Schweiz
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Jeder Zwanzigste stirbt in der Schweiz an Lungenkrebs

Herzkreislaufkrankheiten, Krebs und Demenz sind die drei häufigsten Todesursachen in der Schweiz. Suizide sind auf dem Rückgang – dafür greifen immer mehr zu assistierten Suiziden zurück. Das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS).

07.07.15, 09:46 07.07.15, 11:48


Im Jahr 2013 verzeichnete die Schweizer Wohnbevölkerung 64'961 Todesfälle. Diese verteilen sich auf folgende Altersgruppen:

Die Sterbewahrscheinlichkeit nimmt bei den über 19-Jährigen seit Jahren deutlich ab.

Todesursache Nr. 1: Herzkreislauf-Krankheiten

21‘512, respektive ein Drittel aller Todesfälle, wurden durch Krankheiten des Herzkreislaufsystems verursacht. Diese Todesursachengruppe ist seit Jahrzehnten die grösste, ihr Anteil reduziert sich aber laufend: 

Das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben, hat sich also in 18 Jahren fast halbiert.

An zweiter Stelle: Krebs

An zweiter Stelle standen wie in den Vorjahren die Todesfälle aufgrund von Krebserkrankungen. Hier wurden 2013 16'675 oder 26 Prozent aller Todesfälle verzeichnet. Der Anteil krebsbedingter Todesfälle hat seit 1995 um 1,5 Prozentpunkte zugenommen. Unter Berücksichtigung des Bevölkerungszuwachses und der Alterung der Wohnbevölkerung ist die Sterberate an Krebskrankheiten dennoch gesunken:

Tödlichste Krebsart: Lungenkrebs

Seit mehr als vierzig Jahren ist der Lungenkrebs von allen Krebsarten weitaus der tödlichste. Im Jahr 2013 starben fast 2000 Männer und gut 1200 Frauen daran. Zur Sterblichkeitsrate:

In den letzten 18 Jahren hat die Rate bei den Männern um 32 Prozent abgenommen, bei den Frauen um 47 Prozent zugenommen.

Immer mehr Demenz-Tote

Infolge der Alterung der Bevölkerung nimmt die Anzahl der demenzbedingten Todesfälle weiterhin zu. 5900 Personen starben wegen einer Demenz als Grundkrankheit. 1995, im ersten Jahr, in welchem die Diagnose registriert wurde, verzeichnete man 2100 Fälle. Zur Sterberate:

Die Rate nimmt in den letzten Jahren nicht mehr so stark zu: Seit dem Vorjahr nahm die Rate bei den Frauen nur noch um 0,6 pro 100‘000 zu, bei den Männern blieb sie auf Vorjahresniveau.

ZUM BERICHT DER SECO UEBER DIE EU-ZUWANDERUNG UND DEN DAMIT VERBUNDENEM WIRTSCHAFTSWACHSTUM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Pflegefachfrau Julia Sterk aus Russland spricht im Pflegezentrum Erlenhof in Zuerich in der Abteilung fuer Demenz am 11. August 2005 mit einem Patienten. Die Personenfreizuegigkeit mit der EU hat wesentlich zum Beschaeftigungswachstum in der Schweiz beigetragen. Laut des neusten Berichts des Staatssekretariats fuer Wirtschaft (SECO) kann rund die Haelfte des Zuwachses mit der Zuwanderung in Verbindung gebracht werden.

Die Bevölkerung wird immer Älter, das führt zu mehr Toten infolge von Demenz. Bild: KEYSTONE

Frauen erleiden mehr Unfälle als früher

Männer erleiden generell mehr Unfälle und sterben häufiger einen Unfalltod als Frauen. Doch diese Zahlen beginnen sich anzugleichen

Bei den Männern ist die Zahl der Unfallopfer praktisch gleich wie 1995, die Zahl der verunfallten Frauen hat in der gleichen Zeitspanne um 51 Prozent zugenommen. Diese Zunahme der weiblichen Unfallopfer insgesamt ist auf Stürze im Alter zurückzuführen, die oft zu Schenkelhalsbruch, Bettlägerigkeit und Lungenentzündung führen. 

Scheibenwischer / Shutterstock

Erfreulich: Die Unfälle im Strassenverkehr nehmen ab. Bild: Shutterstock

Erfreulich ist die Entwicklung beim Verkehr: Die Todesfälle im Strassenverkehr sind seit 1995 bei Männern von 480 auf 194 zurückgegangen, bei Frauen haben sie um 100 auf 84 abgenommen. 

Weniger Suizide...

Im Jahr 2013 wurden 1070 Suizide registriert, 786 Männer und 284 Frauen. Die Zahl der Suizide ist seit etwa 2009 konstant, gegenüber 1995 nahm sie um 25 Prozent ab

Allerdings sind in den Zahlen von 1995 noch assistierte Suizide mitgezählt, die damals aber noch viel seltener waren als heute.

...aber mehr assistierte Suizide

Im Jahr 2013 wurden 587 Sterbehilfefälle registriert, 249 Männer und 338 Frauen. Die Zahl der assistierten Suizide nimmt damit weiterhin zu. Gegenüber dem Vorjahr werden 79 zusätzliche Fälle gezählt. 

(rey/bfs)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • karl_e 07.07.2015 11:00
    Highlight 16138 sterben im Alter von 65 und 79 Jahren. Also stirbt niemand im Alter zwischen 66 und 78. Das ist schön, dann kann ich in aller Ruhe meinen 79. Geburtstag abwarten :)
    16 0 Melden
  • stiberium 07.07.2015 10:36
    Highlight Wie siehts bei den 30 bis 39 Jährigen aus?
    6 0 Melden
    • Roman Rey 07.07.2015 11:31
      Highlight Das ist das unsterbliche Jahrzehnt :)

      Nein, da ist mir ein Fehler unterlaufen, die Kategorie umfasst die 20 bis 39-Jährigen. Danke für den Hinweis!
      9 0 Melden
    • stiberium 07.07.2015 11:35
      Highlight Hab mich schon auf sorglose Zeiten gefreut. :)
      5 0 Melden

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