Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Avenir Suisse meint: Lohnexzesse schaden dem liberalen Ansehen

02.04.16, 11:48 02.04.16, 12:22


Liberale Reformen haben heutzutage aus Sicht des abtretenden Direktors der Denkfabrik Avenir Suisse keinen einfachen Stand. Die Wirtschaftskrise und die Debatte über Spitzensaläre habe dem Ansehen marktorientierter Lösungen stark geschadet, findet Gerhard Schwarz.

Es herrsche eine starke Tendenz, wirtschaftliche Probleme als Folge von zu viel Markt und Liberalisierung zu sehen, sagte Schwarz in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag. Bei Wirtschaftsführern sei zwar das Bewusstsein gewachsen, dass Lohnexzesse oft zu regulatorischen und antiliberalen Reflexen führten.

Gerhard Schwarz, Direktor Avenir Suisse, an einer Medienkonferenz in Zuerich, am Dienstag, 7. April 2015. Avenir Suisse orientierte ueber ihr neuestes Diskussionspapier

Gerhard Schwarz.
Bild: KEYSTONE

Schon zu Beginn der Lohndebatte hätten ihm einzelne Wirtschaftsführer gesagt, sie seien über die Lohnentwicklungen im Top-Management nicht glücklich, so Schwarz. «Aber es ist fast unmöglich, nicht mitzumachen.» Man finde kaum einen geeigneten CEO für 500'000 Franken, wenn die Konkurrenz 5 Millionen zahle.

«Wir leben in einer globalisierten Wirtschaft.» Löhne globaler Konzerne, auch wenn sie in der Schweiz ansässig seien, könnten nicht am Lohn eines Regierungsrats im Kanton Baselland festgemacht werden. «Das sind zwei Welten, die aufeinanderstossen - und das schafft Probleme.»

Keine Lobby-Organisation

Gerhard Schwarz hat per Anfang April das Direktorium der Denkfabrik nach fast sechs Jahren an Peter Grünenfelder abgegeben. Die Frage, ob es Avenir Suisse während der «Ära Schwarz» gelungen sei, Einfluss auf die wirtschaftspolitische Entscheidungsfindung zu nehmen, beantwortet Schwarz positiv.

Die Resonanz sei über die vergangenen Jahre gestiegen, ist er überzeugt. Wenn etwa Bundesrat Johann Schneider-Ammann in einem Interview wohlwollend über die Idee einer unabhängigen Prüfstelle für Regulierungen spreche, habe dies fast sicher auch mit dem Papier von Avenir Suisse zum Thema zu tun. «Oft fliessen Ideen von uns in politische Vorstösse ein, ohne das wir namentlich erwähnt werden.» (sda)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 03.04.2016 08:13
    Highlight Überrissene Löhne der Top-Kader grosser Unternehmen: Mit vernünftigen Löhnen ginge es auch!

    Die Top-Kader der grossen Unternehmen werden meist aus einem grossen Reservoir von guten Leuten der zweiten Führungsebene ausgewählt, die weit weniger verdienen als die Top-Kader. Die beförderten Personen sollen wegen der höheren Verantwortung besser entschädigt werden. Um solche Leute zu bekommen, braucht es aber als Anreiz keine überrissenen Löhne.
    9 0 Melden

Marvin Schulze – oder warum Autisten die besseren Mitarbeiter sind

Menschen mit Autismus sind oft äusserst intelligent und analytisch – aber arbeitslos. Der deutsche IT-Dienstleister Auticon lässt Software von Asperger-Autisten testen und entwickeln. Seit dem Frühjahr hat das Unternehmen auch eine Filiale in Zürich. Ein Besuch bei einer Firma mit Pioniergeist. 

Marvin Schulze spricht druckreif. Präzise, grammatikalisch korrekt, fliessend. Sprache liegt ihm. In seiner Freizeit entwickelt er eine neue Sprache, die er «Axoru» getauft hat. Es handelt sich um einen Mix mehrerer Sprachen, nur eben, laut Schulze, besser durchdacht, effizienter. Effizienz treibt den 28-jährigen Deutschen auch in seinem Job an. «Denn ich bin faul und automatisiere Abläufe lieber, anstatt die Arbeit von Hand zu machen», sagt er. 

In einem Sitzungszimmer des Impact Hubs …

Artikel lesen