Schweiz
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ARCHIV - ZU DEN KOF-PROGNOSEN ZU DEN STEIGENDEN GESUNDHEITSKOSTEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Blick in einen der 10 Operationssaele, wo gerade eine Lungenoperation durchgefuehrt wird, aufgenommen am Dienstag, 17. April 2007, anlaesslich einer Medienorientierung zum erneuerten Behandlungstrakt im Stadtspital Triemli. Nach siebenjaehriger Bauzeit und Kosten von 150 Millionen Franken wird ein anspruchsvolles Bauvorhaben, der erneuerte und erweiterte Behandlungstrakt des Triemlispitals, dem Betrieb uebergeben werden. Das in zwei Bauetappen erstellte neue Angebot umfasst zehn Operationssaele. In den naechsten Wochen starten ferner die neue Notfallstation und die neue Intensivpflegestation ihren Betrieb. Voellig erneuert wurden auch die Raeume fuer die Radiologie und Nuklearmedizin. In der Gesamtplanung fuer das Stadtspital Triemli ist damit ein wichtiger Meilenstein erreicht.  (KEYSTONE/Eddy Risch)

Liegt das Gesundheitswesen bald auf der Intensivstation? Bild: KEYSTONE

Das kann ja heiter weiter: Experten rechnen mit Verdoppelung der KK-Prämien bis 2030



Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY (Ernst & Young) rechnet bis 2030 mit mehr als einer Verdoppelung der Krankenkassenprämien. Für weite Teile der Bevölkerung würden die Prämien nicht mehr tragbar sein, heiss es an einer Telefonkonferenz vom Dienstag.

Bis 2030 würden die Gesundheitskosten voraussichtlich um 60 Prozent auf 116 Milliarden Franken steigen. Während 2014 im Durchschnitt noch sechs Prozent des Einkommens für Prämien ausgegeben wurden, so würden die Prämien 2030 über elf Prozent des Einkommens ausmachen, schätzen EY-Analysten.

Gesundheitssystem wird vor allem von Privatpersonen finanziert

Diese Entwicklung werde zu einer erheblichen Reduktion der individuellen Kaufkraft führen. Bereits heute würden Privatpersonen zwei Drittel zur Finanzierung des Schweizer Gesundheitssystems beisteuern. Und diese Beteiligung werde noch zunehmen.

EY geht aber auch davon aus, dass die Krankenversicherer den Anstieg der Gesundheitskosten dämpfen könnten. So habe der Bundesrat das Effizienzpotenzial auf 20 Prozent beziffert.

Gesundheitsdaten als Chance

Mit einer auf Daten basierenden intelligenten Prävention und smartem Monitoring liessen sich weitere Kosten verhindern. Denn die Krankenversicherer verfügten über umfangreiche Datenbestände, auf deren Basis sich Prävention, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten grundlegend verbessern liessen.

Bereits heute zeichne jeder Zweite freiwillig Gesundheitsdaten auf, wie eine von EY im vergangenen Herbst durchgeführte Umfrage bei 400 Versicherten gezeigt habe. Dazu gehörten in erster Linie Aufzeichnungen von Schritt-, Fitness- oder Pulsdaten.

Daten gegen Rabatte

Nur gerade 12,8 Prozent der Befragten, die heute keine Daten aufzeichnen, würden künftig ohne Anreiz Gesundheitsdaten aufzeichnen. Wenn sie aber angemessen dafür entschädigt würden, etwa in Form von Rabatten auf der Grund- oder Zusatzversicherung oder einem Bonusprogramm, so steige der Anteil jener, die bereit wären, Gesundheitsdaten aufzuzeichnen, auf fast 43 Prozent.

Für die Studie haben Analysten und Branchenexperten von EY umfangreiche Datenmengen wie Jahresberichte von Krankenversicherern, Statistiken des Bundesamtes für Gesundheit und des Bundesamtes für Sozialversicherungen sowie der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht ausgewertet. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Theodorli 02.02.2017 01:00
    Highlight Highlight Solange in Bern mit soviel Lobbyismus regiert und entschieden wird geht der Krug zum Brunnen bis er bricht. Doch bis dann haben sich die welche am Zapfhahn sind
    dick und feiss gefressen, so dass sie am
    wenigsten darunter leiden werden.
    Ich kann mir als Rentner nicht mehr leisten in der Schweiz zu leben ohne den Weg zum Sozialamt gehen zu müssen.
    Politikern musste es verboten sein in Verwaltungsräten zu sein,das ist erlaubte Korruption
    und Vetternwirtschaft.
    Aber bei einer Gemeinschaftskr.K. wer bezahlt dann all die arbeitslosen Versicherungsvertreter.
  • tiefergleit 31.01.2017 23:48
    Highlight Highlight Hoffentlich bin ich bis dahin CEO von einer krankenkasse, dann kann ich fett abkassieren...
  • Waedliman 31.01.2017 16:29
    Highlight Highlight Die Beiträge zur Krankenkasse sind niedriger als in Deutschland, wenn man die Summe aus Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bildet, vor allem vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Löhne. Ich habe mich immer gefragt, wie die Schweiz ihr Gesundheitssystem finanziert. Bei einem Einkommen von läppischen 3.000 EUR brutto landen dort 500 EUR bei der Krankenkasse. Nun vergleichen wir das mit den Beträgen in der Schweiz und der besseren Leistung bei den Fachärzten.
  • Philipp Schuepbach 31.01.2017 12:29
    Highlight Highlight Zuerst wird einem die Gesundheitsdaten Erfassung mit Verbilligungen schmackhaft gemacht und dann erfolgt die Abrechnung. In letzter Zeit liest man öfters über den Trend mit den Gesundheitsdaten, meistens im Zusammenhang mit sogennanten "Experten" welche man einfach als Lobbyisten (Felix Schneuwly Interview 20min 25.01.17) bezeichnen könnte, es aber aus irgendwelchen Gründen nicht tut.

    Das Ziel der Krankenkasse ist in erster Linie der Gewinn. So funktioniert nun mal das kapitalistische System. Sobald die Gesundheisüberwachung im Gesetz verankert ist fängt die Abzocke an.
  • ströfzgi 31.01.2017 12:17
    Highlight Highlight Ein Trump für solche Fälle...
  • Timon Zingg 31.01.2017 11:54
    Highlight Highlight Mittels 72er-Regel (https://de.wikipedia.org/wiki/72er-Regel) lässt sich einfach per Kopf ausrechnen, dass ein jährliches Wachstum von 5% eine Verdoppelung innert rund 14 Jahren bedeutet. Und da die Prämien in den letzten 20 Jahren immer stark gestiegen sind, gibt es keinen Grund zur Annahme, dass dies nicht weiter so gehen wird.
    Leider unterhalten uns die Parteien lieber mit anderen Themen, statt das KVG angemessen zu revidieren. Denn ehrlich: Wie sollen sich Familien in 20 Jahren noch die Prämien leisten können?
  • Qui-Gon 31.01.2017 11:47
    Highlight Highlight Es wird Massnahmen brauchen mit einer Eingriffstiefe, die sich gewaschen hat. Leistungsreduktion, Care-Med-Zwang, strengere Kontrolle von Notfallbehandlungen u.ä. ist unvermeidlich.
  • Midnight 31.01.2017 11:14
    Highlight Highlight Moooment, in Zukunft soll ich also meiner KK Gesundheitsdaten übermitteln, damit oder damit nicht meine KK-Prämie bezahlbar bleibt? Alkohol im Ausgang=Höhere Prämie, Faulenzen an einem Sonntag=Höhere Prämie, angeborene Krankheit=unbezahlbare Prämie auf Lebenszeit. Gehts noch?!!! Es gibt Länder gleich in unserer Nachbarschaft, da kosten die Prämien einen Bruchteil, decken aber viel mehr ab (z.B. den Zahnarzt) und das ohne Monitoring! Kanns ja echt nicht sein, dass man sich Gesundheit bald auch "leisten" muss!
    • Tschedai 31.01.2017 12:54
      Highlight Highlight Bei der Fahrlässigkeit vieler Menschen "Oh Diabetes, da gibts doch Tabletten, dann kann ich weiter Scheisse essen", ist es klar, dass das Ganze ausartet. Ineffizienzen müssen definitiv ausgemetzt werden. Und mit der Übermittlung der Daten können auch Anreize geschaffen werden, damit man am Sonntag nebst dem Faulenzen, noch ne Stunde joggen geht, ab und zu.
    • Alf 31.01.2017 13:57
      Highlight Highlight Es müssen keine Anreize geschaffen werden, es würde reichen Fehlanreize abzuschaffen (z.B. hohe Franchise, die dann "rausgeholt" wird).
    • batschki 31.01.2017 13:59
      Highlight Highlight Leider geht's in diese Richtung!
      Die Gesundheitsindustrie behandelt Daten, Kranke umsorgen, das war früher einmal.

      Schon von ERP für Spitäler oder andere Industrieunternehmen gehört? Abkürzung für "Enterprise Resource Planing". Diesbezügliche Beratungsbüros boomen. Mit Daten lässt sich halt anstrengungs- und mühelos viel Geld verdienen.
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