Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

US-Justiz an der Nase herumgeführt: Bank Vontobel lässt indischen Betrüger Millionen verstecken

24.04.16, 05:09 24.04.16, 08:17

Die Panama Papers schlagen weiterhin hohe Wellen. Wie die «Sonntagszeitung» enthüllt, hat ein 42-jähriger Inder mit Hilfe der Bank Vontobel und der in Panama ansässigen Kanzlei Mossack Fonseca während Jahren die US-Justiz ausgetrickst. Chetan Kapur, wohnhaft in New York, gründete gemäss der «Sonntagszeitung» eine Schein-Stiftung in Panama, die das Geld bei der Schweizer Bank anlegte. 

Schweizer Bank Vontobel: Panama Papers decken Geldwäscherei auf. Bild: KEYSTONE

Kapur arbeitete in New York als Hedgefonds-Manager und verwaltete auf dem Höhepunkt seiner Karriere über 500 Millionen Dollar. Doch die Investoren irrten sich: Der Inder vermehrte ihr Geld nicht, sondern fälschte Gewinnaussichten und betrog sie.

2009 verklagten ihn Geldgeber wegen Betrugs und verlangten 3,7 Millionen Dollar. Kurz darauf gründete Kapur bei Mossack Fonseca in Panama eine Stiftung mit dem Namen «Family and Children Charitable Foundation».

Doch die Stiftung hatte nicht zum Ziel Kindern und Frauen zu helfen, sondern Geld in der Schweiz zu bunkern, damit Kapur sein Vermögen vor den Gläubigern verstecken konnte. 

Obschon es mehrere Hinweise gab – die Klagen gegen Kapur wären für Vontobel in der US-Gerichtsdatenbank zugänglich gewesen – verzichtete Vontobel darauf, eine Meldung bei der Schweizer Geldwäscherei-Meldestelle zu machen. 

Die Bank Vontobel «verwahrt» sich gegen diesen Vorwurf. Wie sie gegenüber der «Sonntagszeitung» sagt, sei sie ihren Pflichten in Sachen Geldwäscherei stets nachgekommen. (cma)  

Panama Papers

«In unseren Investigativraum kam nicht mal die Putzfrau rein» – Datenjournalistin Vanessa Wormer über die Panama Papers

So also sieht eine Briefkastenfirma in Panama aus

Offshore-Insider Elmer zu Gast bei Schawinski: 7 Erkenntnisse aus der gestrigen Panama-Talkshow

Warum gerade Panama? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mega-Datenleck

Panama Papers für Dummies: Offshore-Banking ist wie ein 5-Jähriger, der sein Sparschwein vor seiner Mami versteckt

Panama Papers: Die Ergebnisse sind öffentlich, die Quellen nicht – warum eigentlich?

Die Professorin, die Putin schon vor zwei Jahren entlarvte

Panama Papers: Das grösste Datenleck aller Zeiten enthüllt die Geheimnisse schmutzigen Geldes

Deshalb sind die Panama Papers so wichtig: Video zeigt Opfer des Offshore-Business

«Wir wurden gehackt. Das ist ein Verbrechen»: Riesiges Leak zu Briefkastenfirmen auf Panama

Panama Papers: Und was hat das mit der Schweiz zu tun?

Panama Papers: Die Offshore-Deals reicher Putin-Freunde

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 09:09
    Highlight Die Bank "verwahrt sich"? Ha ha ... Die Verantwortlichen gehören verwahrt.
    13 2 Melden

Gute KESB, böse KESB: Wie zwei Kindsmorde die Beistands-Debatte radikal veränderten

In Bonstetten waren die Laien schuld, in Flaach die Profis. In beiden Fällen töteten Eltern ihre Kindern – und brachten damit das Vormundschaftssystem ins Wanken. Nun will eine Initiative die KESB zurückbinden.

Weniger Macht den Kindes- und Erwachsenenschutz-Behörden! Mit dieser Forderung trat diese Woche ein Komitee um SVP-Nationalrat Pirmin Schwander vor die Medien. Im Gepäck: Eine Volksinitiative, die die Kompetenzen der KESB stark beschneiden will. Künftig sollen automatisch Verwandte einspringen, wenn eine Person urteilsunfähig wird oder die Eltern das Wohl ihrer Kinder gefährden.

Auslöser für die Initiative war der Fall Flaach: 2015 erstickte in der Zürcher Gemeinde eine junge Mutter ihre …

Artikel lesen