Schweiz

Ruth Metzler verlässt nach Paradise Papers die Quantum-Gruppe

08.11.17, 15:49 08.11.17, 17:36

Ruth Metzler. Bild: KEYSTONE

Alt-Bundesrätin Ruth Metzler tritt infolge der «Paradise Papers»-Enthüllungen per sofort aus dem Beirat der Quantum-Gruppe in Zug zurück, wie sie am Mittwoch mitteilte. Als Grund nennt sie die schwerwiegenden Vorwürfe zu «angeblichen Geschäftspraktiken in Angola».

In den letzten Tagen seien gegen die Quantum-Gruppe durch die Veröffentlichung der sogenannten «Paradise Papers» schwerwiegende Vorwürfe erhoben worden, die ihr als Mitglied des «Advisory Boards» (Beirat) nicht bekannt waren und im Rahmen ihrer Tätigkeit auch nicht bekannt sein konnten, schreibt Metzler in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur SDA.

Unabhängig von der Frage, ob diese Vorwürfe zuträfen und wie sie rechtlich zu beurteilen seien, sei das für sie «erst jetzt abschätzbare Geschäftsumfeld» nicht länger vereinbar mit ihren Kriterien für Mandate. Sie trete daher mit sofortiger Wirkung aus dem Gremium zurück.

Die Quantum-Global-Gruppe wurde vom schweizerisch-angolanischen Geschäftsmann Jean-Claude Bastos de Morais gegründet und wickelt Beratungen für Entwicklungsprojekte ab. Laut den «Paradise Papers» soll Bastos via diese Gruppe Angolas milliardenschweren Staatsfonds verwaltet, in dem afrikanischen Land heikle Geschäfte getätigt und sich dabei persönlich bereichert haben.

Die Gruppe weist die Vorwürfe in einer Stellungnahme vom Dienstag zurück und spricht von «falschen Anschuldigungen». Die Medien hätten die Fakten falsch interpretiert. Alle finanziellen Aktivitäten der Gruppe seien legal. Sie habe bereits juristische Schritte gegen die Publikationen eingeleitet.

Datenleck

Die Basis der «Paradise-Papers»-Enthüllungen ist ein Datenleck. Die 13,4 Millionen Dokumente wurden der «Süddeutschen Zeitung» zugespielt und von einem internationalen Journalistennetzwerk ausgewertet. Aus der Schweiz war ein Rechercheteam von Tamedia beteiligt.

Die «Paradise Papers» geben Einblicke in die Arbeit hochspezialisierter Berater, die komplizierte Konstrukte zur Steuervermeidung schaffen. Meist sind die angewandten Tricks legal, ähneln jedoch im Ergebnis dem der Steuerhinterziehung, weil ein enormer Schaden durch nicht gezahlte Steuern entsteht.

Ruth Metzler-Arnold war von 1999 bis 2003 Mitglied des Bundesrats und stand dem Eidg. Justiz- und Polizeidepartement vor. 2003 wurde die heute 53-jährige CVP-Politikerin nicht wiedergewählt und verlor ihr Amt an Christoph Blocher. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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22
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    Alle Leser-Kommentare
  • äti 08.11.2017 22:22
    Highlight Muss mich rüffeln: R. Metzler CVP und nicht FDP.

    Der Fehler liegt bei den Kanadier die sich erdreisteten ein Goal zu schiessen und meinigereiner zu irritieren.
    7 1 Melden
  • äti 08.11.2017 22:17
    Highlight R. Metzler und R. Fuhrer (SVP) sind neu bei der Asylfirma ORS (Advisory Board). Das Ding behandelt Asylbelange der Schweiz. Dazu gehört eine Investorengruppe. ORS ist gewinnorientiert und lebt von Aufträgen Bund/Kantone betreffs Flüchtlingswesen. Sitz der ORS ist London (!).
    Offensichtlich floriert das Flüchtlingswesen für SVP/FDP.
    14 2 Melden
  • SchnigSchnag 08.11.2017 21:21
    Highlight Frau Metzler wenn Sie Anstand haben spenden Sie sämtliche Quantum-Einkünfte einer Seriösen Hilfsorganisation die hungernden Kindern in Angola etwas zu essen gibt. Na ja, Sie wussten von Anfang an um was es da geht und mitgemacht wurde trotzdem hauptsache die Taler fliessen freudig in Ihr Kässeli.
    14 2 Melden
  • Spooky 08.11.2017 19:52
    Highlight Diese Leute sind weltweit eine eigene Kaste und sind für die Justiz auf der ganzen Welt unantastbar. Warum die Journalisten das nicht sagen dürfen ist auch klar. Sie sind ja von der Finanzwelt abhängig und wollen nicht verhungern. Sie wollen ihren Job behalten.

    Und in einer Woche wird wieder eine andere Sau durchs Dorf gejagt. Denn was nicht in den Medien kommt, das findet nicht statt.
    23 3 Melden
  • dracului 08.11.2017 18:57
    Highlight Die Presse scheint leider oft für weniger Honorar, mehr Aufsichtspflicht wahrzunehmen, als die Honorarbezüger selber.
    18 3 Melden
  • offspring 08.11.2017 18:27
    Highlight Weil vorher ja nicht bekannt war, dass der gut Herr Bastos etwas shady ist...😂🙈
    50 0 Melden
  • IMaki 08.11.2017 18:24
    Highlight Euh ... war da nicht was mit der Vorsitzenden des "Verwaltungsrates" der zu 100 Prozent dem Steuerzahler gehörenden Dampfbahn? Metzler hat das sinkende Schiff wohl gerade im letzten Moment vor der eigenen Apotheose auf dem medialen Scheiterhaufen verlassen (politischer Instinkt halt).Die andere Dame - die uns zu jeder Saison, im Interesse des Steuerzahlers, die Bahnfahrt verteuert - beruft sich beim 100'000-Dollar-Deal mit denselben Leuten auf ihre ungeheuerliche Kompetenz in Afrika. Abzocke ist gender-neutral.
    33 2 Melden
  • C-Cello 08.11.2017 18:20
    Highlight ... «erst jetzt abschätzbare Geschäftsumfeld». Hauptsache Jahrelang kassiert! Typisch für die Scheinheilige CVP.
    60 3 Melden
  • HansDampf_CH 08.11.2017 17:59
    Highlight #superscheinheilig und einfach nur Peinlich
    38 2 Melden
  • StevieG 08.11.2017 17:22
    Highlight Finde das eher scheinheilig von Frau Metzler..
    34 1 Melden
  • phreko 08.11.2017 15:56
    Highlight Neue Definition von bürgerlich: Solange Geld fliesst muss man nicht hinschauen. Oder erst wenns peinlich wird...
    102 14 Melden
    • R. Peter 08.11.2017 16:51
      Highlight Was heisst für dich bürgerlich? Alles ausser links-grün? Ruth Metzler ist von der CVP - einer erklärten Mittepartei...
      11 29 Melden
    • Thom Mulder 08.11.2017 17:04
      Highlight Die Bürgerlichen sind tatsächlich die Menschen die am meisten Schaden anrichten. Rechtskonservative sind per Definition charakterlich egoistisch und habgierig veranlagt. Nichts schadet der Gesellschaft und der Umwelt mehr als das.
      28 12 Melden
    • alessandro 08.11.2017 17:38
      Highlight Das war schon immer so. Bürgerlich heisst "ich arbeite ausschliesslich für meine eigene Tasche". Abstand nehme ich erst, wenn es meiner eigenen Tasche negative Auswirkungen einfährt.
      Ethik, Moral, Verantwortung und Fairness spielen dem halt nicht in die Finger und haben demnach auch keinen Stellenwert.
      31 8 Melden
    • TheGoon 08.11.2017 17:41
      Highlight Die gute Dame arbeitete als

      "Mitglied des Bundesrats und stand dem Eidg. Justiz- und Polizeidepartement vor."

      "Ich han kein Ahnig gha und nu wägem Chole deht mitgmacht." ist mir als Ausrede zuwenig. Es kann nicht sein, dass Menschen verhungern während solche Leute 100 000.- im Monat als ahnungsloser Beirat verdienen.

      44 1 Melden
    • pamayer 08.11.2017 18:36
      Highlight Vermute wie phreko, dass sie davon wusste und nun rasch aussteigt

      Ist das glaubhaft, dass sie davon nichts wissen konnte??
      Kann mir jemand darauf eine Antwort geben?
      Danke.
      10 0 Melden
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 08.11.2017 18:51
      Highlight @Mulder
      Rechtskonservative sind per Definition charakterlich egoistisch und habgierig veranlagt.
      Sie sollten einmal die Definition für Rechtskonservativ im Duden nachschlagen.
      7 11 Melden
    • C-Cello 08.11.2017 19:24
      Highlight @alessandro
      Nicht Bürgerlich heisst "Bürgerliche arbeiten ausschliesslich für Linke Taschen" die täglich grösser werden! Sehr moralisch und fair.
      8 4 Melden
    • phreko 08.11.2017 20:33
      Highlight @Peter: Machst du Witze? Alles Rechts von Links/Grün nennt sich ja selbst bürgerlich.
      14 4 Melden
    • R. Peter 08.11.2017 20:48
      Highlight Phreko, okay und alles ausser links/grün definierst du als „Solange Geld fliesst muss man nicht hinschauen. Oder erst wenns peinlich wird.“? Sorry aber wenn das stimmt bist du echt ein Arsch😒
      8 8 Melden
    • stamm 08.11.2017 21:10
      Highlight Darbellay ist bürgerlich? CVP ist bürgerlich? Haaaha! Aber wenn`s eurem Ego nutzt, passt das ja so....
      3 3 Melden
    • phreko 08.11.2017 23:22
      Highlight Ihr verwechselt rechts-national mit bürgerlich. Cassis hat bei Pro-Tell auch fingerspitzengefühl bewiesen. Müller hat auch nach dem Unfall erst einmal die Nummernschilder abmontiert umd Zuppiger wurde nicht gefragt ob er dreck am Stecken hat...
      3 2 Melden

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