Schweiz

Energie-Riese Alpiq hält doch an der Wasserkraft fest

28.08.17, 10:05

Macht doch weiter mit Wasser: Alpiq. Bild: KEYSTONE

Die Nachricht, dass Alpiq doch an der Wasserkraft festhält, kommt bei Anlegern nicht gut an. Viele von ihnen haben am Montagmorgen ihre Aktien verkauft.

Zudem hat der Konzern den Verlust ausgeweitet. Wie anzunehmen, zeigen die Zahlen keine Stabilisierung der Ertragskraft, erklärten die ZKB-Analysten. Sie seien sogar noch schlechter als erwartet.

Der Aktienkurs stand nach 09.30 Uhr um 3.78 Prozent tiefer als zu Handelsschluss am Freitag. Eine Alpiq-Aktie kostet noch knapp 80 Franken. Der Gesamtmarkt, gemessen am SPI, stand zeitgleich um knapp 0.4 Prozent im Minus.

Der Energiekonzern Alpiq hatte am Morgen angekündigt, seine Pläne zum teilweisen Verkauf seiner Wasserkraftanlagen aufzugeben. Investoren seien nicht bereit gewesen, die regulatorischen Risiken mitzutragen. Noch Anfang März hatte der Konzern entsprechende Pläne mitgeteilt.

Alpiq konnte aber nicht den gewünschten Preis, die vertraglichen Konditionen und Transaktionssicherheit erhalten. Hinzu kommt laut Mitteilung die jüngste politische Diskussion über die Unterstützung der Wasserkraft. Deshalb hat der Verwaltungsrat nun entschieden, den Prozess der Öffnung des Wasserkraftportfolios für Investoren zu sistieren.

Der Reinverlust von Alpiq beträgt 109 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es noch 2 Millionen Franken. Werden Aufwendungen im Zusammenhang mit Schiedsgerichtverfahren, Rückstellungen, Verkäufen von Firmenteilen sowie weitere Sondereinflüsse herausgerechnet, beträgt der Verlust 5 Millionen Franken, nach einem Gewinn von 41 Millionen Franken im Vorjahr.

Alpiq bekommt unter anderem die Euro-Mindestkursaufhebung vom Januar 2015 zu spüren: Die Währungsabsicherungsgeschäfte, die vor dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) abgeschlossen wurden, laufen nun aus. Zudem drückt der ausserplanmässige Stillstand des Kernkraftwerks Leibstadt auf das Ergebnis. (sda)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • andrew1 29.08.2017 21:25
    Highlight Nur geduld bei wasserkraftwerken und insbesondere stauseen. Wenn die energiewende weiter voranschreitet wird das speichern von energie sehr viel wert sein weil wind und sonne stochastisch auftreten und im tagesverlauf sowie saisonal gespeichert werden müssen. Das wird zur goldgrube. Zudem wird der strompreis steigen. Ist aber nur meine bescheidene meinung als ingenieur und nicht wirtschafter oder VR.
    2 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 28.08.2017 10:39
    Highlight Alpiq und die anderen grossen Überlandwerke sind eh zum grössten Teil in den Händen der öffentlichen Hand. Warum verstattlicht man den Besitz der Werke nicht einfach wieder. Langfristig sind diese Energieressourcen eh unabdingbar.
    11 0 Melden

Minus 15,8 Prozent: Massiver Gewinneinbruch bei Nestlé

Der Umbau des neuen Nestlé-Chefs hat sich 2017 negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Eine Abschreibung und Restrukturierungskosten führten zu einem Gewinneinbruch. Das Wachstum hat sich auf 2,4 Prozent verlangsamt.

Der Gewinn des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé ist im letzten Jahr wegen einer Wertminderung der Sparte Hautgesundheit und Restrukturierungskosten um 15,8 Prozent auf 7,2 Milliarden Franken gesunken, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte.

Mit einem organischen Wachstum von 2,4 Prozent fiel …

Artikel lesen