Schweiz
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Der Alltag von Kindern ist mit Frustrationen gepflastert. Massgeblich ist, wie die Eltern mit den Wutausbrüchen umgehen. symbolbild: shutterstock

«Schnauze, Mama!»: Wenn Kinder ihre Eltern terrorisieren

Vom eigenen Kind bedroht, beschimpft und geschlagen zu werden, macht hilflos. In jeder zehnten Familie in der Schweiz ist das Realität. Doch es gibt Auswege aus der Gewaltspirale

15.12.16, 12:01 15.12.16, 13:29

Manuela von Ah / wir eltern



Lea ist 11 Jahre alt und wohnt mit zwei jüngeren Brüdern bei ihren Eltern. Die Mutter arbeitet Teilzeit, der Vater ist beruflich engagiert und häufig ausser Haus. Auf den ersten Blick eine ganz normale Familie. Doch hinter der Fassade tobt ein Sturm. Nachdem es zwischen Mutter und Tochter schon öfter zu Spannungen kam, weigert sich Lea eines Morgens, zur Schule zu gehen.

«Fick dich, du Schlampe!»

Das gute Zureden der Mutter in den folgenden Tagen nützt nichts, Lea verhält sich weiterhin mürrisch und stur. Als die Mutter mit Handyentzug droht, artet der Streit aus in gegenseitigen Beschimpfungen, das Gekeife schwillt zum Gerangel. Versucht die Mutter Lea aus dem Haus zu ordern, schleudert ihr Lea ein «Fick dich, du Schlampe!» entgegen und reisst sie plötzlich unvermittelt an den Haaren.

Die Gewaltdynamik, in der Lea und ihre Mutter stecken, kennt Britta Went gut. Die Paar- und Familientherapeutin beim Elternnotruf berät Mütter und Väter bei Erziehungsproblemen und Familienkonflikten. Zu Britta Went kommen Eltern, die psychische oder physische Gewalt durch ihre Kinder erfahren. Eine von zehn Familien sei betroffen, sagt die Expertin. Es gehe dabei nicht um Zweijährige, die in der Trotzphase stecken, oder um schnoddrige Ausfälligkeiten von 5-Jährigen – sondern um Kinder und Jugendliche, welche die Grenzen des normalen Familien-Tohuwabohus überschreiten. «Wenn ein 6-Jähriger wegen des Tablets, das ihm die Mutter nicht überlassen will, den Salzstreuer nimmt und droht, das Salz über dem Teppich auszukippen, und es prompt auch tut, kann das bei der Mutter massive Hilflosigkeitsgefühle auslösen», sagt die Fachfrau.

Was genau unter Gewalt zu verstehen ist, ist zwar nicht so einfach zuzuordnen. Wenn aber bei den Eltern das Gefühl überhandnimmt, nicht mehr Kapitän des Familienschiffes zu sein, wenn sie beschimpft, bedroht, angespuckt und geschlagen werden, darf das nicht mehr unter kindliches Ungestüm oder jugendliche Hormonflutung abgebucht werden. Dann müssen Eltern handeln. Oft aber hapert es genau punkto Handlungsfähigkeit, viele Eltern sind wie gelähmt.

Keine Frage der Schicht

So dreht sich die Gewaltspirale meist hinter gut verschlossener Türe. Denn vom eigenen Kind mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert zu werden, löst Scham- und Schuldgefühle aus. Viele Eltern zweifeln an ihrer Erziehung und negieren das Problem: «Sich einzugestehen, dass einem die elterliche Rolle zu entgleiten droht, ist schwierig», sagt Went. Lieber schiebt man vor, das Kind sei krank, leide unter ADHS oder pubertärer Hypersensibilität.

In einem Wutanfall tritt Lea das Handy der Mutter kaputt.

Auch Leas Mutter erklärt der Lehrerin, ihre Tochter liege erkältet im Bett. Statt der Schulverweigerung auf den Grund zu gehen, igelt sich die Mutter ein und gerät so an zwei Fronten unter Druck. Vor der Schule will sie das Geheimnis des würdelosen Zustandes daheim wahren, und zu Hause steigt – parallel zur Ohnmacht der Mutter – die Macht des Kindes. In einem Wutanfall tritt Lea das Handy der Mutter kaputt.

Übermässig aggressives Verhalten der Kinder gegen ihre Eltern ist keineswegs eine Frage der Schichtzugehörigkeit. «Beim Elternnotruf Zürich melden sich Mittelschichtsfamilien, die Eltern agieren beruflich hochkompetent und besetzen gut bezahlte Stellen. Zu Hause aber haben sie Mühe, ihrer Elternrolle gerecht zu werden», sagt Went.

Die Deutungshoheit von «richtig» und «falsch» in der Erziehung liegt bei den Eltern, wobei sich viele im Dickicht von pädagogischen Konzepten verlieren.

Umso tabuisierter sind Übergriffe, wenn Eltern ihre Kinder auf Augenhöhe erzogen, ihnen alles geboten und auf vieles verzichtet haben. Vielleicht auch darauf, Grenzen zu setzen. Niemand will zurück zur schwarzen Pädagogik im Stil von Zucht und Ordnung. Die Schattenseite moderner Erziehung aber zeigt sich zuweilen in einer Rat- und Orientierungslosigkeit vieler Eltern. «Früher erhielt man bei Sorgen mit dem Nachwuchs Rat vom Pfarrer oder Arzt, und Frauen holten sich Erziehungsanleitung bei ihren Müttern», sagt Went. Die Ratschläge entsprachen mehr oder minder einheitlichen Normen und Werten. Wo die Grenze unerwünschten Benehmens zu ziehen war, definierte die Gesellschaft. Das hat sich geändert. Die Deutungshoheit von «richtig» und «falsch» in der Erziehung liegt bei den Eltern, wobei sich viele im Dickicht von pädagogischen Konzepten verlieren.

Radio-SRF-Sendung zum Thema:

Auf Wutausbrüche reagieren

Einer, der sich mit Konflikten innerhalb der Familie auseinandersetzt, ist Jesper Juul. Aggressionen sind für den dänischen Familientherapeuten zutiefst menschlich. Ein Baby schreit, weil es Hunger hat. Das Kleinkind brüllt, wenn es den Teddy aus dem Spielwarengeschäft nicht behalten darf, das Schulkind schmeisst das Hausaufgabenheft in die Ecke und der Teenie findet die knappe Ausgangszeit eine Zumutung. Der Alltag von Kindern ist mit Frustrationen gepflastert. Für Jesper Juul ist der dabei empfundene Ärger ein legitimes Gefühl. Massgeblich sei, betont Juul in seinem Buch «Aggression», wie die Eltern mit Wutausbrüchen umgehen.

Ergreift eine Mutter, die von ihrer kleinen Tochter aus dem Blauen heraus «doofe Kuh» genannt wird, deren Oberarme, schüttelt sie und ruft laut und gehässig: «Sag nie wieder so etwas! Du bist ein schlechtes Mädchen, geh auf dein Zimmer, bis du bereit bist, dich bei mir zu entschuldigen. Geh!», reagiert sie abweisend und destruktiv.

Konstruktiv sei es, wenn die Mutter freundlich und direkt in die Augen des Kindes schaue und sage: «Oje, bist du wütend. Ich wüsste gerne, was dich so ärgerlich gemacht hat. Kannst du mir das sagen?» Worte, Haltung und Körpersprache vermitteln dem Kind: Egal, worüber du dich so geärgert hast, ich bin für dich da! Warum sich in einigen Familien die Gewaltspirale zu drehen beginnt, ist häufig nicht klar – und die Suche nach Gründen unergiebig. Denn sie führt oft statt zu Lösungen zu Anschuldigungen.

Wichtiger als im Vergangenen zu wühlen ist es, eine Handlungsanleitung zur Verfügung zu haben, um einen Weg aus der vergifteten Stimmung zu finden. Einer, der lösungsorientiert arbeitet, ist der israelische Psychologe Haim Omer. Sein Konzept des «Gewaltfreien Widerstandes» zeigte in den vergangenen Jahren durchschlagenden Erfolg. Dabei lernen Eltern, dem sich destruktiv verhaltenden Kind die Botschaft zu vermitteln, dass sie sein Verhalten nicht akzeptieren und alles tun werden, um dieses zu stoppen – ausser das Kind zu schlagen und verbal zu diffamieren.

«Gewalt muss öffentlich gemacht werden.»

Die Idee stützt sich auf Gandhis politisches Denken und Handeln. Haim Omer plädiert dafür, dass Eltern Autorität zeigen, die nicht auf Macht, sondern auf Präsenz basiert. Sie stellen sich dem unannehmbaren Verhalten des Kindes entgegen, ohne eine Eskalation zu provozieren. Einer der Kernsätze Haim Omers lautet zudem: «Gewalt muss öffentlich gemacht werden.»

Denn nur so könnten betroffene Eltern aus dem verschämten Schweigen hinaustreten und sich innerhalb und ausserhalb der Familie «Verbündete» suchen: Eben jene Verwandten, Nachbarn, Freunde, denen man bislang «heile Welt» vorspielte. Diese sollen beispielsweise bei den sogenannten Sit-ins mithelfen. Bei einem Sit-in setzen sich die Eltern zum Kind und sagen ihm, dass sie die Gewalt nicht dulden und von ihm Vorschläge erwarten, um die Situation zu entspannen. Flippt das Kind aus, lassen sich die Eltern nicht provozieren, sondern harren schweigend aus.

Zwar zählen zu Omers Klientel oft harte Jungs und Mädchen, aber sein Konzept wirkt ebenso bei jüngeren Kindern. So macht sich auch der Elternnotruf das Instrument des gewaltlosen Widerstandes zunutze. Im Rahmen des Pilotprojektes «Dranbleiben» erarbeitet Familientherapeutin Went mit den Eltern Strategien, wie sie aus dem Machtkampf mit ihren Kindern aussteigen können. Im Laufe der Beratung erhalten diese Werkzeuge in die Hand, mit denen sie ihre Ohnmacht regulieren und wieder in die Mitte der Familie rücken können.

Dies ist ein gekürzter Beitrag aus «wir eltern». Die aktuelle Ausgabe ist am Kiosk erhältlich.

Bei der Nachbarin klingeln

Bis die Familie von Lea in ruhigere Gewässer zurückfand, dauerte es zwar etwas. Zunächst rang sich die Mutter durch, Lea in der Schule nicht mehr krank zu melden, sondern die Scham zu überwinden und einzugestehen, dass sie mit ihrer Tochter überfordert ist. Angesichts der Mobbinggeschichte, die zutage trat, kam man überein, dass es für Lea besser ist, die Schule zu wechseln. Wenn zu Hause erneut Funken der Gewalt aufflackern, klingelt die Mutter jetzt bei einer guten Nachbarin, um sich auszusprechen. Statt zu insistieren, löst sie sich aus der verfahrenen Zweiersituation mit Lea.

Der Vater, der bis anhin jegliche Konflikte vermied und Lea gegenüber stets nachgiebig war, schafft es, dank der Beratung präsenter zu sein und sich – wenn auch wortkarg – dennoch klar hinter die Mutter zu stellen. «Es ist kein Sprint, es ist ein Marathon, den Eltern manchmal leisten müssen», sagt Britta Went anerkennend und schon auf dem Sprung zur nächsten Beratung. «Aber die Anstrengung lohnt sich!»

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Zeno Hirt, 25.6.2017
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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • droelfmalbumst 15.12.2016 16:06
    Highlight Habe als Kind locker mal eine Kassiert von den Eltern wenn ich Mist gebaut habe... dafür habe ich den Mist nur 1x gemacht weil ich danach wusste wenn ich es wieder mache kassiere ich das Doppelte... :)

    "bla bla Tobias das dörfsch du imfall nöd mache" und 2 stündigen "Gesprächen" wo das Gehirn des Kindes nach 1 min schon abgeschaltet hat bringen Null
    14 15 Melden
    • smarties 15.12.2016 17:13
      Highlight Würde dir ja gerne erklären, wieso das unter Kindsmisshandlung läuft. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass das nicht hilft...
      15 8 Melden
    • Rendel 15.12.2016 17:58
      Highlight Ja, du hast es dann gelassen aus Angst, nicht weil du etwas verstanden hast. Angst hat in der Erziehung nichts zu suchen.
      9 3 Melden
    • droelfmalbumst 16.12.2016 09:19
      Highlight Ein Klapf auf den Hintern ist Kindsmisshandlung?

      Man sieht ja die Kindheit heute wie anständig die ist...
      1 1 Melden
  • Confused Dingo #teamhansi 15.12.2016 15:09
    Highlight Und was ist wenn diese Konstruktive Art zu nichts führt? Das Kind permanent den Augenkontakt meidet, nicht zuhört und mit dem eigenen "Teubele" die Konstruktive Methode schlichtweg übertönt und ignoriert?

    Was ist wenn das Kind schlichtweg die Augen und Ohren vor einer Konstruktiven Erklärung verschliesst und gar nicht zuhören will?
    15 2 Melden
    • stalker 15.12.2016 17:39
      Highlight Dann würd ich es windelweich prügeln. Da gibts wirklich nichts anderes. Dafür ist das Kind danach wie ausgewechselt....

      Ernsthaft, mit Kindern braucht man einfach Geduld und Durchhaltevermögen. Aber irgendwann merken glaub ich alle Kinder, dass es ihnen nicht besser geht, wenn sie täubele und Gewalt anwenden... Aber das kann durchaus ein sehr langer Weg sein.
      6 0 Melden
  • Madison Pierce 15.12.2016 14:09
    Highlight In solchen Familien fehlt es doch grundlegend am Respekt der Kinder gegenüber den Eltern. Ich wurde nicht ungedingt streng, aber konsequent erzogen. Habe natürlich "täubelet" oder mal die Schwester geschlagen, aber mich niemals getraut, meine Eltern zu beleidigen oder gar zu schlagen.
    31 3 Melden
    • Rendel 15.12.2016 16:10
      Highlight Und wie lernen Kinder Respekt? Indem Eltern ihre Kinder auch respektvoll behandeln, wenn sie auch Grenzen setzen.
      10 0 Melden
    • Gähn on the rocks 15.12.2016 17:12
      Highlight und - indem sich die erwachsenen als vorbilder! mit respekt behandeln.
      12 0 Melden
    • Rendel 15.12.2016 17:20
      Highlight Ja, das auch Frau Dr. Gähn. Danke für die wichtige Ergänzung.
      4 0 Melden
    • Baccara 16.12.2016 13:16
      Highlight Konsequenz - das ist das Zauberwort! Ich bin selber kinderlos (und masse mir an, etwas zu Kindererziehung zu sagen, huiii!) und staune manchmal im Migros - nei es git ke Schoggi - also guet, aber ersch wemer bir Kasse verbi si - ah muesch de no ds Papierli uf ds Band lege, zahle müesse mers de scho, au wenns scho gässe hesch.
      Mh. Was lerne ich? Die Anweisung der Mama ist eine Empfehlung, ich treffe meine eigene Entscheidung. So einfach ist das.
      (ich bilde Pferde aus. Daher erlaube ich mir etwas zum Thema Erziehung zu sagen)
      4 0 Melden
  • Walter Sahli 15.12.2016 13:59
    Highlight Dieses konstruktiv-freundlich in die Augen schauen und nach dem Grund für den Ärger fragen, halte ich für wenig authentisch und zielführend. In Momenten, in denen ein Kind so wütend ist, will es nicht verstanden werden, sondern es will eine Reaktion. Diese darf man klar, laut und direkt geben, ohne dass man abwertend oder gar gewalttätig wird. Man muss nicht immer für alles Verständnis aufbringen, sondern kann auch deutlich zeigen, wer der Leitwolf ist, und dass man diskussionslos gewisse Dinge nicht toleriert. Grenzen setzen und sie konsquent verteidigen ist das Wichtigste in der Erziehung.
    52 4 Melden
    • Rendel 15.12.2016 16:12
      Highlight Grenzen setzen und verteidigen, klingt wie Krieg.
      9 7 Melden
    • Walter Sahli 15.12.2016 19:49
      Highlight Das kommt falsch rüber, wenn es nach Krieg klingt, denn so ist es überhaupt nicht gemeint. Kinder probieren ja immer wieder, wie fest die Grenzen sind, die man setzt - ist ein Nein, wirklich ein Nein oder kann man das Nein in ein Ja umwandeln, wenn man lange genug stürmt? Hier konsequent beim ursprünglichen Entscheid zu bleiben, ist, was ich meine, mit Grenzen verteidigen.
      6 0 Melden
    • Rendel 15.12.2016 21:06
      Highlight So ist es verständlicher. Ich sag dem einfach, konsequent sein. Zu verteidigen gibt es nichts, sonst ist man schon in einem Machtkonflikt mit seinem Kind und das ist ein unguter Weg.
      2 0 Melden
  • Go Canucks Go 15.12.2016 13:49
    Highlight In diesem Text findet man 18mal das Wort "Mutter", hingegen nur 2mal "Vater". @Watson, Habt ihr denn das Gefühl, Erziehung ginge nur von der Mutter oder nur im Kollektiv (Eltern) aus?? Hallo...es ist 2016!
    34 12 Melden
    • Schmusel 15.12.2016 14:38
      Highlight mimimimi...
      19 28 Melden
  • saukaibli 15.12.2016 13:34
    Highlight Wenn man seinem Kind nicht in den ersten 2-3 Jahren lernt wer der Chef im Ring ist, wird es sehr schwierig später noch zur Autoritätsperson zu werden. Das heisst natürlich nicht, dass man sein Kind misshandeln soll wenn es mal nicht spurt, aber mal einen Klapps auf die Hand wenn es mal wieder etwas anfasst, wovon es ganz genau weiss dass es das nicht darf, kann ja wohl nicht schaden. Ich rege mich immer wieder auf wenn ich sehe wie schon Kleinkinder ihren Eltern auf der Nase rumtanzen. Das gibt dann die ganz tollen Teenager.
    33 14 Melden
    • Maett 15.12.2016 16:03
      Highlight @Aeromoça: wir waren doch alle mal klein. Mir wurden immer sofort klare Grenzen gesetzt, wenn ich welche überschritten hatte, was mir bestimmt nicht geschadet hatte.

      Ein Kinderleben ohne (selbst zu entdeckende!) Leitplanken erzeugt unausstehliche Erwachsene.
      9 2 Melden
    • Rendel 15.12.2016 16:17
      Highlight Zeigen wer der Chef ist? Bei Dir hakts wohl. Du bist dazu da Deinem Kind die Welt zu erklären und seinem Entwicklungsstand gemäss auf es einzugehen und ihm zu ermöglichen sich möglichst gut zu entwickeln. Es ist wichtig Grenzen zu setzen und das konsequent, aber ums Chef sein geht's ganz sicher nicht.
      7 6 Melden
    • Maett 15.12.2016 17:45
      Highlight @Aeromoça: das wollte ich auch nicht sagen, deshalb die Anmerkung mit "selbst zu entdeckenden Grenzen".

      Kinder sollen frei sein und ihre individuelle Wahrnehmung als Grundlage ihres Lebens betrachten dürfen.

      Ausser eben wenn Grenzen überschritten werden, dann gehören die klar aufgezeigt. Durch falsche Toleranz falsch verstandene Regeln sind später schwer zu korrigieren.

      Das hat aber nichts mit "zeigen wer der Chef ist" zu schaffen, man ist viel mehr Coach, der die eigenen Kinder in ihr unabhängiges Leben begleitet. Wie Sie sagen: Erziehung. Zumindest definiere ich sie so.
      5 0 Melden
  • Baccara 15.12.2016 12:49
    Highlight 11 Jahre alt und Handyentzug? Wofür braucht eine 11-jährige bitte schön ein Handy????

    Ich bin gerade etwas ratlos.
    35 9 Melden
    • grumpy_af 15.12.2016 14:33
      Highlight Mein Bruder ist ebenfalls 11 und braucht es, um in Kontakt zu bleiben falls etwas auf dem Weg ins Fussballtraining oder zum Misikunterricht geschieht. Für in die Schule benötigt er es nicht.
      8 18 Melden
    • Harry Zimm 15.12.2016 15:22
      Highlight Wenn auf dem Weg zum Fussballtraining oder zum Musikunterricht etwas geschieht? Naja, bloss nicht, dass sich die Kleinen noch soziale Interaktionsfähigkeit aneignen. Mit Mitmenschen umgehen zu können ist 2016 so passé...

      🤣
      15 10 Melden
    • grumpy_af 15.12.2016 17:09
      Highlight Böh, er reist mit dem Zug etwa eine halbe Stunde und mit dem Bus 10 min. Falls er den Zug verpasst oder länger Training hat, ist es doch sinnvoll, dies seiner Familie zu kommunizieren. Aber falls eure Familien sich nicht um euch scheren kann mir das egal sein.
      6 6 Melden
    • grumpy_af 15.12.2016 17:12
      Highlight Alle die rumjammern warum solch junge Menschen schon Zugriff zu solchen Geräten haben, sind doch nur verbittert, das dies nicht der Fall in ihrer eigenen Kindheit war. Es ist halt nicht "normal", da es anderst ist als es früher war.
      6 9 Melden
    • Rendel 15.12.2016 17:19
      Highlight Sie können sich aufregen sich gern aufregen, wenn Eltern ihrem 11 Jährigen ein Handy erlauben. Zum Thema tragen sie nicht wirklich etwas bei.
      3 4 Melden
    • Baccara 16.12.2016 13:13
      Highlight Grumpy - verbittert, dass es das bei uns nicht gab? Wohl eher nicht :-) bei uns wurde auf dem Pausenplatz noch 'gschlegglet', anstatt einen virtuellen Shitstorm auszulösen. Von daher nein also Neid oder Verbitterung empfinde ich dabei nicht, sondern eher Mitleid.
      Rendel - doch doch, trage ich. Denken Sie mal weiter..nur so ein Stück..soziale Interaktion?
      2 1 Melden
    • Rendel 16.12.2016 14:12
      Highlight Es geht um Machtkampf zwischen Kindern und Eltern. Zu dem kann es mit oder ohne Handy kommen. Erziehung beginnt ja nicht erst, wenn die Kinder ein Handy nutzen dürfen.
      1 0 Melden
    • grumpy_af 16.12.2016 16:37
      Highlight Virtueller Shitstorm? What? Naja bin jedenfalls froh, dass mein Bruder mit seinen Fussballkollegen chattet anstatt sich in der Schule zu prügeln. Hab eher Mitleid mit Menschen, die sowas gut finden. Und nicht mit Kindern, welche eines der fortschrittlichsten Geräte früh benützen dürfen.
      0 3 Melden

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