Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Trotz eines Verzichts auf einen Teil der Boni und kann Credit-Suisse-Präsident Urs Rohner heute nicht mehr auf satte Mehrheiten zählen. Bild: KEYSTONE

Bei der CS wird's ernst – und für Chef Rohner die Luft trotz Charmeoffensive immer dünner

28.04.17, 07:24


Dieselbe Prozedur wie vor einem Jahr: Vor der heutigen GV hat die CS einen hohen Verlust im letzten Geschäftsjahr bekannt gegeben, desgleichen hohe Boni ausgeschüttet. Es folgten Proteste der Aktionäre und eine Charme-Offensive der Bank.

Doch trotz eines Verzichts auf einen Teil der Boni und anders als im letzten Jahr kann Credit-Suisse-Präsident Urs Rohner heute nicht mehr auf satte Mehrheiten zählen. Letztes Jahr hatten die Aktionäre dem Vergütungsbericht noch mit 79,3 Prozent zugestimmt.

Denn mit dem Entscheid des Teil-Boni-Verzichts vor Ostern ist es Rohner diesmal nicht gelungen, die einflussreichen amerikanischen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis zu überzeugen.

Nach der Slideshow geht's weiter ...

Die CS-Chefs im Überblick

Der Verzicht der Geschäftsleitung auf 40 Prozent der kurzfristigen und langfristigen Boni reiche ihnen nicht und komme zu spät, so der Tenor. Für wenig überzeugend halten sie zudem, dass der Lohn von Konzernchef Tidjane Thiam um 14 Prozent auf 10.24 Millionen gestutzt wurde.

Neben den US-amerikanischen Stimmrechtsberatern hält auch die Schweizer Anlagestiftung Ethos daran fest, den Vergütungsbericht ablehnen zu wollen. Zusammen vertreten die drei rund ein Drittel des Aktienkapitals der Grossbank.

Verluste sorgen bei Aktionären für Unmut

Doch nicht nur Grossgeldgeber verbuchen wegen der schlechten Aktienperformance Einbussen. Auch die Pensionskassen, die bei Ethos angeschlossen sind, haben seit Rohners Wahl vor sechs Jahren 60 Prozent ihres Einsatzes verloren.

Die Aktionärsvereinigung Actares wird die Vergütungen ebenfalls ablehnen und gegen die Wiederwahl von Verwaltungsratspräsident Urs Rohner stimmen, wie sie am Donnerstag bekannt gab.

Gehör für das Werben der CS mit dem Teilverzicht auf Boni zeigten dagegen der Norwegische Staatsfonds sowie der US-Fonds Harris. Vom weltgrössten Vermögensverwalter Black Rock, der gut 3 Prozent des Kapitals hält, ist nicht bekannt, was er vom «freiwilligen» Bonus-Teilverzicht hält - klar ist nur, dass er gegen «unbefriedigende Vergütungen» stimmen will.

Eine Unsicherheit vor der Generalversammlung (GV) hat indes Konzernchef Thiam am Mittwoch aus dem Weg geräumt: Den Teilbörsengang des Schweizer Geschäfts hat er abgeblasen. Die benötigten 4 Milliarden Franken zur Stärkung des Kapitalpolsters will die Grossbank mit einer Kapitalerhöhung auf dem Markt beschaffen - ein Vorhaben, dass nach der Vorlage eines passablen Quartalsergebnisses Erfolg haben kann. Am 18. Mai 2017 soll dazu eine ausserordentliche GV stattfinden. (viw/sda)

Mehr zum Thema: Geld, Banken, Weltwirtschaft

2,1 Prozent besitzen so viel wie 97.9 – willkommen im Ungleichheitsland Schweiz

640 Millionen Dollar: ABB erhält Grossauftrag aus Indien

Hunderte Stellen betroffen: UBS erwägt Verlagerung von Jobs aus London 

Banken-Rettung kostet Italien 6,6 Milliarden Euro

Die unendliche Bussenstory der Schweizer Grossbanken

«Die Schweiz hat die Chance, weltweit führend bei der Blockchain zu werden»

Raiffeisen lanciert Hypothek für arme Leute

«Anleger werden durch mehr Bürokratie nicht unbedingt besser geschützt»

Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz: «Frankenstärke kostet zehntausende Arbeitsplätze»

UBS verliert Steuerstreit mit Frankreich und muss 1,1 Milliarden Euro Kaution hinterlegen

Trotz Lohnanstieg können sich Schweizer 2017 kaum mehr kaufen

Credit Suisse mit weiterem Gewinneinbruch – Aktie im Sinkflug

Europäische Zentralbank legt vorerst nicht nach – es bleibt bei null Prozent

«Bitcoins sind kein sinnvolles Geldsystem» – weil sie zuviel Strom verbrauchen

Wegen Irreführung mit Neugeld: Credit Suisse in den USA zu Millionenbusse verdonnert

Bauer, WWF und Kinderkrippe – was die Crash-Banker der Nuller-Jahre heute machen

Credit Suisse hat in diesem Jahr bereits 4800 Jobs gestrichen, 1200 weitere sollen noch folgen

Die CS soll sich in Italien auf 100 Mio Euro-Zahlung geeinigt haben

Will die UBS jetzt eigene Bitcoins prägen? Nein – aber die Bank hat eine clevere Idee

In Asien gibt es jeden dritten Tag einen neuen Milliardär

Ist das die Retourkutsche? Deutsche Bank zu 14-Milliarden-Busse verdonnert

Brexit könnte bei der UBS in London zu einem Aderlass von 1500 Arbeitsplätzen führen 

UBS will eigene digitale Münzen herausbringen

Die Chefs der Schweizer Grossbanken verkaufen ihre Aktien

Jetzt nehmen die USA den Goldhandel ins Visier – Schweizer Grossbanken sind am Rande betroffen

Finma-Chef hält noch schärfere Grossbanken-Regulierung für nötig

Sollte die Deutsche Bank untergehen, würde ich einen Notvorrat anlegen – aber so weit wird es wohl nicht kommen

Wall-Street-Banker wollen den CEO der Credit Suisse stürzen

«Worst Case Szenario»: Credit-Suisse-Aktie ist nicht mal halb so viel wert wie Anfang Jahr

US-Justiz an der Nase herumgeführt: Bank Vontobel lässt indischen Betrüger Millionen verstecken

Panama Papers: Und was hat das mit der Schweiz zu tun?

Warum gerade Panama? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mega-Datenleck

EZB-Chef Draghi dämpft Zinsfantasien: Euro im Höhenflug – Franken wird schwächer

Das verdienen die Chefs der Kantonal- und Regionalbanken 

EZB senkt Leitzins erstmals auf null Prozent: Franken geht nicht durch die Decke

Hacker dringen in das internationale Zahlungssystem Swift ein

Das sind die wirtschaftlichen Brandherde Europas

Schwarzgeld: 40'000 Schweizer zeigen sich selbst an – das bringt dem Staat rund 2 Milliarden

Steuer-CD: Deutschland gibt verdächtige Schweizer Kontodaten an 27 Länder weiter

Von wegen «Finanzkrise»: Seit 2007 haben Grossbank-Aktionäre 1,7 BILLIONEN eingestrichen

Offshore-Insider Elmer zu Gast bei Schawinski: 7 Erkenntnisse aus der gestrigen Panama-Talkshow

«Geldwäscherei ist kein Kavaliersdelikt»: FINMA kontaktiert Banken wegen Offshore-Firmen

Coop, Migros, SIX und Swisscom: Gibt es bald eine einheitliche Lösung im digitalen Zahlungsverkehr? 

Die Verkehrsampeln der Weltwirtschaft wechseln die Farben – und das Chaos an den Märkten ist vorprogrammiert

Fünf Gründe, warum der Franken momentan schwächelt und was das für die Wirtschaft bedeutet (Gutes!)

Es ist nicht China, Dummkopf, es ist die Fed!

Die Frage wird immer dringlicher: Wie unabhängig dürfen die Zentralbanken noch sein?

Der neue Weg aus der Krise: «Helikopter-Geld»

Warum der chinesische Börsen-Crash weltweit Angst und Schrecken auslöst – und wie die US-Notenbank eine Panik verhindern kann

Übernehmen bei der CS die Scheichs aus Katar und Saudi-Arabien das Zepter?

Der Kampf der Titanen: Die beiden wichtigsten Banken der Welt wollen eine gegensätzliche Geldpolitik

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Graustufe Rot 28.04.2017 08:58
    Highlight Ist es nicht skandalös, dass Pensionskassen und der AHV- Fond diese Abzockerei bisher stets abgesegnet haben, auf Kosten unserer Renten!!?? Und uns sagt man, das Geld werde knapp, man müsse jetzt dringend länger arbeiten, im Klartext: die Renten kürzen!
    3 0 Melden
  • Denk nach 28.04.2017 07:50
    Highlight Gut so!
    2 0 Melden

Abweisende Vegetarier, skeptische Metzger – das Laborfleisch hat fast keine Freunde

Die Nachricht machte am Dienstagmorgen schnell die Runde. Die Coop Tochter Bell Food Group investiert in kultiviertes Rindfleisch. Mit rund 2.3 Millionen Franken beteiligt sich der Schweizer Fleischproduzent am holländischen Start-up Mosa Meat, das bereits seit Jahren am Fleisch tüftelt, das kein Leben auf dem Gewissen hat. Am Fleisch, das die ganze Branche auf den Kopf stellen könnte.

Der Schweizer Fleisch-Fachverband SFF winkt ab. «Wir sehen mittelfristig keine Bedrohung für die …

Artikel lesen