Schweiz
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Plus 77 Prozent – Managerlöhne in der Schweiz seit 2009 förmlich explodiert

15.12.17, 16:37 15.12.17, 18:08


Die Löhne der Chefs der 100 grössten Schweizer Unternehmen haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Insbesondere in mittelgrossen Firmen ausserhalb der Finanzindustrie sind die Zahlungen förmlich explodiert.

So erhöhten sich die jährlichen Zahlungen an die Chefs der 20 Unternehmen des Schweizer Aktienindex SMI von 2009 bis 2016 im Mittel (Median) um 41 Prozent von 5,5 Millionen auf 7,7 Millionen, wie eine am Freitag publizierte Studie des Beratungsunternehmens PWC zeigt.

Die Entschädigungen der Geschäftsleiter der 30 mittelgrossen Unternehmen des Aktienindex SMIM stiegen in diesem Zeitraum sogar um 67 Prozent von 2,2 auf 3.6 Millionen Franken. Geringere Lohnanstiege dagegen gab es für Chefs von kleineren Schweizer Unternehmen (Small Caps). Ihre jährliche Entlöhnung erhöhte sich im Mittel nur um 12 Prozent von 1,2 auf 1,4 Millionen Franken.

Dabei gibt es Branchenunterschiede. Während die Managerlöhne in der Finanzindustrie in dieser Periode im besten Fall stagnierten, wuchsen die Saläre in anderen Branchen umso deutlicher. Insbesondere Chefs von SMIM-Firmen ausserhalb der Finanzbranche konnten sich über kräftige Saläranstiege freuen. Ihr Median-Lohn stieg in diesen sieben Jahren um insgesamt 77 Prozent, was einer jährlichen Lohnsteigerung von 8,5 Prozent entspricht.

Zum Vergleich: Das allgemeine Lohnniveau in der Schweiz ist in diesem Zeitraum gemäss dem Lohnindex des Bundesamtes für Statistik (BFS) um 5,3 Prozent oder jährlich um 0,7 Prozent angestiegen. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pirat der dritte 17.12.2017 23:19
    Highlight Die Neidgesellschaft von links bis rechts grölt aus allen Rohren... ich würde es mal mit krampfen versuchen! An Missgunst geht die Gesellschaft zu Grunde und nicht wegen den Leisungsträger!
    0 1 Melden
  • Schneider Alex 16.12.2017 07:21
    Highlight Kein Top-Manager kann die hohen Verluste einer Fehlstrategie verantwortlich tragen, muss er auch nicht, weil die Ungewissheiten bei der Strateg.wahl zu gross sind. Bei der richtigen Strateg.wahl darf er aber auch nicht für etwas belohnt werden, bei dem die Umstände, sein Mitarbeiterstab und das Glück eine grosse Rolle gespielt haben. Zudem verliert ein Topshot bei Misserfolg lediglich seine Stelle und kann als gut Qualifizierter bald wieder eine neue antreten. Die Konsequenzen aus seiner Verantwortlichkeit sind beschränkt, rechtfertigen also auch keine überrissene Entschädigung im Erfolgsfall.
    12 2 Melden
    • mogad 16.12.2017 10:02
      Highlight Bei Misserfolg mag er die Stelle verlieren, aber es gibt den goldenen Fallschirm - Riesenboni trotz Bankenrettung durch den Staat, trotz Verlusten, trotz miesen Aktienkursen, trotz Steuerhinterziehungsskandalen usw.. Der Feudalismus kehrt zurück!
      9 0 Melden
  • Don Alejandro 16.12.2017 00:19
    Highlight Das ist halt der freie Markt. Die, die haben sind so frei und geben sich mehr Lohn. Oder habe ich da in der BWL was falsch verstanden?
    7 8 Melden
    • flv 16.12.2017 15:43
      Highlight Der „freie“ Markt tendiert dazu, sich selbst so zu beschränken, dass man mit weniger teilen muss. Das ist dann wieder Feudalismus...
      4 0 Melden
  • Dominik Treier (1) 15.12.2017 23:15
    Highlight Werden die jetzt auch per GPS auf Steuerbetrug überwacht, wie Leute die chronisch krank sind...
    11 2 Melden
  • Ökonometriker 15.12.2017 18:45
    Highlight Das Problem, worüber niemand spricht, ist die Vermögensungleichheit und die mangelnde soziale Mobilität in der CH. Fast 70 Prozent der UHNWIs haben bei uns ihr Vermögen geerbt, nicht verdient. Mich sorgt das mehr als ein paar Manager, die dank ihrem Salär in die Reihen der UHNWIs aufsteigen können...
    32 8 Melden
    • mille_plateaux 15.12.2017 19:39
      Highlight Für alle, die auch keine Ahnung haben, was ein UHNWI sein soll:

      «Ultra high-net-worth individuals (UHNWI) are defined as having a net worth of at least US$30 million in constant 2012 dollars (excluding residential properties and passion investments such as art, planes and real estate).»
      https://en.wikipedia.org/wiki/Ultra_high-net-worth_individual

      In Zukunft derart exotische Abkürzungen bitte vermeiden. Dann verstehen Dich Deine Leserinnen und Leser auf Anhieb. 😘
      38 1 Melden
    • _kokolorix 15.12.2017 19:44
      Highlight Das stimmt, darum kriegen die Manager auch so den Kragen gestopft. Sie sind die Sündenböcke welche vom eigentlichen Skandal ablenken sollen. Den Reichtum kann man sich nicht erarbeiten. Entweder man ergaunert ihn sich, wie Ch. Blocher, oder man erbt ihn. Ein paar ganz wenige hatten auch einfach Glück (und gute Beziehungen), wie Bill Gates
      39 3 Melden
    • RETO1 15.12.2017 22:58
      Highlight Chr.Blocher hat gar nichts ergaunert, du Schlaumeier, keinen Rappen
      7 32 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • koks 15.12.2017 18:17
    Highlight dafür kriegen frauen jetzt in den teppichetagen gleiche mio-löhne wie männer. man muss das positive sehen, dann sieht die welt gleich rosiger aus.
    13 33 Melden
  • oXiVanisher 15.12.2017 18:13
    Highlight Und wir "Normalos" wären schon froh, wenn der Lohn gleich stark steigen würde wie die Krankenkassen Gebühren ...
    136 3 Melden
  • Pirat der dritte 15.12.2017 17:46
    Highlight Es steht jedem frei, sich zu bemühen und um einen solchen Job zu kämpfen. Doch nur wenige können und noch viel weniger wollen. Der Lohn mag ja toll sein, aber der Preis dafür enorm. Keine Freizeit, kein Privatleben und kaum Zeit zum atmen. Ich will das nicht und bin froh, wenn ich fähige Chefs habe.
    17 97 Melden
    • Friction 15.12.2017 17:58
      Highlight Leider verspüren genau in der heutigen Zeit, wo sonst überall Mittel knapp werden, immer mehr die Mitarbeitenden genauso viel Druck - ohne diesen saftigen Zapfen.
      @Pirat der dritte: toll, dass das bei Ihnen nicht der Fall ist. Ich wünsche ihnen, dass dem so bleibt.
      64 2 Melden
    • dmark 15.12.2017 18:38
      Highlight "Keine Freizeit, kein Privatleben und kaum Zeit zum atmen..." haben viele Angestellte durch die permanente Möglichkeit der Erreichbarkeit auch.
      49 5 Melden
    • mogad 16.12.2017 10:07
      Highlight @dmark. Und dann heisste es: wenn wir den CEOs staatsnaher Betriebe keine Millionenlöhne zahlen, kriegen wir keine guten Leute. Interessant: die Wirtschaft findet in den "unteren" Chargen, da wo die wahren Leistungsträger sind, für immer weniger Lohn immer noch bessere Leute. Interessant nicht?
      9 0 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 15.12.2017 16:50
    Highlight Nun dann hoffe ich mal, dass für die Aktionäre auch die Dividenden oder zumindest der Aktienkurs im selben Zeitraum um 77% gestiegen ist, sonst haben sie sich ja selber ordentlich übers Ohr gehauen.
    Abstecher in die Statistik: Die Lohnentwicklung von Managern mit dem Schnitt der gesamten Wirtschaft zu vergleichen macht keinen Sinn, wenn dann muss man die Lohnentwicklung der Manager und die der von ihnen gemanagden Angestellten vergleichen.
    Es wäre auch noch interessant zu erfahren, ob sich die Zahlen auf Löhne mit oder ohne Boni beziehen und wie sich diese entwickelten.
    Link zur Studie?
    66 4 Melden
    • Crecas 15.12.2017 17:33
      Highlight Die Aktienkurse haben sich seit 2009 mehr als verdoppelt, Vielenorts verdreifacht.

      Das ist das Problem der Studie: man hat mit 2009 einen Startpunkt genommen, der das Bild verfälscht. Denn damals sind die Börsen eingebrochen und die Welt stand still. Ein Vergleich mit 2007 sähe sicher ganz anders aus.
      22 5 Melden
  • Beggride 15.12.2017 16:49
    Highlight Dies zeigt klar auf, wie die Kluft zwischen der Elite und dem gemeinen Volk langsam bedrohlich gross wird... In der Vergangenheit gab es immer bei solchen Szenarien früher oder später einen Knall
    155 7 Melden

Langjährige Arbeitnehmer werden bei Lohnerhöhungen benachteiligt – ausser in einer Branche

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