Schweiz

Post-Chefin Susanne Ruoff steht in der Kritik. Bild: KEYSTONE

Bundesamt reicht Strafanzeige gegen Postauto ein

14.02.18, 15:39 14.02.18, 16:59

Bild: KEYSTONE

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat am Mittwoch Strafanzeige wegen des Buchhaltungs-Skandals bei Postauto eingereicht. Die Anzeige ging an die Bundesanwaltschaft und die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern. Sie richtet sich gegen Unbekannt.

Daneben verzeigte das Bundesamt als Aufsichtsorgan über subventionierte Geschäfte alle möglicherweise in Frage kommenden Organe der Schweizerischen Post AG und der Postauto AG, wie es am Mittwoch mitteilte. Die Anzeige war bereits im Vorfeld angekündigt worden.

Mögliche Straftatbestände sind Verletzungen des Verwaltungsstrafrechts, Betrugs- und Urkundendelikte sowie ungetreue Geschäfts- respektive Amtsführung. Die Postauto AG hatte jahrelang rechtswidrige Gewinnumbuchungen vom subventionierten in den nicht-subventionierten Bereich vorgenommen.

Wie BAV-Kommunikationsleiter Andreas Windlinger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, ist die Anzeige bewusst offen formuliert. Unter die anzeigten «Organe» fallen demnach Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Revision und alle möglichen weiteren Involvierten.

Es sei nun Aufgabe der Bundesanwaltschaft herauszufinden, wer an den Machenschaften beteiligt gewesen oder über sie Bescheid gewusst haben könnte, sagte Windlinger. Er unterstrich, das BAV überprüfe bei Postauto nur die korrekte Verwendung der Subventionen. Am Mittwoch tagte der Post-Verwaltungsrat unter Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller.

Zu hohe Subventionen erschlichen

Die Postauto Schweiz AG bezog mindestens zwischen 2007 und 2015 zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen, wie das BAV im Rahmen seiner Revision feststellte.

Im Fokus: Post-Konzernleiterin Susanne Ruoff. Bild: KEYSTONE

Der Trick der Post-Tochter bestand darin, Erträge aus dem subventionierten Regionalen Personenverkehr in der Sparte «Übriges» zu verbuchen. Bei der Berechnung der nicht gedeckten Kosten, die von Bund und Kantonen getragen werden, resultierte so jeweils ein zu hoher Betrag. Gewinne aus dem subventionierten Personenverkehr sind gesetzeswidrig.

Offenbar hatte die Postauto AG Gewinnziele erhalten. Da sie indessen 85 Prozent des Umsatzes im Regionalen Personenverkehr macht, bleibt nur ein kleiner Geschäftsteil zur Gewinngenerierung.

Das Unternehmen muss Bund und Kantonen 78,3 Millionen Franken zurückzahlen. Die Post untersucht intern, wie und warum es zu den Unregelmässigkeiten gekommen war. (sda)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Makatitom 14.02.2018 20:26
    Highlight Der Witz des Jahres: gegen Unbekannt
    Wer kassiert fast 1 Million im Jahr und begründet das mit der Riesenverantwortung?
    6 2 Melden
    • dan2016 14.02.2018 21:45
      Highlight Und als bei der EMS beschiessen wurde, hat man den CEO auch eingesperrt?
      1 5 Melden
    • Makatitom 14.02.2018 22:30
      Highlight Meinst du bei der "freundlichen Übernahme"? Leider nein
      1 0 Melden
  • Fidelius Amadeus Wortzart 14.02.2018 16:34
    Highlight Es ist strafrechtlich und polizeitaktisch ein Skandal, dass Frau Ruoff nicht in U-Haft sitzt wegen Verdunkelungsgefahr. Sie hat mehrfach öffentlich erwähnt, sie würde sich persönlich um eine lückenlose Aufklärung bemühen. Sie mischt sich aktiv in Angelegenheiten ein, kann theoretisch Spuren und belastendes Material verschwinden lassen.
    11 2 Melden
    • dan2016 14.02.2018 19:22
      Highlight Und die andern 60000 auch?
      0 6 Melden
    • Tobi-wan 14.02.2018 20:29
      Highlight Es arbeiten ja nicht 60000 MA für Postauto, die Revision und die Konzernleitung. Unter Anderem unzählige Pöstler die uns weiterhin täglich Briefe und Pakete zustellen und mit der Affäre mal gar nichts am Hut haben.
      9 0 Melden
    • dan2016 14.02.2018 21:42
      Highlight Ok, aber 1500, plus 500, die nicht mehr dabei sind...
      0 2 Melden
    • Tobi-wan 15.02.2018 06:16
      Highlight Ja, der Postautochauffeur aus Flims hat sicherlich etwas damit zu tun...
      0 0 Melden
  • derEchteElch 14.02.2018 16:24
    Highlight ..gegen Unbekannt? Soso.. ich wüsste etwas viel besseres: ..gegen Post-Chefin Susanne Ruoff.

    Dann kann Bundesrätin Doris Leuthard auch gleich ihren Hut nehmen, sie vertraut der Post-Chefinnämlich weiterhin..
    10 4 Melden
    • Makatitom 14.02.2018 20:27
      Highlight Und den VR-Präsi Schwafler nicht zu vergessen
      7 2 Melden
    • Moudi 15.02.2018 09:32
      Highlight Unter die anzeigten "Organe" fallen demnach Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Revision und alle möglichen weiteren Involvierten..
      0 0 Melden
    • SemperFi 16.02.2018 11:25
      Highlight @derEchteElch: Wenn Sie Strafanzeige gegen jemanden Konkreten stellen und ihm nichts nachweisen können, fallen sie gehörig auf die Schnauze. Mit einer Anzeige gegen Unbekannt ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet in aller Richtungen zu ermitteln. Überlassen wir doch die Juristerei denen, die was davon verstehen.
      2 0 Melden

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