Schweiz

Chemie-Nobelpreisträger Bernard Feringa. Bild: AP/UNIVERSITY OF GRONINGEN

Nobelpreisträger baute mit der Empa in Dübendorf das winzigste Elektro-Auto der Welt

05.10.16, 15:05 05.10.16, 17:04

Der frisch gekürte Chemie-Nobelpreisträger Bernard Feringa schuf 2011 mit seinem Team und Kollegen vom Materialforschungsinstitut Empa ein winziges Fahrzeug auf Basis seiner molekularen Motoren. Das Auto mit Allradantrieb mass nur rund einen milliardstel Meter (Nanometer).

Video: Empa

Die molekularen Motoren sitzen dabei an der Stelle der Räder. Um das fahrende Molekül in Bewegung zu versetzen, wird es von oben über die Spitze eines Rastertunnelmikroskops mit Strom versorgt. Ein kurzer Spannungspuls von einem halben Volt ändert die Konfiguration der Moleküle – die molekularen Antriebsräder drehen sich.

Fahrt im Rastertunnelmikroskop

Die Forscher liessen ihr molekulares Vierrad-Elektrofahrzeug auf diese Weise mit zehn Impulsen etwa sechs Nanometer weit über eine Kupferoberfläche fahren. Das Rastertunnelmikroskop, in dem das Nanoauto damals fuhr, stand an der Empa in Dübendorf, wie das Materialforschungsinstitut mitteilte.

«Wenn ich nur eine Minute hätte, um hundert Jahre weiter zu schauen - gebt mir diese eine Minute! Wahnsinnige Entdeckungen könnte man dann sehen.»

Bernard Feringa

Derlei Nanomaschinen könnten Arbeiten auf der Molekülskala verrichten, beispielsweise winziges Frachtgut von einer Stelle zur anderen bringen.

Was Nanoautos heute schon können, wird sich Anfang 2017 bei der ersten «Nano-Formel1» in Toulouse zeigen. Die Nanofahrzeuge werden dort auf einer 100 Nanometer langen Strecke gegeneinander antreten. Das Rennergebnis dürfte allerdings auf sich warten lassen: Derzeit schaffen die Fahrzeuge fünf bis 20 Nanometer pro Stunde. Beobachten lässt es sich zudem nur mithilfe eines Rastertunnelmikroskops. (whr/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Nicht alle Männer sind sexistische Eichhörnchen!

«Ron isst Hermines Familie» – Das passiert, wenn ein Computer Harry Potter schreibt

Trump beerdigt Netzneutralität – wem das nutzt und wem das schadet

Gamer, aufgepasst: Super Mario erhöht die geistige Gesundheit und beugt Demenz vor 

Warum hunderte Fussball-Junioren gegen einen Millionär marschieren: Ein Herrliberger Drama

Mehr 2017 geht nicht: Die unfassbare Geschichte des weinenden Keatons – in 4 Schritten

Ein Nigerianer stirbt nach seiner Ausschaffung – was die Schweiz damit zu tun hat

Amis lynchen Hai mit Speedboot und grinsen – jetzt tobt das Netz wegen dem Video

Alle Artikel anzeigen

Schweizer Nobelpreisträger

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
7
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • caschthi 05.10.2016 16:35
    Highlight Ich verstehe das nicht. Für was soll das gut sein und wieso bekommt man so einen grossen Preis dafür..
    4 27 Melden
    • Argetlam 05.10.2016 17:44
      Highlight Vielleicht wird das der Menschheit nie etwas nützen. Genau so gut kann es aber in wenigen Jahren heissen, dass dies ein Durchbruch für etwas weltbewegendes gewesen war. Sie und ich können das wohl kaum beurteilen.
      15 0 Melden
    • P. Swiss 05.10.2016 19:16
      Highlight Stelle mir eine Anwendung in der Medizin vor. Nanofahrzeuge mit Arzneimitteln beladen bringen diese direkt zu bestimmten Zellen, z.B. Krebszellen. Oder selbstreparierende Werkstoffe, dank integrierten Nanomaschinen.
      9 2 Melden
    • äti 05.10.2016 19:29
      Highlight Nun, falls ein Kollege einen Schrumpf-Mechanismus erfindet, der dich subito auf Molekülgrösse minimiert, dann hast du ein passendes Auto zum rumbrettern.
      12 0 Melden
    • caschthi 09.10.2016 17:36
      Highlight Äti hat's gecheckt!
      0 0 Melden
  • CyanLama 05.10.2016 15:14
    Highlight Dieses "auto" ist mittlerweile bestimmt von der putzfrau vernichtet worden
    5 7 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 07.10.2016 14:33
      Highlight Nope. es Wurde abgeschleppt, da es in einer Parkverbot Zone stand. Da es aber zu klein war, haben sie es nicht rechtzeitig gefunden um es um zu parken.
      1 1 Melden

SVP Wallis verliert bei Kopftuch-Initiative und flippt dann komplett aus

Das Walliser Kantonsparlament hat am Freitag eine Volksinitiative der SVP, die jegliche Kopfbedeckungen an Schulen verbieten wollte, für ungültig erklärt. Die SVP verliess aus Protest den Saal und geht vor Bundesgericht.

Die Oberwalliser SVP verliess bereits am Mittwoch zu Beginn der Debatte den Saal des Grossen Rates und zeigte sich verärgert über die vielen negativen Voten bei der Eintretensdebatte zur Initiative. Von einem «Bruch mit der Demokratie» sprach Michael Graber im Parlament. Die …

Artikel lesen