Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Weniger als 20 Franken pro Tag und Person: 76'000 Kinder leben in der Schweiz in Armut



Caritas Schweiz fordert eine nationale Strategie zur Armutsbekämpfung. Zur Überwindung der Kinderarmut seien Familienergänzungsleistungen, eine frühe Förderung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie notwendig.

Kinderarmut sei in der Schweiz eine Tatsache: 76'000 Kinder sind landesweit von Armut betroffen, und weitere 188'000 Kinder leben in prekären Verhältnissen knapp oberhalb der Armutsgrenze, wie die Caritas am Donnerstag vor den Medien bekanntgab.

Besonders stark betroffen seien Kinder, die in einem alleinerziehenden Haushalt aufwachsen sowie jene, deren Eltern ein tiefes Bildungsniveau aufwiesen: Eine von Armut betroffene Familie müsse heute mit weniger als 20 Franken pro Tag und pro Person für Essen, Kleidung, Energie, Hygiene, Mobilität, Kommunikation, Unterhaltung und Bildung über die Runden kommen.

ARCHIV - ZUR KONFERENZ GEGEN ARMUT, WELCHE HEUTE DIENSTAG, 22. NOVEMBER 2016 IN BIEL STATTFINDET, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG -  [Symbolic Image, Staged Picture, Model Released] A girl is sitting on the floor at home and counts his money, photographed on March 10, 2016 in Lucerne, Canton of Lucerne. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

[Gestellte Aufnahme, Symbolbild, Model Released] Ein Kind sitzt zu Hause am Boden und zaehlt sein Geld, fotografiert am 10. Maerz 2016 in Luzern. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

Kinderarmut sei in der Schweiz eine Tatsache. Bild: KEYSTONE

Schweiz liegt international zurück

Der Staat investiere zu wenig in Kinder und Familie. Mit 1,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes liege sie deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 2,3 Prozent. Die Schweiz müsste dreieinhalb Mal so viel in die familienergänzende Betreuung investieren wie heute.

Auffallend sei insbesondere die geringe Subventionierung von Plätzen in Kindertagesstätten. Das habe zur Folge, das Eltern in der Schweiz verglichen mit den Nachbarländern einen doppelt bis dreifach so hohen Anteil an den Gesamtkosten tragen müssten.

Tessiner Modell als Vorbild

Erprobte Massnahmen gegen Kinderarmut seien bislang am politischen Willen gescheitert, kritisiert Caritas. Das Hilfswerk fordert, dass Familienergänzungsleistungen nach dem Modell des Tessins oder der Waadt schweizweit eingeführt werden.

Kantone und Gemeinden müssten gemeinsam mit dem Bund ein Angebot in der familienexternen und schulergänzenden Betreuung realisieren, das die Nachfrage decke. Dabei könne auch das Tessiner Modell des freiwilligen Kindergartens ab drei Jahren als Vorbild dienen. Zusätzlich müsse die Wirtschaft in allen Berufsfeldern und auf allen Karrierestufen familienfreundliche Arbeitsbedingungen verwirklichen.

Caritas fordert angesichts des 2018 auslaufenden Nationalen Programmes zur Prävention und Bekämpfung von Armut, dass der Bund sein Engagement fortsetzt. Denn alle Zahlen und Untersuchungen zur Armut in der Schweiz wiesen darauf hin, dass Armut die grösste soziale Herausforderung der kommenden Jahrzehnte bleiben werde. (whr/sda)

Ab wann gilt man in der Schweiz eigentlich als arm?

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

«Terroristischer Anschlag» in Nordirland

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Nadal mit Machtdemonstration gegen Berdych

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

18
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 4kant 17.11.2017 08:48
    Highlight Highlight Nachdem die Wissenschaft bewiesen hat, dass am allermeisten CO2-Emissionen vermieden werden kann mit dem Verzicht auf's Kinderkriegen, ist eigentlich klar, dass gegen Kinderarmut nicht nur nichts unternommen werden darf, sondern man muss das Halten von Kindern besteuern, z. B. mit 10000 Fr. pro Kind und Jahr als CO2-Abgabe auf die Emissionen, die diese Kinder im Verlaufe ihres Lebens verursachen werden. Nach dem Verursacherprinzip, das die Grünen so gerne bemühen, ist ja klar das die Eltern schuld sind an diesen Emissionen und daher die CO2-Abgabe auf ihren Kindern zahlen müssen.
  • Phrosch 16.11.2017 19:25
    Highlight Highlight Eine weiter wirksame Massnahme wäre, die Vergünstigung der Krankenkasse nicht in Salamitaktik immer mehr zu kürzen. KK-Orämien sind bei kleinem Einkommen ein sehr grosser Budgetposten. Eine substantielle Vergünstigung hilft da sehr konkret.
  • Bazoo 16.11.2017 16:10
    Highlight Highlight Einer meiner besten Freunde ist Vater von 2 Kindern, Frau kann aus Gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten und er auch nur 50%
    Sie werden zwar etwas unterstützt, aber bei diesen Kosten haben sie etwa 15.- für die ganze Familie pro Tag...
    Miete, KK usw machen ihnen echt zu schaffen... hoffe für die ganze Familie, es ändert sich bald was...
  • Alterssturheit 16.11.2017 14:42
    Highlight Highlight Da wundert man sich, wenn viele junge CH-erinnen immer weniger bereit sind Kinder zu haben und diese erst noch Vollzeit zu betreuen. Nach einer Scheidung (wie hoch ist die Rate nochmal ??) ist ihr Fall in die Armut als Alleinerziehende praktisch vorporgrammiert.
  • mogad 16.11.2017 10:50
    Highlight Highlight Ergänzungsleistungen (EL) für Senioren, die nicht mehr arbeiten können und deren Rente nicht zum Leben reicht sind o.k.. Aber EL für junge Familien? Würde das nicht falsche Anreize schaffen? Ev. würde man/frau sich dann einerseits nicht mehr so fest um eine Stelle bemühen weil man ja ausreichend versorgt ist und andererseits würden sich die Arbeitgeben sagen: Ach die hat EL, die braucht die Stelle nicht so dringend, ich hol lieber jemand aus dem Ausland. Besser wäre ev. gezielte Hilfe, wie mehr Gratismittagstische, Aufgabenhilfe und Gratislehrmittel für Kinder usw..
    • Flickii 16.11.2017 14:27
      Highlight Highlight Das einfachste wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen. Eine absolute Gleichheit schaffen, ist nicht möglich. Aber ich kenne es aus meiner eigenen Kindheit. Alleinerziehende Mutter und Existenzminimum. Mit dem BGE kann jeder die Löcher stopfen die er zu stopfen hat und man spart sich diese komplette Überwachung der Ämter.
    • Flickii 16.11.2017 14:51
      Highlight Highlight Aber da sind wir wieder bei der Gleichheit, die niemals erreicht wird. Natürlich ist es nicht die Perfekte Lösung. Nach Kanton könnte man es anpassen, aber nicht nach Person. Ausserdem ist das BGE höher als die AHV. Und es gibt viele Personen die keine Bezuschussung erhalten und für diese sind 2500.- extra bestimmt auch eine Erleichterung.
    • Flickii 16.11.2017 16:58
      Highlight Highlight Working Poor erhalten auch keine EL und das ist auch unfair! Meine Mutter ist so ein Fall.

      Grundsätzlich ist beim BGE noch sehr wenig definiert und daher wäre es eine Chance! Alle Ämter abschaffen, bis auf ein EL-Amt. Dort können sich genau diese Fälle melden. Nun haben wir so viele Ämter mit so vielen Sesselfuzern die immense Kosten verursachen. Wenn die IV nicht reicht, muss man trotzdem noch zum Sozialamt. Das ist teuer und es ist ein bürokratisches durcheinander. Nebenbei auch eine totale Überwachung

      Und Sozial ist leider, wenn man alle gleich behandelt. Egal ob reich oder Arm.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 16.11.2017 10:02
    Highlight Highlight Ich bin mit einer Rentnerin befreundet ist auf Ergänzungsleistungen angewiesen ist. Am Anfang hab ich sie ab und zu spontan zum Essen im Migrosrestaurant oder zu einem Kaffee eingeladen. Dabei hat sie mir zu spüren gegeben, dass sie das eigentlich nicht annehmen möchte. Inzwischen hab ich resigniert und lasse sie konsequent alles selber zahlen, weil ich ihren Widerstand als kränkend und mühsam empfinde. Viele Leute, auch Eltern von Kindern, sind zu stolz, ihre Armut einzugestehen und verstärken die Armut dadurch noch. Armut ist nichts wofür man sich schämen muss!
    • mogad 17.11.2017 08:31
      Highlight Highlight @Rendel. Ich habe von spontanen Einladungen gesprochen, nicht von "Hilfe". Interessant, dass Sie zu wissen scheinen, dass jeder auf "solche Hilfe" verzichten kann. Schön für Sie, dass Sie sich offenbar die Menschen aussuchen können, von denen Sie "Hilfe" annehmen. Wahrscheinlich würden Sie auch nie aufs Sozialamt gehen. Ich verstehe immerhin, dass ich Ihnen offenbar nicht genehm wäre. Mit Ihrem arroganten Kommentar haben Sie doch etwas zum Niveau dieses Forum beigetragen. Mal schauen, was sonst noch alles kommt von Ihnen.
    • 4kant 17.11.2017 08:53
      Highlight Highlight Man drängt Hilfe nicht auf. Man bittet höflichst um Erlaubnis, helfen zu dürfen und respektiert die Antwort ohne Ressentiments.
  • zialo 16.11.2017 09:57
    Highlight Highlight Die Zahlen sind höher wenn man nicht die Kinder, sondern die Familie als ganzes betrachtet. Das Thema Armut und Armutsgefährdung in Familien betrifft dann 10% der Menschen in der Schweiz.

    Der Bund ist dafür leider nicht zuständig. Heute ist der Kanton Solothurn vorbildlich: Eine betroffene Berner, Basler oder Aargauer Familie kann heute beispielsweise nach Olten, Solothurn oder ins Dorneck umziehen, um Kindern einen fairen Start ins Leben zu garantieren.

    www.akso.ch/dienstleistungen/leistungen/ergaenzungsleistungen-fuer-familien-famel/print.html
    • zialo 16.11.2017 14:12
      Highlight Highlight Ich finde die Familien sollten selbst entscheiden, wo sie die besten Anreize sehen, und in ihrem Eigeninteresse handeln.

      Es ist natürlich für die anderen Steuerzahler auch ein möglicher Wert, dass die Gelder familienfreundlich eingesetzt werden.
      Bis z.B. der Kanton Baselland hier so weit wäre, würden allfällig vorhandene Kinder sicher bereits erwachsen sein.
  • Panda_007 16.11.2017 09:27
    Highlight Highlight soosoo.. und unser lieber Herr Parmelin möchte 8 Mrd. für Kampfjets ausgeben.. 🤦🏻‍♀️ jetzt soll noch jemand behaupten dieses Geld könne man nicht sinnvoller ausgeben!
    • EvilBetty 16.11.2017 10:33
      Highlight Highlight Doch natürlich, für eine Olympia-Kandidatur zum Beispiel :D
    • RS11 16.11.2017 12:18
      Highlight Highlight Ciao Panda, du solltest diese Themenbereiche nicht verwechseln, das liegt an uns, zum Beispiel das gesammelte Geld bei einer Aktion hier zu spenden. Die Ausgaben für militärische Ressourcen und/oder andere Ausgaben, haben damit nichts zu tun. Beispiel; Die Transfersumme von Neymar hätte PSG auch an arme Leute in Frankreich spenden können oder? Hat ja leider miteinander nichts zu tun!
    • Flickii 16.11.2017 15:56
      Highlight Highlight RS11
      Ich verstehe dein Gedankengang, aber der Schweizer Staat kann Gelder auch umwälzen, wenn er sieht, dass es Löcher zu stopfen gibt!!! Und diese gibt es! Und PSG ist ein Fussballverein und nicht zuständig für sein "Volk". Ich verstehe Panda zu 100%

Kranke zur Kasse: Mindest-Franchise soll auf 350 Franken steigen

Kranke sollen sich stärker an den Behandlungskosten beteiligen müssen. Nach dem Nationalrat hat auch die Gesundheitskommission des Ständerates (SGK) beschlossen, die Franchisen zu erhöhen – zunächst um 50 Franken.

Mit sieben zu vier Stimmen beantragt die SGK ihrem Rat, eine entsprechende Gesetzesvorlage anzunehmen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Der Bundesrat würde damit die Kompetenz erhalten, die Höhe der ordentlichen Franchise und der Wahlfranchisen regelmässig an die …

Artikel lesen
Link zum Artikel