Schweiz

Valentin Vogt, Arbeitgeberpräsident.
Bild: KEYSTONE

Wirtschaft will trotz Schutzklausel 65'000 Zuwanderer pro Jahr

Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt findet klare Worte: Die von Christoph Blocher angepeilten 21'000 Zuwanderer pro Jahr seien «unrealistisch». Die Wirtschaft habe eher Bedarf für rund 65'000 Zuzüger.

13.12.15, 06:20 13.12.15, 11:35

Nach der reibungslosen Wahl von Guy Parmelin zum Bundesrat steigen die Erwartungen der Bürgerlichen und der Wirtschaft an die SVP. «Wir erwarten von allen SVP-Mitgliedern, dass sie mit dem Erhalt der bilateralen Verträge den Wirtschaftsstandort Schweiz sichern wollen», sagt FDP-Fraktionschef Ignazio Cassis.

GLP-Chef Martin Bäumle sowie CVP-Fraktionschef Filippo Lompardi fordern, die Volkspartei müsse Hand bieten für eine europakompatible Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative.

Ähnliche Forderungen kommen auch aus der Wirtschaft.  Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt sagt im Interview mit der SonntagsZeitung, bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage sollte trotz geplanter Schutzklausel eine Nettozuwanderung von 65'000 Personen möglich sein. «Wenn die Arbeitslosigkeit ansteigen würde, sollten es vermutlich etwa 50'000 sein», so Vogt weiter. Die von Christoph Blocher genannten 21'000 bezeichnet er als «unrealistisch».

«Opposition, das war gestern»

Weiter fordert Vogt von der SVP, dass sie sich hinter einen Anschluss an das Freihandelsabkommen zwischen der EU und der USA stellt. vor 10 Jahren ist das noch am Widerstand der Bauern und der SVP gescheitert. Heute würde ein Nein nicht mehr verstanden. «Opposition, das war gestern», sagt Vogt.

Gleichzeitig erteilt Vogt den Linken eine Absage betreffend einem weiteren Ausbau der flankierenden Massnahmen im Arbeitsrecht. Er spricht in diesem Zusammenhang vom «Giftschrank» der Gewerkschaften, die versuchten, in letzter Sekunde beim  Bundesrat in alter Besetzung Entscheide durch zu drücken. Den diskutierten Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer ab 55 nennt er gegenüber der «Sonntags Zeitung» «kontraproduktiv». Zusätzlich fordert er eine Vorlage zur Erhöhung des Rentenalters, dies zusätzlich zu der von Alain Berset geplanten Rentenreform. 

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gantii 13.12.2015 13:13
    Highlight nein zum freihandelsabkommen!!!!
    8 3 Melden
  • DerWeise 13.12.2015 12:47
    Highlight «Giftschrank», «kontraproduktiv»...

    Jaja, dann soll sich die Wirtschaft aber an den massiven Infrastruktur-, Umwelt- und Sozialkoste(!) beteiligen.

    Fragt sich nur, wie lange sich die Bevölkerung von der Wirtschaft ausnehmen lassen will.

    18 3 Melden
    • Big ol'joe 13.12.2015 13:14
      Highlight Wie lange? Da sehe ich schwarz. Wir sind die Sklaven der Wirtschaft und gehen für mehr Arbeit auf die Strasse. Was die grossen ach so klugen Wirtschaftsverbände sagen, ist Gottes Wort. Sie wissen was das Beste für den Arbeitnehmer ist,nämlich: Entlassung mit 55, Löhne unter 4000, unbezahlt Praktikanten, Abschaffungen jeglicher Sozialleistungen, zudem sollen sie keine Steuern zahlen etc. etc.
      Und der Schweizer Bürger und SVP-Wähler feiert das ab und meint dann die Ausländer wären an allem Schuld..
      Irgendwie Ähnlichkeiten zum Stockholm-Syndrom
      8 6 Melden
    • DerWeise 13.12.2015 13:26
      Highlight abgesehen von...

      "Und der Schweizer Bürger und SVP-Wähler feiert das ab und meint dann die Ausländer wären an al..."

      ...stimme ich dir zu.

      Denn da gibts leider noch paar andere Parteien wie FDP und co...
      4 1 Melden
  • Hussain Bolt 13.12.2015 12:32
    Highlight Wir sollten ganz sicher nicht das Rentenalter erhöhen. Irgendwann Arbeiten wir bis 70, das kann es nicht sein. Das schlimme ist daran noch das man für immer weniger Geld Arbeitet. Und zu den geforderten 60'000 Einwanderern kann ich nur sagen, es gibt genügend Schweizer oder Ausländer die jahrelang in der CH Leben Arbeitsuchende die das Vakuum füllen können mit den geforderten Arbeitern.
    14 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.12.2015 12:12
    Highlight Als ob es jedes Jahr 65000 neue Jobs gäbe
    12 7 Melden
  • DerWeise 13.12.2015 12:06
    Highlight Die, die haben (Immo, Unternehmer usw ) können sich freuen, der Rest wird den kleinen Kuchen (Löhne, Platz, Natur, Wohnraum. usw) weiter aufteilen müssen.

    "Erfolgsmodell Schweiz"
    20 3 Melden
  • _kokolorix 13.12.2015 12:02
    Highlight wie abgehoben ist dass denn:
    kein kündigungsschutz für über 55 jährige, aber eine rentenaltererhöhung?
    wer als über 50jähriger schon mal arbeit gesucht hat, kann nur ungläubig die augen reiben. kein unternehmen stellt heute einen 50jährigen fest ein. wo sollen den die über 65jährigen arbeiten? beim staat?
    da geht es doch nur darum diese in die sozialhilfe abzudrängen.
    19 3 Melden
  • SwissGTO 13.12.2015 11:50
    Highlight Wer ist denn diese Wirtschaft? Die entlassen im Moment doch Leute wie schon lange nicht mehr. Man hat das Gefühl, die teuren Schweizer sollen durch billigere Ausländer ersetzt werden.
    17 7 Melden
    • DerWeise 13.12.2015 14:05
      Highlight Es gibt da ein grosses Medienhaus. Dort sind die allermeisten max 35 Jahre alt, viele deutsch* oder Praktikanten und die Löhne kaum verhandelbar.

      Von dem her definitiv...

      *Ich mag Deutsche
      1 0 Melden
  • SwissGTO 13.12.2015 11:48
    Highlight 65000 und jeder nimmt noch 1-2 als Familiennachzug mit....dann wären wir bei 200000.
    12 12 Melden
  • Oberon 13.12.2015 11:43
    Highlight Als erstes würde ich gerne wissen was sind das für Stellen und gibt es wirklich keine Möglichkeit einen grossteil davon mit Schweizern zu füllen. zusätzlich finde ich es etwas realitätsfern von einer Erhöhung des AHV Alters zu reden aber keine flankierenden Massnahmen für die älteren Arbeitnehmer zu gestalten.
    19 2 Melden
  • koks 13.12.2015 10:49
    Highlight am ende ists eben schon so: die wirtschaft und ihre lobbyisten, dazu gehört auch die svp, wollen mehr zuwanderung. weils lukrativ ist und die klientel der svp - etwa die immobilienkonzerne - gute geschäfte mit der zuwanderung macht. aber schön gibts 30% nationalistische dumme, die dran glauben, die svp engagiere sich tatsächlich gegen die zuwanderung.
    26 8 Melden
  • Triesen 13.12.2015 08:49
    Highlight Herzlich willkommen im Wahlteam SVP/FDP. 🤔 Zum Glück gibt es noch andere Kräfte, als jene die am liebsten eine Mauer entlang der Schweizer Grenze errichten wollen. 🤔 Fragt sich nur ob diese Zweckehe nicht in einem Rosenkrieg endet... 😆
    7 15 Melden
    • Big ol'joe 13.12.2015 13:19
      Highlight Lieber Triesen, dies ist kein Kommentar an den Inhalt deiner
      Bemerkung. Du bist ja neu hier bei den Kommentaren bei watson. Ich habe eine Bitte:
      Kannst du die Emojis weglassen? Sie irritieren beim Lesen und irgendwie sind sie...naja, komisch?

      Danke und einen schönen Sonntag
      3 1 Melden
    • Triesen 13.12.2015 17:14
      Highlight @Big ...Bist du von der Redaktion? 🤔 Oder ist das jetzt einfach eine Einzelreaktion...
      0 1 Melden

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