Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kader, auf dem Höhepunkt der Karriere, schon lange im Betrieb, freundlich – kriminell        

07.06.16, 11:48 07.06.16, 12:25


Wirtschaftskriminelle sind meist männlich, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, schon lange im Betrieb und in der Schweiz in mehr als der Hälfte der Fälle Kadermitglied. Sie haben einen guten Ruf und werden als freundlich wahrgenommen.

«Betrug wird nicht durch Mitarbeiter begangen, sondern durch Kader», sagte Philippe Fleury, Leiter Forensik bei KPMG, am Dienstag in Zürich vor den Medien. Das Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen hat in einer Studie 750 Fälle von Wirtschaftskriminalität weltweit untersucht, rund 20 Fälle aus der Schweiz.

Nur ein kleiner Teil der Täter seien normale Mitarbeiter, sagte Fleury. Dass ein Grossteil der Delikte durch Kadermitglieder begangen würde, hörten die Manager nicht gerne. Das Bild sei aber eindeutig. Um Delikte zu verhindern, müssten die internen Kontrollen stärker auf die obersten Stufen einer Gesellschaft ausgerichtet werden.

Ungenügende Kontrollen

44 Prozent der Betrüger weltweit hätten gar keiner Kontrolle unterstanden, sagte Fleury. Sie hätten machen können, was sie wollten. Es handle sich dabei um höhere Kadermitglieder, bei denen die Kontrollen «eigentlich inexistent» seien.

Entsprechend sind Wirtschaftsdelinquenten im Durchschnitt eher älter: In der Schweiz ist über die Hälfte zwischen 46 und 55 Jahre alt. Das sei kein Wunder, sagte Fleury. Diese Personen seien an der Spitze ihrer Karriere. Sie hätten die Position, um interne Kontrollen zu umgehen, und die Mittel, um Betrügereien zu begehen - beispielsweise Zugang zu IT-Systemen.

Schon länger im Betrieb

Das Klischee, dass vor allem neue Mitarbeiter Delikte begingen, sei falsch, sagte Fleury. In der Schweiz sind 36 Prozent der Betrüger seit mindestens sechs Jahren im Unternehmen tätig. Nach einiger Zeit im Betrieb kenne man die Gesellschaft und sei freier, sagte Fleury. Bei ganz neuen Mitarbeitern sei Betrug fast inexistent.

Wirtschaftskriminelle sind zur grossen Mehrheit männlich: In der Schweiz sind es 82 Prozent. Zwar habe der Anteil der durch Frauen verübten Delikte gegenüber der letzten Untersuchung vor drei Jahren leicht zugenommen, sagte Fleury. Er sei aber noch immer sehr tief.

Das könne auf zwei Arten interpretiert werden: Die pessimistische Erklärung laute, dass Frauen schlicht seltener Managementpositionen inne hätten und sie daher weniger die Möglichkeit hätten, Delikte zu begehen. Die optimistische Erklärung sei, dass Frauen ehrlicher seien - oder klüger, und deshalb weniger erwischt würden. (whr/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Haris Seferovic: «Irgendwann ist genug und dann platzt der Kragen»

EXKLUSIV: Hier erfährst du, wer die WM gewinnen wird! (Spoiler: Ich, der Picdump 😒)

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Traum oder Albtraum? So ist es, als CH-Rock'n'Roll-Band in den USA auf Tour zu sein

Erdogans Schlägertrupp auf dem Vormarsch in die Schweiz

Mit dieser Begründung brechen 37 Studenten Prüfung ab

Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

Netta sang zum Abschluss der Pride – aber vorher gab es wüste Szenen

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bebby 08.06.2016 08:24
    Highlight Zuviel Geld verdirbt eben den Charakter.
    3 1 Melden
  • Olaf! 07.06.2016 23:41
    Highlight WIe heisst es so schön "Gelegenheit macht Diebe".
    3 0 Melden
  • pamayer 07.06.2016 21:01
    Highlight musst ja im kader sein, um unsaubere geschäfte tätigen zu können. einem einfachen angestellten wird auf die finger geschaut, ob er nicht etwa 2 büroklammern mitlaufen lässt.
    8 1 Melden
    • Spooky 09.06.2016 00:56
      Highlight @pamayer
      U made my day ;-)))))
      2 0 Melden

Manager-Löhne: «Die Schweiz ist das Vergütungsparadies in Europa» 

Roche-Vorstandschef Severin Schwan hat seine Position als Top-Verdiener unter Europas führenden Managern behauptet. Der Österreicher stand im vergangenen Jahr mit einer Direktvergütung von 13,0 (2016: 13,2) Millionen Euro an der Spitze der Gehaltsrangliste der 73 wichtigsten Unternehmenslenker in Europa.

Dies geht aus Berechnungen der Vergütungsberatungsfirma hkp hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlagen. Traditionell bezahlen Schweizer Konzerne ihre Chefs am besten: Mit …

Artikel lesen