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ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON BORIS COLLARDI ALS CEO VON JULIUS COLLARDI, AM MONTAG, 27. NOVEMBER 2017 - Boris Collardi, CEO Bank Julius Baer, bereitet sich auf sein Referat vor, anlaesslich der Bilanzpressekonferenz am Montag, 4. Februar 2013, in Zuerich. Die Bank Julius Baer hat 2012 ihren Konzerngewinn um 8,1 Prozent auf 433,0 Millionen Schweizer Franken CHF ausbauen koennen. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der 43-jährige Chef der Privatbank tritt per sofort zurück. Bild: KEYSTONE

Julius-Bär-Chef Boris Collardi sagt überraschend «Adieu»

Überraschend ist der 43-jährige Chef der Privatbank Julius, Boris Collardi, per sofort zurück getreten. Nachfolger wird sein bisherige Stellvertreter, der 58-jährige Bernhard Hodler. Die Bank plant bereits eine Zukunft nach Hodler.



Er sei überzeugt, dass der neue CEO die Bank in eine weitere erfolgreiche Zukunft führen werde, sagte Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter am Montag an einer Telefonkonferenz. Dennoch leite der Verwaltungsrat «als Teil der laufenden Nachfolgeplanung einen Evaluationsprozess für die langfristige Führung der Gruppe ein». Bis auf weiteres sei aber Hodler CEO.

Das Ausscheiden von Collardi erfolgt offenbar auch für den Verwaltungsrat der Bank überraschend. Das Aufsichtsgremium sei erst am Wochenende von Collardi darüber informiert worden.

Persönliche Gründe seien dafür verantwortlich. Es habe keine Konflikte gegeben, betonte Sauter. Er bedankte sich bei Collardi für seine hervorragende Leistung und Führungsstärke und bedauerte den Rücktritt.

Senkrechtstarter

Der Westschweizer Collardi gilt als Senkrechtstarter in der Branche. Im Mai 2009 hatte er im Alter von gerade mal 34 Jahren und ohne akademische Weihen die Nachfolge von Alex Widmer an der Spitze von Julius Bär übernommen. Collardi verdiente sich zuvor seine Sporen im internationalen Private Banking bei den Grossbanken ab. 2006 wechselte er zu Julius Bär als Chief Operation Officer (COO).

Boris Collardi, CEO Bank Julius Baer, informiert anlaesslich der Pressekonferenz zur Praesentation der Jahreszahlen am Montag, 1. Februar 2016 im Hotel Widder in Zuerich. Die Julius-Baer-Gruppe hat im abgelaufenen Geschaeftsjahr einen Gewinneinbruch um fast 70 Prozent auf 123 Millionen Franken erlitten. Hauptgrund dafuer war die erzielte Einigung mit den US-Behoerden im Steuerstreit. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Boris F.J. Collardi, Chief Executive Officer (CEO), speaks during a press conference on the fourth quarter and full-year results 2015 of Julius Baer Group Ltd. held at the Hotel Widder in Zurich, Switzerland, on Monday, 01 February 2016. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Collardi an einer Pressekonferenz im Hotel Widder Bild: KEYSTONE

Collardi sammelt Luxusuhren und liebt Sportwagen. Zu Reden gab in den vergangenen Jahren immer wieder sein Lohn. Als einer der bestverdienenden Manager der Schweiz strich er 2016 rund 6.5 Millionen Franken ein.

Nun wechselt Collardi zur Genfer Privatbank Pictet. Er wird dort mit dem geschäftsführenden Teilhaber Rémy Best voraussichtlich ab Mitte 2018 die Verantwortung für Pictet Wealth Management auf globaler Ebene tragen, wie Pictet am Montag mitteilte.

Kontinuität und Stabilität

Der neue Chef von Julius Bär, Bernhard Hodler, sei ein «Garant für Kontinuität und Stabilität», hiess es an der Telefonkonferenz. Hodler ist derzeit Chief Risk Officer von Julius Bär. Im September war er zum Stellvertreter von Chef Collardi ernannt worden.

Holder hat Jahrgang 1960 und arbeitet seit 1998 in verschiedenen Funktionen bei Julius Bär. Der neue CEO selber verwies auf seine 30-jährige Erfahrung in der Branche, davon 11 Jahre im internationalen Investmentbanking. Er freue sich auf die neue Herausforderung und wolle die erfolgreiche Reise der Privatbank fortsetzen, sagte Hodler. Er rechne nicht mit einer schwierigen Übergangsphase.

Julius Bär befinde sich in ausgezeichneter Verfassung und blicke auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück, betonte Sauter. Das starke operative Momentum der Gruppe widerspiegelte sich im Interim Management Statement für die ersten zehn Monate 2017, in denen Julius Bär rekordhohe verwaltete Vermögen von 393 Milliarden Franken verzeichnet habe. Er glaube an eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Entwicklung, sagte Sauter.

Aktie taucht

Die Anleger goutierten den unerwarteten Abgang Collardis überhaupt nicht: Die Julius-Bär-Aktie verlor bis zum Handelsschluss knapp 6.4 Prozent an Wert.

Analysten zeigten sich von der Entwicklung überrascht; insbesondere die Abruptheit des Wechsels wurde negativ aufgenommen. Negativ zu werten sei auch, dass Collardi zu einem direkten Konkurrenten wechsle. (dwi/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • CASSIO 27.11.2017 20:56
    Highlight Highlight Ich muss sagen, dass mir Collardi alles andere als sympathisch war. Aus Sicht des Aktionärs muss ich ihm jedoch zugestehen, dass er für den Aktionär Mehrwert geschaffen hat. Dies haben viele dieser "Superbanker" mit exorbitanten Löhnen nicht geschafft. Mal schauen, ob wirklich noch grössere Baustellen zu Tage gebracht werden.

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