Schweiz

Saas-Fees Vorhaben Saisonpässe unter bestimmten Bedingungen zu 222 Franken anzubieten, stiess auf breite Kritik bei der Konkurrenz. Bild: KEYSTONE

Nach Kritik an Skiabos zu Dumpingpreisen – oberster Seilbahnen-Chef lobt Saas-Fee

Die Crowdfunding-Aktion mit Dumpingpreisen aus Saas-Fee kommt beim obersten Seilbähnler Ueli Stückelberger gut an. Der Walliser Skiort verlängert derweil seine Aktion.

06.12.16, 05:15 06.12.16, 06:18

Für diesen Winter bietet die Bergbahngesellschaft Saas-Fee ihre Saisonabos für 222 Franken an – sofern 100'000 davon bestellt werden. Dafür hagelte es bereits von allen Seiten in der Branche Kritik. Nun erhält der Walliser Skiort Schützenhilfe von oberster Stelle.

In einem Interview mit dem «St.Galler Tagblatt» bezeichnet Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes Seilbahnen Schweiz (SBS), die Aktion als «innovativ und mutig». Man könne Saas-Fee keinen Vorwurf machen, auch wenn das wahrscheinlich zu Lasten anderer Bahnen gehe.

Ueli Stückelberger sieht die Wertschöpfung für die Branche nicht gefährdet.  keystone

Uneinigkeit wegen Wertschöpfung

«Andere Destinationen werden sich überlegen, was sie ihren Gästen preislich anbieten können», sagt Stückelberger weiter. Er schätzt dies positiv ein, weil dadurch neue Ansätze entstehen würden. Besonders gut seien solche, die die Gäste animierten, häufiger zu kommen und länger zu bleiben. «Denn so steigt die Wertschöpfung für die ganze Destination.»

Genau das bezweifeln Kritiker. Wenn sich Skigebiete nur noch mit Billigangeboten unterbieten könnten, gehe Wertschöpfung für die Branche verloren, sagte unlängst Matthias Werren vom Skigebiet Adelboden-Lenk gegenüber dem «Bund»: «Die finanzielle Lage vieler Gesellschaften wird sich so noch schneller verschlechtern.»

Saas-Fee verlängert Aktion

Deutlich über 90‘000 Käufer hatten sich bereits bis letzte Woche für ein vergünstigtes Billet registriert. Sie spülen der Unternehmung schon zum Saisonstart 20 Millionen Franken in die Kasse. Laut dem «Walliser Boten» verlängert Saas-Fee das Angebot als «Weihnachtsaktion». Davor war geplant, dass die Aktion nur bis Ende November läuft.

(rwy)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 06.12.2016 09:35
    Highlight Sollen sich zusammenschliessen und für 750 ein Schweizweit gültiges Saisonabo verkaufen.
    8 2 Melden
  • Scenario 06.12.2016 08:45
    Highlight Saas Fee machts genau richtig! Die anderen sollen doch rumheulen, anscheinend können sie das besser als Touristen in ihr Skigebiet zu locken.
    19 0 Melden
  • Calvin WatsOff 06.12.2016 08:36
    Highlight Toll lamentieren und heulen !!! Mutiges werben und hoffen auf neue und bestehende Kunden = Wettbewerb. Gefällt Punkt :)
    10 0 Melden
  • elco 06.12.2016 07:58
    Highlight Was einfach sein wird, die Nachbargebiete werden massiv weniger Gäste haben. Jeder aus der Region der ab und an mal suf die Piste geht wird das nun halt in Saas-Fee tun.
    De schnäller isch de Gschwinder, für Saas-Fee geht das dieses Jahr auf, aber was wenn das nächstes Jahr alle machen?
    6 2 Melden
  • Donald 06.12.2016 07:49
    Highlight Wenn ja nur 90k verkauft wurden, wurde doch die Bedingung gar nicht erfüllt!?
    4 6 Melden
    • MM 06.12.2016 09:06
      Highlight Sie hielten sich in den AGB von Anfang an offen, die Saisonkarten auch dann zu verkaufen, wenn sie keine 100'000 erreichen. So geschehen, als es 75'000 waren.
      3 0 Melden
  • Ano Nym 06.12.2016 07:39
    Highlight endlich mal eine mutige aktion des sonst normalerweise eher scheuen tourismusdestinationen.
    ich hoffe dass sich das ganze nicht in price-dumping aber in anderen ausserordentlichen taktiken auswirkt, um den schneesport als ganzen wieder attraktiver zu machen.
    ausserdem haben wir in der schweiz mit den nachbarsländer östereich und frankreich schon lange billigere konkurenten, welche die preise hierzulande auch nicht "dumpen" konnten.
    1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.12.2016 06:56
    Highlight Während also viele Schweizer Bergbahnen seit Jahren nur rumjammern, allem ausser sich selbst die Schuld geben (starker Franken, Schneemangel, weniger skiende Leute) und ihre Preise ohne signifikante Leistungserhöhungen immer wieder erhöhen, macht Saas Fee wirtschaftlich alles richtig (ob sie damit ihr Skigebiet überlasten wird sich noch herausstellen). Sie haben jetzt diese Saison bereits ihren Jahresumsatz gedreht, und alles das sie ab jetzt verkaufen (Tages- und Mehrtagespässe) ist wohl Gewinn.
    46 1 Melden
    • fcsg 06.12.2016 08:27
      Highlight Klar ist diese Aktion legitim und bringt kurzfristig Saas-Fee etwas. Aber in einer Gesamtbetrachtung, wenn mehr Skigebiete solche Aktionen durchführen und die Anzahl Skifahrer nicht steigt, werden viele Gebiete sich finanziell nicht mehr über Wasser halten. Damit wird eine gesamte Industrie gefährdet. Über Weihnachten/Neubahr möchte ich nicht in Saas-Fee sein. Wenn nur schon die Hälfte der 90'000 Profiteure auf die Piste geht, wünsche ich viel Spass beim Anstehen.
      8 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.12.2016 10:22
      Highlight Die Schweizer Bergbahnindustrie gefährdet sich selbst, indem sie an ihren Hochpreisstrategien festhalten. Die Strategie, sich bei Gästerückgang durch stets höhere Margen über Wasser zu halten treibt nur noch mehr Schweizer ins Ausland, und Saas Fee setzt nun genau an der Wurzel des Problems an, dem zu tiefen Volumen. Und letztendlich steht es jedem frei zu entscheiden wo er Ski fährt, ich persönlich mag auch die mittelgrossen Gebiete besser als die Riesen.
      3 0 Melden
  • Humbolt 06.12.2016 06:14
    Highlight Nebst dem Jahresabo gibt es ja noch das 15 Jahresabo für 3000.-
    Wenn es das für meine bevorzugte Region hätte, würde ich es sofort nehmen, aber was dann? Jetzt Millionen einnehmen und dann über 10 Jahre viel weniger Einnahmen haben?
    Zudem wenn diese 100'000 Leute am gleichen Wochenende rauf wollen (überspitzt formuliert), dann gute Nacht. Ich zahle lieber mehr, als so viele mehr Leute in der Region zu haben. Die Unterkunft wird teurer, fürs Mittagessen kann man locker 2-3h einplanen mit der Schlange.
    Nimmt mich wunder wie die Erfahrungen sein werden.
    17 20 Melden
    • Mikee 06.12.2016 07:10
      Highlight Es wird ja nur das Abo verkauft und nicht das ganze drum rum. Wenn da einer ein 15 Jahre Session Karte kauft haben die einen Kunden 15 Jahre auf sicher. Einnahmen für Restaurants, Aprés-Ski, Unterkunft, Shops, Bars usw. Denke das bringt einiges an Sicherheit. Zudem ist Saas-Fee riesig das wird sich schon gut verteilen. 3 Tage und du hast den Session Pass raus ... weiss nicht ob da viel mehr Besucher zu spühren sind als sonst.... werden sehen.
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    • Humbolt 06.12.2016 09:00
      Highlight Danke für die Info. Ich kenne das Gebiet selbst nicht.
      Ich gehe davon aus das die, die ein 15-Jahresabo kaufen auch schon die letzten 10 Jahre gegangen sind und vor hatten auch die nächsten 10 zu gehen. Viel mehr Einnahmen generiert man mit denen nicht. Also alle Wohneigentumsbesitzer und Dauermieter. Jemand anderes kauft sich so etwas wahrscheinlich auch nicht. Wie gesagt, man wird es sehen.
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