Schweiz

Nein, du hast dich nicht getäuscht! Wirklich alle machen Stand Up Paddling

07.08.17, 09:39

Die Trendsportart im Moment: Stand Up Paddling. Bild: AP/AP

Auf Schweizer Seen ist seit ein paar Jahren eine neue Silhouette auszumachen: Stehpaddler oder Stand Up Paddler stehen auf einem Brett und bewegen sich mit einem Paddel vorwärts. Ob der derzeitige Boom der neuen Sportart anhält, ist offen.

«Stand Up Paddling ist der Sport, der sich in allen Ländern der Welt am stärksten entwickelt hat», sagt Pascal Michelin. Er vermietet Bretter für Stehpaddler in Lutry, Rolle und Prangins VD am Genfersee. «Die Nachfrage ist in den letzten zwei Jahren um 200 Prozent gestiegen.»

Bei anderen Vermietern tönt es ähnlich. Allein zwischen 2016 und 2017 hat Supkultur in Zürich die Zahl der Bretter verdoppeln müssen, um der Nachfrage zu genügen. Bei Sup'Genève, ist der Anstieg zwar weniger schnell, aber ebenfalls deutlich. Anfang 2010 hatte das Geschäft eine Flotte von etwa zehn Brettern - 2017 sind es deren 50.

Auf dem Wasser gehen

Warum dieser Erfolg? «Von den Gleitsportarten ist Stand Up Paddling die zugänglichste. Wenn Sie auf Teer gehen können, können Sie lernen, auf dem Wasser zu gehen», scherzt Pascal Michelin.

Yoga und Stand Up Paddling kombinieren? Kein Problem für diese Dame. Bild: EPA/MTI

Auch teuer sei das Paddeln im Stehen nicht. «Das Material kostet nicht mehr als ein gutes Velo, Skier, ein Surfbrett oder ein Boot.» Aber für alle Budgets ist Stand Up Paddling dennoch nicht geeignet: Ein Brett kostet im Laden zwischen 400 und 1000 Franken.

Florian Gander von Supkultur betont das Angenehme des Paddelns im Stehen: «Wir sind nicht in einem Boot eingeklemmt, wie in einem Kayak, einem Kanu oder einem Ruderboot. Wir sind aufrecht in einer natürlichen Position und haben erst noch einen sehr schönen Blick auf den See.»

Hilfe von Grossverteilern

Nicolas Droz, Geschäftsführer des Vermieters Wind'Sup in St-Blaise NE, sieht Ladenketten als Grund für den Aufschwung: Athleticum hat die Bretter seit 2013 im Sortiment, Intersport seit 2014 und Migros SportXX seit 2015. Ochsner Sport wollte aus Konkurrenzgründen keine Angaben machen.

Konkrete Verkaufszahlen geben die Anbieter nicht bekannt, aber alle sprechen von starkem Wachstum der Verkaufszahlen. Allein im Juni seien drei Mal so viele Stand Up Paddlings verkauft worden wie im Vorjahresmonat, sagte Monika Weibel für Migros SportXX. Im Juni seien das warme Wetter und Wasser ideal gewesen für diesen Sport.

Perfektes Rudern gibt es nicht

Das Rudern im Stehen kann langweilig aussehen. Doch es sei eine echte Sportart mit eigenen Techniken, versichern die Vermieter. «Die perfekte Ruderbewegung gibt es nicht. Jedes Mal, wenn man aufs Wasser geht, sucht man sie», führt Ludovic Gojon von Sup'Genève aus.

Bild: EPA/MTI

Auch lässt das Paddeln im Stehen auf einem schwimmenden Brett viele Muskeln arbeiten, und er aktiviert die eigene Körperwahrnehmung. Deshalb nutzten Sportler es für das Training, und auch für Rehabilitation werde das Stehpaddeln zuweilen eingesetzt, sagt Michelin.

Yoga und Pilates

Andere Stehpaddler verbinden zwei angenehme Tätigkeiten: Zum Beispiel Yoga oder Pilates werden auf dem Brett praktiziert. In Zürich bietet Supkultur Stadtrundfahrten oder Exkursionen auf der Limmat mit Paddelantrieb an - auch auf Flüssen lassen sich die Bretter benutzen. Es ist braucht allerdings die doppelte Umsicht.

«Ruderer müssen die Beschilderung gut kennen und wissen, wo sich Stauwehre befinden», erklärt Florian Gander. Und vor allem dürften sie sich nicht am Brett festmachen wie auf einem See oder im Meer. Denn das Seil könnte sich an einem Felsen oder einem Ast verfangen und den Paddler unter das Wasser ziehen, warnt er.

Immer höhere Verkaufszahlen, immer wärmere Sommer und vielfache Nutzungsmöglichkeiten deuten darauf hin, dass Stand Up Paddling gute Zeiten vor sich haben könnte. Aber: Ein neuer Sport tauche in etwa alle drei Jahre auf, gibt Roger Riegendinger, Leiter Kommunikation von Intersport, zu bedenken.

Als Beispiele nennt er Crossfit und andere Fitness-Aktivitäten. Sie sind inzwischen wieder etwas in Vergessenheit geraten und lassen damit gleich wieder Zweifel aufkommen an der Zukunft des Stehpaddelns. (sda)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Sash 08.08.2017 08:07
    Highlight Schade, dass Watson nicht gleich auf die Regel aufmerksam macht für diesen Trendsport, denn es drohen saftige Bussen bei Nichtbeachten! Das verlinkte Merkblatt gilt sinngemäss auch für Kanus, Kayaks usw. (wettkampftaugliche Wassersportgeräte):

    http://www.vks.ch/fileadmin/user_upload/Merkblaetter/vks-M-6dt_SUP.pdf
    1 1 Melden
  • c_meier 07.08.2017 14:33
    Highlight Zum Glück beim Firmenausflug an einen See vor 3-4 Jahren entdeckt und seit 3 Jahren Besitzer eines SUPs.

    Wichtig zu beachten: ab 300 Meter Entfernung vom Ufer brauchts eine Schwimmweste.
    Und für Handy/Schlüssel/Portmonnaie usw am besten eine wasserdichte Tasche kaufen (4Liter zum zusammenrollen), die man am SUP-Netz anschnallen kann.
    9 7 Melden
  • Ein Freigeist 07.08.2017 14:29
    Highlight Stand up for your rights - sicher nöd zum paddle
    15 4 Melden
  • Madison Pierce 07.08.2017 13:28
    Highlight Frage als Laie: Ist das bequem? Sieht irgendwie immer so unergonomisch aus. Oder ist das nur so, bis man es kann?
    13 2 Melden
    • Tschaesu 07.08.2017 16:38
      Highlight Ich finds bequem. Und bis man es kann - wenn du etwas gleichgewichtssinn hast, kannst du es jetzt schon. http:// Dann
      1 2 Melden
    • Madison Pierce 07.08.2017 17:16
      Highlight Danke für Deine Antwort!

      Dann muss ich das mal ausprobieren. Bezüglich Sport auf dem Wasser hatte ich immer Rudern im Kopf, aber das macht keinen Spass mit einem Schlauchboot, welches sich bei jedem Schlag verzieht. Und für ein Holzboot bräuchte man einen Anhänger...
      2 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.08.2017 13:03
    Highlight Wir sind aufrecht in einer natürlichen Position und haben erst noch einen sehr schönen Blick auf den See.»

    Natürliche Position, weiss jetzt nicht so recht. Und einen schönen Blick auf den See gibts auch im Sitzen.
    14 3 Melden
  • Azrag 07.08.2017 12:30
    Highlight Wir haben bereits als Kinder in den 80/90ern auf dem Surfbrett gepadelt. Vor einigen Jahren habe ich mir dann ein SUP gekauft. Ein gute Investition und eine sehr entspannende Sportart.
    10 5 Melden
  • mxpwr 07.08.2017 11:41
    Highlight immer noch die rollerbladers of the sea
    27 9 Melden
  • Dr. Atom 07.08.2017 11:25
    Highlight Ich warte mal wieder schön ab wie bei jedem Hype, sehe ihn eigendlich schon seit 6 Jahren kommen, wohne auch 100 Meter vom Bodensee Ufer weg.
    In drei Jahren kann man die teuersten Dinger (Carbon) zu schnäppchen Preise im Ricardo ersteigern, wie immer alles bei diesem Hype Zeugs.
    Warten, warten und Vorfreude geniessen, später zuschlagen😊😍
    35 8 Melden
  • Theor 07.08.2017 11:21
    Highlight Man kann von SUP halten was man will, aber Outdooraktivitäten und Natur sind doch nie was schlechtes.

    Nur die ganzen Hipsterlis, die auf dem Brett rumposen für die nächsten Instagram-Bildchen nerven ziemlich.
    60 4 Melden
  • Lars Graf 07.08.2017 11:09
    Highlight Auf einem SUP WIRD NICHT GERUDERT!!! es ist ein stand up PADDLE board!
    12 20 Melden
  • 〰️ empty 07.08.2017 10:58
    Highlight Die lächerlichste Sportart gleich nach Fussball.
    40 63 Melden
  • elco 07.08.2017 10:31
    Highlight Habe ich diese WE ausprobiert, ganz tolle Sache! Weiss jemand ob man die aufblasbaren falten kann und im Auto transportieren?
    13 9 Melden
    • Deleted93 07.08.2017 11:04
      Highlight Ja kann man:
      http://bfy.tw/DEtu
      Gruss
      7 3 Melden
    • Lars Graf 07.08.2017 11:07
      Highlight kann man, man kann sie auch als Rucksack tragen und und problemlos mit ÖV transportieren
      6 3 Melden
    • Ericg 07.08.2017 11:08
      Highlight Ja, kann man. Das sieht dann verpackt in etwas so aus:
      7 3 Melden
    • Jein 07.08.2017 11:09
      Highlight Ja kann man, ist dann so die Grösse einer mittlerer Sporttasche. Dann ist es aber auch anzuraten einen Auto-Kompressor oder eine elektrische Pumpe dafür anzuschaffen, von Hand pumpt man schon so 15-20 min wenn man bei 0 anfängt.
      4 6 Melden
    • Hr. Döpfel 07.08.2017 11:17
      Highlight Zu den aufblasbaren bekommst du in der Regel gleich einen passenden Rucksack, wo das Brett, Paddel, Pumpe, etc. hineinpassen. Das Brett kann gefaltet oder gerollt werden. So kannst du bspw. auch gut mit den ÖV fahren.
      4 4 Melden
    • däru 07.08.2017 11:27
      Highlight Ja, kein Problem. Nehme es sogar z.T. mit dem Velo mit (wenn auch etwas sperrig auf dem Rücken).
      5 4 Melden
    • elco 07.08.2017 12:44
      Highlight sehr cool, danke euch!
      4 1 Melden
  • acove 07.08.2017 10:10
    Highlight Sag wir mal so, viele die wollen, müssen noch sehr viel übe, bevor sie wirklich auf dem Brett stehen können.
    5 7 Melden
  • Mia_san_mia 07.08.2017 10:02
    Highlight Also ich gehe lieber einfach baden :-)
    35 6 Melden
  • Liberté 07.08.2017 10:00
    Highlight Nicht gerade alle, aber viele und das ist sogar verständlich.
    8 10 Melden

«Asyl-Algorithmus»: Ein Programm soll Flüchtlinge vor der Arbeitslosigkeit bewahren

Forscher der ETH-Zürich entwickelten einen Algorithmus, der die Arbeitslosigkeit bei Asylsuchenden drastisch senken soll. Neu sollen Flüchtlinge nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern anhand von Faktoren wie Alter, Herkunft und Sprache auf die Kantone verteilt werden.

Wer in der Schweiz einen Asylantrag stellt, wird vom Bund einem Kanton zugewiesen. Die Verteilung findet computergesteuert und nach Zufall statt. Das heisst, es kann gut sein, dass ein Asylsuchender, der fliessend Französisch spricht, in ein Asylheim in der Deutschschweiz kommt.

Grund für die zufällige Verteilung: Asylsuchende sollen möglichst gleichmässig auf die verschiedenen Kantone verteilt werden und es soll keine ethnische Gruppe überproportional häufig in einem Kanton vorkommen.

Kritisiert …

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