Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV - ZUM SERVICEAUSBAU DER SCHWEIZERISCHEN POST STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Brieftraegerin Sabine Schiesser erledigt am 7. August 2009 in Matt im Kanton Glarus die Postgeschaefte einer Kundin vor deren Haustuere. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bei der Pöstlerin einzahlen. Bild: KEYSTONE

Künftig können Rechnungen mit Bargeld beim Pöstler bezahlt werden, aber nicht überall

02.03.17, 13:51 02.03.17, 14:24


Wo die Post nur noch Partnerfilialen betreibt, können Kunden ihre Rechnungen beim Pöstler mit Bargeld bezahlen. Mit solchen Massnahmen will die Post die geplante Schliessung von rund 600 Filialen auffangen. Welche Postschalter geschlossen werden, bleibt ungewiss.

Im Herbst hatte die Post angekündigt, dass sie in den nächsten vier Jahren bis zu 600 weitere Poststellen schliessen will. Vor den Medien in Bern erläuterte sie am Donnerstag, wie sie diese Schliessungen zu kompensieren gedenkt.

Grosses Anliegen von älteren Menschen

Eine erste Massnahme betrifft die Bargeldeinzahlungen, die bisher am Postschalter gemacht werden konnten. «Aus der ersten Gesprächsrunde mit den Kantonen hat sich gezeigt, dass es ein Bedürfnis der Kunden ist, an der Haustüre Bargeld einzahlen zu können», sagte Thomas Baur, Leiter Poststellen und Verkauf bei der Post.

«Die Bareinzahlungen beim Postboten ist nur für jene Kunden eine Option, die ihren Tag um den Besuch des Postboten herum strukturieren können.»

Gewerkschaft Syndicom

Insbesondere für ältere Leute sei dies ein grosses Anliegen. Aus diesem Grund führt die Post diese Möglichkeit ab September dieses Jahres in Ortschaften ein, wo es nur eine Partnerfiliale gibt. Bis maximal 10'000 Franken könnten so direkt beim Postboten einbezahlt werden.

Zeitung am Mittag auf dem Tisch

Eine weitere Neuerung betrifft die Zustellung von Tageszeitungen. «Abonnenten, Verlage sowie der Verein Schweizer Presse wünschen, dass die Tageszeitungen bis am Mittag den Abonnenten ausgeliefert werden», erklärte Ulrich Hurni, Leiter Postmail. Diesem Wunsch will die Post entsprechen und die Zeitungen in Gebieten ohne Frühzustellung den Abonnenten – ebenfalls ab September – wieder bis am Mittag ausliefern.

Unternehmen, Gemeinden und Vereine werden ab September neu auch Massensendungen ab 350 Briefen in Partnerfilialen aufgeben können. In Gemeinden mit vielen Geschäftskunden könnten die Platzverhältnisse bei den Partnerfilialen – also etwa in Geschäften – allerdings eng werden. Wenn diese das Angebot nicht zulassen, holt die Post die Massensendungen bei den Unternehmen ab. Dafür müssen die Geschäftskunden jedoch bezahlen.

ARCHIV - ZUM SERVICEAUSBAU DER SCHWEIZERISCHEN POST STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Die Poestlerin Tiziana Quanchi gibt einer Kundin Post durch ein Fenster auf ihrer Tour am Donnerstag, 9. Februar 2017, in Moghegno. Die Post hat im Herbst angekuendigt schweizweit, bis zu 600 traditionelle Poststellen zu schliessen und stattdessen Alternativen anzubieten. Noch laesst die Post aber offen, wie dieser Umbau des Netzes konkret aussehen wird. (KEYSTONE/TI-PRES/Samuel Golay)

Die Post will Zeitungen in Gebieten ohne Frühzustellung den Abonnenten ab September wieder bis am Mittag ausliefern. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Diskussion über Netzentwicklung

Für die Gewerkschaft Syndicom bedeuten diese Ansätze nur die «halbe Lösung», insbesondere jene der Bareinzahlungen beim Postboten. «Sie ist nur für jene Kunden eine Option, die ihren Tag um den Besuch des Postboten herum strukturieren können», schreibt sie in ihrer Mitteilung am Donnerstag.

Aus ihrer Sicht hat die Post den «Ruf der Politik und der Bevölkerung» nicht verstanden. Es seien keine Feinjustierungen gefordert, sondern eine strategische Diskussion über die Netzentwicklung.

«Es wird keine Poststelle alternativlos geschlossen.»

Léa Wertheimer, Leiterin der Pressestelle der Post

Über die Pläne dieser Netzentwicklung – also darüber, welche Poststellen geschlossen werden sollen – hielten sich die Verantwortlichen an der Pressekonferenz bedeckt. Sie hätten mit allen Kantonen gesprochen. Aus dieser Bedarfsabklärung und Lageeinschätzung erarbeitete die Post die erwähnten und weitere Massnahmen.

Liste mit unbestrittenen Filialen

Im nächsten Verfahrensschritt will die Post konkreter werden: «Im zweiten Quartal werden wir pro Kanton eine Liste mit jenen Schaltern erstellen, welche aus Sicht der Post bis 2020 unbestritten sind», sagte Léa Wertheimer, Leiterin der Pressestelle der Post, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Sobald die Liste für einen Kanton stehe, werde die Post die Öffentlichkeit darüber informieren.

Ob eine Postfiliale unbestritten ist, hänge von verschiedenen Kriterien ab. Einerseits gebe es gesetzliche Vorgaben zur Erreichbarkeit der Poststellen einzuhalten. Weiter würden beispielsweise die bestehende Infrastruktur und die Wirtschaftlichkeit der Filiale sowie das Verhalten der Kunden überprüft. «Wir müssen aber auch berücksichtigen, welche Entwicklungen in einer Region bevorstehen», fügte Wertheimer an. Jeder Fall sei eine Einzelfallüberprüfung.

Keine Streichung ohne Alternative

Für jene Poststellen, welche es nicht auf diese Liste schaffen, werden in einem nächsten Schritt Alternativen zum traditionellen Postschalter überprüft. «Es wird keine Poststelle alternativlos geschlossen», versicherte Wertheimer.

Ersatzmöglichkeiten sind die bereits erwähnten Partnerfilialen oder der Hausservice. Beim Hausservice bringt der Kunde ein Schild am Briefkasten an, wenn er beim Zustellpersonal ein Postgeschäft erledigen will. Dieses System gibt es bereits an 1300 Standorten in der Schweiz und bietet das Bargeldeinzahlungen bereits an.

Personal vor ungewisser Zukunft

Nicht zur Sprache gekommen ist bisher das Personal, das derzeit vor einer ungewissen Zukunft steht. Transfair, der Personalverband des Service Public, kritisiert in einer Medienmitteilung, dass es bei den Konkretisierungsplänen der Post keine Personalstrategie gibt.

Zudem fordert der Verband bei der Umstellung der Services ein Entgegenkommen – «insbesondere Schulungen betreffend Sicherheitsvorschriften und eine Aufwertung der Jobprofile.» (whr/sda)

Roger Federer auf Briefmarken in aller Welt

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Sprint über 42.195 Kilometer: Wie kann ein Mensch so schnell sein?

Du fängst also an zu studieren? Diese 7 Überlebenstipps wirst du brauchen

präsentiert von

Viraler Post: Nein, du siehst auf Facebook nicht nur 25 Freunde

Insgesamt leben mehr Männer als Frauen auf der Welt – aber wie sieht's pro Land aus?

Ein Pausen-Rücktritt, zwei One-Hand-Catches und 6½ weitere NFL-Highlights des Wochenendes

Ist diese Familie der schlimmste Drogen-Dealer der USA? 

Studentin ist auf dem Weg zum ganz grossen Coup – dann kommt diese knifflige Frage

Warum beim Hurrikan «Florence» das Worst-Case-Szenario droht

Von Mimose zu Mimose: Ein offener Brief

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jean de Bolle 05.03.2017 08:19
    Highlight Und wo nimmt man das Bargeld her für die Rechnungen zu zahlen? Und muss künftig der Pöstler von Polizisten begleitet werden? Das kann nur ein verfrühter Aprilscherz sein! Wer sind die Zielpersonen für die Post?
    0 0 Melden

Unternehmen sollen Bussen von den Steuern abziehen dürfen

Unternehmen sollen ausländische Bussen und Geldstrafen unter bestimmten Bedingungen von den Steuern abziehen dürfen. Das will der Nationalrat. Der Bundesrat und der Ständerat hatten anders entschieden.

Im Nationalrat konnten die SVP und die FDP am Dienstag ihre Mehrheit ausspielen, mit ein paar Stimmen aus der Mitte. Der Rat beschloss mit 94 zu 88 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der Mehrheit seiner Kommission zu folgen.

Demnach sollen inländische Sanktionen und Bussen nicht steuerlich abzugsfähig …

Artikel lesen