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Kahlschlag in Zug: Rund ein Drittel des Produktionsvolumens wird ausgelagert – unter anderem ins Ausland. Bild: KEYSTONE

Wegen «Frankenstärke»: Siemens baut in Zug rund 150 Stellen ab

15.06.15, 15:04 15.06.15, 17:25

Der Industriekonzern Siemens baut am Standort Zug rund 150 Stellen ab. Knapp ein Drittel des dortigen Produktionsvolumens soll an andere Standorte im Ausland verlagert oder an externe Firmen übertragen werden, teilt Siemens Schweiz am Montag mit.

Damit reagiert der Konzern auf die gestiegenen Produktionskosten im Zuge der Frankenstärke. Die Fertigung müsse vermehrt in jene Regionen verlagert werden, wo auch die Produkte und Dienstleistungen verkauft würden und die Lohnkosten niedriger seien, heisst es dazu.

Noch vor vier Jahren waren in Zug noch rund 1900 Angestellte des Konzerns tätig. Bild: KEYSTONE

Bereits Ende März hatte der Konzern in Aussicht gestellt, Massnahmen zu prüfen, welche die Konkurrenzfähigkeit der Fertigung in der Sparte Gebäudetechnologie in Zug sichern sollen. Per April war in diesem Zusammenhang die Arbeitszeit erhöht worden.

Standort Zug soll erhalten bleiben

Aufgrund der geplanten Veränderungen reduziere sich die Anzahl der Stellen im Fertigungsbereich in Zug von heute etwa 500 auf rund 350, präzisierte das Unternehmen nun in einer Mitteilung am Montag.

Geplant sei, im Januar 2016 mit der Verlagerung der ersten Produktionslinien zu beginnen und die Massnahmen bis Ende 2016 abzuschliessen. Ein Teil des geplanten Personalabbaus soll durch die Reduzierung von Leiharbeitern, natürliche Fluktuation sowie vorzeitige Pensionierungen realisiert werden. Kündigungen seien dennoch nicht zu vermeiden.

Vor vier Jahren erst hatte Siemens Schweiz seine Produktionsstandorte für Gebäudetechnologie in Zug zentralisiert. Das bedeutete damals die Schliessung der Produktion in Volketswil ZH. In Zug arbeiteten zu diesem Zeitpunkt noch rund 1900 Angestellte.

Neubau-Projekt wird weiterverfolgt

Trotz des sukzessiven Stellenabbaus in Zug will Matthias Rebellius, Chef der Abteilung Gebäudetechnologie, am Standort als globales Kompetenzzentrum festhalten. Siemens wolle in Zug weiterhin neue Produkte und Lösungen entwickeln und Hightech-Komponenten fertigen, wird Rebellius in der Mitteilung zitiert.

Aus diesem Grund halte Siemens auch unverändert am geplanten Neubau des Hauptsitzes in Zug fest. Bis 2018 soll nebst dem neuen Verwaltungsgebäude ein Entwicklungszentrum und Produktionsgebäude bezogen werden. (tat/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • herschweizer 15.06.2015 15:08
    Highlight Super der Franken übernimmt jetzt jede Schuld
    15 8 Melden
    • Paul Stocker 15.06.2015 16:01
      Highlight Wieso schuld? Das ist einfach Konsequenz. Wirtschaftliche Realität.
      12 9 Melden
    • Sille 15.06.2015 19:25
      Highlight Paul Stocker, Realität? Realität ist, dass man den Euro überhaupt, aber vor allem zulange gestützt hat und die Firmen sich auf eine *unendliche Geschichte* verlassen haben. Blauäugig hat man angenommen, dass der Euro unendlich gestützt wird. Das Resultat? Der schwarze Peter liegt beim starken CHF und die Firmen welche sich jetzt mit der Ausrede *Starker Franken* entweder aus dem Staub machen oder mit Kurzarbeit gesund stossen haben eine Ausrede, so gesehen geschiehts der Schweiz recht, denn man kann nicht der EU dienen und das Gefühl haben das im eigenen Land alles normal weiterlaufen kann.
      6 2 Melden
    • TheMan 16.06.2015 00:35
      Highlight Paul Stocker. Der Schweizer Franken trifft keine Schuld. Nur können Firmen einfach Leute entlassen und dem Starken Franken die Schuld geben. Dabei hätten sie die Leute so oder so Entlassen.
      1 0 Melden

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