Schweiz
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Uberpop-Chauffeure könnten in der Schweiz bald finanzielle Unterstützung erhalten. Bild: Bastien Inzaurralde/AP/KEYSTONE

Uber will Fahrern in der Schweiz die Chauffeur-Lizenz bezahlen

Nach einem gerichtlichen Verbot kündigte Uber in Deutschland an, Fahrern den Weg in die Professionalität zu finanzieren. In der Schweiz gibt es ähnliche Pläne.

02.04.15, 07:25 02.04.15, 08:18

Vor zwei Wochen kam es zum Knall: Das Landesgericht Frankfurt verbot Uberpop in ganz Deutschland. Um weiterhin im Spiel zu bleiben, setzt der Fahrdienst nun auf eine neue Strategie: Man will den Amateur-Chauffeuren künftig die Kosten für die Lizenz bezahlen. Dies kündigte Uber-Deutschland-Manager Fabien Nestmann in der Wirtschaftswoche an.

«Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft Uberpop-Fahrer dabei unterstützen, eine Chauffeur-Lizenz zu machen.»

Uber-Schweiz-Chef Rasoul Jalali

Ein ähnliches Modell ist auch hierzulande denkbar, wie Rasoul Jalali, Chef von Uber Schweiz, bestätigt. «Die Idee ist sehr interessant», sagt Jalali. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft Uberpop-Fahrer dabei unterstützen, eine Chauffeur-Lizenz zu machen, wenn sie regelmässig und gewinnbringend fahren wollen.» Konkret beschlossen sei aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts.

Präsident von Taxisuisse begrüsst die Pläne

Dass Uber mit einer solchen Strategie de facto zum Transportunternehmen wird, weist Jalali zurück: «Wir sind ein IT-Unternehmen, das mit den Fahrern unternehmerische Partnerschaften eingeht», sagt er. «Im Rahmen dieser Partnerschaft können wir uns vorstellen, den Fahrern Optionen anzubieten, wenn sie sich neu orientieren und zum Beispiel als selbstständige Fahrer arbeiten wollen.»

Patrick Favre, Präsident des Verbandes Taxisuisse, begrüsst die Pläne und fügt an: «Das sollte eigentlich normal sein.» Man habe nichts gegen Uber, «es sollten einfach für alle die gleichen Bedingungen gelten». Bei Uberpop, wo unlizenzierte Fahrer tätig sind, sei das momentan nicht der Fall.

Gemüter in Deutschland beruhigen sich

Nach der Ankündigung von Uber Deutschland scheinen sich dort die Wogen etwas zu glätten. Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sieht einen Schritt in die richtige Richtung: «Damit würde sich Uber einem Taxiunternehmen annähern», sagt etwa Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zur Tageszeitung.

Folgende Kosten will Uber in Deutschland übernehnmen:

Der neue Dienst soll spätestens im Sommer starten und – gemäss Spekulationen mehrerer deutscher Medien – UberX heissen. Es wird nach Uberpop, Uberblack und Ubertaxi der vierte Service in Deutschland.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Petgre 02.04.2015 18:31
    Highlight Wenn man BGer 8C_357/2014 vom 17.06.2014 studiert, könnte es wohl sein, dass UBER für die Fahrer Sozialabgaben bezahlen muss. Dann wäre über der Kalkulation von UBER ein grosses ?
    0 0 Melden
  • Hackphresse 02.04.2015 09:23
    Highlight Find ich SUPER!
    4 1 Melden
  • Donald 02.04.2015 08:23
    Highlight Wieviel zahlt euch Uber eigentlich für die täglichen Artikel?
    13 26 Melden
    • Charlie Brown 02.04.2015 09:25
      Highlight Uber steht meines Erachtens symbolisch für was mit der digitalen Transformation der herkömmlichen Wirtschaft geschieht. Diese Effekte werden unsere Wirtschaft nachhaltig verändern. Warum soll watson nicht darüber berichten?
      22 2 Melden
    • Roman Rey 02.04.2015 09:43
      Highlight Sagen wirs so: Ich muss nie mehr, egal wo auf der Welt, für ein Taxi bezahlen :)

      Nein, im Ernst: Ich finde Uber spannend, weil es eines der ersten Tech-Startups ist, das eine alte Branche hier in der Schweiz auf den Kopf zu stellen droht.

      Es gibt halt Unternehmen, die aufgrund ihrer Bedeutung stärker im Fokus der Medien sind. Ich nehme an, du beschwerst dich auch nicht über die regelmässigen SBB-Artikel?
      28 2 Melden
    • Tobias K. 02.04.2015 10:40
      Highlight Sag mal Roman. Habt ihr bei Watson auch schon mal recherchiert wo die Provision, die Uber einzieht, versteuert wird? Werden die ordentlich in der Schweiz versteuert oder gehen die direkt in die USA? Man hört dies und das. Wenn Uber sich korrekt verhält werden Provisionen in der CH versteuert. Zahlen die Lohnnebenkosten und Sozialabgaben? Wenn ja, gibt es aus meiner Sicht nichts gegen Uber einzuwenden. Ich kann es nicht beurteilen, da man gutes wie auch schlechtes hört.
      11 0 Melden
    • Roman Rey 02.04.2015 14:46
      Highlight Gute Frage, Tobias, ich werde dem mal nachgehen. Eine grosse Frage ist auch die Versicherung, aber da hält sich Uber sehr bedeckt.

      Sozialabgaben und Lohnnebenkosten gibt es höchstens für die Angestellten von Uber, aber nicht für die Fahrer. Denn das Startup sieht sich als reine Tech-Firma mit einer Vermittler-Funktion, nicht als Transportunternehmen.
      6 0 Melden
    • Tobias K. 02.04.2015 14:51
      Highlight Naja wenn sich eine Firma bedeckt hält, heisst das meist nichts Gutes. Aber ich will da ja nicht vorgreifen. Korrekt wäre aus meiner Sicht, wenn Uber die hier generierten Erträge auch ordentlich versteuern würde. Aber da tricksen die Tech-Giganten seit Jahren.
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    • Donald 03.04.2015 18:30
      Highlight @Tell99 und Roman
      Ich finde Themen bezüglich Transformation bzw. integration von digitalem und traditionellem Business durchaus auch sehr interessant. Aber derzeit wird hier auf Watson jedem Zucken von Uber ein ganzer Artikel gewidmet. So baut dieser Artikel rein auf dem Satz «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft Uberpop-Fahrer dabei unterstützen, eine Chauffeur-Lizenz zu machen, wenn sie regelmässig und gewinnbringend fahren wollen.» auf. Im Blick-Stil wird also der konkrete Titel des Arikels auf eine unkonkrete Aussage im Artikel relativiert. Der Rest des Inhalts ist ja bekannt.
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    • Donald 03.04.2015 18:37
      Highlight @Tobias
      Uber lebt hauptsächlich von einem Investor namens Google und schreibt rote Zahlen. Da ist es relativ schwierig einen Gewinn zu versteuern :)

      Den Angestellten bezahlen sie natürlich alle Beiträge, wie es das Gesetz vorsieht. Ich nehme aber an, du sprichst die Taxifahrer an. Diese sind selbstständig. Das ist eine lange Diskussion. Aber Ricardo bezahlt ja beispielsweise den Händlern auch keine Sozialabgaben. Sie erbringen einfach eine Vermittlungsdienstleistung.
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