Schweiz

Widmer-Schlumpf redet wieder von «Balance» – warum die Rentenreform-Gegner jetzt zittern

04.09.17, 16:02 05.09.17, 06:05

Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf an der 1. Augustrede auf der Rütliwiese.  Bild: KEYSTONE

Drei Worte waren es, die wie Glockenschläge am 24. Januar durch die Schweizer Medienlandschaft hallten: «aus der Balance». Eveline Widmer-Schlumpf, alt Bundesrätin und Ex-Finanzministerin, kritisierte in einem Interview mit dem Blick die Unternehmenssteuerreform III. Eine Vorlage, an der sie als Finanzministerin selber mitgearbeitet hatte. 

Knappe Ausgangslage: Laut der jüngsten Tamedia-Umfrage wollen 47 Prozent bei der Altersvorsorge 2020 Ja stimmen oder tendieren zu einem Ja. Bild: KEYSTONE

Die Worte der BDP-Politikerin zeigten Wirkung. Die USR III wurde überraschend abgelehnt, in einer Studie gab ein Drittel der Befragten an, bei ihrer Entscheidung Empfehlungen gefolgt zu sein, der Name der alt Bundesrätin wurde dabei auf Seiten der Gegner am häufigsten genannt. Das Ja-Lager heulte schon zuvor auf: eine alt Bundesrätin, noch dazu eine, die massgeblich an der Ausarbeitung eines Gesetzes beteiligt gewesen war, habe sich gefälligst nicht in den Abstimmungskampf einzumischen.  

Spätsommer 2017. Drei Wochen vor der Abstimmung über die Altersvorsorge 2020, Umfragen sehen ein knappes Resultat voraus, das Stimmvolk scheint gespalten. Und wieder gibt Eveline Widmer-Schlumpf ein Interview, das für viel Wirbel sorgt. In der Sonntagszeitung legt die Bündnerin dar, weshalb die Vorlage ihrer Meinung nach «in der Balance» sei. 

Politologe Mark Balsiger glaubt, dass die Worte Widmer-Schlumpfs auch dieses Mal wieder Wirkung entfalten könnten – auch wenn die Vorzeichen jetzt ganz andere sind. Erstens tritt Widmer-Schlumpf nicht als «Architektin» der Vorlage auf, zweitens sind die Sozialversicherungen nicht ihre Domäne und drittens liegt sie mit ihrer Haltung auf der Linie von Regierung und Parlament. «Kommt hinzu, dass sich Widmer-Schlumpf im Gegensatz zur USR III dieses Mal vor allem als Präsidentin von Pro Senectute äussert, so legitimiert sie auch ihre Intervention.»

Nichtsdestotrotz könne Widmer-Schlumpf aber mit ihrem Auftreten nochmals eine neue Dynamik im Abstimmungskampf auslösen, sagt Balsiger. «Ähnlich wie die USR III ist auch die Altersvorsorge 2020 eine komplexe Vorlage, die das Stimmvolk teils konfus macht.» Umso wichtiger seien glaubwürdige Figuren, an denen man sich orientieren kann. 

Märtyrerstatus

Alt Bundesräte, die sich bei nationalen Abstimmungen zu Wort melden, gibt es immer wieder. Moritz Leuenberger weibelte für die zweite Gotthardröhre, Pascal Couchepin schoss gegen die Energiestrategie 2050, und jüngst stieg auch Ruth Dreifuss, alt Bundesrätin der SP, in den Ring und plädierte in der «Arena» und in der Aargauer Zeitung für die Annahme der AHV-Reform.

Im Gegensatz zu Eveline Widmer-Schlumpf erwartet Balsiger von Dreifuss' Voten aber keinen nennenswerten Effekt auf das Abstimmungsergebnis. «Ruth Dreifuss ist eine populäre, hoch geschätzte Figur, souverän, gewinnend im Auftreten. Aber, so der Politologe, «sie wird zeitlebens als Linke und Gewerkschafterin wahrgenommen». Widmer-Schlumpf hingegen als stramm bürgerliche Politikerin habe eine viel grössere potentielle Anhängerschaft. Zudem geniesse Widmer-Schlumpf nach der Hexenjagd der SVP noch immer eine Art Märtyrerstatus. «Das vergessen die Leute nicht.»

Nichts von servir et disparaître

Balsiger sieht Widmer-Schlumpf in einer Reihe von herausragenden Schweizer Politikern, die eine besondere Strahlkraft ausübten – weit über ihre Partei hinaus. «Gallionsfiguren wie Adolf Ogi, Franz Steinegger, Willy Ritschard oder eben Widmer-Schlumpf gelang es ihr grosses politisches Gewicht in die Waagschale zu werfen, weil sie genau spürten, was das Volk will.» Menschennähe, Charisma und Integrität seien dabei die zentralen Charaktereigenschaften.

Von ‹servir et disparaître› hielten Ex-Bundesräte wie Moritz Leuenberger, Micheline Calmy-Rey, Christoph Blocher und Pascal Couchepin nichts – geschadet hat es ihnen nicht. Dass Widmer-Schlumpf nach ihrem Ausscheiden beteuerte, man werde von ihr «sicher keinen Kommentar zu politischen Themen auf Bundesebene mehr hören», scheint im Herbst 2017 sehr lange her.

Alles zu Eveline Widmer-Schlumpf

Zum Abschied ein Rückblick auf Widmer-Schlumpfs grossen Coup: So verlief der Krimi um Christoph Blochers Abwahl

«Martullo-Blocher» flüsterte man sich zu: Wie die Felsberger Büezer ihre Bundesrätin verraten haben

«Sie hatte immer ein starkes Rückgrat»: Was Widmer-Schlumpfs Freunde und Feinde zum Rückzug sagen 

Tragt es mit Fassung: Ein zweiter SVP-Sitz im Bundesrat ist unvermeidlich

«Gaaanz ruhig Muchachos»: Der lange Tag der Eveline Widmer-Schlumpf in 26 Tweets und Facebook-Posts 

Widmer-Schlumpf tritt ab: Die besten Karikaturen

Wählen alle einen zweiten SVPler? Mitteparteien haben nach Widmer-Schlumpfs Abgang noch keinen Plan B

Mit dem Verzicht von Eveline Widmer-Schlumpf endet eine Anomalie im Bundesrat

Widmer-Schlumpf tritt ab: «Ich habe es gern gemacht, aber es ist gut, wenn es mal vorbei ist»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
67
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
67Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • A. Fischer 04.09.2017 23:30
    Highlight (Teilzeit-)Angestellte mit einem kleineren oder mittleren Salär fahren mit dieser Vorlage am besten. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Vorlage ist ein Kompromiss - und jeder und jede ist davon unterschiedlich betroffen. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht die Altersvorsorge in dramatische Schieflage zu geraten. Das ist nicht im Sinn der schon Pensionierten und schon gar nicht im Sinne der (jungen) Erwerbstätigen.
    15 9 Melden
  • Der Tom 04.09.2017 23:06
    Highlight In 20 Jahren gibt es hoffentlich ein Grundeinkommen für alle und kein Rentenalter mehr. Das AHV Konzept war eine grandiose Errungenschaft jetzt braucht es aber etwas anderes.
    16 8 Melden
  • Wölfli beim Lamm 04.09.2017 23:00
    Highlight Alt-BR EWS ist a) Mitglied der BDP, einer bürgerlichen Partei, die JA sagt zur Rentenreform 2020! und b) ist EWS Pro Senectute-Präsi und die pro Semectute ist auch für die Reform. Im übrigen ärgert es mich, wenn das Stimmvolk jedes Mal als "verwirrt" , oder die Vorlage halt zu "kompliziert" gewesen sei, wenn die bürgerliche Rechte eine Abstimmungsniederlage einfährt. Wir sind keine Trottel! Wir informieren uns seriös!
    17 4 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 04.09.2017 21:04
    Highlight Ich nehme an, dass die Ursache für das Nein zur USR III vielschichtiger waren.

    Bei dieser Rentenreform fehlt es aber insbesondere an einer Auseinandersetzung darüber, für wen die Kürzung des Umwandlungssatzes effektiv gelten wird. Für die geburtenstarken Jahrgänge jedenfalls nicht - die hat man ausgenommen.

    Ich finde es schwer einzusehen, dass genau die aus demografisch problematischste Altersgruppe bessergestellt wird. Vermutlich wagt sich niemand an diese wählerstarke Bevölkerungsgruppe.
    17 9 Melden
    • FrancoL 04.09.2017 22:37
      Highlight Vielleicht könnte man ja auch argumentieren, des die geburtenstarken Jahrgänge der Wirtschaft auch vieles gebracht haben und den Binnenmarkt konsumtechnisch alimentiert haben. Ich sehe da nicht nur den Nachteil bei der Rente ich sehe auch den Vorteil dass die Folgejahre eine festzustellen gut gestützte Konsumwirtschaft vorgefunden haben. Das mag vielen sauer aufstossen ist aber eine Tatsache.
      12 5 Melden
    • Yoku 04.09.2017 22:57
      Highlight Die Kürzung des Umwandlungssatzes gilt für alle:
      mehr als 70% sind in einer umhüllenden Pensionskasse, da ist heute der Umwandlungssatz schon 5.x%.
      Die anderen werden zum Wohle der Pensionskasse frühpensioniert. Dann gilt die Garantie auch nicht. Denn diese gilt nur bei einer Pensionierung mit dem offiziellen Pensionsalter.
      5 1 Melden
    • Wambolium 05.09.2017 06:08
      Highlight Die Übergangsgeneratiönler bekommen zwar in der zweiten Säule eine Besitzstandsgarantie sowie 70 bzw. 226 CHF (für Ehepartner) mehr AHV. Doch was oft vergessen geht: Die Übergangsgeneratiönler mit einem tieferen Einkommen profitieren weniger stark vom flexibilisierten Koordinationsabzug als jüngere Arbeiter mit tieferem Eimkommen. Ein 24. Jähriger mit einem Jahreseinkommen von 40000 CHF bekommt mit der AV2020 ca. 3000 CHF mehr Rente pro Jahr. Ein 54 Jähriger (Übergangsgeneratiönler), mit einem Jahreseinkommen von 40000 CHF, bekommt hingegen nur 1500 CHF mehr Rente.
      5 3 Melden
  • Taggart 04.09.2017 18:40
    Highlight Die USR3 habe ich aus sehr vielen Gründen abgelehnt, aber sicher nicht wegen EWS. Sie mag zwar auch jetzt Recht haben, aber nur aus ihrer Sicht, der Perspektive der Alten. Junge fahren besser, wenn sie die Altersreform zurück an den Absender schicken, damit der Weg frei wird für eine richtige Reform. Und sonst sollen diese staatlichen Zwangsaltersalterkassen halt crashen, dann sind wir diese Zwangsabgaben endlich los - so wie das Bankgeheimnis, das EWS einfach in Luft aufgelöst hat.
    31 54 Melden
    • pun 04.09.2017 22:50
      Highlight Viel Spass beim Arzt- und Pflegeheimrechnungen deiner Eltern und/oder Grosseltern zahlen, wenn die "Zwangsaltersalterkasse" "halt gecrasht" sind.
      5 5 Melden
    • Fabio74 05.09.2017 07:32
      Highlight Zu deiner Info. Das Bankgeheimnis haben die Banken mit ihrer kriminellen Energie selber kaputt gemacht
      13 8 Melden
    • Taggart 05.09.2017 12:50
      Highlight @pun: Entschuldigung für den Schreibfehler, EWS bringt jeweils mein Blut in Wallung.
      @Fabio74: Die Banken haben den Anlass dazu gegeben, okay. Das Bankgeheimnis aufgelöst hat dann aber Bundesbern, indem es sich wieder mal vor den USA gebückt hat.
      2 5 Melden
    • Fabio74 05.09.2017 14:27
      Highlight Tja ab einem gewissen Punkt der kriminellen Aktivitäten kann die Pomitik halt nicht mehr ausbügeln
      4 1 Melden
  • peeti 04.09.2017 17:47
    Highlight Leuenberger war gegen die zweite Röhre (also den 2. Strassentunnel, insgesamt die 5. Röhre ;)
    11 5 Melden
  • G. Schlecht 04.09.2017 17:26
    Highlight Ich glaube nicht, dass irgendwer zittert. Ich denke vielmehr, dass sich der Normalbürger langsam aber sicher ein bissel verarscht vorkommt. Und wenn nicht, ist ja alles in Butter. Weiter so!
    29 6 Melden
  • Thinktank 04.09.2017 17:11
    Highlight Showdown. Wenn Die Revision abgelehnt wird, bleiben wir in Zukunft auch vor ihrer Meinung verschont.
    31 57 Melden
    • Fabio74 04.09.2017 19:28
      Highlight MAchst deinem Namen mit diesem kindischen Kommentar wieder mal alle Ehre
      31 19 Melden
  • C-Cello 04.09.2017 17:03
    Highlight Die AHV wird bei einem Nein «an die Wand gefahren», so ein Blödsinn. «An die Wand gefahren» werden Frauen und Rentner. Ich hoffe auf ein deutliches NEIN.
    49 57 Melden
    • pun 04.09.2017 22:53
      Highlight Für Rentner ändert sich nix ausser 0,3% Mwst ab 2021, das wäre eher ein an die Wand gefahren werden im Rollatorentempo.

      Frauen müssen ein Jahr länger arbeiten, erhalten dafür bessere Renten. Ich kenne viele Frauen, die diesen Deal eingehen in Anbetracht der Alternativen.
      6 10 Melden
  • DonPedro 04.09.2017 16:47
    Highlight Wenn Frau Altbundesrätin bei ihrem Rücktritt gesagt hat, sie werde politische Themen auf Bundesebene nicht mehr kommentieren so hat sie:
    - ihre damalige Aussage ev vergessen
    - ihre seinerzeitige Meinung geändert
    - oder damals bewusst nicht die Wahrheit gesagt
    Watson kann ja zu diesen drei möglichen Varianten eine Umfrage starten,,,,,
    36 24 Melden
    • Fabio74 04.09.2017 19:29
      Highlight auch Frau Altbundesrätin darf
      a) ihre Meinung ändern
      b) ihre Meinung öffentlich kundtun
      c) vor allem wenn man sie fragt
      Aber wenn man halt von rechts aussen nicht argumentieren kann, dann schiesst man auf die Person.
      35 21 Melden
  • Toerpe Zwerg 04.09.2017 16:27
    Highlight Wenn eine Lobbyistin der Alten von Balance spricht, müssen die Jungen hellhörig werden.
    86 122 Melden
    • piedone lo sbirro 04.09.2017 16:58
      Highlight der frust darüber das widmer-schlumpf massgeblich mitgeholfen hat ihre USR III zu bodigen sitzt ihnen anscheinend noch tief in den knochen - bei der rentenreform riskieren sie bereits die nächste schlappe... trotz den millionen von economiesuisse!
      soviel zum thema "lobbyisten" - hellhörig geworden?
      54 23 Melden
    • FrancoL 04.09.2017 17:46
      Highlight Immer noch der neoliberale Quatsch. Langsam wird es langweilig. Würdest lieber meine Darlegungen an anderer Stelle erwidern.
      26 15 Melden
    • klugundweise 04.09.2017 18:03
      Highlight Und wenn die Lobbyisten der Banken uns Versicherungen gegen die Reform wettern, müssen ALLE hellhörig werden!
      41 7 Melden
    • Platon 04.09.2017 18:25
      Highlight @Toerpe
      Allmählich wirds ja total lächerlich wie Sie sich hier zum Affen machen gegen die Rentenreform. Die Argumente scheinen ihnen schon lange ausgegangen zu sein. Eigene Lösungen haben sie keine und vor lauter Neid gegenüber den pösen pösen Babyboomern, die ja sooo viel gegeüber uns Jungen profitieren, vergessen sie vor lauter täubeln, dass wir Jungen schlussendlich am meisten bezahlen werden, wenn der Umwandlungssatz nicht gesenkt wird und die AHV nicht gesichert. Einfach nur traurig!
      34 17 Melden
    • Fabio74 04.09.2017 19:30
      Highlight aber wenn die PK-Vertreter jubeln, dann jubelst mit... gut scheinst gut mitzuverdienen...
      16 9 Melden
    • Toerpe Zwerg 04.09.2017 20:29
      Highlight Sie alle scheinen zu sehr in ideologischen Grabenkämpfen verhaftet zu sein und die Vorsorgewerke primär als Spielball für politische Machtspielchen zu sehen als dass Sie noch sachlich diskutieren könnten.

      Einige Klarstellungen: Ich war nicht für die USR3. Ich hatte vor den Folgen der USR2 bezüglich AHV gewarnt. Ich würde private Kapitaleinkommen mit Sozialversicherungsabgaben belasten inkl. Kapitalgewinne.

      Fakt ist halt, dass statt einer Sanierungsvorlage eine Ausbau-Vorlage präsentiert wird, und dass deren Lasten einseitig verteilt werden.

      Die Reform ist schlecht.
      21 28 Melden
    • FrancoL 04.09.2017 21:39
      Highlight @TP; Nachmals, REALLöSUNGEN und nicht Utopien, wie die Belastung von Kapitalabgaben, diese würden wohl etliche stützen sind aber im heutigen Umfeld nicht machbar. REALLösungen sind wohl weniger sexy aber eben real möglich.
      14 8 Melden
    • Tschedai 04.09.2017 22:10
      Highlight Für einmal Stimme ich Toerpe Zwerg voll und ganz zu.
      7 9 Melden
    • Toerpe Zwerg 04.09.2017 22:30
      Highlight Ich bin mir nicht so sicher, ob eine AHV-Beitragspflicht auf Kapitaleinkommen wirklich nicht mehrheitsfähig wäre. 90% der Bevölkerung hat keine Kapitaleinkommen. Ebenso wäre das der wirkungsvollste Hebel gegen die Einkommensschere.

      Aus liberaler Sicht wäre das ebenfalls ein längst überfälliger Schritt.
      7 15 Melden
    • Fabio74 05.09.2017 07:33
      Highlight Antreten 2019, TP
      6 3 Melden
    • FrancoL 05.09.2017 08:11
      Highlight @TP: aus liberaler Sicht? Sorry wenn ich lachen muss. Ich kenne nun wirklich eine Menge Liberale Geister und da kommt jegliche Besteuerung von Kapital gar nicht gut an, unabhängig ob diese Geister viel oder wenig Geld haben.
      Auch hätte die SP schon längst mit Nachdruck dies gefordert, wenn es zur Zeit eine Realität darstellen würde.
      Heute gilt die Maxime KEINE neuen Steuern!
      9 2 Melden
    • Toerpe Zwerg 05.09.2017 14:43
      Highlight Liberale Geister haben meist wenig Ahnung von Ökonomie und ich spreche nicht von Kapitalbesteuerung, sondern von Abgaben auf Kapitaleinkommen. Die Gleichstellung von Einkommensarten ist ein liberales Anliegen.
      1 7 Melden
    • FrancoL 05.09.2017 15:12
      Highlight @TZ: also muss man bei den Mieteinnahmen auch eine AHV Abgabe vorsehen?
      3 2 Melden
    • Toerpe Zwerg 05.09.2017 19:04
      Highlight Nicht auf den Mieteinnahmen, aber auf dem Nettoeinkommen aus einer Liegenschaft, wieso nicht?
      0 4 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 00:35
      Highlight @TP; Weil dies nicht einmal in 100 Jahren mehrheitsfähig wäre und man dadurch zudem die PK-Renditen noch mehr schmälern würde.
      Zudem wäre dann zu klären wie es bei "negativem Einkommen" aus Liegenschaften sich verhalten würde. Also würde man ZB auch noch die AHV auf den Eigenmietwert bezahlen und da denkst Du dass man da mitmachen würde. Ich glaube kaum.
      2 0 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.09.2017 05:41
      Highlight Wir sprechen von Kapitaleinkommen von Privaten, weder BVG noch Firmen wären davon betroffen - dies wird beim "gewerbsmässigen Liegenschaftenhändler" bereits heute so gehandhabt übrigens. Über den Eigenmietwert müsste man diskutieren.
      0 4 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.09.2017 05:47
      Highlight Ausserdem: Sie sprechen doch stets von der Ungleichheit, von der Einkommensschere, von den Wenigen, die viel Besitzen. Wer Liegenschaften besitzt und diese vermieten kann, der gehört zu den Vermögenden, welche auch im Alter neben der Rente ein Einkommen haben. Seine Mieter bezahlen die Miete mit Arbeitseinkommen, auf welchem Sie AHV bezahlen.

      Was spricht also dagegen?
      0 4 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 13:34
      Highlight @TP; Dagegen spricht, dass die AHV der falsche Ansatz darstellt um bei Liegenschaften einen Beitrag zu generieren. Man kann sicherlich über zusätzliche Besteuerungen im Liegenschaften-Sektor sprechen aber kaum in ähnlicher Form der AHV.
      Wir müssen grundsätzlich für die Zukunft andere Belastungsmodelle suchen und finden um die wegfallende Arbeit zu kompensieren. Einen Teil dieser neuen Gelder wird dann in die AHV fliessen, ähnlich wie dies heute mit der MwSt. gemacht wird.
      2 0 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 13:59
      Highlight @TZ; Es ist nicht die Rendite auf einer Liegenschaft die die Schere auseinander klaffen lässt, es ist der Handel und der damit einfach zu generierende Gewinn der wenn denn schon die Schere auseinander klaffen lässt.
      Sie hätten mich falsch verstanden wenn Sie annehmen dass ich mit Eingriffen in die tägliche vernünftige Arbeitswelt versuchen möchte das aufklaffen der Schere zu mindern.
      Das würde gar nichts bringen. Die Schere geht auf weil das Geld nicht stark belastet wird und somit sich übermässige Vorteile erarbeiten kann.
      Ich suche keine Gleichmacherei, sondern ETWAS mehr Ausgleich.
      2 0 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.09.2017 15:20
      Highlight Liegenschaftenbesitz trennt dass Fussvolk von den Vermögenden und der Gewinn, der mit der Vermietung von Liegenschaften an Privatpersonen fliesst, ist auch nichts Anderes als Kapitaleinkommen. Der gewerbsmässige Liegenschaftenhandel ist genau dergestalt geregelt, dass neben Grundstückgewinnsteuer auch AHV Abgaben geschuldet sind - diese werden auch auf dem Einkommen aus der Liegenschaft (Gewinn) veranschlagt. Ich sehe keinen Grund, weshalb nicht jedes Einkommen aus Liegenschaften als gewerbsmässig beurteilt werden soll - schliesslich werden sie vermietet, um Einkommen zu erzielen.
      0 3 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 18:24
      Highlight Nein Toerpe Zwerg; Es ist entschieden kein Kapitaleinkommen, es ist eine Miete was grundsätzlich etwas anderes ist, aber Du kannst gerne die Begriffe neu definieren. Es ist auch falsch dass das Eigentum einer Liegenschaft die Vermögenden vom Fussvolk trennt, da kenne ich etliche die keine Liegenschaft haben aber sehr wohl vermögend sind. Das mit der AHV-Abgabe beim Liegenschaftenverkauf ist nicht so geregelt wie Du es darstellst, erst wenn dies eine gewerbliche Tätigkeit ist wird dieser Gewinn oder Verlust im UN verbucht und der AHV Beitrag wird fällig . . . .
      1 0 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 18:25
      Highlight @TZ; . . . . jedoch werden viele Liegenschaften unter ganz anderen Voraussetzungen verkauft und sind nicht der AHV-Beitrags-Pflicht unterstellt.
      1 0 Melden
  • patztop 04.09.2017 16:24
    Highlight Diese Widmer-Schlumpf....Nach ihrer Wahl war sie auch unter stärkstem Druck und Drohungen nicht davon abzubringen, die Wahl anzunehmen. Danach war sie so kompetent in ihrer Amtsführung, dass man sie wahrscheinlich als eine der beliebtesten BundesrätInnen ever bezeichnen könnte und all die offensichtlich orchestrierten Diffamierungskampagnen waren wirkungslos deswegen. Jetzt äussert sie sich von Zeit zu Zeit zu wichtigen Abstimmungen mit der Gewissheit, dass ihr Wort aufgrund ihrer Beliebtheit Gewicht hat. Gewisse Svp'ler schäumen innerlich.
    140 48 Melden
    • Toerpe Zwerg 04.09.2017 17:03
      Highlight Sie ist auch nur eine Lobbyistin.
      30 40 Melden
    • FrancoL 04.09.2017 22:41
      Highlight @TP: Sagt der unbezahlte Lobbist? Denn ich sehe bei Ihnen entweder Lobbismus, Ideologie oder Realitätsverweigerung.
      5 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 05.09.2017 07:01
      Highlight Die Präsidentin von Pso Senectute ist keine Lobbyistin?
      1 9 Melden
    • FrancoL 05.09.2017 08:17
      Highlight @TP; Fast jeder ist heute einer Sache verpflichtet, das sieht man ja gut bei Dir. Also ist es nichts abwegiges.
      6 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 05.09.2017 14:44
      Highlight Ich bin keiner Sache verpflichtet, sondern frei von Interessenkonflikten und reiner Überzeugungstäter.

      EWS ist Präsidentin einer Lobbygruppe.
      1 2 Melden
    • FrancoL 05.09.2017 15:15
      Highlight @lobbyisten sind meistens auch auch Ueberzeugungstäter. Gute Loggyisten zeichnen sich gerade durch die verinnerlichung der Sache aus.
      1 1 Melden
    • FrancoL 05.09.2017 16:13
      Highlight @TZ; Zur Lobbyistin EWS: Sie vertritt eine Gruppe von Mnecshen und zwar eine nicht kleine und immer grösser werdende Gruppe, zu der WIR ALLE, einmal gehören werden und darum habe ich KEINE Angst, dass sie nicht auch für die Zukunft schaut ALLER Generationen schaut.

      Lobbyiren für eine Sache die UNS ALLE betrifft oder betreffen wird ist etwas gänzlich anderes als zB für die Waffenindustrie oder die Bauern sich stark zu machen.
      1 0 Melden
    • Griffin 05.09.2017 16:44
      Highlight Ja, die Bezahlung ist sicher völlig vernachläsigbar. Herr Cassis war ja auch aus Liebe zur Gesellschaft bei curafutura aktiv, weil sie sich beide für eine tolle und solidarische Zukunft der Schweiz einsetzen.

      Die 180'000 im Jahr mussten ihm förmlich aufgedrängt werden, denn als Überzeugungstäter hätte er's auch umsonst getan.
      0 1 Melden
    • FrancoL 05.09.2017 18:53
      Highlight @Griffin; Arbeitest Du gratis? Wenn nicht, machst Du Deine Arbeit weil Du bezahlt wirst so gut wie möglich, ich hoffe es doch.
      Nun wenn EWS ihren Job für das Segment der "Alten" optimal und nachhaltig macht werden alle Generationen die früher oder später ins Alter kommen davon profitieren.
      Vergiss nie auch Du wirst einmal zur alten Generation zählen und froh sein dass Menschen sich für Deine Belange einsetzen.
      1 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.09.2017 06:01
      Highlight Das ist natürlich ein unschlagbares Argument für die Bevorzugung der Alten gegenüber den Jungen: Hey, du wirst auch mal Alt. Dann kannst Du auch die Jungen ausnehmen.

      Aber im Ernst: Sie schreiben selber, es wäre der Job von EWS, sich für die Interessen der Alten einzusetzen. Das sollten die Jungen im Blick behakten, wenn EWS Empfehlungen ausspricht.
      2 0 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 13:28
      Highlight @TZ; Ist wohl kaum Deine Position eine Firma zu leiten und nachhaltige Entscheide zu fällen. Es ist schon masslos neben den Schuhen, wenn man meint dass das Lösen einer nachhaltigen Aufgabe mit dem Bevorzugen des Jetzt verbunden ist.
      Ich hoffe Du bist nicht in einer leidenden Anstellung tätig, denn mit einer solchen Einstellung wäre Dein Arbeitgeber nicht besonders gut bedient.
      Die Aufgabe von EWS ist es nicht für die Alten in diesen paar Jahren zu sorgen sondern für das ALTER zu sorgen und es wäre mehr als nur dumm von ihr wenn sie Jugend, also die Alten von morgen, ausnehmen würde!
      0 0 Melden
    • Griffin 06.09.2017 13:35
      Highlight Ja Franco, meine politische Arbeit mache ich gratis. Geld hat einen ungemein korrumpierenden Charakter auf Politik, gerade im vorhandenen, intransparentem System der Schweiz.

      BTW, für welche Alten setzt sich Widmer-Schlumpf optimal ein? Höchstens für die bereits pensionierten, deren einzige Verschlechterung die MWst.-Erhöhung darstellt, ohne jede Verbesserung. Alle andern stehen schlechter da.

      Zu viele Linke verteidigen hier ein rechtes Paket, während die Bevölkerung bereits jetzt auf unserer Seite wäre, 83% lehnt Rentenkürzungen ab, 65% Rentenaltererhöhungen...

      https://tinyurl.com/y7sm6x97
      0 0 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 15:13
      Highlight @Griffin: Schön dass Du 20-40 Stunden die Woche gratis machst, das können nicht alle.

      Wer ständig die Korruption ins Feld führt, hält nicht viel von Menschen. ich habe genügend Menschen kennengelernt die trotz Geld eine gute und nachhaltige Sachpolitik betrieben haben.

      Die Annahme, dass eine führende Person immer nur für die Lösung des Momentes arbeitet ist mir mehr als fremd. Ich erwarte von allen mit denen ich arbeite, dass sie nachhaltig arbeiten und NICHT auf den Moment fokusiert sind. Ein schnelles jetzt würde ich nie einer nachhaltigen Lösung vorziehen, das erwarte ich auch von EWS.
      0 0 Melden
    • Griffin 06.09.2017 16:57
      Highlight Die Annahme, reiche und mächtige Personen handeln zur Steigerung des Gemeinwohls ist mir fremd.
      0 0 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.09.2017 17:30
      Highlight Die Frage, ob jemand für das Gemeinwohl arbeitet ist eher Abhängig von der Persönlichkeit als von der Position und dem gesellschaftlichen Status
      0 1 Melden
    • Griffin 06.09.2017 18:18
      Highlight Das hat sicher auch einen Einfluss, wer nix zu verlieren hat ist aber auch bei einer 'ungeeigneten' Persönlichkeit motiviert die Gesellschafft zum besseren zu verändern.
      0 0 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 18:28
      Highlight @Griffin; Nicht alle sind reich und mächtig, es gibt genügend Vermögende die durchaus die Nachhatigkeit und die Verträglichkeit für das Gemeinwohl stützen. Das Denken in so scharf umrissene Kategorien zeigt eine enge Umgebung, denn bei weiterer Betrachtung sieht man sehr wohl eine diversifizierte Handlung der Vermögenden.
      0 0 Melden
    • FrancoL 06.09.2017 18:29
      Highlight @Toerpe Zwerg; Da gebe ich Dir zu 100% recht.
      0 0 Melden
  • N. Y. P. 04.09.2017 16:15
    Highlight Eveline Widmer-Schlumpf,
    als Erstes will ich Dir nochmals von ganzem Herzen danken, dass wir mit Deiner Hilfe die USR III gebodigt haben.
    Leider wollen sie im Parlament bereits wieder ein Buebetrickli anwenden, um doch noch ihre Interessen durchzusetzen. Bitte halte ein Auge auf diese Schlaumeiereien.

    Item

    Deine Aussage zur Rentenreform hat grosses Gewicht. Schön, dass Du Dich zu Wort meldest.

    94 57 Melden
  • Asmodeus 04.09.2017 16:09
    Highlight Warum sollten die Gegner zittern? Es ist kaum etwas von ihnen zu hören, weil es ihnen eigentlich egal ist.

    Die SVP hat im Grunde nichts dagegen falls die Reform durch kommt. Für die Allgemeinheit bietet sie nachwievor einen Nachteil durch mehr Abgaben für weniger Rente und längere Arbeitszeit.

    Und das Beste bei einer Annahme wäre auch noch, dass man der SP daran die Schuld geben könnte.

    SP = Schlechtere Rente.
    SVP = Hat davor gewarnt.

    Ein wahrer Schildbürgerstreich der SVP. Sie sorgen für ein mieses Paket, die SP garniert den Kackhaufen mit Sahne und alle glauben es wäre der Kuchen der SP.
    43 55 Melden
    • Asmodeus 04.09.2017 17:10
      Highlight Ich meinte Husarenstück und nicht Schildbürgerstreich.
      3 10 Melden
    • FrancoL 04.09.2017 17:51
      Highlight Die Wertung der Reform ist sicherlich Ansichtssache, aber so arg wie Du annimmst ist sie nicht.
      Dass aber die SVP die Sp beschuldigen wird bei jeder kleinsten Schieflage ist klar.
      18 8 Melden
    • Ass 04.09.2017 19:27
      Highlight Mehr Renter heisst mehr Zahlen für die anderen. Da gibt es keine andere humane Lösung. Und wie gut das private Sparen funktioniert sehen wir ja in anderen Ländern....
      10 5 Melden

Ganz ohne Plastiksäckli: In Zürich öffnet der erste Zero-Waste-Laden der Deutschschweiz

In Zürich eröffnet der erste Laden ganz ohne Abfall. Wer was kaufen will, muss seinen eigenen Behälter mitnehmen, auch für Nudeln, Reis oder Alkohol. «Zero Waste» heisst die Philosophie und steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. 

Rüebli, Kartoffeln, Nudeln oder Seife, im Foifi, dem ersten Zero-Waste-Lasten in Zürich, findet man eigentlich alles – ausser eben Plastiksäckli. Der neue Laden steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft und setzt sich zum Ziel, keinen Abfall zu produzieren. Der Durchschnittsschweizer produziert im Jahr 344 Kilogramm Abfall – viel zu viel, finden die Betreiber des «Foifi». Der Name ist ein Vermerk auf die fünf Axiome von Zero Waste, aber auch eine Liebeserklärung an den Zürcher …

Artikel lesen