Schweiz

Die 5 wichtigsten Erkenntnisse aus der Pressekonferenz zum Postauto-Skandal

Nach dem Postauto-Skandal, wonach über 78 Millionen Franken Subventionen eingestrichen wurden, informierte Post-Verwaltungsrat Urs Schwaller heute an einer Pressekonferenz über das weitere Vorgehen. 5 Dinge, die du jetzt dazu wissen musst. 

15.02.18, 15:42 16.02.18, 08:23

Ruoff bleibt

Die Post-Chefin Susanne Ruoff, die im Zuge des Subventionenbetrugs harsch in die Kritik geriet, weil sie laut «Blick» bereits 2013 von den illegalen Buchungen wusste, bleibt in ihrem Amt. Verwaltungsrat Schwaller sicherte ihr das Vertrauen zu. «Es gilt die Unschuldsvermutung», sagt er an der Pressekonferenz. Fügte aber hinzu: «Beim leisesten Zweifel muss sie gehen.» Ruoff wird sich weiterhin auf die operativen Belange konzentrieren, während Verwaltungsrat Schwaller die Untersuchungen leitet. 

Task-Force gebildet

Eine unabhängige Task-Force von Experten des Anwaltsbüros Kellerhals Carrad sowie von Ernst&Young werden die Vorkommnisse genauer untersuchen. Dies teilte Schwaller an der Pressekonferenz mit. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine abschliessende Darstellung des Sachverhalts geben.» Schwaller schwört aber Transparenz. «Es liegt nun an der Post, die unentschuldbaren Vorfälle lückenlos aufzuklären», sagt der Verwaltungsrat. Man werde die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten. 

Der hinterzogene Betrag von 78 Millionen wird die Post umfänglich dem Bund und den Kantonen zurückzahlen, informierte Schwaller. 

Boni gestrichen

Als Sofortmassnahme kündigte Schwaller die Aufschiebung der variablen Lohnanteile für 2017 an. Heisst konkret: Der Postauto-Spitze werden keine Boni ausbezahlt, bis die Vorkommnisse geklärt sind. Davon ist auch Post-Chefin Ruoff betroffen. Möglich ist, dass einige Personen der Geschäftsleitung einen Teil der Boni zurückbezahlen müssen. «Diese Frage ist aber noch offen», meinte Schwaller. Die Frage nach der Rückzahlung werde erst nach den Untersuchungen beantwortet. 

«Mitarbeiter sollen sich bei uns melden!»

Schwaller appellierte zudem an die Mitarbeiter der Post und deren Tochterkonzerne. «Mitarbeiter sollen sagen, wenn sie etwas wissen.» Er wolle so Indiskretionen vermeiden. Mitarbeiter können sich an die anonyme Kontaktstelle «Post Courage» wenden, so Schwaller und ergänzt: «Es geht aber nicht darum, irgendetwas zu verheimlichen.»

Postauto AG bleibt bei Mutterkonzern Post

Die Postauto AG wird auch weiterhin beim Mutterkonzern Post bleiben. Dies bestätigte Verwaltungsrat Schwaller vor den Medien. «Die Postauto AG gehört zur Post.»

Dennoch werde eine Ablösung diskutiert, sagte er. Diese stehe aber nicht zuoberst auf der Prioritätenliste. «Ich will zuerst einen neuen Chef bei Postauto», erklärte Schwaller. Die Stelle von Daniel Landolf, der freigestellt wurde, wird laut Schwaller bereits in den nächsten Wochen wieder besetzt werden.

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Video: srf/SDA SRF

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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 16.02.2018 19:36
    Highlight Falls sich die Bosse nicht persönlich bereichert haben, finde ich das Ganze eigentlich nicht so schlimm.
    2 0 Melden
  • Abbaio 16.02.2018 08:07
    Highlight Wieso nur Ruoff? Und der ehem. Postautochef, die externen Revisoren? Von letzteren wird gesagt, mind. einer von ihnen hätte schon 2013 Bescheid gewusst von "Unregelmässigkeiten". Und der Verwaltungsrat? Und der Vorgänger von Ruoff? Herr Schwaller tritt hier als Schiedsrichter auf, obwohl er Teil der Untersuchungen ist oder sein sollte?! Jeder schiebt die Schuld auf den andern. Einig sind sich aber offenbar viele, dass Ruoff weg muss, am liebsten gleich mit BR Leuthard der obersten Chefin, die offenbar über jeden Federstrich in ihrem Riesendepartement Bescheid wissen sollte.
    5 0 Melden
  • Bonzino 15.02.2018 22:26
    Highlight Der Herr Schwaller zeigt sich absolut korrekt. Zuerst abklären, dann die Fakten auf den Tisch und handeln. So muss eine Entscheidung fallen. Wir werden sehen...
    8 3 Melden
  • Zap Brannigan 15.02.2018 19:35
    Highlight Meldestelle? Interne Task force? Unschuldsvermutung? Was für eine Verarschung. Frau Roff war nachweislich auf dem Verteiler einer Aktennotiz, in der die interne Revision unmissverständlich auf illegale Machenschaften aufmerksam machte. Wenn sie davon wirklich nichts wusste, ist das keine Unschuld, sondern ein Grund zu gehen. Die Geschichte gehört der Staatsanwaltschaft übergeben, und der gesamte Laden muss von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfung durchleuchtet werden. Die Chancen stehen gut, dass auch an anderen Orten betrogen wurde. Das ist eine Frage von Charakter und Firmenkultur.
    25 3 Melden
    • Abbaio 16.02.2018 08:20
      Highlight Achtung Ironie: Die Frau muss weg, am besten die Leuthard auch gleich. Nur schon dass da zwei Frauen am Ruder sitzen ist eine Provokation. Weg mit denen. Egal wie gut die ihren Job bisher gemacht haben. Egal, was kommende Untersuchungen bringen und wieviele Männer allenfalls auch noch seit Jahren Bescheid wussten, Hauptsache diese Frau, besser beide Frauen, sind weg und können wieder durch Männer ersetzt werden, wies der Brauch und Recht ist - zumindest für die eine Hälfte der Menschheit. Klick. Jetzt ist mein Blitzableiter aktiviert. Ende Ironie.
      3 4 Melden
  • HansDampf_CH 15.02.2018 19:09
    Highlight wir sollten alle Strafanzeige stellen. Einsicht in Akten! Wir sind alle geschädigt worden. Einzug des Bonus teils rückwirkend....
    21 1 Melden
    • Abbaio 16.02.2018 08:23
      Highlight Dass die bei staatsnahen Betrieben überhaupt Boni kriegen, nebst den viel zu hohen Löhnen ist ein Skandal. Manchmal frag ich mich, ob ich nicht auch versuchen würde Steuern zu vermeiden wenn ich reich wäre. Denn für Verschwendung und Korruption möchte ich nicht ungefragt zahlen müssen, egal wie hoch mein steuerbares Einkommen ist.
      3 1 Melden
  • Fidelius Amadeus Wortzart 15.02.2018 18:28
    Highlight Anstatt die Verantwortliche(n) zu entlassen, lässt man diese weiterhin Sesselkleberei betreiben. Big fail!
    52 14 Melden
  • Ruffagsuffa 15.02.2018 17:09
    Highlight Boni bis auf Weiteres gestrichen? Das ist aber unmenchlich! Hoffentlich war ein Careteam vor Ort.
    99 5 Melden
  • HansDampf_CH 15.02.2018 17:00
    Highlight Klar stellen Sie sich vor Sie. Die tragen alle gemeinsam die Verantwortung... haben alle gemeinsam den Steuerzahler für Ihren persönlichen Bonus Beschissen.
    71 6 Melden
  • DonPedro 15.02.2018 16:12
    Highlight Je grösser der Skandal, umsomehr
    gilt die Unschuldsvermutung und niemand hegt den leisesten Zweifel!
    40 7 Melden
  • Karoon 15.02.2018 15:49
    Highlight Also faktisch passiert nichts
    55 6 Melden
    • Abbaio 16.02.2018 08:24
      Highlight Abwarten. Es wird ein Bauernopfer geben und dann wird munter weiter betrogen. Man wird neue Wege finden um an die Kohle zu kommen.
      4 1 Melden
  • Prolet Biertrinker 15.02.2018 15:49
    Highlight 1)Ruoff bleibt: ein normaler Angestellter hätte den Fristlosen und einen Gingg in den Hintern
    2) Task-Force gebildet: beweist dass sie's echt nicht im Griff hatten/haben
    3) Boni gestrichen: ja hoffentlich auch!
    4) Mitarbeiter sollen sich bei uns melden!: Ja war das vorher nicht erwünscht? Was ist das für ein Laden?
    5) Postauto AG bleibt bei Mutterkonzern Post: Rhetorischer Dünpfiff. Wo wollen sie den sonst hin? Nestlé?
    114 14 Melden
    • dan2016 15.02.2018 19:43
      Highlight Lieber Prolet, der Blick und verschiedene Parlamentarier haben eine Abspaltung angeregt. Wenn Sie, und die meisten Mitpster, den hohen Massstab für Euch anwendet, dann solltet ihr jetzt ein halbes Jahr Postverbot bekommen
      7 16 Melden
    • Abbaio 16.02.2018 08:25
      Highlight @dan2016. Da haben Sie in ein Wespennest gestochen. Daher die Blitze. Mein Zustimmung haben Sie.
      5 1 Melden
    • dan2016 16.02.2018 10:07
      Highlight @Abbaio, Danke, ich wusste dies allerdings. Bei gewissen Themen möchte die Watson-Community mit aller Kraft das Level der 20 Min-Community untertreffen. Ich bin auch der Meinung, dass der Subventionsbetrug schlichtweg skandalös ist und bin auch der Meinung, dass relativ viele Leute es geahnt haben müssen. Hingegen sprechen wir von 1% des Gewinns, 0.1% des Umsatzes - inwieweit ich dies als Führungsperson sofort auf dem Radar hätte (auch mit der schwachen internen
      2 0 Melden
  • #bringhansiback #NoNoBillag 15.02.2018 15:47
    Highlight Kurz: Ups, ihr habt uns erwischt, klopft uns einmal auf die Finger, dann machen wir weiter wie bisher...
    44 7 Melden

Mitfiebern in 7 Bildern – so knapp verpasste Wendy Holdener Olympiagold 

Wendy Holdener gewinnt für die Schweiz die vierte Medaille in Pyeongchang. Die Stangenkünstlerin führte nach dem ersten Lauf noch, dann musste sie aber Frida Hansdotter noch vorbeiziehen lassen.

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