Schweiz
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Blick auf den Jugendstil-Pavillon des Hotel Waldhaus, aufgenommen am Montag, 17. August 2015, in Flims. Das Hotel hatte Anfang April diesen Jahres die Bilanz deponiert. Das Konkursamt in Trin gab heute Montag bekannt, mit welchen Forderungen das Hotel konfrontiert ist, und dass sich dessen Verkehrswert auf 69,2 Millionen Franken belaeuft, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Gähnende Leere beim Waldhaus Flims: Das Hotel musste dichtmachen. Bild: KEYSTONE

«Es sind fast alle am Schnaufen»: Bündner Hotelier rechnet mit hunderten Hotel-Schliessungen

Der Unterengadiner Hotel-König Kurt Baumgartner sieht Schwarz. Auch der zuletzt etwas schwächere Franken habe keine Entlastung gebracht.

23.08.15, 06:00 23.08.15, 08:57


Die Frankenstärke setzt dem Tourismus zu – in Graubünden, Wallis und Tessin droht jedem dritten Hotel das Aus, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Kurt Baumgartner ist mit drei Hotels im Unterengadin der «Hotel-König». 

Der Vorzeige-Hotelier weiss, wie die Kollegen rechnen. Er sitzt in der lokalen Tourismusorganisation im Verwaltungsrat und im kantonalen Hotelierverein im Vorstand. Baumgartner glaubt zum ersten Mal seit er vor dreissig Jahren als Hotelier anfing, dass der Strukturwandel in der Branche begonnen hat. 

Keine Entlastung dank zuletzt etwas schwächerem Franken

«Zurzeit arbeitet die Branche in den Bergregionen mit einer Auslastung von ungefähr 30 Prozent», sagt Baumgartner. Das sei, als ob in einem Industriebetrieb die Maschinen nur jeden dritten Tag laufen. «Ein Hotel muss mindestens zu 50 Prozent ausgelastet sein, um aus dem erwirtschafteten Ertrag zu überleben.»

Baumgartner sorgt sich deshalb um die Branche. «Ich glaube, dass in den nächsten Jahren in Graubünden, Tessin und Wallis rund ein Drittel der Hotels aufgibt. Das wären mehrere hundert Betriebe.» Der zuletzt etwas schwächere Franken habe keine Entlastung gebracht. 

Margen schmelzen dahin

«Wir sind um jeden Rappen froh. Aber die Logiernächte sind weggebrochen. Hätten die Hotels nicht die Preise gesenkt, wären die Verluste höher. Die Margen schmelzen so natürlich dahin», sagt Baumgartner zur «Schweiz am Sonntag». Etwa Drittel der Hotels sei akut gefährdet. 

Diese Erkenntnis habe er dank seiner Tätigkeit in der lokalen Tourismusorganisation und im kantonalen Hotelverein gewonnen. «Es sind fast alle am Schnaufen bei diesem starken Franken.»

«Sie denken nur noch von Monat zu Monat. Vielen wird Gemüse und Wein nur noch gegen Bares geliefert». Ein weiteres Drittel verdiene genug für den laufenden Betrieb. «Investieren kann es aber nicht so, wie es müsste. In den Zimmern werden Möbel und Teppiche nur alle 15 Jahre ausgetauscht. Sie zehren von der Substanz. Bis sie aufgeben müssen, vergehen jedoch viele Jahre», so Baumgartner zur «Schweiz am Sonntag». (dwi/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • M.O. 23.08.2015 15:09
    Highlight kleine hotels verschwinden leider immer mehr. die familienbetribe können nicht personal beschäftigen das tägich mehrmals die preise anpasst und so die anderen verdrängt. top kleinbetriebe werden ausgerottet und mit ihnen auch die gäste die das persönliche noch schätzen und detailisten aufsuchen, somit in den berg/tourismuskantonen für viele eine grundlage bilden. der tourismus trifft weite teile, wenn dann die sogenannt grossen/könige, wie auch immer, alles kontrollieren und diktieren gibt es für die kleinen keine changsen mehr. die einkaufspreise werden oft nach menge gemacht, also..... man sollte mal hinter die fassade/hotelwände schauen, da könnte ein teil der lösung liegen....
    2 0 Melden
  • Asen 23.08.2015 12:36
    Highlight Hotel König trifft es. Der besagte herr besitzt 3 Hotels in Scuol, wo er Sonderangebote anbietet, wie soll ein "kleines" Hotel dagegen an kommen? Dazu kommt noch seine "enge" Zusammenarbeit mit der früheren Gemeinderegierung. Diese brachte viele Einheimische fast um den Verstand.
    Das kleinere Hotels in Zukunft nicht mehr Rendieren ist auch die Schuld von solchen Hoteliers mit Grössenwahn.
    5 0 Melden
  • beatz 23.08.2015 09:53
    Highlight Etwa Drittel der Hotels sei akut gefährdet.

    Nahdeutscherlebnis...
    8 2 Melden
  • Werber des Jahres 2017 23.08.2015 09:41
    Highlight Ein Kränzlein an Kurt Baumgartner... Ich kenne Kurt seit meinen WK-Zeiten. Ein echter Macher und Innovator. Gebt Kurt 1% der 250 Mio und er macht tausendmal Schlaueres draus als ein paar Schweizerprospektli für China..... Ich staune nur Bauklötze wie oft staatlich abhängige Organisationen das Geld zum Fenster rausschmeissen und anschliessend noch mehr Geld vom Staat verlangen....
    11 7 Melden
    • stadtzuercher 23.08.2015 11:10
      Highlight mancher Schweizer würde mit 2.5 Mio CHF etwas Schlaues machen. Öhm, Staatssozialismus?
      4 4 Melden
  • Werber des Jahres 2017 23.08.2015 09:37
    Highlight Wir geben jedes Jahr rund 250 Millionen an Schweiz Tourismus, damit diese Massnahmen ergreifen um die Hotelbetten zu füllen. Für mich kommt da viel wenig an Output in der Schweiz an. Schweiztourismus selbst hatte die letzte Ausschreibung für eine neue Werbeagentur so formuliert, dass nur gerade 2-3 Agenturen diese Kriterien erfüllen konnten. Die riecht nach Vetterliwirtschaft. Laut Aussage der Verantwortlichen Personen wurde die Ausschreibung durch eine externe Agentur erstellt. Als erfahrerner Werber ist dies unverständlich... Die Ausschreibung hatte zum 600'000.- als Honorar versprochen..
    20 1 Melden
  • amore 23.08.2015 08:27
    Highlight Passt gut. Gibt Platz für Menschen, die Asyl suchen.
    22 9 Melden

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