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ETH-Studie zeigt: Bei einer Pandemie müssten zuerst die Jungen geimpft werden

13.05.18, 14:42 13.05.18, 15:41


Im Falle einer Pandemie wäre die «unfairste» Variante bei der Impf-Priorisierung die effektivste: Damit die Ausbreitung der Krankheit möglichst verhindert werden kann, müsste die jüngere Generation zuerst geimpft werden.

Dies zeigt eine neue Studie, welche die ETH im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) erarbeitet hat. Über die Studie, welche auch der Nachrichtenagentur SDA vorliegt, berichteten die «SonntagsZeitung» und «Matin Dimanche».

«Die Studie zeigt verschiedene Varianten auf, wie im Pandemiefall beim Impfen vorgegangen werden kann», erläuterte Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten beim BAG, am Sonntag auf Anfrage der SDA.

Die Frage, wer bei einer Pandemie zuerst geimpft werden soll, stellt sich insbesondere dann, wenn der Impfstoff knapp wird. Die Studie liefert Grundlagen, um in einem solchen Fall diese Prioritätenliste festzulegen. Gestützt auf die Prioritätenliste werden dann die kantonalen Kontingente festgelegt.

Sieben Varianten von Warteliste bis Zufall

Die Studienautoren haben dafür sieben Möglichkeiten für eine faire Verteilung von medizinischen Leistungen während einer Knappheit untersucht. Dabei analysierten sie für jede Variante sowohl die medizinische auch als auch die ethische Sicht.

ARCHIVBILD ZUM RUECKGANG DER MASERNFAELLE IN DER SCHWEIZ, AM FREITAG, 29. DEZEMBER 2017 - Des etudiants de l'EPFL font la queue afin de se faire vacciner contre la rougeole par une infirmiere sur le campus de l' Ecole Polytechnique Federale de Lausanne, EPFL, ce lundi 23 mars 2009 a Ecublens, Vaud. L' epidemie de rougeole qui sevit en Suisse provoque une serie de mesures. Une campagne de vaccination est  menee depiuis ce lundi a l' EPFL, et mardi et mercredi a l' Universite de Lausanne, UNIL. Le campus lausannois est un des foyers de l'epidemie vaudoise, qui a frappe 378 personnes en Suisse depuis le debut de l'annee 2009. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Eine Variante sieht zum Beispiel vor, dass medizinische Angestellte zuerst an den Impfstoff kämen.  Bild: KEYSTONE

Diese Möglichkeiten sind der Zufall (Verlosung), die Warteliste, das Impfen zuerst der Kränksten, das Impfen zuerst der Jüngeren sowie die Prinzipien «am meisten Leben retten» und «wichtige Funktion» – zum Beispiel Menschen in Gesundheitsberufen.

Untersucht wurde auch eine Kombination von Kriterien, wie zum Beispiel eine aus Alter, Risikogruppen und wichtiger Funktion. Von all diesen Prinzipien sei «die Jüngeren zuerst» zu favorisieren, schreiben die Studienautoren. Mit diesem Ansatz würde sich die Ausbreitung der Krankheit medizinisch gesehen am besten eindämmen lassen.

Kränkste zuerst wäre «fairer»

Die Studienautoren räumen jedoch ein, dass dieses Prinzip ethisch nicht gut abschneidet. In die Umfrage war auch eine Befragung von Ärzten, Medizinstudenten, medizinischen Personen sowie medizinischen Laien eingeflossen. Abgesehen von den Ärzten empfinden sie diese Variante als die unfairste. Am fairsten fänden sie es, wenn die Kränksten zuerst geimpft würden.

Welches Szenario im Falle einer Pandemie effektiv angewendet werden wird, kann man heute noch nicht sagen. «Das wird von den jeweils aktiven Viren abhängen. Wenn diese vor allem unter den Rentnern stark verbreitet sind, wird man sicher nicht die Jüngeren zuerst impfen», sagte Koch. Die letzte Grippewelle und auch die Pandemie im Jahr 2009 hätten gezeigt, dass es schwierig vorhersehbar sei, welche Altersgruppe das Virus am stärksten treffen werde.

Eine Pandemie ist gemäss BAG die Ausbreitung einer bestimmten Infektionskrankheit in vielen Ländern beziehungsweise auf mehreren Kontinenten. Sie kann einen Grossteil der Weltbevölkerung gefährden. Von Bedeutung sind vor allem Grippepandemien, die von Influenzaviren verursacht werden und jederzeit auftreten können. Die Studie hat gemäss der Medienstelle des BAG vorläufig rein wissenschaftlichen Charakter und muss noch von den Kantonen noch beurteilt werden. (leo/sda)

Sterbehilfe für gesunde Menschen?

Video: srf

Südkorea im Bann des Mers-Virus:

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alice36 14.05.2018 14:41
    Highlight Im Ernstfall wäre die Studie wohl Makulatur. Zuerst kommen die Einflussreichen und Mächtigen, danach die mit genügend Geld um sich den Stoff zu besorgen und dann vielleicht das Volk. Man erinnere sich mal wer Tamiflu gehortet hat als man noch annahm das es wirkt.
    6 2 Melden
  • Sarkasmusdetektor 13.05.2018 20:27
    Highlight Und warum schneidet das Szenario "Die Jüngsten zuerst" am besten ab? Würde mich schon interessieren, welche Faktoren da den Ausschlag gaben.
    18 1 Melden
    • Astrogator 14.05.2018 08:28
      Highlight Weil sie mobiler sind und das grösste Potential haben eine Infektion zu verbreiten.
      11 2 Melden
    • achsoooooo 14.05.2018 19:41
      Highlight ausserdem fällt es Kindern schwerer, Hygienemassnahmen einzuhalten, und sie haben meist mehr und engeren Körperkontakt als Erwachsene. Sind dabei auf engem Raum zusammen (Krippe, Schule, Kindergarten), habem je nach Alter ein ert unvollständig entwickeltes Immunsystem und haben oft viel Kontakt zu ihren tendenziell auch eher anfälligen Grosseltern.
      6 1 Melden
  • Pasch 13.05.2018 16:19
    Highlight Zuerst werden die Reichen versorgt, weis doch mittlerweile jeder 😏
    43 18 Melden
    • Ichsagstrotzdem 14.05.2018 08:35
      Highlight Richtig! Dies ist die wahrscheinlichste Variante. Wurde diese auch geprüft?
      7 0 Melden
    • Pasch 14.05.2018 11:08
      Highlight Stillschweigend 😉
      3 0 Melden
  • Maya Eldorado 13.05.2018 16:18
    Highlight Da ist noch ein Video: "Sterbehilfe für gesunde Menschen?"
    Das sollte dann eher heissen: "Beihilfe zum Selbstmord."
    Warum braucht man eine Sterbehilfe wenn man gesund ist, frage ich mich.
    Weil man angst hat, es alleine zu machen oder einfach dabei alleine zu sein?
    6 77 Melden
    • Childofthenight 13.05.2018 19:47
      Highlight Weil suizid halt doch auch eine form von mord ist und die umsetzung diverse schwierigkeiten mit sich bringt. Als suizidwillige person kommt man nicht so einfach an eine möglichkeit, den suizid "human" zu gestalten. Erschiessen, aufschneiden der pulsadern, erhängen usw sind doch eher brutale methoden im umgang mit sich selbst, während von der brücke springen oder sich vor den zug werfen auch andere personen mitschädigt. Beihilfe zum suizid ergäbe da schon bessere varianten
      28 1 Melden
  • Maranothar 13.05.2018 15:38
    Highlight Um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern darf Fair kein Thema sein sondern nur Logik.
    Zuerst die Gesunden die ein Verbreitung erleichtern.
    Dann die Kranken und die anderen Gesunden.
    Dann die, die eventuell die Impfung nicht vertragen.
    86 8 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 13.05.2018 15:30
    Highlight Ist das im epa-Bild links Putin?
    56 2 Melden
    • Leo Helfenberger 13.05.2018 15:42
      Highlight Ja. Unglückliche Bildauswahl meinerseits, ist angepasst!
      32 8 Melden
  • DerGrund 13.05.2018 15:14
    Highlight "Eine Variante sieht zum Beispiel vor, dass medizinische Angestellte zuerst an den Impfstoff kämen." - und dazu ein Bild mit Wladimir Wladimirowitsch Putin im Kittel :D gewollt?
    51 2 Melden
    • Leo Helfenberger 13.05.2018 15:43
      Highlight Nein, ein Fehler meinerseits, sorry!
      14 8 Melden

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