Schweiz

In der Schweiz gibt es so viele leere Wohnungen wie noch nie

11.09.17, 12:08

Bild: KEYSTONE

In der Schweiz stehen so viele Wohnungen leer wie noch nie. Am 1. Juni 2017, dem Stichtag der Leerwohnungszählung des Bundesamts für Statistik, waren 64'893 Wohnungen unbesetzt. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bislang wurden im Jahr 1998 mit 64'198 Einheiten die meisten Leerwohnungen gezählt. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.

Die Leerwohnungsziffer, also der Anteil leerer Wohnungen am Gesamtwohnungsbestands, betrug per Stichtag 1.47 Prozent. Sie ist im achten Jahr in Folge angestiegen. Im Vorjahr lag die Ziffer noch bei 1.3 Prozent.

Die höchste Leerwohnungsanteil war mit 2.89 Prozent im Kanton Solothurn zu beobachten. Darauf folgten die Kantone Appenzell Innerrhoden (2.36 Prozent) und Aargau (2.34 Prozent).

Wie bereits im Vorjahr wurden prozentual am wenigsten Leerwohnungen im Kanton Zug registriert (0.43 Prozent). Nur wenig höher war der Anteil in den Kantonen Basel-Stadt (0.5 Prozent) und Genf (0.51 Prozent).

Die Zahl der leer stehenden Einfamilienhäuser stieg um 4 Prozent. Bei den unbewohnten Neuwohnungen gab es eine Zunahme von fast 15 Prozent. Insgesamt standen am Stichtag 10'064 Neuwohnungen leer.

Bei den leer stehenden Mietwohnungen gab es ebenfalls einen deutlichen Anstieg. 53'327 Mietwohnungen waren am Stichtag unbewohnt, das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Solche Werte wurden zuletzt 1998 beobachtet, wie das BFS schreibt. Damals gab es rund 54'300 leere Mietwohnungen.

Die Zahl der leer stehenden Eigentumswohnungen stieg innerhalb eines Jahres um 552 Einheiten oder 5 Prozent auf 11'566 Wohnungen an. (sda)

Das sind die Wohnungssünder von Bern und Zürich

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    Alle Leser-Kommentare
  • JackMac 11.09.2017 19:35
    Highlight Ach Salami, ich werde den Eindruck nicht los, dass du als Zürcher (oder zumindest Zürich Arbeiter) eifersüchtig auf die (D)EFH Besitzer bist. Wörrer wie asozial in Verbindung mit Häusern ist doch wohl das Letzte!
    Wenn ich sehe, wie viele 4-4.5 Zimmer Wohnungen und grössere mit gerade mal 1-2 Personen bewohnt werden, ist mir mit meinen 5 Leuten auf 150m2 gerade noch recht.
    Die EFH Besitzer leisten zufem noch einen recht grossen Anteil an die Vielfalt von Sträuchern, Bäumen und daher zu der Biodiversität. Also bleib in Zürich bei deinen Wohnsilos.
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  • Posersalami 11.09.2017 14:43
    Highlight Und was nützt es mir wenn in Hinterpfupfingen in Solothurn eine bezahlbare Wohnung vermietet wird, es dort aber keine Arbeitsplätze gibt und ich dann jeden Tag nach Zürich pendeln muss? Raumplanung und Städtebau sollte man Profis überlassen, in den Händen von Politikern sind diese Themen nicht gut aufgehoben. Damit endlich da genügend Wohnungen gebaut wird wo es Arbeit gibt. Die leeren Wohnungen sind verbrannte Ressourcen und belasten die Allgemeinheit erheblich (Erschliessung).

    Ihr hättet diese Agenturmeldung wirklich etwas aufbereiten können. Andere Zeitungen haben das auch geschafft.
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  • Raffaele Merminod 11.09.2017 14:17
    Highlight Mich interessiert nur wie viele bezahlbare Wohnungen auf dem Markt sind!
    3 Zimmer für 2000.- pro Monat. davon gibt es tatsächlich viele, aber wer kann sich das Leisten?
    33 2 Melden
  • 2sel 11.09.2017 14:12
    Highlight Und wieviele der leerstehenden Wohnungen sind BEZAHLBARE Wohnungen?
    33 1 Melden
  • Ein Freigeist 11.09.2017 13:57
    Highlight Warum wohl so viele freie Wohnungen da sind? Sie sind zu teuer. Das Volk kann sie sich nicht leisten.
    23 1 Melden
  • JackMac 11.09.2017 13:16
    Highlight Und trotzdem werden wir mit den hässlichen, überall gleich aussehenden Würfelblöcken zugepflastert. Das ganze Mittelland wird mit diesen Grossüberbauungen zugemüllt.
    Einfach nur schrecklich!
    22 3 Melden
    • Posersalami 11.09.2017 15:45
      Highlight Die richtigen Schweizer haben das Mittelland halt in den letzten Jahrzehnten mit ihren EFHs zubetoniert. Diese belasten die Umwelt (Flächenverbrauch) und Gesellschaft extrem, die Erschliessung und deren Unterhalt bis ans Grundstück (Kanalisation, Strom usw.) bezahlt nämlich der Steuerzahler bzw. der Kunde von Swisscom & co. Mehrfamilienhäuser sind um Grössenordnungen effizienter, gewöhnen sie sich also besser daran.
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    • Scott 11.09.2017 15:50
      Highlight "Das ganze Mittelland wird mit diesen Grossüberbauungen zugemüllt."

      Wachstum um jeden Preis geht halt nur mit Massenzuwanderung.
      11 4 Melden
    • Spi 11.09.2017 16:27
      Highlight Jein! Was die Flächeneffizienz angeht, hast du im Prinzip schon recht. Aber wenn die Effizienz nur ins Portemonnaie vom Investor/Bauherrn geht und er mit überhöhten Mieteinnahmen oder irrwitzigen Preisen für Eigentumswohnungen dann den nächsten Klotz finanziert, ist der Sache auch nicht gedient. Solange man praktisch für dasselbe Geld ein (D)EFH mit etwas Land finanzieren kann, darf der Vorwurf der Effizienz nicht an die "richtigen Schweizer" (an sich schon ein Unwort) gerichtet werden.
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    • Posersalami 11.09.2017 17:29
      Highlight Ich habe doch expliziet von höheren Kosten für die Gemeinschaft UND die Natur geschrieben. Da gibts nix wegzudiskutieren, so sind die Fakten. Viele Gemeinden haben das jetzt eben auch gemerkt. Die ganzen tollen EFH Bauzonen sind per Saldo ein minus Geschäft. EFHs sind im Grunde assozial.
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    • Eskimo 11.09.2017 20:46
      Highlight @Posersalami
      Für Sozialisten ist alles asozial was nicht ins eigene Portmonnaie fliesst.
      Der wahre Grund für die Missstände im Wohnungsmarkt ist alleine die Zuwanderung. Alle die noch ein bisschen Land hatten wollten von der Bevölkerungsexplosion profitieren und haben gebaut. Wohnungen in den Zentren sind unbezahlbar geworden. Die Infrastrukturkosten steigen. Steuern müssen erhöht werden. KK Prämien steigen usw....
      Das traurige ist, diejenigen die sich sozial nennen haben diese Entwicklung befürwortet. Profitiert haben nur ganz wenige auf Kosten des Mittelstands.
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    • Posersalami 12.09.2017 01:35
      Highlight Das Problem an ihrer Argumentation ist halt leider, dass die Preise schon ohne die PFZ ständig gestiegen sind. Die PFZ hat dem sicher nicht entgegengewirkt, ist aber für diese Entwickling nicht Hauptschuldig. Allenfalls wurde durch Zuwanderung der Prozess beschleunigt.

      Es gibt übrigens kein Recht auf eine günstige Wohnung im Zentrum oder auf ein Grundstück mit Seeanstoss.

      Hauptpreistreiber ist der massiv gestiegene Flächenkonsum (m2 Wohnfläche pro Person).
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  • seventhinkingsteps 11.09.2017 12:42
    Highlight Das Bild oben ist wohl auch leicht veraltet..

    1 Zimmer Wohnung in Binzmühle, Oerlikon mit seperater Küche und Balkon, Zimmer mit Parkett für 800 Fr inkl.

    Schön wärs.
    15 0 Melden
  • Karl33 11.09.2017 12:14
    Highlight die leeren wohnungen stehen dort, wo sie niemand will.
    http://www.watson.ch/Schweiz/Wirtschaft/914481691-Da-braut-sich-was-zusammen--Jede-zehnte-Mietwohnung-ist-ausgeschrieben
    unsere von den interessen der investoren gelenkte 'freie marktwirtschaft' befriedigt die bedürfnisse der bewohner ähnlich ignorant wie damals die planwirtschaft des sozialen realismus.
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    • Posersalami 11.09.2017 15:50
      Highlight Der "freie Markt" hat, wenn überhaupt, nur auf die Frage der maximalen Rendite eine Antwort. Es braucht einen staatlich regulierten Markt überall dort, wo sich ein Versagen des Marktes abzeichnet (also fast überall).

      Nebenbei hat auch die Raumplanung maximal versagt. Schuld daran sind die Gemeinden, die oft genug partout nicht über ihre Grenze hinaus denken können oder wollen und höchstens an ihre Steuereinnahmen denken. Es ist ein einziges Trauerspiel.
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