Schweiz

Zürcher Biobauer darf Rinder weiter auf der Weide schlachten

03.06.16, 10:25 03.06.16, 10:46

Der Zürcher Biobauer Nils Müller darf seine Rinder weiterhin mit einem gezielten Kopfschuss auf der Weide töten. Das kantonale Veterinäramt hat die Bewilligung verlängert.

Angus-Rind auf der Weide des Zürcher Bio-Bauers. Bild: FIBL

Laut Kantonstierärztin Regula Vogel hat Müller die Bewilligung erhalten, seine Rinder mittels Kugelschuss auf der Weide zu betäuben und mit sofortiger anschliessender Entblutung den Tod sicherzustellen. Sie bestätigt damit eine Meldung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes vom Freitag.

Anschliessend müssen die Rinder zur weiteren Verarbeitung sofort in das nahe gelegene Kleinschlachtlokal gebracht werden. Es gelten auch künftig die selben strikten Auflagen wie bei den vorangehenden, auf zehn Rinder beschränkten Bewilligungen, sagte Vogel.

So müssen unter anderem ständig ein Tierarzt und ein Metzger anwesend sein. Zudem gibt es Hygieneauflagen, Sicherheitsvorkehrungen wegen der Waffe sowie klare Vorgaben in Bezug auf Schussdistanz und Zeitspanne bis zum Entblutungsschnitt.

Der Bauer erlegt die Tiere vom Hochsitz aus.
Bild: FIBL

Schuss vom Hochsitz aus

Müller und seine Frau haben auf dem Bauernhof «Zur Chalte Hose» in Forch ZH für das Schlachten eine kleine, separate Koppel eingerichtet. Von einem angrenzenden Hochsitz aus nimmt der Landwirt das ausgewählte Tier aus kurzer Distanz ins Visier. Er hat dafür extra eine Jägerausbildung absolviert.

Das Schlachten auf der Weide erspart den Tieren den Transport, das Eingesperrtsein auf dem Schlachthof sowie den Kontakt zu Menschen und fremden Artgenossen. Dies soll dem Tier Stress ersparen, was nicht zuletzt die Fleischqualität erhöht.

Die Bewilligung wurde bereits im März ausgesprochen. Aus administrativen Gründen ist sie zeitlich begrenzt. Sie könne aber verlängert werden, wenn die Bedingungen eingehalten werden und die Rechtslage unverändert bleibt.

(sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • arpa 03.06.2016 12:41
    Highlight DER Artikel lässt den Anschein erwecken als ginge es nur um die bessere Fleischqualität. Viele Bauern lieben ihre Tiere und machen solche Schritte tatsächlich zum Wohl des Tieres.
    Und als Jäger weiss er wie ein Tier ethisch korrekt (soweit möglich) zu erlegen.
    Das ist noch quasi-Natur. Nicht die Massenhaltung und Massenschlachtung.

    Dieser Bauer hat wenigstens glückliche Kühe.
    16 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.06.2016 12:03
    Highlight "Dies soll dem Tier stress ersparen" aber nicht etwa aus Rücksicht auf das Tier...nein, damit das Fleisch angeblich besser ist.....

    10 8 Melden
    • Walter Sahli 03.06.2016 12:18
      Highlight Ist doch schnurzegal, warum die das tun. Hauptsache dem Tier wird Stress und Leid erspart!
      16 5 Melden
    • Raider 03.06.2016 14:53
      Highlight Wenn man selbst nicht genau informiert ist, sollte man solche negativen Kommentare lassen !
      Es gab darüber bereist einmal einen Fernsehbericht. In diesem hat der Bauer selbst seine Beweggründe dargestellt. Es geht ihm in erster Linie darum, dass die Tiere nicht diesen Stress erleiden müssen, den sie beim Schlachthof hätten. Die Tiere mekren nicht einmal, wenn eines von ihnen erschossen wurde, sondern bleiben dabei ganz ruhig.
      Und nebenbei !! schmeckt das Fleisch auch noch besser.
      12 3 Melden

Steve Bannon kommt nach Zürich – auf Einladung der (**Trommelwirbel**) «Weltwoche»

Die «Weltwoche» holt Steve Bannon, den Ex-Strategen des US-Präsidenten Donald Trump, nach Zürich. Wo genau der Vortrag am 6. März stattfinden wird, ist noch geheim. Den Veranstaltungsort erfahren nur angemeldete Teilnehmer.

Roger Köppel, Chefredaktor und Verleger der «Weltwoche», veröffentlichte die Voranzeige am Mittwoch auf Facebook. Demnach handle es sich um den ersten öffentlichen Auftritt Bannons in Europa.

Gemäss Voranzeige, über die mehrere Medien berichteten, spricht der ehemalige …

Artikel lesen