Schweiz

Ein Swiss-Airbus auf dem Landeanflug in Zürich.
Bild: KEYSTONE

Über 60'000 Menschen werden in Zürich vom Fluglärm geplagt – das sind so viele wie noch nie

27.11.15, 10:29 27.11.15, 11:34

Die Zahl der von Fluglärm geplagten Menschen um den Flughafen Zürich ist erneut gestiegen. Gemäss dem neusten Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) waren im letzten Jahr 61'381 Personen betroffen. Der Richtwert von 47'000 Personen wurde damit um fast 30 Prozent überschritten.

Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh musste am Freitag bei ihrer ersten Präsentation des regierungsrätlichen Flughafenberichts vor den Medien den höchsten ZFI-Wert seit dessen Einführung im Jahre 2007 verkünden. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl lärmgeplagter Personen um 4258 zu. Das entspricht gegenüber 2013 einer Zunahme um 7 Prozent.

Die Zahl der in der Nacht im Schlaf gestörten Personen nahm um 16 Prozent und der am Tag stark belästigten Personen um 2 Prozent zu. Ohne Schalldämmlüftungen an Liegenschaften wäre die Zahl der von Fluglärm stark belästigten Personen gar auf 62'551 gestiegen.

Der Flugbetrieb in der Nacht hat zu einer Zunahme des ZFI um weitere 6 Prozent geführt, wie aus dem Bericht hervorgeht. Dazu beigetragen hätten die Zunahme der nächtlichen Flugbewegungen sowie die ungünstige Routenbelegung.

Hauptgrund für das Wachstum beim ZFI ist aber nicht primär der Flughafen selber, sondern das Bevölkerungswachstum. Das Dilemma besteht darin, dass die Bevölkerung vor allem dort wächst, wo das kantonale Raumordnungskonzept es vorsieht – in den mit öffentlichem Verkehr bestens erschlossenen Gebieten südlich und westlich des Flughafens.

Erwünschte Entwicklung hat ihren Preis

In diesen teilweise dicht besiedelten Gebieten steige die Zahl der vom Fluglärm Betroffenen aufgrund einer erwünschten Entwicklung selbst bei gleichbleibender Fluglärmbelastung an, heisst es im Bericht. Dieser Anstieg liesse sich höchstens aufhalten, wenn die An- und Abflüge vermehrt über weniger dicht besiedeltes Gebiet geführt werden könnten.

Eine Verbesserung der Lärmsituation erhofft sich der Kanton Zürich von der Einführung neuer Triebwerktechnologien und dem Kauf neuer Langstreckenflugzeuge durch die Swiss. Bezogen auf den ZFI werde der Fortschritt im technischen Bereich jedoch das weiterhin starke Bevölkerungswachstum kaum kompensieren können.

Der 2007 eingeführte ZFI sieht vor, dass höchstens 47'000 Personen durch Fluglärm stark gestört werden dürfen. Bis jetzt wurde dieser Richtwert jedoch nur 2009 eingehalten. Danach stieg der Wert bis 2012 kontinuierlich an. Lediglich 2013 gab es einen leichten Rückgang von 3 Prozent. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Blissfully 27.11.2015 19:40
    Highlight seht ihr hier viele Wohnbebauungen? Der Flughafen war zuerst da, wer an den Flughafen zieht muss auch mit den Konsequenzen leben. Ebenfalls haben die Zürcher vieles dem Flughafen Zürich zu verdanken!!!!
    10 1 Melden
  • StealthPanda 27.11.2015 17:55
    Highlight Ich mag Lärm nicht, deswegen zieh ich an den Flughafen :P Nein ernsthaft wohne schon seit ewigkeiten in Dübendorf bzw. besser unter dem Namen Düsendorf bekannt wegen des ehemaligen Militärflugplatzes. Früher hörten wir die Jets jeden Tag aber gestört hatts niemanden. So Deal with it oder zieht um ins hintere Emmital...doch obacht dort gibts Bäche und Grillen die Zirpen könnte also auch lärmig werden.
    5 1 Melden
  • Anded 27.11.2015 15:23
    Highlight "Über 60'000 Menschen werden in Zürich vom Fluglärm geplagt" - wohl kaum. Das ist ein berechneter Wert. Würde man die betroffenen Personen befragen, würden sich längst nicht alle gestört oder geplagt fühlen. Macht doch mal einen Artikel wieviele Menschen in der Schweiz von Strassenlärm, Kirch- und Kuhglocken oder Vogelgezwitscher "geplagt" werden. (Ich zum Beispiel höre alles, aber störe mich nur ab und zu ab der Strasse.)
    4 1 Melden
  • Schuhmeister Flaig 27.11.2015 14:45
    Highlight Das Problem ist doch, dass ZRH von zu vielen Airlines, als Drehkreuz benutzt wird, weil die Fluhafentaxen in Zürich besonders günstig sind. Würden die Flugzeuge in Zürich nicht mehr mit Kerosin und Passagieren aufgefüllt werden, könnten tausende Menschen besser schlafen.
    1 8 Melden
    • Tobias K. 27.11.2015 15:08
      Highlight Als besonders günstig würde ich die Gebühren in Zürich nicht benennen. ZRH liegt im europäischen Mittelfeld. Und als Drehkreuz nutzt meiner Meinung nach nur die SWISS und Airberlin (Belair) den Flughafen. Tägliche Verbindungen als Drehkreuz zu bezeichnen finde ich jetzt etwas übertrieben.
      3 1 Melden
  • Flint 27.11.2015 11:10
    Highlight Was kann die Fliegerei dafür, dass die Leute in die Lärmzonen ziehen? Weshalb baut man in diesen Gegenden überhaupt? Der Flugverkehr war zuerst da, jetzt muss man sich auch nicht darüber beschweren. Hier geht es wohl um Stimmungsmache gegen die Abstimmung "Pistenveränderungen vors Volk", die der Zürcher Regierung nicht in den Kram passt. Nur noch so nebenbei: wie viele Leute im Land sind vom Strassenverkehrslärm geplagt? Gemäss BFS sind tagsüber 1.2 Millionen und nachts 700'000 Personen von schädlichem Lärm betroffen! Diese Zahlen sollten auch mal diskutiert werden!
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  • f303 27.11.2015 11:05
    Highlight Irgendwie will ich das nicht so recht verstehen: Warum zügelt man wissentlich in einen Bereich mit Lärmbelästigung (Ausgangslokale, Einflugschneisen, Autobahn, ...) um sich dann darüber zu beschweren, ja sogar rechtlich dagegen vorzugehen? Das ist doch nicht logisch. Ich fahre erst einmal vor die Wand und verklage die Wand und verklage den der sie dort korrekt hingestellt hat hinterher? Wie kann es sein, dass Dinge die seit zig Jahren an einem Ort sind, plötzlich weniger Recht haben als ein frisch zugezogener? ... ja z.T. ein wenig off topic, hängt aber für mich irgendwie zusammen.
    17 3 Melden

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