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Spitäler in Zürich, Basel und St.Gallen müssen wegen rostigen Kanülen Bussen bezahlen

13.01.18, 11:39 13.01.18, 14:28

Bild: KEYSTONE

Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat drei Spitäler mit einer Busse bestraft. Sie haben Medizinprodukte aus Pakistan eingekauft und verwendet, die verunreinigt waren. Betroffen sind die Universitätsspitäler Zürich und Basel sowie das Kantonsspital St.Gallen.

Trotz gesetzlicher Verpflichtung haben sie die Zulassungs- und Aufsichtsbehörde Swissmedic nicht über die fehlerhaften Produkte informiert – und haben damit laut Swissmedic ihre Meldepflicht auf schwerwiegende Weise verletzt.

Swissmedic-Sprecherin Danièle Bersier bestätigte am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen Bericht der «Tages-Anzeiger»-Mantelredaktion.

Bei den fraglichen Produkten handelt es sich unter anderem um Kanülen für Herzoperationen an Babys und um Saugkanülen. Sie waren teilweise rostig, verbogen, brachen ab oder enthielten Metallsplitter. Die Produkte stammten aus Pakistan und wurden von einer Firma im Kanton Zug vertrieben.

Zuger Firma gelöscht

Auf die Missstände und die belieferten Spitäler aufmerksam geworden ist Swissmedic aufgrund einer Hausdurchsuchung bei der Zuger Firma. Anfang 2017 eröffnete die Aufsichtsbehörde folglich Strafverfahren gegen die drei Kliniken. Im Juli sind sie schliesslich bestraft worden: Sie müssen 5000 Franken Busse bezahlen. Im Wiederholungsfall kann eine Busse von bis zu 50'000 Franken ausgesprochen werden.

Das Universitätsspital Zürich (USZ) teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit, man habe die Gefährdung, die von den Kanülen ausging, sofort erkannt, die weitere Verwendung gestoppt und den Lieferanten informiert. Es seien keine Patienten zu Schaden gekommen.

Allerdings habe man es «unterlassen», Swissmedic in Kenntnis zu setzen: «Die zuständigen Stellen im USZ hatten die Meldepflicht falsch eingeschätzt.» Das Spital nehme solche Vorkommnisse zum Anlass, um die internen Prozesse und den Kenntnisstand des Personals zu überprüfen.

Auch das Universitätsspital Basel (USB) zog das Material aus dem Verkehr und reklamierte bei der Herstellerfirma, wie es auf Anfrage mitteilt. «Versehentlich» habe man dies aber nicht Swissmedic gemeldet, «was unsere Pflicht gewesen wäre». Dafür habe das Spital zu Recht eine Busse erhalten.

Bereits vorher habe das USB intensive Anstrengungen unternommen, um alle Beteiligten für die Meldepflicht von Swissmedic zu sensibilisieren. Für Patientinnen und Patienten habe keine Gefahr bestanden.

Im Weiteren hat Swissmedic auch gegen Verantwortliche der Zuger Firma Verfahren eingeleitet. Der Online-Auskunftei Moneyhouse zufolge ist die Firma in Liquidation. (sda)

Ambulante OPs sollen Kantone entlasten

Video: srf

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • manuel0263 13.01.2018 13:33
    Highlight Schweizerische Qualität? Schweizerische Kontrolle? Und dann Bussen, die fast zum Betrug einladen!
    32 10 Melden
    • manuel0263 13.01.2018 14:14
      Highlight Wer hier anderer Meinung ist, denn bitte ich in aller Höflichkeit, dies mit Argumenten zu begründen und sich nicht feige hinter einem kleinen Blitz zu verstecken!
      16 15 Melden
    • MaxHeiri 13.01.2018 14:54
      Highlight Beruhigen Sie sich. Es gab ja keinen Schaden. Denn sie haben es ja selber erkannt und nicht medizinisch eingesetzt.
      Im ganzen Regulationsdschungel war den Verantwortlichen nicht bewusst, dass ein solcher Lieferant der Swissmedic gemeldet werden muss.
      9 7 Melden
  • Asmodeus 13.01.2018 13:07
    Highlight Ach halb so wild. Sind ja nur Dinge die an Babyherzen eingesetzt werden....

    Wundert mich nicht, dass mal wieder das Unispital Basel involviert ist.

    Da werde ich höchstens noch zum Sterben hin fahren. Das kriegen sie wenigstens hin.
    10 20 Melden
  • Imfall 13.01.2018 12:38
    Highlight die kaufen medizinisches material aus pakistan? ernsthaft?!
    56 8 Melden
    • Katzenseekatze 13.01.2018 16:16
      Highlight Ja, komisch nicht? Ich dachte, da kommt nur das Teuerste in Frage...
      9 1 Melden
  • Jein 13.01.2018 11:57
    Highlight 5000 Franken Busse? Was für ein Witz, da zahl ich ja fast mehr Krankenkasseprämie als das...
    65 2 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 13.01.2018 12:13
      Highlight Stimmt.

      Es ist aber ein Kantonsspital. Im Endeffekt zahlt die Allgemeinheit die Busse. Bei einer Privatklinik wäre die Busse vermutlich höher ausgefallen.
      8 14 Melden
    • CasRas 13.01.2018 12:44
      Highlight Und wenn die Busse höher ist, zahlen wir das über eben diese Krankenkassenprämien und kantonale Beiträge an die Spitäler.
      14 2 Melden
    • Jein 13.01.2018 15:42
      Highlight Man könnte ja auch die Verantwortlichen direkt belangen. Nur weil es sich um öffentliche Institutionen handelt heisst ja nicht dass man solch fahrlässige wenn nicht gar vorsätzliche (Vertuschung) Gefährdung der öffentlichen Gesundheit quasi durch die Finger sehen muss.
      5 2 Melden
    • pamayer 13.01.2018 16:34
      Highlight Hauptsache, der Rubel rollt. Ob dabei Menschenleben gefährdet sind...
      4 0 Melden

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