Schweiz
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Es hellt auf

Das Schlimmste ist überstanden: Behörden geben vorsichtige Entwarnung für die Unwettergebiete

30.07.14, 20:41 03.08.14, 12:47

Die Behörden haben am Mittwoch für die Unwettergebiete in der Schweiz vorsichtige Entwarnung gegeben. Zwar ist das Ende des Dauerregens in Sicht, doch sind nach wie vor Überschwemmungen und Erdrutsche möglich.

«Die Hochwassersituation hat sich in den betroffenen Regionen entspannt», sagte Silvia Morf vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Allerdings müssten Seen und Flüsse weiterhin im Auge behalten werden.

Dazu zählen im Kanton Bern die Emme und der Brienzer- und Thunersee. Die Abflussmenge aus den Hochwasserstellen des Thunersees wurde erhöht. Die Stadtberner Feuerwehr hat zudem die Schutzmassnahmen an der Aare vorsorglich verstärkt. Laut Morf werden die Pegel der grossen Seen wie etwa des Bodensees weiter steigen.

Ein Pfeiler einer weggespuelten Bruecke steht in der Emme, am Samstag, 26. Juli 2014 in Bumbach bei Schangnau im Emmental. Ein heftiges Gewitter mit Starkregen hat sich am fruehen Donnerstagmorgen ueber dem oberen Emmental und dem angrenzenden Berner Oberland entladen. Besonders betroffen war die Region Schangnau, wo die Emme und weitere kleinere Baeche ueber die Ufer traten. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Emme im Kanton Bern sowie der Brienzer- und Thunersee führen weiterhin überdurchschnittlich viel Wasser.  Bild: KEYSTONE

Insgesamt entspannte sich die Lage aber. Das BAFU geht davon aus, dass das Schlimmste ausgestanden ist, obwohl am Mittwoch am Alpennordhang weitere 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Laut der Naturgefahrenkarte besteht derzeit eine mässige Gefahr für Hochwasser. Das entspricht der zweiten von fünf Gefahrenstufen.

Risiko für Erdrutsche bleibt

Optimistisch stimmen den Bund die Wetteraussichten für Donnerstag und Freitag. Die Meteorologen erwarten mehrheitlich trockenes Wetter. Lokal werde es aber noch Schauer und Gewitter geben, hiess es bei MeteoSchweiz auf Anfrage.

Der Wetterdienst MeteoNews warnte, dass Überschwemmungen und Erdrutsche wegen den gesättigten Böden nach wie vor möglich seien. Für eine definitive Entwarnung sei es also noch zu früh.

Insbesondere die Bevölkerung in den Unwettergebieten traut der Sache noch nicht. Man sei «über jeden Tropfen Regen, der vom Himmel fällt, grundsätzlich besorgt», sagte Georges Wüthrich, Informationschef des Führungsstabs Emmental, auf Anfrage. Sorgen bereiten vor allem die Hänge oberhalb von Seitenbächen, die bei weiteren Niederschlägen ins Rutschen geraten könnten.

Deshalb werden an diesen Hängen vorsorglich Bäume gefällt, damit diese bei einem Murgang nicht die Bäche verstopften. Für Mensch und Tier drohe aber keine weitere Gefahr. Man sei «leicht optimistisch», was die Gefahr weiterer Schäden betreffe, erklärte Wüthrich.

Noch keine volle Entwarnung

Rund hundert Zivilschützer sowie die Armee stehen im Emmental im Einsatz. In Schangnau errichten sie eine Notbrücke. Polizei und Feuerwehr haben ihre Einsätze vorerst beendet, nicht zuletzt, um Kräfte zu tanken.

Nationalratspraesident Ruedi Lustenberger, 3. von rechts, und Barbara Egger, 2. von rechts, Regierungsraetin des Kantons Bern, besichtigen den Schadenplatz nach den Ueberschwemmungen in Bumbach am Mittwoch, 30. Juli 2014. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger (3. v. rechts) und Barbara Egger (2. v. rechts) Regierungsrätin des Kantons Bern besichtigen den Schadenplatz nach den Überschwemmungen in Bumbach bei Schangnau. Bild: KEYSTONE

Auch in Sumiswald BE und Wasen BE, wo der Hornbach am Montag grosse Schäden angerichtet hatte, haben Polizei und Feuerwehr ihren Einsatz am Dienstagabend grösstenteils beendet. Zivilschützer befreien nun die Bachufer von Schwemmholz, wie Philipp Mürner vom Regionalen Führungsorgan erklärte.

Schäden zwischen 5 und 8 Millionen Franken

Grosse Schäden hatte das Unwetter am Montag auch in Altstätten SG angerichtet. Bis am Mittwochnachmittag gingen bei der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (GVA) 230 Schadensmeldungen ein. 170 davon betrafen Altstätten, 60 Berneck.

Ein Mann hilft bei den Aufraeumarbeiten der Ueberschwemmung der letzten Nacht, aufgenommen am Dienstag, 29. Juli 2014 im st. gallischen Altstaetten. Das viele Nass setzte in der ganzen Schweiz zahllose Keller unter Wasser. Feuerwehrleute in vielen Gemeinden standen in der Nacht auf Dienstag im Dauereinsatz. Am mehreren Orten - beispielsweise im Kanton Luzern oder bei Altstaetten SG - gab es Ueberflutungen und Erdrutsche. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ein junger Mann hilft beim Aufräumen in Altstätten.  Bild: KEYSTONE

Den Gesamtschaden schätzt der stellvertretende Direktor der GVA, Christian Grünenfelder, auf 5 bis 8 Millionen Franken. «Das ist die grösste Schadenssumme, die dieses Jahr gemeldet wurde», sagte er.

Noch immer Verkehrsbehinderungen

Die Unwetter der vergangenen Tage haben auch zu verschiedenen Verkehrsbehinderungen geführt. Laut dem Touring Club Schweiz (TCS) sind einige Nebenstrassen in den Kantonen Bern, Luzern und Obwalden nach wie vor nicht befahrbar.

Auch auf der Schiene kommt es noch zu einzelnen Einschränkungen. Bis Freitagmorgen ist die SBB-Strecke zwischen Nottwil und Sempach-Neuenkirch wegen Unwetterschäden nur beschränkt befahrbar. Es muss mit Verspätungen von fünf bis zehn Minuten gerechnet werden. (rar/sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • 7immi 31.07.2014 09:08
    Highlight Ich frage mich, weshalb nur die zivilschützer erwähnt werden, welche aufräumen, nicht aber die armee, welche derzeit hilfsbrücken baut und mit schwerem gerät vor ort ist?! Will man da bewusst das militär zensieren? Unfälle werden schliesslich auch immer publiziert, dann sollten solche einsätze ebenfalls platz in der zeitung finden...
    1 1 Melden

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