Schweiz

Soll die Umtauschfrist ab der sechsten Banknotenserie (Bild) aufgehoben werden? Bild: KEYSTONE

Keine Umtauschfrist für alte Banknoten: SVP und FDP sagen Ja, SP sagt Nein

16.11.17, 10:02 16.11.17, 10:34

Der Wegfall der Umtauschfrist für alte Banknotenserien ist umstritten. Gerade die Tausendernoten könnten für kriminelle Zwecke gehortet werden. 

Mit einer Teilrevision des Bundesgesetzes über die Währung und die Zahlungsmittel (WZG) soll die heute geltende Umtauschfrist von 20 Jahren für abgelaufene Banknoten wegfallen. Zudem soll für beschädigte Zahlungsmittel nicht mehr der volle Nennwert gezahlt werden. Die Vernehmlassungsfrist dazu ist am Donnerstag abgelaufen.

Wenn die Gültigkeit von zurückgerufenen Banknoten-Serien zeitlich nicht mehr befristet werde, begünstige dies korrupte und weitere illegale Aktivitäten, schreibt die Organisation Transparency. Heute würden gut 62 Prozent des gesamten Bargeldaufkommens in Tausendernoten gehalten.

Tausendernote abschaffen?

Mangels Alternativen im Ausland werde die Nachfrage nach 1000-Franken-Scheinen zusätzlich steigen. «Dies leistet aus unserer Sicht illegalen Aktivitäten wie Korruption und Steuerhinterziehung sowie dem Halten von Schwarzgeld und dem organisierten Verbrechen weiter Vorschub», schreibt Transparency. Die Organisation plädiert nicht nur dafür, die Umtauschfrist beizubehalten, sondern möchte am liebsten die Tausendernoten ganz abschaffen.

Umfrage

Soll die Umtauschfrist für alte Banknoten aufgehoben werden?

295 Votes zu: Soll die Umtauschfrist für alte Banknoten aufgehoben werden?

  • 44%Ja
  • 56%Nein

Auch die SP warnt davor, dass die Attraktivität von Schweizer Bargeld steigt. Das Risiko, dass Banknoten auch für unlautere Zwecke, namentlich für Steuerhinterziehung, aber auch kriminelle Machenschaften wie Geldwäscherei oder Terrorfinanzierung eingesetzt würden, steige dadurch deutlich.

Risiko von Fälschungen alter Noten

Die Schweiz könne auch kein Interesse daran haben, dass die Attraktivität des Frankens im Ausland als Wertaufbewahrungsmittel steige und damit den Aufwertungsdruck verstärke. Zudem bestehe das Risiko, dass Noten in grossem Ausmass gefälscht würden, weil die Technik in der Zwischenzeit veraltet sei.

Die SVP begrüsst es, dass die heute bestehende Begrenzung der Umtauschfrist ab der sechsten Banknotenserie (100er-Note mit Borromini, 1000er-Note mit Ameisen) aufgehoben werden soll. Diese Praxisänderung stelle für die Besitzer von älteren Banknoten einen Mehrwert dar.

Für die FDP ist es ebenfalls nicht haltbar, dass Banknoten heute nach 20 Jahren ihren Wert verlieren. Mit der bundesrätlichen Vorlage einverstanden sind auch der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) und der Schweizerische Gewerbeverband (SGV).

Kritik an Abzug bei Beschädigung

Ein grosser Teil der Kantone steht vorbehaltlos hinter der Vorlage, ist aber gegen eine Kürzung des Nennwerts im Fall von Beschädigungen.

So befürchtet etwa der Kanton Zürich, dass eine Einzelfallabklärung über die Art der Beschädigung einer Münze oder Banknote ineffizient und kostenintensiver wäre als ein kostenloser Ersatz.

Und der Kanton Zug weist daraufhin, dass für einen unsachgemässen Umgang nicht stets die Besitzerin oder der Besitzer der beschädigten Münzen oder Noten verantwortlich ist. (whr/sda)

Das sind die schönsten Banknoten der Welt

1m 2s

Das sind die schönsten Banknoten der Welt

Die verschmähten Totenkopf-Banknoten

Das könnte dich auch interessieren:

Achtung! Dieses fiese SMS crasht iPhones und Macs 😳

Fall Ansari: Ein schlechtes Date ist kein Übergriff. Und Sex zu wollen kein Verbrechen

Das war knapp! So viel Glück wie diese 14 Menschen wirst du in deinem Leben nicht haben

So wird «Der Bestatter» aussehen, wenn dem SRF das Geld ausgeht

So reagiert Sharon Stone auf die Frage, ob sie je sexuell belästigt wurde

«Klugscheisser» brilliert bis zu dieser Frage, bei der KEINER von 3 Jokern hilft

History Porn Teil XXVI: Geschichte in 23 Wahnsinns-Bildern

Eltern ketteten ihre Kinder an Betten: Polizei befreit 13  Geschwister aus Horror-Haus

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jaspar Stupan 16.11.2017 16:20
    Highlight Es geht nur um die Kontrolle des Geldes.
    Am liebsten würden gewisse Leute das Bargeld ganz abschaffen damit alles kontrollierbar wird, leider kann niemand sagen wer was wie kontrolliert und wie ich mich dagegen schütze.
    4 1 Melden
  • 〰️ empty 16.11.2017 11:03
    Highlight Genau, Bargeld wird nur für illegale Zwecke missbraucht. Schliesslich ist es ein Verbrechen, wenn man den Banken nicht traut.
    35 4 Melden
  • Erwin B. 16.11.2017 10:57
    Highlight Eine super Idee, wenn man die 1000-er-Note abschafft, kommt es sicherlich zu viel weniger illegalen Geschäften. Am besten verbieten wir auch gerade noch die Autos, damit die Täter nach einem Überfall kein Fluchtfahrzeug haben. (Ironie off)
    36 9 Melden
  • FrancoL 16.11.2017 10:10
    Highlight "Diese Praxisänderung stelle für die Besitzer von älteren Banknoten einen Mehrwert dar"

    Die Werterhaltung ist innert 20 Jahren gegeben.

    Und man wird mir wohl nicht sagen, dass in 20 Jahren der Umtausch in neuere Noten nicht möglich sei.

    Wir sprechen von 20 Jahren!

    Die Gründe wieso der eine oder andere die Noten nicht tauscht ist wohl kaum Nostalgie oder Sammlerherz.
    16 10 Melden

Liebe No-Billag-Befürworter, liebe No-Billag-Gegner ...

Gehässigkeiten, Lügen, Beleidigungen: Statt einer sachlichen Debatte um die No-Billag-Initiative ist ein politischer Glaubenskrieg entbrannt. Ein offener Brief an die Widersacher. 

Liebe No-Billag-Befürworter Liebe No-Billag-Gegner

Es gibt in jedem Abstimmungskampf diese Momente. So kurze Niveau-Taucher, wo ein FDP-Präsident einen Bankdirektor als «Arschloch» oder ein Bundesrat seine Ehefrau als «Gebraucht-Gegenstand» bezeichnet.

Mal sind das Ausrutscher in der Hitze des Gefechts, manchmal gezielte Provokationen. Die Debattanten entschuldigen sich und warten danach wieder mit ehrlicher Begeisterung für ihre jeweilige politische Idee auf.  

Bei euch ist das …

Artikel lesen