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Neue Vorwürfe bei der Post: 5 Dinge, die du vor der heutigen PK wissen musst

15.02.18, 09:27 15.02.18, 10:01

Die Ausgangslage

Post-Chefin Susanne Ruoff räumte in einem Zeitungsinterview Fehler ein. Sie habe aber sofort reagiert, als sie im November 2017 von den Vorgängen erfahren habe. Vom «Blick» veröffentlichte Unterlagen der internen Revision lassen anderes vermuten. Bild: KEYSTONE

Die Postauto Schweiz AG hat mindestens zwischen 2007 und 2015 zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen. Der Trick der Post-Tochter bestand darin, Erträge aus dem subventionierten Regionalen Personenverkehr in der Sparte «Übriges» zu verbuchen. Das Unternehmen muss Bund und Kantonen 78,3 Millionen Franken zurückzahlen. Die Post untersucht intern, wie und warum es zu den Unregelmässigkeiten gekommen war.

Die neuesten Vorwürfe

Bild: KEYSTONE

Nun steht auch das Postauto-Mutterhaus im Visier: Wie Radio SRF heute Morgen berichtet, verdoppelte sich 2016 das Minus aus dem Schaltergeschäft der Post auf einen Schlag. Hintergrund war eine neue Rechnungslegung. Dies lässt Edith Graf-Litscher, Präsidentin der zuständigen Fernmeldekommission im Nationalrat, stutzen. Laut SRF steht die Frage im Raum, ob Poststellen geschlossen werden, weil sie «schlechtgerechnet» werden. Graf-Litscher will dazu Post-Chefin Ruoff befragen. Die Post wehrt sich gegen den Vorwurf.

Zudem belegte gestern Abend die «Rundschau», dass die Postauto AG auch im Geschäft mit den Ortsbussen trickste. Anhand von Offerten und anderen Dokumenten zum Ortsbus in Lyss zeigt die Sendung, wie Postauto die Gewinne versteckte. 

Die Krisensitzung

Post-VR-Präsident Urs Schwaller. Bild: KEYSTONE

Gestern Nachmittag tagte der neunköpfige Post-Verwaltungsrat unter Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller. Das Thema der Sitzung: der Postauto-Skandal und die möglichen Folgen. Ob sich Postchefin Susanne Ruoff halten kann, wird sich weisen.

Laut Tages-Anzeiger gibt es drei Szenarien: Ruoff wird abgesägt oder sie könnte während der Untersuchung der Vorwürfe in den Ausstand treten. Dritte Variante: Der Verwaltungsrat spricht ihr das Vertrauen aus. So wie Bundesrätin Doris Leuthard, die vor Vorverurteilungen warnte und anmahnte, man müsse erst wissen, was passiert sei.

Die Anzeige

Seine Behörde reichte Klage ein: Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr. Bild: KEYSTONE

Während der Krisensitzung des Post-VR hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) bei der Bundesanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern eine Strafanzeige eingereicht. Daneben verzeigte das Bundesamt als Aufsichtsorgan über subventionierte Geschäfte alle möglicherweise in Frage kommenden Organe der Schweizerischen Post AG und der Postauto AG. Darunter fallen der Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung, die Revision und alle möglichen weiteren Involvierten. Es sei nun Aufgabe der Bundesanwaltschaft herauszufinden, wer an den Machenschaften beteiligt gewesen oder über sie Bescheid gewusst haben könnte, sagte BAV-Kommunikationsleiter Andreas Windlinger gegenüber der SDA. 

Die Einladung

Nach der gestrigen Krisensitzung hat die Post kurzfristig zu einer Pressekonferenz an ihrem Hauptsitz in Bern geladen. Die Medienkonferenz findet heute um 14 Uhr statt. Ob dann Post-Chefin Ruoff ihren Job noch hat? Wir werden sehen. (mlu)

So sind die selbstfahrenden Postauto-Busse angekommen

Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Corahund 15.02.2018 12:56
    Highlight Ich bin jetzt mal ganz realistisch und prognostiziere folgendes Ergebnis der Pressekonferenz von heute:
    - Der VR spricht Frau Ruoff das Vertrauen aus oder
    stellt sie bis zum Abschluss der Untersuchungen frei.
    -Nach Abschluss der ergebnislosen Untersuchungen
    tritt Frau Ruoff vorzeitig zurück und geniesst fortan ihre
    exorbitante Pension in vollen Zügen.
    -Frau BR Leuthard hält sich bedeckt, da sie nach dem
    Sieg der No Billag Abstimmung hocherhobenen Hauptes
    zurücktreten und ebenso ihre horrende Pension geniessen kann.
    -Unter einem neuen CEO werden die Postautos vollständig privatisiert.
    20 4 Melden
  • Z&Z 15.02.2018 10:51
    Highlight Bei der KPMG sind jetzt sicher auch ein paar nervös. Bin gespannt, was von dieser Seite für Ausreden kommen. Das heisst, wenn überhaupt. Die Revisionsstellen sichern sich heute ja immer ab, für den Fall, dass wenn sie was nicht sehen, dass sie dann nicht schuld sind (wird etwas anders formuliert).
    15 0 Melden
  • flying kid 15.02.2018 10:37
    Highlight Es ist langsam Zeit für einen (noch) freiwilligen Rücktritt Frau Ruoff.
    15 1 Melden
  • Karl33 15.02.2018 09:48
    Highlight ruoff hat also in der post abteilungen gegründet (post operations etc), damit gewinne hin und her verschoben werden können. so wie gewinne von einer firma in einem land zu einer firma in einem steuergünstigen land verschoben werden. das kann man dann für die postautogewinne gebrauchen, aber auch fürs schlechtrechnen von filialen, damit diese geschlossen werden können.
    ich finds eine frechheit.
    aber wahrscheinlich hat ja nur ein kleiner böser buchhalter davon gewusst, die ganze chefetage wäscht sich die hände in unschuld. protegiert von CVP BR leuthard...
    101 8 Melden
    • Luku luku 15.02.2018 10:25
      Highlight Ja, wahrscheinlich wussten sie davon. Aber die Unschuldsvermutung gilt auch für Ceo's und andere hohe Tiere. Also ist es schon richtig, das BR Leuthard ihr das Vertrauen noch ausspricht. Alles andere wäre unfair.
      19 27 Melden
    • marmuel 15.02.2018 10:39
      Highlight Dieser Buchhalter hatte so viel kriminelle Energie und muss unglaublich geschickt vorgegangen sein. Die CEOs wollten doch nur Gutes...

      Susanne Ruoff sollte sich vielleicht von Jeff Sessions inspirieren lassen: "I do not recall."
      12 0 Melden
    • skorpi 15.02.2018 11:24
      Highlight Da wird immer gesagt, die Staatsunternehmen sollen wie private Firmen geführt werden und wenn das gemacht wird ist es auch wieder nicht recht ...
      6 21 Melden
    • opwulf 15.02.2018 12:25
      Highlight Eben Abbau des Service Public und dann noch via Tricks. Schauen wir mal ob Watson meinen Kommentar schon wieder nicht veröffentlicht, wenn ich wieder darauf hinweise dass doch bitte die Oberen der für den Service Public zuständigen Unternehmen nicht von HSG Leuten geleitet werden sollte, da es sonst wirklich nicht verwundert dass diese Dienstleistungen mehr und mehr verschwinden. Aber die Frage hier wäre, war dies von unserer Regierung so gewollt, gerade in Bezug zur CVP Bundesrätin?
      16 0 Melden
    • Chnebeler 15.02.2018 12:30
      Highlight Ob gewusst oder nicht spielt keine Rolle. Ihr hohes Gehalt wird mit der Verantwortung begründet und die muss Sie nun wahrnehmen und abtreten ohne Abfindung und Bonus und dies schnellst möglich!

      Alles andere wäre extrem Fragwürdig. Nur schon uns Steuerzahlern gegenüber.

      Es spielt daher überhaupt keine Rolle wer Schuld hat, Sie hat die Verantwortung für das Unternehmen.
      22 0 Melden

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