Schweiz
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Taxi's at the taxi stand in front of the central station in Zurich, Switzerland, pictured  on June 18, 2014. (KEYSTONE / Christian Beutler)

Taxi's am Taxi Standplatz vor dem Zuercher Hauptbahnhof, aufgenommen am 18. Juni 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Eine Taxifahrt in Zürich hinterlässt nicht immer einen guten Eindruck. Bild: KEYSTONE

Mit diesen 5 Massnahmen können unsere Täxeler Uber aus der Schweiz vertreiben

Uber – vier Buchstaben, die derzeit tausende Taxifahrer in der Schweiz nervös machen. Die Taxibranche steht massiv unter Druck und scheint nur schwer einen Ausweg aus der Krise zu finden. Fünf Vorschläge, wie die klassischen Taxifahrer das Image ihrer Branche verbessern können.



Die klassische Taxibranche steht unter starkem Konkurrenzdruck von Uber. Der neue Chauffeurdienst konnte sich in den vergangenen Monaten in der Schweiz erfolgreich etablieren, indem er innovative Lösungen präsentierte, die das Taxifahren massiv erleichtern. 

Gründe, wieso man mit Uber fahren soll, gibt es viele: Fahrer, die unnötige Umwege fahren, können gemeldet werden. Die Fahrten sind im Vergleich zu den klassischen Taxis viel günstiger. Das jedoch auf Kosten der Uber-Fahrer: Diese fahren meist auf eigenes Risiko und profitieren von einem gesetzlichen Graubereich, der von der Politik ignoriert wird. Zum Schaden der klassischen Taxibranche. 

Die Taxibranche verhält sich aber in diesem ganzen Umbruch eher orientierungslos. Sie ignoriert neue Gesetze, die Verbesserungen für Kunden und Fahrer bringen sollten. Die Fahrer streiten untereinander und geben den Kampf für ein besseres Branchen-Image auf. Schuld seien die Stadt, und illoyale Fahrer, die «heimlich für Uber» arbeiten. Dabei liegt die Ursache bei der Branche selbst: Sie hat sich in vielen Punkten nicht der Entwicklung der modernen Zeit gestellt. Dabei sind die Verbesserungsvorschläge ziemlich einfach.

1. Ihr braucht eine App

Was Uber macht: Ich bin ein leidenschaftlicher Taxikunde. Insbesondere wenn ich's eilig habe oder am Feiern bin. In solchen Momenten ist Telefonieren ungeeignet. Uber macht es grossartig: Mit seiner App kann man in wenigen Klicks positionsgenau ein Taxi bestellen. Ohne App gibt's auch keine Uberfahrt. Dieser zentrale Ansatz der Organisation vereinfacht die Organisation extrem und spart Kosten.

Massnahme: Die Taxifahrer müssen sich zusammentun. Und zwar alle, die in Zukunft noch mithalten wollen. Die unzähligen Telefonzentralen sind ein Paradebeispiel dafür, dass die Taxibranche sich dem technologischen Fortschritt nicht gestellt hat. Euer neuer Verband braucht eine starke App, nicht sieben unterschiedliche allein für die Stadt Zürich. Die deutsche App «mytaxi» oder «Taxi 7x7» sind gute Ansätze – aber ignorieren die Gewohnheiten der Schweizer und den Trend in Richtung Vereinfachung.

2. Wir wollen Taxifahrten bewerten können

Image

bild: screenshot uber.com

Was Uber macht: Wer mit Uber fährt, weiss genau, wie der Fahrer gefahren ist. Die Abrechnung ist aufgeschlüsselt nach den einzelnen Preiskomponenten. Wenn der Taxifahrer unnötige Umwege macht, gibt's eine Rückerstattung. Zudem kann man die Fahrer, ihren Fahrstil und das Auto bewerten.

Massnahme: Eure App muss genau das können. Und zwar für alle Taxifahrer. Wenn einige Zentralen dies bereits anbieten, ist das schön und gut. Der moderne Schweizer Kunde ist aber ein Bünzli und interessiert sich nicht für die einzelnen Unternehmen. Er will wissen, wie der Taxifahrer gefahren ist und sich beschweren, wenn er das Gefühl hat, dass er über den Tisch gezogen wurde. Eine Bewertungsfunktion muss her. Ich weiss nicht, wie häufig ich mir schon die Taxifahrer-Nummer merken musste, weil der Fahrer mit rassistischen Bemerkungen einen ziemlich schlechten Smalltalk-Stil führte oder kein gepflegtes Äusseres hatte.

3. Punktet mit Swissness bei der Bezahlung

Was Uber macht: Die Bezahlung bei Uber funktioniert über gespeicherte Kreditkarten-Daten. Sie haben sich damit dem westlichen Trend gestellt, dass Leute immer weniger mit Bargeld bezahlen wollen. 

Massnahme: Die bisher von klassischen Taxifahrern genutzten Apps unterstützen bislang noch keine sogenannte In-App-Bezahlmöglichkeit. Das führt dazu, dass man im Taxi nach der Ankunft weiterhin die Kreditkarte, EC-Karte oder Bargeld zücken muss. Sowas wollen moderne Taxikunden nicht. Der moderne Kunde mag in der Regel kein Bargeld. Eure App muss wie Uber eine einfache und automatische Bezahlmöglichkeit anbieten. Punkten könnt ihr hier mit Swissness: Viele Schweizer können sich immer noch nicht mit Kreditkarten anfreunden. Bietet für diese Kunden eine klassische Bargeldbezahlung an oder integriert die automatische Bezahlung mit der Postcard.

4. Seid freundlich!

Freundliche Menschen

Freundliche Menschen sind glücklich – und machen die Kunden glücklich. Bild: shutterstock

Was Uber macht: Mit der Uber-App kann sich ein Taxifahrer nicht erlauben, seinen Job nicht kundenfreundlich auszuüben. Unfreundlichkeit, schlechtes Benehmen wird mit einer negativen Bewertung abgestraft. Man muss als Fahrer nicht mal die Stadt kennen – das in der App eingebaute Navi lotst den Taxifahrer auf direktem Weg ans Ziel. 

Massnahmen: «Wo mussi jetzt? Links?» – «Rechts isch imfall schneller, weisch, Baustell». Solche Sätze wegen fehlender Ortskenntnis höre ich regelmässig, wenn ich mit klassischen Taxis unterwegs bin. Auch mangelnde Sprachkenntnisse (sorry, aber die gesetzlich notwendigen B1-Sprachkenntnisse erlange ich in Dänisch nach drei Wochen Ferien in Kopenhagen), die den Fahrgast dazu zwingen von Züri- oder Bärndütsch ins Hochdeutsche zu wechseln, sind uncool. Eure Fahrer müssen die Sprachen beherrschen, den Kunden als König behandeln und ein Navi verwenden. «Weisch, ich känn de beschd Wäg» ist eine denkbar schlechte Strategie, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

5. Politik ist euer Partner

Lobbyisten, Gaeste und Sicherheitspersonal stehen vor dem Bundesratszimmer in der Wandelhalle, am Dienstag, 18. Maerz 2014, waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Lobbyisten warten in der Wandelhalle auf Politiker. Bild: KEYSTONE

Was Uber macht: Uber interessiert sich nicht für Politik. Die Firma ignorieren teils lokale Gesetze und wirbt sogar damit. Für sie ist dieses Anarchotum teil der Marketingstrategie: Wir sind die, die das Beste für die Kunden wollen. Mit diesem Verständnis von Politik und Wirtschaft bedroht Uber wichtige Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft, indem es sich kaum um Löhne, Versicherungen oder Steuern kümmert.

Umfrage

Fährst du noch mit den klassischen Taxis?

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772 Votes zu: Fährst du noch mit den klassischen Taxis?

  • 18%Ja, die bieten guten Service an
  • 39%Nein, ich verwende nur noch Uber
  • 38%Nein, ich fahre nie Taxi
  • 5%Weiss nicht

Massnahmen: Was Uber macht, ist schlecht und gefährlich für die Gesellschaft. Die klassische Taxibranche muss sich aber der Entwicklung stellen und die Politik als Partner verstehen. Nur wenige Politiker behandeln Taxi-Themen, weil Taxi-Lobbyismus aufwendig in jeder Stadt, in jedem Kanton einzeln gemacht werden muss. Konkret braucht es folgende Massnahmen:

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ueli77 12.04.2015 16:49
    Highlight Highlight Also ich benutze weder Uber noch die reguläre Taxis.
    Uber: Ist coole Sache, aber ich habe keine Kreditkarte, so dass ich Uber nicht verwenden kann.
    Taxis: Haben überrissene Fahrpreise. Es kann nicht sein, dass man für eine Fahrt von Olten nach Aarburg (Nachbargemeinde) ca. 36 Franken zahlen muss, dies bei Nacht, also kein Stau oder so. Bin mir sicher, wenn es massiv günstiger wäre, so wären die Taxis sehr gut ausgelastet und die Chauffeure verdienen trotzdem.

    Die genannten Punkte im Artikel sind gut. Sehr sinnvoll wäre sicher eine gemeinsame Taxi-App für die ganze Schweiz.
  • MergimMuzzafer 11.04.2015 12:23
    Highlight Highlight Ein einheitliches Taximodell bzw. Design würde helfen, heutzutage kommen da irgendwelche Schrottkarren angefahren, da kann man nicht von einem Taxi sprechen. London und NY machens vor.
  • elivi 11.04.2015 11:21
    Highlight Highlight ich also uhm 'neutrale' person die nie taxi nimmt ... und auch kein uber ... finde das ja die taxi branche ist schon längst überfällig mit sich weiter entwickeln. Es gibt ja so viele möglichkeiten sich zu entwickeln als unternehmen anstatt stur auf alte strukturen setzten.
    Andererseits versteh ich wenn die unternehmen sauer sind das sie lizensen zahlen müssen aber uber fahrer nicht. Ich denk alle sollten die gleiche spielregeln haben und dann liegts wirklich nur noch an den unternehmen...
  • majortom79 11.04.2015 11:00
    Highlight Highlight I ❤️ Uber
  • politico 11.04.2015 10:34
    Highlight Highlight Wieso soll das, was Uber macht schlecht und gefährlich für die Gesellschaft sein? Was hier passiert ist ein Lehrbuchbeispiel für Strukturwandel: neuer Anbieter, der die Regeln verändert. Die Taxibranche ist 1950 steckengeblieben und versucht nun krampfhaft ihre alten Strukturen zu retten anstatt sich anzupassen und die Zukunft sogar zu gestalten.

    Sowas passiert auf vielen Märkten und immer wieder. Erinnert sei an die schweizer Uhrenkrise der 1970er, als die Japaner mit günstigen Quarzuhren kamen. Da wurde auch gejammert. Und nur Hayek hat die Challenge angenommen. Ohne die Krise wäre die Swatch nie erfunden worden...
    • stadtzuercher 11.04.2015 12:28
      Highlight Highlight politico, das mag sein. dann passe ich aber auch mich an den wandel an: fortan will ich diesen taxifahrern (die einen wie die anderen) nicht mehr die krankenkasse subventionieren, und auch nicht die ahv, wo ich die beiträge schön einzahle, die aber nicht. dito arbeitslosenversicherung. fertig solidarität. und als arbeitgeber stelle ich auch nur noch master-absolventen aus dem ausland ein, die sind 1/3 so teuer. alles klar?
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 11.04.2015 09:14
    Highlight Highlight Oh und falls der Taxi-Verband Uber abschütteln will: einfach noch in die App einbauen, dass sie erkennt, wenn mehrere User sich ein Fahrzeug teilen und die Preise korrekt aufteilt :-)
    • scherom 13.03.2016 18:14
      Highlight Highlight wieso abschütteln? dies ist bei uber bereits möglich.
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 11.04.2015 09:12
    Highlight Highlight Lieber Autor, welche lokalen Gesetze ignoriert Uner? Und was bedeutet es ein Gesetz zu ignorieren? Brechen sie es?
    • Petar Marjanović 11.04.2015 09:22
      Highlight Highlight Die Stadtzürcher Taxiverordnung sieht vor, dass gewerbsmässiges Taxifahren bewilligungspflichtig ist. Die «Uber Pop»-Variante, die als «Mitfahrzentrale» beworben wird, reizt diese gesetzliche Bestimmung aus. Ich kenne persönlich einige Uber-Pop-Fahrer, die mehrere Fahrten pro Woche durchführen. Das ist alles andere als nicht gewerbsmässig, meiner Meinung nach.
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 11.04.2015 16:41
      Highlight Highlight Aber ist Uber schuldig, die die Plattform anbietet zum Hobby-mässig Taxi-Fahren oder die Pop-Fahrer die das fies, gewerbsmässig ausnutzen?
    • Petar Marjanović 11.04.2015 17:27
      Highlight Highlight Meine Meinung: Beide. Pop-Fahrer, die die Verordnung ignorieren. Und Uber, die als Vermittlerin bewusst oder unbewusst nicht's dagegen unternimmt.
  • Beasty 11.04.2015 08:56
    Highlight Highlight Netter Bericht. Aber das was du schreibst, ist Uber bereits heute...
  • corleone 11.04.2015 08:08
    Highlight Highlight Danke, dass Ihr alle Gründe nennt, wieso ich eben genau Uber fahre! ;)

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