Schweiz
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Keine Sozialhilfe mehr für über 55-Jährige – warum sogar die Rechten das gut finden

Die Skos will die Lage für ältere Stellensuchende verbessern. Statt Sozialhilfe sollen über 55-Jährige bis zum Rentenalter Arbeitslosengelder beziehen. Damit werde die Wirtschaft angespornt, sie im Arbeitsmarkt zu halten. Warum finden das selbst Bürgerliche gut?

23.02.18, 10:03 24.02.18, 05:56

Jonas Schmid / Aargauer Zeitung



Gerade einmal jeder siebte über 55-Jährige, der arbeitslos geworden ist, findet wieder eine Stelle. Bild: KEYSTONE

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) schlägt Alarm: Immer mehr ältere Arbeitslose landen in der Sozialhilfe. Für sie wird es zunehmend schwierig, eine geregelte Arbeit zu finden. «Nur noch jeder siebte über 55-jährige Arbeitslose findet wieder eine Stelle», sagt Felix Wolffers, Co-Präsident der Skos. Und fügt an: «Das ist eine Schande.»

Zwischen 2010 und 2016 nahm die Zahl der über 55-jährigen Sozialhilfebezüger um gut 50 Prozent zu. In derselben Zeitspanne stieg der Anteil der 56- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung jedoch nur um 11.6 Prozent. Die demografische Alterung erklärt den Anstieg also nur bedingt: «Es gibt eine eindeutige Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt», betont Wolffers. Von der Wirtschaft und Politik fordert er endlich «Taten statt nur schöne Worte».

Arbeitslos werden immer öfters auch Gutqualifizierte. Obschon ältere Erwerbstätige im Vergleich zu Jüngeren seltener die Stelle verlieren, wirkt sich eine Arbeitslosigkeit bei ihnen ungleich gravierender aus. Mehr als die Hälfte von ihnen bezieht länger als ein Jahr Arbeitslosengelder. Das Problem: Nach 520 Tagen werden sie ausgesteuert.

Und mit der Aussteuerung beginnt der soziale Abstieg. Erst wenn ihr Vermögen bis auf 4000 Franken aufgebraucht ist, haben Betroffene Anrecht auf Sozialhilfe. Eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt wird immer schwieriger, die gesundheitlichen Risiken nehmen zu.

Arbeitslosigkeit – so schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich ab

Video: srf

Aus Scham verzichten viele auf Sozialhilfe und halten sich irgendwie über Wasser, das führt oft zu teuren gesundheitlichen Folgekosten. «Es ist eine Frage des Respekts gegenüber Arbeitnehmern, die jahrzehntelang gearbeitet haben», so Wolffers.

In Arbeitsmarkt-Nähe bleiben

Dass die Sozialhilfe für diese Menschen der falsche Ort sei, findet auch der Winterthurer Stadtrat Nicolas Galladé (SP). Sie sei für eine temporäre Unterstützung in Notlagen angelegt und nicht als Überbrückung bis zum Rentenalter.

Die Skos schlägt deshalb vor, dass über 55-Jährige nicht mehr ausgesteuert werden, sondern bis zum AHV-Alter Arbeitslosengelder beziehen. In den Genuss der neuen Regelung sollen nur Personen kommen, die mindestens 20 Jahre gearbeitet haben, ihre Stelle erst in einem Alter ab 55 Jahren verloren haben und weiterhin bei der Arbeitsvermittlung angemeldet sind. Die Beitragssätze sollen sich an den Ergänzungsleistungen orientieren.

Das heisst, statt der Sozialhilfe soll neu die Arbeitslosenversicherung für diese Kosten aufkommen. Sprich: Nicht mehr die Kassen von Städten und Gemeinden werden belastet, zahlen sollen neu die Wirtschaft und Arbeitnehmer, welche die ALV über Lohnprozente finanzieren. So soll Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, damit sich diese stärker um ältere Arbeitnehmer kümmern.

Welche Wirkung hat es?

Die Skos geht davon aus, dass das vorgeschlagene Modell «nicht viel kosten» wird. «Es ist einfach», sagt Wolffers. «Die Wirtschaft steuert, ob es Zusatzausgaben geben wird oder nicht.» Wenn die Wirtschaft diese Personen anstelle, dann koste es «überhaupt nichts». Die volkswirtschaftlichen Auslagen würden sogar sinken, da die ALV nicht belastet würden, weil die Personen ja wieder in den Arbeitsmarkt integriert worden seien.

Der Arbeitgeberverband begrüsst, «dass die Skos die Wiedereingliederung von Personen ab 55 Jahren über die ALV noch weiter verstärken will.» Damit dies gelinge, sei zentral, dass alle Kräfte – RAV, IV, Arbeitgeber, Betroffene und Sozialhilfe – am selben Strick ziehen würden. Skeptisch zeigt sich die Wirtschaft gegenüber der Idee, «die Sozialhilfebehörden für alle 55-jährigen Erwerbslosen vollständig aus der Pflicht zur Unterstützung der Wiedereingliederung zu entlassen».

Kurt Fluri Bild: KEYSTONE

Vorbehaltlos hinter die Vorschläge der Skos stellt sich der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri, der den Städteverband präsidiert: «Es ist gut, etwas Druck auf die Wirtschaft auszubauen.» Es sei unglaubwürdig, wenn die Unternehmer einerseits ein höheres Rentenalter fordern, andererseits aus betriebsinternen Überlegungen ältere Arbeitnehmer auf die Strasse stellen.

Fast durchweg positives Echo

Für einmal uneins ist sich die grösste Partei, die SVP: «Die Skos hat schon Dümmeres entschieden», sagt der Bündner Nationalrat Heinz Brand. «Man kann diese Leute mit 55 Jahren nicht einfach aufgeben. Die RAV sind der geeignetere Ort, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren – auch wenn das zugegebenermassen nicht einfach ist.»

Sein Parteikollege und Luzerner Nationalrat Franz Grüter hingegen findet: «Ich hätte von der Skos mehr erwartet. Das Modell ist keine ursächliche Problemlösung.» Wichtig sei eine Reform, damit die Beitragssätze für die Altersvorsorge über das ganze Erwerbsleben gleich bleiben. Dann sind über 50-Jährige nicht so teuer.

Für Corrado Pardini gehen die Skos-Vorschläge «in die richtige Richtung». Sie verhinderten, dass Leute in die Sozialhilfe abrutschen. Doch der Vorschlag auf EL-Höhe ist für den Berner SP-Nationalrat und Gewerkschafter «viel zu tief». Diese Leute seien noch keine Rentner, «sie stehen mitten im Leben und müssen Hypotheken oder die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren». Aus seiner Sicht wäre es viel effizienter, wenn die Dauer der Taggelder wieder ausgebaut würde, wie vor der letzten Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes.

Corrado Pardini Bild: KEYSTONE

Vorsichtig positiv wiederum beurteilt die CVP die Skos-Vorschläge: Sie sollen ernsthaft geprüft werden, so der Luzerner Ständerat Konrad Graber. Bei Sozialversicherungsfragen liege der Teufel aber oft im Detail. So müsse etwa verhindert werden, dass nicht die falschen Leute von den Arbeitslosengeldern profitieren. Ob nach den Sonntagsreden die Taten folgen? Das positive Echo deutet darauf hin. 

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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88Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Goldjunge Krater, Team Selbstbestimmungsinitiative 24.02.2018 07:25
    Highlight Masseneinwanderung stoppen, dann hat es automatisch mehr Jobs auch für 55-jährige und es braucht weder Sozialhilfe noch ALV.

    Aber in gewissen Kreisen ist Umverteilen halt lässiger als die Ursache zu bekämpfen..
    20 25 Melden
  • ybfreak 24.02.2018 00:10
    Highlight Kürzlich hat es im Club auf SRF eine spannende Diskussion gegeben über genau dieses Thema. Warum gibt es immer mehr Arbeitslose über 50ig und was kann man dagegen tun?
    Zusammenfassend kann man sagen, dass die Sozialpläne, die ein Arbeitnehmer eigentlich zugute haben müsste, in den meisten Firmen nicht greifen. Besonders Menschen Ü50 brauchen zwingend besseren Schutz. Unbedingt! Im Gegenzug muss für Firmen ein finanzielles Ausgleichsprogramm erarbeitet werden, damit sie für Beschäftigungen von Ü50 Personen finanziell entlastet werden.
    11 2 Melden
  • Zeit_Genosse 23.02.2018 21:09
    Highlight In der SH gelangen Menschen die sich trotz RAV-Unterstützung nicht in den Arbeitsmarkt integrieren konnten (aus welchen Gründen auch immer). Jetzt werden diese Menschen wieder zurück ins RAV geschickt um was zu machen? Und das im schlimmsten Fall 20 Jahre. Sie werden von den Gemeinden wegdelegiert und die SH-Quote sieht gleich wieder gut aus. Gemeinden sollten sich um ihre Einwohner kümmern und nicht die Verantwortung abgeben. Im Backoffice kann man ALV + SH Konten zusammenlegen. Das zentralisieren des Problems jedoch, lässt es nicht verschwinden und die Kosten werden nur umverteilt.
    8 33 Melden
    • SemperFi 24.02.2018 09:27
      Highlight Es geht um Leute ab 55. Also wird es nicht 20 Jahre Arbeitslosenrente geben, sondern höchstens 10.
      15 1 Melden
  • na ja 23.02.2018 17:11
    Highlight Das kann einige Existenzkämpfe beheben, wenn dies durch käme.
    36 2 Melden
  • Klaus07 23.02.2018 15:40
    Highlight Solange ein einziger CEO, wie Heute in den Medien gelesen, 7,5 Millionen Jahresgehalt bekommt, wird sich bei diesen Unternehmen nicht wirklich viel ändern.
    87 6 Melden
    • Snake Plissken 25.02.2018 12:20
      Highlight ABB-CEO Spieshofer bekommt CHF 9.3mio und schämt sich nicht ... Und wie diesen Leuten von der Wirtschaftspresse immer gehuldigt wird in Interviews: Zum Kotzen!
      4 0 Melden
  • Rodgar 23.02.2018 14:11
    Highlight Die Schalgzeile stimmte mich erst wütend. Las den Artikel und wurde zunehmend ruhiger aber auch skeptischer, das durch eure Kommentare gestützt wurde.

    Ich bringe noch einen Gedanken ins Spiel:
    Es gibt eine bestimmte Menge an Arbeitsplätzen. Diese sind durch junge Arbeitskräfte besetzt (lassen wir mal Erfahrung oder Herkunft beiseite). Wie sollen wir die Wirtschaft, welche hart am Wind operiert zu einer Kursänderung bringen?

    Und haben wir nicht erst kürzlich darüber gelesen, wie viele Jobs in naher Zukunft von Robotern und Computern vernichtet werden?

    Vielleicht sollten wir wieder über das bedingungslose GRUND-Einkommen sprechen.
    97 13 Melden
    • Makatitom 23.02.2018 15:37
      Highlight es wäre schon schön, wenn wir wenigstens mal über ein Grundeinkommen sprechen könnten. Bedingslos ist nämlich im Alleingang unmöglich. Beipielsweise: Muss 5 Jahre in der Schweiz gelebt haben ist schon eine Bedingung. Und ohne das hätten wir zwei Tage nach der Einführung eines solchen Abkommens 520 Millionen Einwohner mehr
      61 7 Melden
    • Flötist 23.02.2018 16:59
      Highlight @Makatitom Obwohl ich deine Schlussfolgerung überhaupt nicht teile (sonst würde jeder aufhören zu Arbeiten, da Sozialhilfe garantiert ist), sollte man tatsächlich generell über ein Grundeinkommen diskutieren, das an Bedingungen geknüpft sein darf. Das Ziel muss sein, dass eine skaliarbare Lösung gefunden wird, die kommende Arbeitsausfälle auffangen kann. Die heutige Sozialhilfe skaliert sicher nicht bis 30% der Bevölkerung, aber das halte ich für realistisch bis 2050. Die digitalisierung nimmt mehr Jobs, als sie kreiert und jene, die sie kreiert sind oft nicht für die, die Jobs verloren haben.
      18 4 Melden
    • John Carter 23.02.2018 17:04
      Highlight Solange die CH Firmen zwischen rund 500 Mio. Europäischen Arbeitskräften wählen kann wird sich das nie bessern.

      Durch die Wahl der PFZ haben wir uns selber ein Ei gelegt. Man hätte Kontingente beibehalten sollen und nur Ausnahmen für fehlende Spezialisten machen sollen.

      Läuft man durch Zürich, hat man das Gefühl in Monaco oder Singapur zu sein. Nicht aber in der Schweiz. Die Konkurrenz wird härter, nicht nur für Ü55 jährige.
      45 20 Melden
    • _kokolorix 23.02.2018 20:59
      Highlight @John Carter
      Du übertreibst masslos und hasst von der Materie Null Ahnung. Wenn ich durch Zürich gehe, sehe ich vor allem das viele Geld das die reichen Ausländer dort liegenlassen. Wer wie ich vor der PFZ auf dem Bau gearbeitet hat, weiss dass die Kontingente weder für die Schweizer noch für die Ausländer gut waren. Sie waren nur für grosse Firmen gut, da nur diese genug Ressourcen hatten um den ganzen Bürokram zu erledigen. Die Ausländer waren häufig in Knebelverträgen, da ihre Bewilligung mit dem Arbeitgeber verknüpft war. Brauchte es mehr Leute, wurden die Kontingente erhöht
      13 18 Melden
    • _kokolorix 23.02.2018 21:08
      Highlight @Flötist
      Das Argument, dann würde ja niemand arbeiten ist idiotisch. Wäre dem so, würde in unserer Gesellschaft nichts mehr gehen. Die ganzen Tätigkeiten in Vereinen, Gemeinden und im Haushalt würden nicht mehr gemacht, die Wirtschaft würde binnen eines Monats kollabieren.
      Wahr ist, dass unangenehme Arbeiten welche heute zu Hungerlöhnen von abhängigen Ausländern erledigt werden, plötzlich gut bezahlt werden müssten, oder der überbezahlte CEO putzt sein Büro eben selber. Interessante, abwechslungsreiche Jobs würden billiger, weil viele sie machen wollen.
      19 5 Melden
    • Flötist 24.02.2018 15:31
      Highlight @_kokolorix Du hast meinen Kommenter entweder nicht richtig gelesen oder nicht verstanden. Schade.
      3 1 Melden
  • Posersalami 23.02.2018 13:59
    Highlight Mir gefällt die Idee auf den ersten Blick. Das aber die SVP dafür ist macht mich vorsichtig, irgendwtwas habe ich übersehen 🤔
    57 38 Melden
    • 7immi 23.02.2018 17:24
      Highlight du hst deine ideologische brille vergessen.ideen sind nicht gut oder schlecht, weil sie aus einer gewissen partei stammen, sondern weil sie gut oder schlecht sind... man muss sich mit den ideen auseinandersetzen, von wo sie stammen ist egal.
      53 5 Melden
  • Graustufe Rot 23.02.2018 13:49
    Highlight Für ü50 eine gute Sache. Meine Befürchtung: Die Arbeitgeber (AG) würden mehr ü50 entlassen. Der Staat schaut ja bis zur Rente für sie. Folge: Die AG's würden ev. noch mehr Junge aus dem EU Raum importieren. Jeder Arbeitgeber, der einen ü50 entlässt, ohne schwerwiegende Gründe, sollte eine Strafsteuer in der Höhe eines Jahreslohnes an die ALV? zahlen. Mobbing sollte leichter zur Anklage gebracht werden. Weil Mobbing bei älteren MA's verbreitet ist. Man will sie loswerden. Eine Entschädigung auf EL-Niveau? Allerdings nur, wenn der Freibetrag für Vermögen massiv erhöht wird.
    43 11 Melden
    • trio 23.02.2018 18:21
      Highlight Eben nicht. Die ALV wird durch die Wirtschaft bezahlt.
      15 5 Melden
    • Graustufe Rot 24.02.2018 07:57
      Highlight @trio. ALV wrd zu genau gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt.
      6 2 Melden
  • Sarkasmusdetektor 23.02.2018 13:38
    Highlight Die Kosten dieses Vorschlags trägt doch die Allgemeinheit. Und die Wirtschaft kann erst noch sagen, es sei jetzt ja nicht mehr so schlimm, wenn sie die Leute mit 55 rausschmeissen. Wo ist da der Druck auf die Wirtschaft?
    34 10 Melden
    • Posersalami 24.02.2018 09:53
      Highlight Weil die ALV von der Wirtschaft mitgetragen wird.
      6 0 Melden
  • Vanessa_2107 23.02.2018 13:36
    Highlight "Die RAV sind der geeignete Ort sie wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren". Diese Behörte hat den falschen Namen nicht RAV sondern RKB Regionale Kontrollbehörde sollte das heissen, denn Arbeit vermitteln sie überhaupt nicht, sie kontrollieren nur. Ich war vor einigen Jahren auch einmal dort, die verbraten mit teuren, unnötigen Kursen nur viel Geld und mehr nicht. Da könnte viel gespart werden.
    75 5 Melden
    • Graustufe Rot 23.02.2018 14:53
      Highlight Das mit den unnötigen Kursen stimmt. Das Geld würde man besser für Einarbeitungszuschüsse ausgeben. Aber die Kontakte von den RAV zu den Arbeitgebern wurden in den letzten Jahren professionalisiert. Es gibt RAV-Personalberater, die nichts anderes machen als Arbeitgeberbesuche und die Bewirtschaftung von gemeldeten offenen Stellen. Zaubern können sie nicht. Die ü50 sollten auch nicht zu schnell resignieren und dran bleiben. Einfach ist das nicht.
      12 7 Melden
    • trio 23.02.2018 18:26
      Highlight Das RAV ist wirklich unter aller Sau. War auch mal kurz dort angemeldet, bevor ich mir diesen Scheiss antat, habe ich jedoch wieder etwas gefunden. Ich weiss, das ist grundsätzlich die Aufgabe des RAV. Wenn man dann jedoch nichts findet, ist das nur noch der Horror. Ich hoffe nur, niemals in diese Situation zu kommen.
      13 3 Melden
    • Dame vom Land 23.02.2018 22:48
      Highlight Würden Sie den Horror, den Sie dort ertragen mussten, bitte genauer erklären? Vielen Dank Ihnen.
      7 4 Melden
    • trio 26.02.2018 10:08
      Highlight @Dame vom Land
      Ich meinte damit nicht, dass sie auf dem RAV schlechte Arbeit machen. Allerdings ist es kein Aufsteller, wenn man gezwungen ist, aufs RAV zu gehen.
      Mir wurde gekündigt, obwohl ich krankgeschrieben war. Darum ging ich aufs RAV. Schlussendlich fand ich auch gleich wieder eine Stelle, auf längere Sicht wäre es aber für mich tatsächlich der Horror immer wieder aufs RAV zu gehen. Für mich ist das bedingungslose Einkommen das bessere System.
      0 0 Melden
  • rudolf_k 23.02.2018 13:14
    Highlight Ich halte das für reine Symptom-Bekämpfung. Erhöht den Anreiz, ältere Arbeitnehmer elegant zum Sozialstaat zu entsorgen, wird nach dem Giesskannenprinzip vergeben und erhöht schlussendlich die eh schon völlig unredliche Umverteilung von Jung zu Alt.

    Was wir brauchen, ist ein echter Inländervorrang, dessen Nichtbeachtung die Firmen wenigstens finanziell substanziell schmerzt und somit Anreize setzt inländische Arbeitnehmer gut auszubilden und möglichst lange zu behalten. Nur wird das leider wohl nur mit einer Kündigung der PFZ möglich sein.
    26 33 Melden
    • trio 23.02.2018 18:28
      Highlight Das wäre eine Lösung, jedoch eine denkbar schlechte. Wieso sollten wir uns selber ins Bein schiessen, wenn es doch bessere Antworten gibt.
      4 5 Melden
  • sowhat 23.02.2018 13:09
    Highlight Die Idee, dass sie in der ALV bleiben find ich gut und richtig. Alledings wächst damit der Druck auf die Wirtschaft in keinster Weise. Es würde erst etwas bringen, wenn jeder Arbeitgeber zB unter einem definierten Durchschnittsalter seiner MA höhere ALV Beiträge bezahlen muss, oder sonst eine direkte Auswirkung in diese Richtung.

    Das Brainstorming dazu ist eröffnet
    23 7 Melden
    • Hierundjetzt 23.02.2018 13:43
      Highlight Ich halte nichts von starren Limiten, da dies sehr Branchenabhängig ist. Ein Grafikatelier oder ein Restaurant hat nun mal per se jüngere Mitarbeiter als eine Unternehmensberatungsfirma.

      Zudem "die Wirtschaft" gibt es nicht. 90% der CH Firmen haben 1-100 Mitarbeiter.

      Die einzige Lösung, ist diese unsäglich blöde Staffelung der BVG Beiträge aufzuheben (je älter, je mehr muss der Arbeitgeber bezahlen), damit wäre sicher schon viel erreicht.
      38 3 Melden
    • Graustufe Rot 23.02.2018 14:57
      Highlight @Hierundjetzt. Ich frage mich schon lange, ob wirklich die hohen BVG-Kosten schuld sind, dass ü50 jährige Arbeitgeber bei den Unternehmen nicht so erwünscht sind. Wenn ein ü50 bereit wäre, für sehr viel weniger Lohn zu arbeiten, heisst es doch schnell einmal, er/sie sei überqualifiziert für die Stelle, oder man fürchtet er/sie sei wegen des tieferen Lohne dann nicht motiviert genug.
      23 1 Melden
    • sowhat 23.02.2018 17:31
      Highlight @Hierundjetzt; genau das meine ich "die Wirtschaft" gibt es so nicht. Da ist jeder für sich; deswegen nimmt diese Massnahme "die Wirtschaft" auch nicht in die Pflicht. Mir ging es darum eine Zusatzoption zu finden. Dein Argument, dass nicht jede Branche mit allen Jahrgängen funktioniert, ist für mich durchaus nachvollziehbar. Mein Ansatz war ein Brainstorming als Ideensammlung, die Aussortierung mittels "Für und Wider" kommt erst im zweiten Schritt. Also bringt einfach mal noch weitere Ideen;) http://ü
      9 0 Melden
    • sowhat 23.02.2018 17:33
      Highlight @Abbaio, diese Überlegungen habe ich so von diversen HR Leuten tatsächlich schon gehört. Es ist also nur zu einem Teil die BVG Differenz: aber ein Teil ist sie wahrscheinlich eben doch.
      9 0 Melden
    • SemperFi 24.02.2018 09:34
      Highlight @sowhat: Und das junge, innovative Startup bekommt gleich zu Beginn zu Aufmunterung einen Knüppel zwischen die Beine, weil es seine Visionen nicht mit Ü50-Mitarbeitern verwirklicht?
      5 2 Melden
  • Reli 23.02.2018 12:59
    Highlight Idee ist gut, aber 20 Jahre gearbeitet ist zu wenig. 30 Jahre müssten es schon sein. Selbstverständlich muss man Familienarbeit mitrechnen.
    10 25 Melden
    • Hierundjetzt 23.02.2018 13:37
      Highlight Das geht so eben nicht ganz auf. 55 - 30 = 25. Mit 25 haben aber noch nicht alle Ihre Ausbildung abgeschlossen (Uni). Es ist eben verzwickt.
      33 4 Melden
  • Hugo Wottaupott 23.02.2018 12:31
    Highlight Nein das geht niemals! Denkt denn niemand an die total verarmte Wirtschaft?
    29 11 Melden
  • hävi der spinat 23.02.2018 11:56
    Highlight Der grösste Schaden wurde den ü55 Stellensuchenden mit der nichtumsetzung der MEI beschert.
    45 58 Melden
    • Lumpirr01 23.02.2018 13:31
      Highlight stimmt zu 100%! Die Wirtschaft hat (trotz MEI) nach wie vor praktisch freie Hand, ältere Arbeitnehmer durch billigere Zugewanderte zu ersetzen..............
      34 11 Melden
    • Snake Plissken 23.02.2018 18:06
      Highlight Bin kein Fan vom SVPapst und Milliardär in Herrliberg, aber die schrankenlose Umsetzung der PFZ ist das viel grössere Problem als die
      hohen BVG-Beiträge am Ende des Berufslebens. Ich habe mal 130'000 im Jahr verdient, dann Burnout mit 7 Monaten Aufenthalt in der Klinik. Nach 2 Jahren Taggeldbezug meinte die IV, dass ich wieder voll arbeitsfähig sei... Seitdem 520 Tage RAV, jetzt ausgesteuert und Ersparnisse verzehrend... . Saldo 1'500 Bewerbungen, 20 Vorstellungstermine, 2 Minijobs à 3 Wochen. Wenn das nicht Altersdiskriminierung ist, dann weiss ich es auch nicht.
      17 7 Melden
    • _kokolorix 23.02.2018 21:35
      Highlight In der MEI steht explizit, die Bedürfnisse der Wirtschaft sind zu berücksichtigen. Wenn die Wirtschaft nach jungen, ausländischen Arbeitern fragt, dann bekommt sie diese auch ob mit oder ohne buchstabengetreue MEI Umsetzung. Viel wichtiger wäre ein Ausbau der flankierenden Massnahmen zugunsten älterer und jüngerer Arbeitnehmer, dann könnten wir uns auch das lächerliche Gerangel mit dem Junker sparen.
      Wir sind uns wohl einig, dass ohne Zwang die Wirtschaft immer den billigsten Weg beschreiten wird
      11 3 Melden
    • hävi der spinat 23.02.2018 22:35
      Highlight Nein die Flankierenden bringen nichts. Im Gegenteil. Sie legen die Wirtschaft in Ketten und Schwächen sie damit.

      Die einzigen die davon profitieren sind die Funktionäre der Gewerkschaften.
      3 12 Melden
    • _kokolorix 23.02.2018 23:05
      Highlight Tja, so gehen die Meinungen auseinander. Ich würde behaupten, dass diese Massnahmen die grossen Firmen dazu zwingt fair zu handeln und innovativ zu werden um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Das stärkt die Wirtschaft durch mehr Motivation und Nachfrage. Von dem Run auf immer billigere Arbeitskräfte hat am Schluss niemand etwas. Der breiten Masse gehts schlechter und den Unternehmen fehlt die Nachfrage. Sogar die Reichen würden mittelfristig reicher, wenn sie nicht so gierig wären.
      Ich glaube, dass Deregulierungen nicht die Wirtschaft stärken, sondern Missbrauch und Korruption
      4 0 Melden
  • einmalquer 23.02.2018 11:49
    Highlight Das System funktioniert nicht:

    da wird von allen verlangt, dass sie arbeiten
    aber allen Arbeit zu geben, fällt niemandem ein

    und Firmen-Vertreter beklagen, dass diejenigen, die wirklich arbeiten wollen, zu hohe Löhne verlangen

    bei de CEOs etc spielt dieses Argument nie eine Rolle, dort können die Löhne nie hoch genug sein

    Und man muss endlich von Mythos, nur wer Arbeit habe sei auch etwas wert, weg kommen
    66 4 Melden
    • Posersalami 23.02.2018 13:54
      Highlight Ja aber die CEOs leisten doch auch unmenschliches!!1! Das müssen sie schon berücksichtigen.
      22 6 Melden
    • Vanessa_2107 23.02.2018 14:28
      Highlight @Posersalami (Citterio?) ist das nun ironisch gemeint?
      15 1 Melden
    • Posersalami 23.02.2018 14:59
      Highlight @Vanessa: Ja
      15 0 Melden
    • Graustufe Rot 23.02.2018 15:10
      Highlight @Posersalami. Ha! Die KMU-Bosse sind wahrsch. mehrheitlich voll im operativen Geschäft. Wenn ich aber an die multinational tätigen, börsenkotierten Unternehmen denke, stell ich mir vor, dass der CEO ruhig mal 3 Monate Urlaub ohne PC, Handy usw. auf den Malediven machen könnte, ohne dass die Geschäfte ins Stocken gerieten. Wahrscheinlich würde die Belegschaft, insbesondere die Leistungsträger im mittleren Kader, gar nicht merken dass der CEO abwesend ist. Läuft Alles so rund hier in letzter Zeit! Ist etwas anders geworden?
      14 1 Melden
  • DanielaK 23.02.2018 11:33
    Highlight Natürlich muss die Idee genau überprüft werden. Allerdings ist das nach meiner Meinung seit längerem die nützlichste Idee aus der Politik. Richtig aufgegleist sehe ich hier durchaus Potenzial.
    63 0 Melden
  • Linus Luchs 23.02.2018 11:25
    Highlight Die Aussagen von Arbeitgeberseite sind mit grösster Vorsicht zu geniessen. Gegenüber Menschen ab 55 ist die diskriminierende Erwartung sehr verbreitet: zu teuer und nicht mehr leistungsfähig. Auf der Website des Arbeitgeberverband liest sich das dann so:

    "Bogenkarrieren mit abnehmender Verantwortung und entsprechend sinkendem Lohn zum Ende eines Berufslebens müssen als realistische und nachhaltige Karrieremodelle erkannt werden."

    Der Euphemismus "Bogenkarrieren" wäre für mich ein Kandidat für das Unwort des Jahres.
    233 11 Melden
    • felixJongleur 23.02.2018 12:04
      Highlight Sorry sollte ein Herz sein. Ich habe einfach zu grosse Hände..;))
      19 3 Melden
    • Snake Plissken 23.02.2018 18:08
      Highlight "Bogenkarriere" als Unwort des Jahres. Bin dabei.
      15 1 Melden
    • SemperFi 24.02.2018 09:25
      Highlight Ich kenne einige Leute, die rechtzeitig (freiwillig) einen Schritt zurück gemacht haben (mit den entsprechenden Konsequenzen) und damit gut leben. Und ich kenne einige, die bis zum letzten Tag Vollgas gegeben haben und nach der Pensionierung in ein Loch gefallen sind. Die „Bogenkarriere“ kann also durchaus Sinn machen, wenn sie freiwillig eingeschlagen wird.
      4 1 Melden
  • Eron 23.02.2018 11:17
    Highlight Leider ist das nur Symptombekämpung und nimmt den Druck auf die Arbeitgeber, die nach wie vor lieber im Ausland rekrutieren, anstatt das Inlandpotential auszuschöpfen. Den Betroffenen hilft es auch nicht, weil keine Gelder in die Pensionskasse fliessen, Miete und Hypotheken wollen auch bezahlt werden, somit steigt der Druck auf die Betroffenen und die Altersarmut ist sicher! Für die Arbeitgeber eine gute Sache, keine Pensionskassenbeiträge, sie können weiter munter entlassen, die Bildung als Argument vorschieben und weiter digitalisieren und automatisieren, den Rest schickt man dann später!
    46 2 Melden
    • Graustufe Rot 23.02.2018 13:50
      Highlight Das befürchte ich eben auch!
      14 0 Melden
    • Snake Plissken 23.02.2018 18:15
      Highlight Ich verwalte eine WG, in der auch mein Sohn wohnt. Wenn da ein Zimmer frei wird (CHF 850 inkl Nebenkosten), dann melden sich massenhaft EU-Bürger: Zahnärztin aus Griechenland, Finanzfachmann und Elektroingenieur aus Ungarn, Gärtner aus Tschechien, Koch aus Deutschland und und und. Das waren alles mal Berufe, womit man eine Familie ernähren konnte. Die arbeiten für Minisaläre, wollen oder müssen noch Geld nach Hause schicken und können sich daher nur ein WG -Zimmer leisten. - Die Arbeitgeberin der griechischen Zahnärztin war übrigens ein SVP-Politikerin in deren Wartezimmer die Weltwoche liegt.
      20 1 Melden
  • DocM 23.02.2018 11:11
    Highlight Die Wirtschaft muss stärker in die Pflicht genommen werden. Je automatisierter oder outgesourcter Arbeitsplatz, müsste diese die vollen Sozialabgaben entrichten. Für jeden Ü55 der durch einen Günstigeren ersetzt wurde, dito. Doch leider hat die Politik nicht den Willen,
    43 6 Melden
    • Posersalami 23.02.2018 13:57
      Highlight Wo in der Statistik taucht denn diese wunderbare Automatisierung auf? Die Produktivität müsste ab der Industrie 4.0 ja förmlich explodieren! Leider dümpelt die seit Ewigkeiten bei +1-2% pro Jahr herum..
      7 1 Melden
  • Hierundjetzt 23.02.2018 11:00
    Highlight Dafür schreibe ich gerne den exakt 4‘000 Kommentar:

    Finde ich aus drei Überlegungen heraus eine gute Idee:

    1. Betrifft es nur eine Kleinstminderheit

    2. Wer mit 55 bereits gezwungen wird nebst seinem Vermögen auch noch sein PK Guthaben vorzubeziehen (!), wird bis ans Lebensende auf EL angewiesen sein. Das kommt viel teurer

    3. Der Staat will insegsamt 2 Mrd für 1 Woche lustiges Olympia aus dem Fenster werfen, daher haben wir locker diese paar Franken für Menschen denen es nicht gut geht

    Bonus: wir sprechen hier von nur 600.- mehr als ein Sozialhilfeempfänger erhält. 1600.- anstatt 998.-😏
    391 11 Melden
    • Leichterbär 23.02.2018 12:48
      Highlight Mit Punkt 3. hast du ja sowas von recht👍
      15 4 Melden
    • Vanessa_2107 23.02.2018 13:27
      Highlight Das PK Guthaben darf meines Wissens nicht angerührt werden?!?
      5 1 Melden
    • Hierundjetzt 23.02.2018 13:46
      Highlight Doch in manchen Kantonen bzw. Gemeinden wird ein Vorbezug des Guthabens verlangt und durchgesetzt, analog einer Frühpensionierung. Man nennt das Sparen auf Kosten der Ärmsten. Rate mal in welchen Kantonen / Gemeinden dies durchgeführt wird...? Exakt: In denen die Sünneler die Mehrheit haben.
      28 3 Melden
    • Vanessa_2107 23.02.2018 14:38
      Highlight @Hierundjetzt - also Kt.ZH oder noch in anderen Kantonen? Ich kenne gerade einen solchen Fall. Er, schon längere Zeit auf dem Soz.Amt, nun ist er durch Erbschaft zu einem Haus gekommen, das er mit s.Schwester teilen muss.Das Amt will nun die Hälfte des Wertes des Hauses. Meines Wissens darf aber im Kt.BE das PK Geld nicht angerührt werden. Weisst du da mehr?
      7 0 Melden
    • einmalquer 23.02.2018 14:57
      Highlight Auch immer wieder ein Thema:

      viele ältere Arbeitslose werden in die "Selbstständigkeit" geschickt, mit dem Altersguthaben, das sie dafür beziehen müssen

      und dann kommen sie auf keinen grünen Zweig und liegen erst recht dem Sozialamt auf der Tasche

      dieser Unsinn der RAVs müsste auch abgestellt werden...
      20 0 Melden
    • Hierundjetzt 23.02.2018 14:58
      Highlight Er muss somit sämtliches Vermögen bis zu einem Freibetrag von 4000.- verbrauchen bevor er vom Amt Geld erhält. Macht eigentlich auch Sinn, da Sozialhilfe für Arme gedacht ist und nicht für Hausbesitzer. So tragisch das im Einzelfall auch ist.

      Es gibt im BVG die Ausnahmeregelung, dass man sich ja vor 65 Pensionieren lassen kann (mit 55, 58?). Und da kommt wieder das Amt ins Spiel, darum der „erzwungene“ Vorbezug. Was per Definition kein Sinn macht, denn der Bezüger zahlt dann ja keine AHV mehr ein und ist danach auf EL angewiesen, bis an sein Lebensende
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    • rodolofo 24.02.2018 08:13
      Highlight Gerade diese "Kleinstminderheit" ist aber auch wieder der Pferdefuss an der Sache.
      Die Meisten werden denken: "Dieses Problem betrifft mich nicht und werde ich auch nie haben. Diese Alten sollen selber schauen, wie sie durchkommen! Den Millionen von Flüchtlingen auf dieser Welt hilft auch niemand! Wo sie auftauchen, machen die Einheimischen ihre Grenzen dicht und schliessen Türen und Fensterläden.
      Wenn's draussen kalt wird schickt man ihnen allenfalls Säcke mit alten Kleidern, damit man sich nicht allzu mies füllt in der gut beheizten Villa.
      Das könnte man ja mit den Ü-55 auch so machen!
      4 1 Melden
  • Alterssturheit 23.02.2018 10:58
    Highlight Ein Schritt in die richtige Richtung. Ohne Druck wird die Wirtschaft das Problem nie und nimmer ernsthaft angehen.
    269 8 Melden
    • Tavares 23.02.2018 11:43
      Highlight falls dies dazu führen würde, dass der ALV-Beitrag steigt, müsste dies zwingend den Arbeitgebern angelastet werden, nicht den Arbeiternehmern. Sonst zahlen es die falschen...
      59 0 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.02.2018 10:56
    Highlight "«Nur noch jeder siebte über 55-jährige Arbeitslose findet wieder eine Stelle», sagt Felix Wolffers, Co-Präsident der Skos."
    Ich bin mir sicher, das Wolffers das nicht gesagt hat.
    Jonas Schmid, der Journalist hinter diesem Artikel hat da ein kleines, aber entscheidendes Detail vergessen.
    Wolffers sagte, nur jeder siebte über 55j der Ausgesteuerten (sic!) findet wieder eine Stellen.
    Ich hoffe, Herr Schmied ist nur ein kleiner Fehler unterlaufen.
    49 5 Melden
  • Ökonometriker 23.02.2018 10:56
    Highlight Mit anderen Worten: statt den progressiv besteuerten Reichen und dem oberen Mittelstand sollen jetzt die jungen Arbeitnehmer dafür aufkommen, dass die Wirtschaft alte Angestellte durch junge Zuwanderer ersetzt.

    Das ist ja wirklich wieder mal eine extrem gut durchdachte Idee...
    26 49 Melden
    • ujay 23.02.2018 13:02
      Highlight @Öko. Blödsinn. Wer das Problem Altersarbeitslosigkeit mit hirnrissigen populistischen Parolen kaschieren will, hat keine Ahnung vom Thema und scheint nicht interessiert, Lösungen zu finden.
      8 5 Melden
    • Ökonometriker 23.02.2018 13:28
      Highlight @ujay: die Leute sind genau gleich arbeitslos, ob jetzt die Reichen oder die Armen für sie zahlen.
      Fakt ist: Sozialhilfe qird von progressiven Steuern finanziert. ALV bezahlt der kleine Arbeiter.
      16 1 Melden
  • Restseele 23.02.2018 10:53
    Highlight Leider wird es dazu führen, dass es noch leichter wird, ältere Arbeitnehmer 'zu entsorgen'....
    Und die Arbeitslosenversicherung muss ja auch irgendwo her das Geld haben.
    Finde ich keine gute Idee.
    15 39 Melden
    • Rookie 23.02.2018 11:36
      Highlight Es wird nicht leichter durch allenfalls stark steigende AL-Beiträge der Wirtschaft!
      12 3 Melden
  • Makatitom 23.02.2018 10:36
    Highlight Was heisst da "sogar"? Die Rechten finden alles gut, was die Gesellschaft spaltet und die Demokratie zerstört. Und wenn es um Sozialhilfe geht alles, was gespart werden kann und via Steuerreformen ihren reichen Mäzenen in die Taschen gespült werden kann. Eine Gesllschaft muss immer daran gemessen werden, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht, und das ist in der CH, aber auch in ganz Europa und Trumpistan seit dem Aufschwung der neolibertären Turbokapitalisten in nationalistischen Tarnmäntelchen hundsmiserabel, um ein einigermassen anständiges Wort zu benutzen
    50 35 Melden
    • TheMan 23.02.2018 11:12
      Highlight Makatitom das gesamte hätten wir nicht, häteen wir die Offenen Grenzen nicht. Dank der Lin?en und der nichtumsetzung der MEI, muss man nun andersweitig schauen. Und übrigens nicht nur die Rechten sind dafür, das wir dieses machen für 55+. Auch die Linken. Und deine Lieben Linken spaltet gerne die Gesellschaft. Deine Linken wollen in die EU. Die EU tut nur den Reichen gut, und Demokratie kennt der EU Raum nicht. Es lebe halt der Kommunismus. Für Links die beste Art der Demokratie. Das Dumme Volk soll ja nichts mehr zu sagen haben nach Links.👏👏👏
      19 49 Melden
    • rudolf_k 23.02.2018 12:22
      Highlight "Eine Gesllschaft muss immer daran gemessen werden, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht" - das kommt darauf an, wer zur Gesellschaft gehört und wer nicht. Wer ungefragt und illegal einwandert kann schlicht nicht dieselben Ansprüche haben wie jemand der jahrezehntelange in die Sozialwerke einbezahlt hat. Genau dies fordert die SKOS aber mir ihren absurd hohen Ansätzen immer wieder:
      https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Eine-Familie-erhaelt-gut-und-gern-5600-Franken-Sozialhilfe/story/30808492
      Das just jene SKOS nun gewisse Leistungen nur für Fleissige fordert scheint mir eher verdächtig
      13 12 Melden
    • Yamamoto 23.02.2018 12:46
      Highlight @TheMan Es ist die bürgerliche Mehrheit, die die Gesetzgebung zu verantworten hat. Wichtige Entscheide der Exekutive trifft der ebenfalls bürgerlich dominierte Gesamtbundesrat – auch im Asyl- und im Sozialwesen. Wir könnten unsere Probleme im Sozialwesen lösen, wenn wir Kapitalgewinne endlich höher als Einkommen besteuern und die Unternehmenssteuern anpassen würden. Würde Dir etwas am Wohlergehen unserer Gesellschaft liegen, würdest Du anders wählen, aber es ist einfacher, sich auf "Scheissasylanten" einzuschiessen als sich mit steuerlichen und rechtlichen Ungerechtigkeiten zu beschäftigen.
      13 3 Melden
    • Makatitom 23.02.2018 13:40
      Highlight rudolf_K: früher hiess es, wer am Abend saufen und feiern kann, soll am nächsten tag auch arbeiten. Heute muss es heissen: Wer Waffen und Munition in die ganze Welt verkaufen kann, soll auch Flüchtlinge aufnehmen
      15 6 Melden
  • smoking gun 23.02.2018 10:31
    Highlight Das ist keine gute Idee. Alle Sozialhilfe-Bezüger sind grundsätzlich zur Rückzahlung der bezogenen Gelder verpflichtet. Bleiben die Leute bis zur AHV in der Arbeitslosenkasse, gilt diese Regelung nicht. So hätten wir also eine Zweiklassen-Gesellschaft. Zum einen die, welche Schulden generieren, weil sie das Pech haben, vor 55 die Stelle zu verlieren oder bereits Sozialhilfe beziehen. Und dann die anderen, die von der neuen Regelung profitieren und keine Schulden machen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist die einzige Lösung.
    30 33 Melden
    • Butschina 23.02.2018 11:21
      Highlight Ich war lange gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Aber nach meinen letzten Erfahrungen mit der Suva begrüsse ich dies. Im Sozialwesen läuft einiges schief. Kann das nicht näher ausführen, die Zeichen reichen bei weitem nicht. Nur soviel, die Versicherungen mit ausreichend Geld schieben alles auf die mit wenig Geld. Ein Beispiel: Suva bezahlt jahrelang die Pflegeleistungen der Suva, dann folgt der Fallabschluss weil der bestmögliche Endzustand erreicht ist und schwupp soll doch jetzt die KK bezahlen. Das werde ich nie verstehen.
      23 2 Melden
    • Richu 23.02.2018 11:33
      Highlight @smoking gun: Hast du das wuchtige Nein (ca. 77%) der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger
      zu einem bedingungslosen Grundeinkommen bereits vergessen!
      15 11 Melden
    • Dr. Zoidberg 23.02.2018 11:42
      Highlight und du glaubst ernsthaft, ein 55+ jähriger, der bis zur pensionierung sozialhilfe bekommt und davor sein gesamtes vermögen inklusive der pensionskasse aufgebrauchen musste, zahlt von der verbleibenden ahv-rente jemals irgendwas an die sozialämter zurück? wovon denn?

      natürlich müssten bei so einem systemwechsel die altschulden annuliert werden, der daraus resultierende reale verlust wäre aber sehr überschaubar.

      im übrigen hättest du das gleiche problem bei einer bge einführung, auch damit gäbe es "altfälle", die auf potentiell hohen sozialhilfeschulden sitzen.
      23 2 Melden
    • smoking gun 23.02.2018 11:54
      Highlight Hier ein Bespiel: A wird ausgesteuert und bezieht anschliessend bis zur AHV Sozialleistungen. B wird nach Einführung dieser Idee (ein paar Jahre später) ausgesteuert und bezieht bis zur AHV Arbeitslosengelder. B erbt, gewinnt im Lotto usw. B muss bis auf einen kleinen Restbetrag alles Geld abliefern. A hingegen kann alles behalten. Und das soll fair sein? Von mir aus ein bedingungsloses Grundeinkommen ab 55.
      9 10 Melden
    • smoking gun 23.02.2018 12:28
      Highlight @Dr. Zoidberg: "natürlich müssten bei so einem systemwechsel die altschulden annuliert werden, der daraus resultierende reale verlust wäre aber sehr überschaubar."

      Und wie stellst du dir das vor? Wechseln die Ü55jährigen vom Sozialamt wieder in die Arbeitslosenkasse?

      "im übrigen hättest du das gleiche problem bei einer bge einführung, auch damit gäbe es "altfälle", die auf potentiell hohen sozialhilfeschulden sitzen."

      Nein, hätte man nicht. Bei einem BGE-Betrag von ca. 2500.- Franken monatlich kann keine Rückzahlung gemacht werden. Das Einkommen wäre schlichtweg zu gering.
      5 1 Melden
    • Dr. Zoidberg 23.02.2018 12:56
      Highlight irgendwie verstehst du wohl nicht, was ich dir sagen will.

      a) ja, die in der sozialhilfe hängenden ü55 bekämen wieder arbeitslosengeld. das war die idee. die sozialhilfeschulden müsste man annulieren, zurückgezahlt werden die eh nicht.

      b) doch, hätte man. aber noch mal: ein ü55 wird höchstwahrscheinlich die sozialhilfe so oder so nicht zurückzahlen. weder vom arbeitslosengeld, noch von der ahv-rente, noch vom bge.

      es ging aber eigentlich um den systemwechsel. für die vor dem wechsel asugesteuerten ist es egal, ob es danach bge oder alg gibt - die haben schon schulden beim sozialamt.
      0 2 Melden
    • Butschina 23.02.2018 13:06
      Highlight Am sinnvollsten wäre es die Chancen auf Arbeit zu verbessern. Zum Beispiel Kündigungsschutz der Ü 50 bei Umstrukturierungen. Ist zwar den anderen gegenüber auch nicht fair.
      5 0 Melden

Valon Behrami und Ignazio Cassis – eine Tessiner Geschichte von Kampf, Krieg und Mitschuld

Fussballstar Valon Behrami floh einst vor der Gewalt im Kosovo ins Tessin. Der Tessiner Bundesrat Ignazio Cassis ermöglicht nun, dass mit Schweizer Waffen Gewalt in Bürgerkriegen ausgeübt wird. Ein Blick auf zwei Leben.

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