Schweiz
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Sozialminister Alain Berset möchte einen sogenannten Interventionsmechanismus bei der Altersvorsorge, die Wirtschaft auch. Eine Mehrheit in der Ständeratskommission wehrt sich aber gegen ein automatisch steigendes Pensionsalter. Bild: KEYSTONE

Rentenalter soll per 2035 auf 66 steigen

Wirtschaftsverbände wollen die finanzielle Zukunft der AHV mit kontroversen Massnahmen sichern.

20.08.15, 06:40 20.08.15, 08:22

LOrenz Honegger / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

Die meisten Politiker geben es ungern zu. Doch was in einigen Jahrzehnten ist, interessiert sie weniger als das bald Bevorstehende. Ein gutes Beispiel dafür lieferte die Sozialkommission des Ständerates diese Woche: Das Gremium einigte sich zwar ohne Gegenstimme auf eine Serie von Massnahmen, um AHV und Pensionskassen bis 2030 finanziell abzusichern – die Jahre danach blendete es aber fast komplett aus. Die Kommission will nichts von einem Sicherheitsnetz wissen, wie es Bundesrat Alain Berset in der Rentenreform «Altersvorsorge 2020» vorschlägt: Ständeräte von links bis rechts sagen, die Schweizer Politik solle das Problem lösen, wenn es akut wird.

Damit ist die Diskussion aber noch nicht vom Tisch: Ziemlich genau um 2030 erreichen die letzten Vertreter der Babyboomer-Generation in Scharen das Rentenalter. Dem Ausgleichsfonds der AHV drohen dann jährliche Defizite in Milliardenhöhe.

Zweistufiges Sicherheitsnetz

Der Bundesrat skizziert in seinem Rentenpaket einen zweistufigen Interventionsmechanismus, um finanzielle Notlagen zu entschärfen:

Die ständerätliche Sozialkommission konnte sich am Montag nur auf die unverbindliche erste Stufe einigen. Auch darum schaltet sich der Arbeitgeberverband wieder in die Diskussion ein: Dieser vertritt in der Sozialpolitik die Position der Wirtschaftsverbände. Und diese beharren auf einem AHV-Sicherheitsnetz: «Die Sozialkommission des Ständerates fokussiert sich auf das Jahr 2030 und liefert keine Antworten für die Zeit danach», kritisiert Martin Kaiser, Ressortleiter Sozialpolitik beim Arbeitgeberverband. Er schlägt vor, dass bei einer Unterdeckung des AHV-Ausgleichsfonds und ausbleibenden Stabilisierungsmassnahmen vonseiten der Politik die Mehrwertsteuer und das Rentenalter automatisch erhöht werden.

Die Mehrwertsteuer würde gemäss den Plänen des Verbandes per 2033 um 0,2 Prozent und das Rentenalter um sechs Monate erhöht. «Mit einer allfälligen nächsten Tranche wäre das Rentenalter 2035 höchstens bei 66.» Reicht das nicht zur Sanierung der AHV aus, könnte die Obergrenze noch einmal um ein Jahr auf maximal 67 erhöht werden.

Reformen sind möglich

Offen ist, inwiefern automatische Interventionsmechanismen bei der Altersvorsorge vor dem Stimmvolk Bestand hätten. In einer gestern veröffentlichten Studie kommt Politik-Professorin Silja Häusermann von der Universität Zürich zum Schluss, dass mehrheitsfähige Reformpakete im Bereich möglich sind. Unter 1873 befragten Personen betrug die Zustimmung zur Altersvorsorge 2020 des Bundesrates rund 60 Prozent. Der beschriebene Interventionsmechanismus war jedoch nicht Teil der Befragung.

Sehr unpopulär wäre eine Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre. Gleichzeitig stösst die Anhebung des Frauenrentenalters von 64 auf 65 Jahre gemäss der Studie in allen Altersgruppen und Parteien auf Anklang – sogar bei den Anhängern von Sozialdemokraten und Grünen. (trs/aargauerzeitung.ch)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meili 20.08.2015 10:49
    Highlight arbeit und dann tot, cool danke
    12 2 Melden
  • Adonis 20.08.2015 09:53
    Highlight Lieber Alain, da wirst du aber "allain" sein, bei deinem Vorhaben. Ich bin 67zig und arbeite noch. Bin froh, muss ich sagen. Nicht jede und jeder kann das, wie auch immer. Raubtierkapitalisten: Schafft mal eine anständige Arbeitswelt mit weniger Frust und Druck und bringt älteren Menschen mehr Respekt entgegen, dann kann's gehen.
    21 1 Melden
  • lily.mcbean 20.08.2015 09:31
    Highlight prima idee. da man ja ab 40 immer noch easy arbeit kriegt... *sarkasmus aus*
    18 2 Melden
  • kEINKOmmEnTAR 20.08.2015 09:28
    Highlight Solange die Mehrwehrtsteuer nicht angefasst wird wäre ich dafür, anderfalls nicht.
    4 3 Melden
  • Zeit_Genosse 20.08.2015 07:52
    Highlight Mit 55 entlassen und bis 66 arbeiten.
    Leider keine Schnapszahlen.
    29 3 Melden
    • kEINKOmmEnTAR 20.08.2015 09:28
      Highlight Dann sollten die Pensionskassen-Beiträge nicht mehr altersabhängig gemacht werden.
      7 1 Melden
  • mbr72 20.08.2015 07:41
    Highlight Ihr könnt das rentenalter soviel raufschrauben, wie ihr wollt. Wenn's keine Arbeit gibt?! Unsere Produktivität ist zu hoch gegenüber der (nachhaltigen) Konsumleistung. Das Ganze funktioniert momentan nur noch über Blasenbildung (kreditkonsum, Immos, Börsenhausse)...
    Und da will die Politik 2030 das Rentenalter um 1 Jahr raufsetzen... Woww, das müssen verdammte Genies sein!
    24 2 Melden
  • thompson 20.08.2015 07:36
    Highlight unser land ist nicht das beste der welt geworden, weil wir auf der faulen haut liegen... wir sind arbeitstiere! mein grossvater seelig war bis 70 polier auf dem bau. er ehrte den sonntag und war immer da für seine kids... er brauchte keine sabaticals und selbstfindungs seminare, er war en wahrer workingclass hero.
    ich arbeite auch mindestens bis 70.... weil arbeir geil ist
    14 20 Melden
    • j0nas 20.08.2015 08:25
      Highlight Mir macht meine Arbeit auch Spass, dennoch arbeite ich 80% und geniesse meine Freizeit. Der Wirtschaftliche Erfolg der Schweiz darf nicht nur der harten Arbeit zugeschrieben werden. Ich wage zu behaupten, das ich mit meinem 80% Pensum nahezu die gleiche Arbeitsleistung liefere, wie meine 100% Kollegen.
      19 11 Melden
    • droelfmalbumst 20.08.2015 08:45
      Highlight sorry star
      12 4 Melden
  • Karl33 20.08.2015 07:30
    Highlight Rentenalter erhöhen, Mehrwertsteuern rauf. Und im Gegenzug die Steuern der globalen Firmen halbieren. Danke ihr korrupten Politiker.
    43 9 Melden
    • Boston5 20.08.2015 11:23
      Highlight Autovignette wollten Sie auch erhöhen, die Billag-Gebühren bekommen wir auch nicht zurück! Es ist skandalös!
      3 2 Melden
  • Der Tom 20.08.2015 07:26
    Highlight In 20 Jahren gibt es keine Arbeit mehr. Roboter werden sie verrichten und sich auch gleich selber produzieren.
    8 14 Melden
  • Don Huber 20.08.2015 07:02
    Highlight Ich glaube bis ich pensioniert werde, ist das Rentenalter so hoch, das nach dem letzten Arbeitstag gleich der Leichenwagen vor die Firma vorfahren kann. Er kam, er arbeitete und ging....The big life of Don Huber...wuaaaaaaaa
    42 5 Melden
    • meerblau 20.08.2015 07:36
      Highlight Keine Angst, bis dahin wird die Medizin auch so weit entwickelt sein, dass man dich entweder konservieren kann (bezahlt oder gar durchgeführt von der Krankenkasse) oder dein Hirn in einen eigens für die Rente gezüchteten Reservekörper umpflanzt. ;)
      17 2 Melden
    • droelfmalbumst 20.08.2015 07:46
      Highlight That's life... Früher mussten die Höhlenmenschen auch bis zum letzten Atemzug ihre Beute jagen :)
      12 11 Melden

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