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Das gab es noch nie

Banken müssen Zinsen zahlen, wenn sie bei der Nationalbank Geld anlegen

ARCHIV --- ZUM MILLIARDENVERLUST DER SNB STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Am Eingang zur Schweizerischen Nationalbank in Bern, aufgenommen am 16. Juli 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Verschärft ihren Kampf um den Euro-Mindestkurs: Schweizerische Nationalbank. Bild: KEYSTONE

Die Nationalbank wird die Guthaben der Banken bei der SNB mit einem Satz von 0,25 Prozent belasten. Damit wird der Franken weniger attraktiv und der Mindestkurs gegenüber dem Euro unterstützt.

Gut drei Jahre nach Einführung des Euro-Mindestkurses verschärft die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Kampf gegen die Frankenstärke. Die Währungshüter führen Negativzinsen ein. Die Nationalbank wird die Guthaben der Banken bei der SNB mit einem Satz von 0,25 Prozent belasten. Der Negativzins gilt ab 22. Januar 2015. Er wird nur auf jenem Teil des Giroguthabens erhoben, der einen bestimmten Betrag überschreitet. Der Freibetrag beträgt pro Kontoinhaber mindestens 10 Mio. Franken, wie die SNB am Donnerstag mitteilte.

SNB: Negativzinsen haben kaum Folgen für Kleinsparer

Kleinsparer sind von der Einführung von Negativzinsen laut SNB-Präsident Thomas Jordan wohl kaum betroffen. Mit der Massnahme habe die Schweizerische Nationalbank (SNB) vor allem die Grosskunden der Geschäftsbanken wie etwa Hedgefonds im Visier, die in Krisenzeiten schnell Geld verschieben. (whr/sda)

Mit der Massnahme strebt die SNB an, dass ihr Leitzins in den negativen Bereich fällt. Daher dehnt sie das Zielband für den massgeblichen Dreimonats-Libor auf −0,75 bis 0,25 Prozent aus und erweitert es auf seine übliche Breite von einem Prozentpunkt. Seit 2011 betrug das Zielband 0 bis 0,25 Prozent. Der nur indirekt von der SNB steuerbare Dreimonatslibor notierte nahe Null.

Schweizer Börse nach Ankündigung der SNB im Plus

Nach der Ankündigung von Negativzinsen durch die SNB haben die Aktienkurse an der Schweizer Börse deutlich nach oben tendiert. Um 11.30 Uhr notierte der Swiss Market Index (SMI) 1,8 Prozent höher als am Vorabend.
Beeinflusst ist die Kursentwicklung aber nicht nur vom jüngsten Schritt der SNB zur Abwertung des Frankens. Eine gewichtige Rolle spielte auch die Aussage von Janet Yellen, der Chefin der US-Notenbank (Fed). Diese hatte am Mittwochabend gesagt, das Fed könne bei der Straffung der Zinsen «geduldig» vorgehen. (whr/sda)

Folgen für Bankkunden

Ob der Schritt der SNB indirekt auch bei den Spar- und Anlagekonten von Bankkunden zu negativen Zinsen führt, wird sich zeigen müssen. Experten gingen bislang davon aus, dass lediglich grössere Beträge betroffen sein könnten, weil sonst kleinere Guthaben abgezogen werden dürften. Allerdings könnten die Banken versuchen, über höhere Gebühren und Spesen die Negativzinsen der SNB weiterzureichen. Zunächst waren keine Stellungnahmen von Banken erhältlich.

Der am Donnerstag verkündete Schritt der SNB ist eine Premiere. In den 1970er-Jahren wurden nur auf Guthaben von Ausländern Kommissionsbelastungen erhoben. Zudem waren diese vom Bundesrat verordnet.

Euro kurz bei 1,2080 Franken

Der Mindestkurs bleibe das zentrale Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen durch eine Aufwertung des Frankens zu verhindern. In den letzten Tagen hätten verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt. Noch vergangene Woche hatte die SNB bei ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung auf eine Kursverschärfung verzichtet.

Unmittelbar nach der Ankündigung kletterte der Euro auf 1,2080 Fr. an. In den letzten Tagen hatte er an der Marke von 1,2010 Fr. geklebt und damit nahe am Mindestkurs. Bis gegen 10 Uhr verpuffte ein Teil des Effektes, der Euro notierte bei noch 1,2040 Franken. (whr/sda)

Die Einführung von Negativzinsen mache das Halten von Frankenanlagen weniger attraktiv und unterstütze damit den Mindestkurs, erklärte die SNB. Sie bekräftigte sogleich den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro und ihre Bereitschaft, wenn nötig unbeschränkt Devisen zu dessen Durchsetzung zu kaufen. 

Der Mindestkurs bleibe das zentrale Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen durch eine Aufwertung des Frankens zu verhindern. In den letzten Tagen hätten verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt.



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