Schweiz

Bundesrätin Leuthard kritisiert die «unverschämten» Hotelpreise in Davos

20.01.17, 15:40 21.01.17, 07:17

Die hohen Preise in Davos während des WEF-Jahrestreffens haben zu Reden gegeben. Bis zu 59 Franken kostete ein simpler Hamburger mit Kartoffelchips im Davoser 4-Stern-Hotels Ameron. Auch die drei 5-Stern-Hotels verlangten während des World Economic Forums (WEF) enorm hohe Preise für Snacks und Getränke. Gäste der Bar des Steigenberger Grandhotel Belvédère zahlten für ein Glas Champagner bis zu 32.5 Franken.

Das Weltwirtschaftsforum ist aus Sicht von Bundespräsidentin Doris Leuthard wichtig für die Schweiz. Aber die Davoser müssten aufpassen mit den Hotelpreisen. Diese seien inzwischen sehr hoch.

Auf die Frage eines Bündner Journalisten, ob man das WEF auch anderswo als in Davos durchführen könnte, sagte die Bundespräsidentin am Freitag, Davos sei mittlerweile als Brand etabliert. Den Anlass in eine andere Stadt zu verlegen wäre daher wenig sinnvoll. Zudem biete die einzigartige Bergkulisse den WEF-Gästen einen zusätzlichen Anreiz zu einer Teilnahme.

«Aber ihr müsst in Davos aufpassen mit den Preisen», mahnte Leuthard an die Adresse der Stadt. «Da macht ihr für Davos nichts Gutes». In Genf existiere dasselbe Problem: Da würden teilweise «unverschämte» Hotelpreise verlangt. Das bereite dem gesamten Bundesrat Sorgen. «Die Schweiz ist schon sonst sehr teuer.»

Deutliche Worte: Bundespräsidentin Doris Leuthard am WEF in Davos. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Alois Zwinggi von der Stiftungsleitung des WEF gibt Leuthard recht: «Derartige Preise zu verlangen, ist absolut übertrieben. Das schadet der Tourismusdestination Davos und uns als Veranstalter. Meldungen über solche Beispiele verbreiten sich via Medien in der ganzen Welt», sagt Zwinggi in der «Aargauer Zeitung». Es gebe täglich Reklamationen von WEF-Teilnehmern wegen der Preise. «Wir hören dies aber auch vom Davoser Tourismusdirektor Reto Brantschi. Er ist sehr besorgt darüber.»

An die Adresse der Organisatoren gab es von Leuthard lobende Worte: «Ich habe immer gesagt, das WEF ist für die Schweiz sehr wichtig», sagte Leuthard am Freitag vor den Medien. Es sei zwar viel Aufwand mit dem Anlass verbunden, und punkto Sicherheit stelle er stets eine Herausforderung dar. Aber sie sei überzeugt, dass die Schweiz dank des WEF auf der Landkarte aller Politiker zu finden sei.

«Wir sind medial präsent.» Die Schweiz werde dadurch besser wahrgenommen. Ihre Rolle am WEF sei die einer dezenten und neutralen Gastgeberin - was gut zu ihrer politischen Rolle passe.

Davos sei auch für den Bundesrat ein wichtiger Anlass. «All diese Staatspräsidenten würden wir sonst nie in die Schweiz bekommen», zeigte sich Leuthard überzeugt. «Dafür sind wir einfach zu unbedeutend.» Das müsse man anerkennen, in aller Demut. (sda/meg)

(Ratloses) Händeringen der Mächtigen und Reichen am WEF 2017 in Davos

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Brikne, 20.7.2017
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33
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    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Mueller (1) 21.01.2017 14:58
    Highlight Die WEF Leute nerven sich über die Marktwirtschaft auf? Wie war das noch mit Angebot und Nachfrage?
    3 0 Melden
  • bcZcity 21.01.2017 14:46
    Highlight Hey Doris, es gibt noch andere Preise die überrissen sind, aber da betrifft es eben die ganze Schweiz. Diese Dame verkauft sich immer souverän, geleistet hat sie nix. Gut gespielt Doris, well well well!!
    5 2 Melden
  • Soulrider 21.01.2017 14:34
    Highlight Das nennt sich negative Publicity. Einerseits kann man sicher sagen dass diese Preise bezahlt werden und die mehr als genug Geld haben. Anderseits sollte man aber bedenken, was das für den Ruf von Davos und der Schweiz bedeutet. Wenn sich tausend Teilnehmer über die überrissenen Preise aufregen, das zu Hause 10 weiteren Personen mitteilen und die das wieder je 10 Personen weiter erzählen... So kostet das schlussendlich viele normale Feriengäste.
    3 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.01.2017 13:15
    Highlight In Davos ist einiges aus dem Ruder.

    Klar könnten Milliardäre für einen Kaffee 1'000.- Franken bezahlen. Aber es ist einfach nur peinlich, solche Preise zu verlangen.

    Liebe so arme Davoser: Stopft euch euer Geld in den Rachen, bis ihr daran erstickt.
    8 6 Melden
    • Fabio74 21.01.2017 17:25
      Highlight Was soll das Gejammer? Man schöpft ab was geht. Nennt sich Marktwirtschaft
      3 1 Melden
  • dmark 21.01.2017 12:44
    Highlight Wenn man sich die Gehälter und Preise in der Schweiz betrachtet, so müsste der Franken eigentlich wieder auf rund 1,60 zum Euro gedrückt werden, um sich den Strukturen im Umfeld der Länder einigermassen anzupassen.
    1 1 Melden
  • atomschlaf 21.01.2017 12:04
    Highlight Peinliches Gejammer.
    Die Davoser Betriebe könnten ja mit den fetten WEF-Gewinnen etwas günstigere Preise im Rest des Jahres quersubventionieren. 😉
    18 1 Melden
    • Walter Sahli 21.01.2017 12:28
      Highlight Das könnten sie...wenn sie denn wollten...aber höchstwahrscheinlich wollen sie nicht.
      8 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.01.2017 11:58
    Highlight So funktioniert Umverteilung!
    17 1 Melden
  • SeKu 21.01.2017 11:02
    Highlight Da sieht man wiedermal für wen der Bundesrat sich einsetzt.

    Unter dem Jahr drückt er die Löhne durch Einwanderung und hebt die Preise durch Parallelimportverbote künstlich an. Aber wehe, einer der Profiteure dieser Politik bekommt seine Nachfrage/Angebot-Ideologie einmal im Jahr zu spüren und muss etwas mehr für den Champagner zahlen! Dann ist der Bundesrat zur Stelle!
    33 16 Melden
    • Walter Sahli 21.01.2017 12:32
      Highlight Es ist die Stimmbevölkerung, die zur Personenfreizügigkeit ja und das Parlament, das zu Parallelimporten nein gesagt hat.
      Du scheinst aber schon gut darauf trainiert zu sein, für alles immer dem BR die Schuld zu geben. Ganz im Sinne der Populisten.
      7 3 Melden
    • SeKu 22.01.2017 00:21
      Highlight @Walter Sahli
      Und das Stimmvolk wurde mit falschen Angaben (8'000 Einwanderer pro Jahr) zum Ja verleitet. Wer hat diese Angaben gemacht? Ach ja, der Bundesrat.
      Es war der Bundesrat welcher Paralleimportverbote einführte. Das Parlament hält nur aufrecht, was der Bundesrat einführte.

      Sie scheinen ganz gut darauf trainiert zu sein, für alles immer Ausflüchte zu suche, um ja nicht die Schuldigen benennen zu müssen. Ganz im Sinne der neoliberalen Abzocker.
      2 1 Melden
  • rodolofo 21.01.2017 10:42
    Highlight Wie würde der Geschäftsmann auf die Christlich geprägte Kritik der Strahlefrau "Atomdoris" an seiner Preis-gestaltung reagieren?
    Vielleicht so:
    "Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
    Diese reichen Geldsäcke aus aller Welt, die sich jetzt in Davos am WEF ein Stelldichein geben, können mit Geld um sich werfen, wie Beni Turnheer in seiner Millionen-Show!
    Also lasst uns doch möglichst viele dieser herumwirbelnden Scheinchen einfangen, solange diese Pelz tragenden Krösusse hier sind!"
    18 11 Melden
  • koks 21.01.2017 10:18
    Highlight Die hohen Preise für die Elite kümmern unsere neoliberale Bundesrätin, die Preise für den Mittelstand jahrausjahrein sind ihr egal.
    48 4 Melden
  • Howard271 21.01.2017 10:11
    Highlight Es gibt eben nicht nur Superreiche am WEF, sondern auch Journalisten, ganz normalverdienende Experten, Moderatoren, andere Touristen, oder ganz einfach Interessierte. Gegenüber denen sind die Preise sicher nicht gerechtfertigt, da gebe ich Frau Leuthard recht. Ausserdem ist es ja auch im Interesse der Öffentlichkeit, dass die Preise nicht zu hoch sind: Die Regierungsvertreter müssen ihr Zimmer ja wohl nicht aus dem eigenen Sack bezahlen. Günstigere Preise wären also auch im Sinne der Steuerzahler...
    26 4 Melden
  • Thomas Bollinger (1) 21.01.2017 10:07
    Highlight 18€ für eine Stange in Mailand um 16 Uhr in einer Tagesbar. Seit ich das erlebt habe, erzähle ich allen davon, in Mailand aufzupassen. Ja, ich konnte mir die Stange leisten. Trotzdem ist das schlechte Werbung für Mailand. Dito Davos.
    30 2 Melden
    • atomschlaf 21.01.2017 12:01
      Highlight Galleria Vittorio Emanuele?
      Wüsste nicht, wo man sonst solche Preise zahlt...
      8 0 Melden
    • Thomas Bollinger (1) 21.01.2017 17:06
      Highlight Atomschlaf: Richtig. Es hat geschüttet und wir sind einfach rein. Wüsste nicht, wo man in der Schweiz solche Preise zahlt.
      1 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.01.2017 09:55
    Highlight Hotels haben durch die Sicherheits Vorgaben und zusätzliches Personal einen Mehraufwand. Wer aber richtig abzockt sind Wohnung Besitzer.
    Eine Wohnung für 10'000 die Woche die 3 Schlafzimmer bietet finde ich ok, schwierieg wird's dann bei 40'000 oder gar 60'000. Aber ja wenn's Bezahlt wird ist die Nachfrage da.
    Alle Restaurants in Davos lassen die Preise gleich, das muss auch mal bemerkt werden!!
    Bravo an alle Beizer. Und hat wirklich gute Restaurants! Und hach Kaffee Klatsch kein Morgen ohne euer Birchermüesli :-)
    War jetzt schon das 3te mal da als IT Support meiner Firma.
    15 5 Melden
  • pamayer 21.01.2017 09:31
    Highlight Doris in ihrer Rolle als Preisüberwacherin... Übt sie für die Fasnacht?
    29 17 Melden
  • Kronrod 21.01.2017 09:26
    Highlight Oh weh, die 3000 Reichsten der Welt werden abgezockt...
    55 11 Melden
    • Kryptonite 21.01.2017 11:41
      Highlight Leider werden die 12000 "notmalos" welche dort am arbeiten sind auch abgezockt.. 500.- für ein zimmer welches sonst 70.- kostet geht nicht!
      16 2 Melden
  • Stichelei 21.01.2017 09:19
    Highlight Erstaunlich, dass in den Kommentaren die Schadenfreude vorherrscht, dass diese "reichen Säcke" richtig zur Kasse gebeten werden. Wenn ich aber als Normalverdiener diese Preise in der Presse lese, wie dies wahrscheinlich weltweit passiert, dann reduzieret sich meine Lust, in diesem Bergdorf Ferien zu machen auf null. Ich glaube nicht, dass Davos ein ganzes Jahr lang vom WEF zehren kann. Wenn dann die übrigen Gäste fernbleiben, jammert man wieder und erwartet Bundesunterstützung.
    52 6 Melden
    • lily.mcbean 21.01.2017 09:54
      Highlight In Davos ist es sicher nicht immer derart überissen. Aber während des WEF werden die Preise dem Klientel entsprechend angepasst. Warum auch nicht, wenn die es sich nicht leisten können wer dann?
      16 9 Melden
    • Stichelei 21.01.2017 10:28
      Highlight @lily.mcbean: Schon klar. Ich war auch schon einige Male in Davos. Aber nur während des WEF werden lokale Preislisten auf dem Internet verbreitet. Und mit diesen Preisen tragen wir zum Image des nicht-bezahlbaren Urlaubslands Schweiz bei und zementieren, noch schlimmer, unseren Ruf als Rosinenpicker, Opportunisten und Abzocker.
      19 5 Melden
  • EvilBetty 21.01.2017 09:01
    Highlight Mein Mitleid hält sich ja in Grenzen... Angebot und Nachfragen.
    31 12 Melden
  • lily.mcbean 21.01.2017 08:52
    Highlight Die feisten Kühe muss man melken.
    23 10 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.01.2017 08:17
    Highlight Also wenn jemand das Prinzip von Angebot und Nachfrage versteht sind das ja die WEF-Teilnehmer. Das ist nun einmal der Nachteil davon wenn das Forum in einem isolierten Ort mit relativ wenig Hoteloptionen durchgeführt wird, und man kann es der Hotellerie auch nicht übel nehen aus der hohen Nachfrage Kapital schlagen zu wollen.
    24 10 Melden
  • Pius C. Bünzli 21.01.2017 07:54
    Highlight Die Kapitalisten vom WEF motzen über hohe Preise..🙈
    40 9 Melden
    • koks 21.01.2017 10:18
      Highlight ... und entdecken Sozialismus für die Superreichen.
      16 0 Melden
  • Fixyfoxy 21.01.2017 07:46
    Highlight Jetzt wissen wir, wieso sie nur Milliardäre einladen.
    30 4 Melden
  • Schmid71 21.01.2017 07:43
    Highlight Und dann jammern wenn niemand mehr kommt. 🙈 komisch, warum bleiben die Gäste weg nach dem ein Bild der Preise auf Twitter durch die Welt geht. 🤔
    18 7 Melden
  • plaga versus 21.01.2017 07:35
    Highlight Gemessen an der Kaufkraft der meisten dieser Leute die dort teilnehmen, sind diese Preise wohl gerechtfertigt. Oder ist man plötzlich etwa gegen den freien Markt und seinen Mechanismen? Arme Reiche.
    37 9 Melden

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