Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Brady Dougan und Urs Rohner bei der heutigen GV von Credit Suisse.  Bild: KEYSTONE

Brady Dougan übt Selbstkritik: «Ich bedauere das Fehlverhalten im US-Geschäft ausserordentlich»

24.04.15, 11:50 24.04.15, 12:39

Der scheidende Credit-Suisse-Chef Brady Dougan hat an der Generalversammlung selbstkritische Töne angeschlagen. «Im Rückblick hätte ich beispielsweise zurückhaltender sein sollen beim Ausbau des Geschäfts in der Erholungsphase gleich nach der Krise», sagte Dougan.

Er habe sicher auch gewisse Fehler gemacht, erklärte Dougan am Freitag bei seinem letzten Auftritt vor den Aktionären. «Unsere Bank ist heute stark, gut ausgerichtet und bereit für die Zusammenarbeit mit ihrem nächsten CEO.»

Verwaltungsratspräsident Urs Rohner dankte dem amtierenden Konzernchef, der Ende Juni den Konzern verlässt, für seine langjährige Tätigkeit. Dougan habe die Bank in schwierigen Zeiten auf Kurs gehalten und zusammen mit seinem Management-Team grösste Herausforderungen gemeistert.

Am 1. Juli 2015 wird Tidjane Thiam die Funktion des neuen Konzernchefs übernehmen. Der neue Chef werde nach der Amtsübernahme in die Schweiz ziehen, sagte Rohner.

Brady Dougan ist noch bis Ende Juni CEO von Credit Suisse. Bild: KEYSTONE



Nulltoleranz

Zur Bereinigung des US-Steuerstreits im Mai 2014 sagte Rohner, dass die Bank «das Fehlverhalten im früheren grenzüberschreitenden US-Geschäft, das zum grössten und langwierigsten Rechtsfall in unserer Geschichte führte» ausserordentlich bedauere. Die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorschriften müsse absolute Priorität haben.

Es werde diesbezüglich kein Fehlverhalten toleriert. Die Reputation sei ein zentraler Wert für den nachhaltigen Erfolg der Bank. Wer dies nicht verstehe und akzeptiere, habe bei der Credit Suisse Group nichts verloren.

Auch Dougan befasste sich in seinen Ausführungen mit der Bereinigung des US-Steuerstreits: «Ich denke, wir haben in einer sehr schwierigen Situation gute Arbeit geleistet. Es war nicht einfach, aber wir haben einen verantwortungsvollen und gangbaren Weg gefunden, um den wohl bedeutendsten Rechtsfall in der Geschichte unserer Bank beizulegen», so Dougan.

Bezüglich der anderen regulatorischen Probleme der Finanzbranche – er nannte explizit die Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäscherei sowie die Libor- und Wechselkurs-Manipulationen – habe die Credit Suisse bisher keine materiellen Probleme. (sda/awp/cma)

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Politiker sägen am Stuhl von Post-VR-Präsident Schwaller

Wenn sich der Verwaltungsrat der Post heute zur Sitzung trifft, wird eine Person wohl fehlen. Adriano Vassalli, der im Gremium bereits in Ungnade gefallen war, hat am Samstagabend seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Offiziell will der Vizepräsident der Post zwar erst auf die Generalversammlung vom 26. Juni hin zurücktreten, wie er in einer Erklärung schreibt. Er habe Bundesrätin Doris Leuthard und die übrigen VR-Mitglieder entsprechend informiert. Und: Diesen Schritt habe er sich …

Artikel lesen