wind exponierten Hängen gibt es oft zuwenig Schnee. In solchen Fällen würde aber Nahezusammenstehrn etwas helfen.

      Zwei Fragen stellen sich mir: warum ging der Führer allein in die stockdunkle Nacht?

      Und 2. würde ein mit 1:25000er Karten unterlegtes GPS in solchen Fällen helfen, den eigenen Stao im Verhältnis zur Hütte zu bestimmen? Ich weiss es schlicht nicht.
      6 0 Melden
    • Snowy 02.05.2018 13:13
      Highlight @Fulehung: Dass der Bergführer alleine loszog, deutet eher daraufhin, dass am Standort der Gruppe kein Biwakbau möglich war (bspw wegen Eis/wenig Schnee) und dass die Hüttensuche in Dunkelheit und Sturm zu gefährlich für den Rest der Gruppe war (was sich ja leider dann auch bewahrheitete).

      Natürlich hatte der Bergführer Karten/GPS dabei. Ziemlich sicher wusste er auch in welcher Richtung/Entfernung sich die Hütte befand.
      Das (grosse) Problem ist, dass er sich in stockdunkler Nacht auf einem ausgesetzten Kamm in hochalpinen Gelände bei Sturm fortbewegen musste. Ein Albtraum...
      7 0 Melden
    • Mr. Winston 02.05.2018 14:07
      Highlight Stimmt, viele der genannten Punkte ergeben durchaus Sinn... Konnte mir das nicht so recht erklären. Wir können jetzt allerdings nur spektulieren, ob kein Biwak gebaut wurde aufgrund Topografie, fehlender Kenntnis und Führung oder anderer Umstände... es bleibt einfach unglaublich schlimm und schmerzhaft für die Angehörigen, ich nehme an um die weiteren Ermittlungen werden sich die Behörden kümmern müssen.
      2 0 Melden
    • Mr. Winston 02.05.2018 14:13
      Highlight PS: Offenbar war es ein Eishang, steht zumindest so im Artikel...
      2 0 Melden
    • Citation Needed 02.05.2018 14:52
      Highlight Der Bergführer, der gewusst hätte wie man sich schützt, war ja abgestürzt. Ich glaube, die Gruppe wusste schlicht nicht, was zu tun war und war zu dem Zeitpunkt, als sie aufgeben mussten, schon etwas unterkühlt. Ich kenne Leute, die in extremen Situationen (Kälte und Erschöpfung, hier noch die für einige wohl ungewohnte Höhe) nicht mehr klar denken konnten.
      Heute früh sprach ein Spezialist im Radio, er sagte exakt was Du schreibst: man muss sich eingraben. Ich bin sicher, sie hätten es getan, wenn sie es gewusst/realisiert hätten.
      3 1 Melden
    • Fulehung1950 02.05.2018 16:33
      Highlight @Snowy: ich hätte mir vorgestellt, dass ein Bergführer zu zweit auf die Suche geht.

      Aber wie schon einer gesagt hat: am Tablet sitzend kann man leicht spekulieren.
      0 0 Melden
    • Snowy 02.05.2018 16:54
      Highlight Im Idealfall sicher Ja. Aber unter den Umständen konnte er wohl nur aus einer Auswahl schlechten Möglichkeiten auswählen...

      Und unter den oben erwähnten Umständen hätte ich (bin kein Bergführer aber Bergsteiger) mich mit unerfahrenen und wohl unterkühlten Kunden auch alleine auf den Weg gemacht.
      3 0 Melden

Züri-Hools gingen nach Basel zum Prügeln – das hätten sie besser sein lassen

Zürcher Hooligans, haben am Samstag nach dem Super-League-Spiel zwischen Basel und Luzern die Konfrontation mit Basler Ultras gesucht, wie blick.ch berichtete.

Zu ihrem Unglück haben sie diese auch gefunden. Unglück deshalb, weil die laut tagesanzeiger.ch rund 60 Mann starke Prügeltruppe nach ihrer Attacke ihrerseits angegriffen und zum Teil ziemlich heftig verprügelt wurde.

Dies zeigen auch Filmaufnahmen von jener Nacht:

Mehrere Zürcher, die offenbar auch Unterstützung aus dem Süddeutschen …

Artikel lesen