Schweiz
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«Du hast dich mit dem Teufel angelegt»: Wie eine 25-Jährige zur Sexarbeit gezwungen wird

Heute Dienstag steht ein Rumäne vor dem Bezirksgericht Zürich, der eine Landsfrau im Kreis 4 zur Prostitution gezwungen haben soll. Kein Einzelfall, wie eine Expertin betont. Die Zahlen der Ausbeutung von Sexarbeiterinnen seien seit Jahren auf «hohem Niveau» stabil.

15.05.18, 06:46 15.05.18, 16:44

Sie erhoffte sich Erlösung, aber ihr Entscheid erwies sich als Albtraum. Als die damals 25-jährige Rumänin G. P. sich von ihrem damaligen, gewalttätigen Zuhälter lossagen wollte, geriet sie an ihre Landsleute A. C. und M. Z. Die beiden versprachen ihr zu helfen. Scheinbar ein Schritt in die richtige Richtung für G. P. Denn M. Z. wollte nur 50 Prozent ihres Einkommens – und nicht 100, wie ihr alter Zuhälter.

Jetzt aber steht M. Z. vor dem Bezirksgericht Zürich. Er ist der Förderung der Prostitution und der versuchten Erpressung angeklagt, das Verfahren gegen seine Mittäterin A. C. wird separat geführt. Die Anklageschrift beschreibt, wie M. Z. zusammen mit seiner Komplizin die 25-jährige P. ausnutzte, sie mit Schlägen und Drohungen gefügig gemacht und zur Ausübung der Prostitution gezwungen haben soll. M. Z., der vorbestraft ist, drohen eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren und ein fünf Jahre dauernder Landesverweis. 

Langstrasse im Zürcher Kreis 4: Hier wurde die 25-jährige Prostituierte G. P. laut Anklage der Staatsanwaltschaft zur Prostitution gezwungen. Bild: KEYSTONE

G. P. ist kein Einzelfall. 228 Fälle von Frauenhandel beschäftigten die Fachstelle Frauenberatung und Frauenmigration FIZ im abgelaufenen Jahr, wie aus dem heute Dienstag erschienenen Jahresbericht hervorgeht, davon seien 111 Fälle neu eingegangen. Ein Drittel der neuen Fälle betrifft Asylsuchende. Ingesamt haben sich die Fälle «auf hohem Niveau eingependelt», wie Rebecca Angelini von der FIZ sagt. Die Dunkelziffer sei aber hoch. 

Die beiden Beschuldigten schrieben der 25-Jährigen laut Anklageschrift vor, dass sie täglich der Prostitution nachgehen und dabei so viele Freier wie möglich bedienen sollte, sie wiesen sie an, welche Kleidung sie tragen sollte und wann und wie lange sie Pausen machen durfte. Während drei Wochen, von Ende Januar 2017 bis Mitte Februar, kontrollierten sie G. P. bis ins Detail. Die beiden Zuhälter verlangten von der jungen Rumänin weiter, ungeschützten Geschlechtsverkehr anzubieten und Freier bereits für 20 Franken zu bedienen. Das Geld musste sie laut Anklageschrift vor oder unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr an A. C. übergeben.

Dass der Fall G. P. überhaupt vor ein Gericht kommt, ist alles andere als selbstverständlich. «Die grösste Herausforderung in den komplexen Verfahren gegen Menschenhändler ist die Identifizierung eines mutmasslichen Opfers», schreibt die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage. Betroffene wendeten sich in allerwenigsten Fällen von sich aus an die Polizei. Die Kapo macht dafür Gründe aus wie Angst, fehlendes Vertrauen, Unkenntnis der Rechtslage und sprachliche Hürden.

«Ich komme zurück und pass auf, schau immer um dich herum, Miststück.»

SMS von M. Z. an G. P.

Auch übten Zuhälter oft psychischen und physischen Druck auf die Opfer aus. Zum Beispiel mit der Drohung, der Familie der Prostituierten Gewalt anzutun oder selber die Polizei über den illegalen Aufenthaltsstatus der Sexarbeiterin zu informieren. 

«Menschenhandel und Förderung der Prostitution sind Kontrolldelikte», sagt Angelini. Wenn nicht proaktiv ermittelt werde, könnten die Fälle nie aufgedeckt werden. In Zürich ist das die Arbeit von Ermittlern im Bereich Millieu- und Sexualdelikte. Eines der grössten Hindernisse bestehe darin, dem Opfer gegenüber Vertrauen aufzubauen. «Viele der Betroffenen hatten zuvor schlechte Erfahrungen gemacht mit Polizisten, sei es, weil ihr Aufenthaltsstatus prekär ist, oder sei es, weil sie als Sexarbeiterinnen noch immer mit einem negativen Stigma behaftet sind.»

Die FIZ leistet deshalb in 10 Kantonen, darunter auch Zürich, Opferschutz und begleitet Betroffene bei Einvernahmen und im Strafprozess. Auch im Fall von G. P. ist die FIZ involviert, zum Fall selber äussert sich die Fachstelle erst nach dem letztinstanzlichen Urteil. 

Im Fall G.P. sorgten die Beschuldigten mit regelrechtem Telefonterror dafür, dass die Prostituierte ihren Forderungen nachkam. 155 Mal wurde G. P. kontaktiert, zu verschiedenen Tag- und Nachtzeiten; nach dem Geschlechtsverkehr hatte sich die Rumänin überdies telefonisch zu melden. 

M. Z. versuchte P. überdies, mit SMS zu erpressen. Mitte Februar schickte er der Privatklägerin aus dem Ausland folgende Nachricht: 

«Miststück, du bist mit dem Geld weggegangen und hast dich bei meiner Frau aufgespielt ... du hast einen schweren Fehler begangen ... mach dich bereit um zu verschwinden (...) ich habe dir Gutes getan und schau den Dank an ... ich komme zurück und pass auf, schau immer um dich herum, Miststück.»

Drei Tage später schickte er eine weitere SMS mit einem ähnlichen Inhalt:

«Verdammtes Miststück (...) in den nächsten Tagen finde ich dich, du Schwanzlutscherin ... du hast dich mit dem Teufel angelegt ... bist du Schlaumeier ... wenn ich dich finde, wirst du es bereuen, dass du geboren bist.»

Bis zu 15 Freier täglich bediente G. P. während dieser drei Wochen an der Langstrasse 110, die Einnahmen – mehr als 10'000 Franken – musste die junge Rumänin den beiden Beschuldigten abliefern.

Dass es sich beim Fall G. P. um eine Rumänin handelt, ist kein Zufall. Die FIZ führt Rumänien bei den Menschenhandel-Fällen auf Rang 2 der Herkunftsländer. Nur Nigeria und Ungarn stellen noch mehr Opfer.

Ein ähnliches Bild zeichnet die Kantonspolizei Zürich: «In den Verfahren, welche wir in den letzten Jahren geführt haben, handelte es sich bei den Opfern zu einem grossen Teil um junge Frauen aus Osteuropa.» Aber auch Afrika und Südamerika, sowie Asien werden immer wieder als Herkunftsländer eruiert.

Mehr Druck für Sexarbeiterinnen

Die Hürden für legale Sexarbeit haben sich in den letzten Jahren in Zürich erhöht, stellt Angelini fest. Das liege an einer Kombination von verschiedenen Faktoren, einerseits politischen Regulierungen wie der neuen Prostitutionsgewerbeverordnung und die Bau- und Zonenordnung, anderseits räumlichen Entwicklungen wie der Gentrifizierung im Kreis 4. «Sexarbeiterinnen im traditionellen Langstrassenviertel stehen mehr unter Druck als früher, das wiederum macht sie verletzlich gegenüber Ausbeutung.» Ausbeutung, die nicht immer einfach zu erkennen sei.

Das stellt auch die Kantonspolizei Zürich fest: «Während zu Zeiten der offenen Strassenprostitution die potentiellen Zuhälter sich jeweils in unmittelbarer Nähe der Sexarbeiterinnen aufhielten und sie durch die blosse Anwesenheit unter Druck setzten, ist die Situation heute sehr oft wesentlich schwieriger zu erkennen.»

Ob G. P. nach dem Ende des Gerichtsverfahrens in der Schweiz bleibt oder nicht, ist unklar. Die Rumänin hat keinen festen Wohnsitz hierzulande. Rebecca Angelini betont, dass sich die FIZ auch langfristig um die Opfer von Ausbeutung kümmert. «Unsere Arbeit ist nach dem Urteil nicht abgeschlossen.» Wenn die Betroffenen zurück in ihr Heimatland gehen, helfe man ihnen bei der Rückkehr. Umgekehrt unterstütze man sie bei der Integration, wenn sie sich dazu entscheiden, in der Schweiz zu bleiben.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Flüchtlingsfrauen auf italienischem Strich ausgebeutet

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Knäckebrot 15.05.2018 16:17
    Highlight Sowas wird durch den heutigen Trend auch begünstigt: Ein Gang zur Prostituierten wird immer Salonfähiger und auch Jüngere Kunden werden angesprochen (Bin Sozialarbeiter und in diesem Bereich sehr hellhörig).

    Heute wird sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung in einem Masse hochgehalten, dass Enthaltsamkeit, Selbstbeherrschung und Treue zu schnell als religiöse Verklemmtheit von Gestern abgetan wird.

    Dadurch schlichen sich in den letzten zwanzig Jahren Dinge ein (Sexsucht, Beziehungsunfähigkeit/-Unverbindlichkeit etc...), die sich rasant verbreiteten und kaum auf Gesellschaftskritik stiessen.
    33 5 Melden
  • Walser 15.05.2018 13:20
    Highlight Seien wir ehrlich. Möchte man diese Problem wirklich lösen, so ginge das weitgehend. Man müsste hier nur gleichviel Aufwand betreiben wie bei der Suche nach Steuersündern. Aber mit diesem Thema ist weder Politik zu machen noch Geld zu verdienen.
    31 17 Melden
  • leu84 15.05.2018 13:19
    Highlight Es gibt sicher auch Leute in Zürich (Olten oder sonst wo in der Schweiz), welche von solchen mafiöse Gruppen mitverdienen. Sonst könnte man diese Banden ausräuchern.
    25 1 Melden
  • droelfmalbumst 15.05.2018 12:01
    Highlight Dumm ist wer die Prostituierten aufsucht... solange Kundschaft da ist, wird sich auch nie was ändern...
    31 14 Melden
    • äti 15.05.2018 19:57
      Highlight .. denkst du, so ein Besuch ist mit 'Dumm' voll umschrieben und definiert?
      1 1 Melden
  • Iltis 15.05.2018 10:19
    Highlight Der Teufel hat damit gar nichts zu tun. Viel eher hat uns das Christentum die Unfähigkeit mit dem Thema umzugehen "eingebrockt". Der Zuhälter soll unser Land verlassen und mit lebenslanger Einreisesperre belegt werden. Für die Dame müssen wir Verantwortung übernehmen, wir konnten sie nicht schützen wärend ihrer Arbeit in unserem kleinen schönen Land. So soll sie hier bleiben dürfen und bis ans Lebensende unseren Lebensstandard erhalten.
    38 36 Melden
    • lilie 15.05.2018 21:39
      Highlight Weiss jetzt nicht, was das Christentum damit zu tun haben soll. Denkat du wirklich, in Ländern mit anderen Religionen (z.B. Thailand) geht man besser um mit Prostitution? Das ist ein weltweites Problem, völlig unabhängig von Religion.

      Und ich weiss nicht, wie begeistert die Frau sein wird, hier zu bleiben. Immerhin hat sie hier ziemlich üble Erfahrungen machen müssen. (Materieller) Lebensstandard kann nicht für alles entschädigen.
      9 0 Melden
  • häxxebäse 15.05.2018 10:03
    Highlight aber unsere polizei jagt lieber kleine drogendealer und falschparkierer.. warum wohl? auch die steuerfahnder müssten hier aktiv werden...
    62 12 Melden
  • Husar 15.05.2018 09:58
    Highlight Warum lief die Frau nicht davon?
    Warum ging sie nicht sofort zur Polizei?
    Muss man denn vor der Polizei mehr Angst haben, als vor einem brutalen Zuhälter? Warum?
    Ist es nicht eher so, dass sie sich selbst, letztenendes freiwillig, in ihre Rolle als unfreiwillige Prostituierte begeben hat? Warum nicht? Warum doch?
    16 143 Melden
    • Schweizer Bünzli 15.05.2018 11:33
      Highlight Aha. Schuldig ist wieder einmal das Opfer und nicht der Täter.
      94 10 Melden
    • nödganz.klar 15.05.2018 11:39
      Highlight Opfer zum Täter machen... moll, das ist sicher die richtige Reaktion.
      85 9 Melden
    • Walter Sahli 15.05.2018 12:13
      Highlight Frau muss Angst haben, dass ihr die Polizei nicht hilft/nicht helfen kann und ihr Zuhälter über den Gang zur Behörde nicht begeistert ist. Und wenn dann noch die Drohung, der Familie in Rumänien etwas anzutun, im Raum steht, wird der Entscheid noch schwieriger.
      Dämmert's jetzt langsam, Husar?
      58 3 Melden
    • Klaudie 15.05.2018 12:50
      Highlight Hier zu Lande sind die Polizisten meist freundlich und hilfsbereit aber in anderen Ländern sieht das ganz anders aus. Besonders in ärmeren Ländern wie Rumänien und Ungarn. Wie im Artikel geschrieben wurde haben sie negativer Erfahrungen mit der Polizei im Heimatland gemacht woher sollen sie also wissen, dass unsere Polizei nicht so ist. Wenn dann noch ihre Familien oder sie selber bedroht werden haben sie einfach zu viel zu verlieren um es einfach mal zu probieren. Dazu kommt noch, dass sie manchmal keine Aufenthaltsbewilligung haben und somit eine Abschiebung riskieren.
      39 2 Melden
    • lilie 15.05.2018 13:30
      Highlight @Husar: Steht alles im Artikel: Sie ist bereits in Rumänien in die Fänge eines Zuhälters geraten, ist illegal eingeschleust worden, hatte Angst vor der Polizei.

      Und vor Vorurteilen gegenüber Prostituierten, wie du sie hier präsentierst (freiwillig unfreiwillige Prostuierte? You must be kidding 🙄).
      26 0 Melden
    • Husar 15.05.2018 14:35
      Highlight @Walter
      Warum wird sie von ihrer Familie im Stich gelassen? Welcher Vater würde denn nicht durch alle Länder der Erde marschieren, um sein Kind wiederzufinden? Welcher Vater würde nicht sein Leben geben wollen, um jenes seiner Kinder zu retten und zu beschützen? Was ist das denn für ein schäbiger Bruder, der sich nicht für seine Schwester prügeln würde?
      Was ist das für eine böse Mutter, die Ihre Tochter verstossen würde, weil sie auf den Strich ging?


      Man kann niemanden zwingen, der sich sich nicht zwingen lassen will.
      2 47 Melden
    • lilie 15.05.2018 16:40
      Highlight @Husar: Jetzt gibst du ihr auch noch die Schuld am Verhalten ihrer Familie? Du weisst nicht mal, ob sie noch Familie hat - oder ob sie nicht sogar schlimmen Familienverhältnissen entfliehen wollte.

      Du urteilst auf Grund von absolut keinen Kenntnissen über diese Frau.
      27 2 Melden
    • Walter Sahli 15.05.2018 16:43
      Highlight Husar, selten so weltfremdes Zeugs gelesen! Du hast offenbar keine Ahnung, was es heisst, unter Druck zu stehen und mit Gewalt bedroht zu werden resp. sie tagtäglich zu erfahren.
      Es ist ja schön, dass Du nicht weisst, wie es ist, Opfer zu sein, aber ich finde es bedenklich, dass Du nicht mal ansatzweise in der Lage bist, Dich in die Situation von Opfern einzudenken. Derart mangelnde Empathie hat was Psychopathisches...!
      35 1 Melden
  • Emanzipator 15.05.2018 09:54
    Highlight ....nebensache:

    Ich wundere mich schon länger über den für mich merkwürdig anmutenden Ausdruck ‚Sexarbeiterin‘.

    Ist Prostituierte nicht mehr zu benutzen? Hat es die selbe konnotation wie ‚Hure‘?

    Und werden in 20 Jahren Ärzte zu Heilungs- und Linderungsarbeiter oder Schreiner zu Naturwekstoffverarbeitungsarbeiter und Polizisten zu Ordnungshütungsarbeiter....??? 🤔
    38 23 Melden
    • Emanzipator 15.05.2018 19:50
      Highlight Schade beantwortet mir niemand die Frage....
      0 0 Melden
    • Erasmus von Ottendamm 16.05.2018 07:06
      Highlight https://gender-glossar.de/glossar/item/58-sexarbeit
      1 0 Melden
    • Emanzipator 16.05.2018 13:24
      Highlight Erasmus von Ottendamm:

      Danke!! (Btw.: ich werd alt... 🤨)
      0 0 Melden
  • Triumvir 15.05.2018 09:24
    Highlight Hoffen wir mal, dass diese beiden kriminellen Subjekte ausnahmsweise nicht von einem Kuschulrichter/in verurteilt werden. Es braucht gerade bei solchen Delikten härtere Strafen, die auch wirklich abschreckend wirken...
    53 33 Melden
    • Alterssturheit 15.05.2018 09:34
      Highlight Dann müsste die Strafe in einem rumänischen Gefängnis abgesessen werden. Im Vergleich dazu wäre Regensdorf fast schon ein Ferienaufenthalt.
      34 6 Melden
    • Pond 15.05.2018 16:32
      Highlight Die Richter können nur nach geltendem Recht richten. Ein Richter kann, zum Glück, nicht einfach nach eigenem Ermessen Strafen verhängen, sondern muss sich an das Gesetz halten. Wenn dieses für ein Vergehen eine gewisse Maximalstrafe vorsieht, dann kann der Richter nicht einfach mehr verhängen. Man müsste das Gesetz anpassen. Aber was mach ich mir eigentlich die Mühe.....
      15 4 Melden
  • Pond 15.05.2018 08:59
    Highlight Mich nimmt Wunder, wie das in den Kreisen mit den Steuern, Versicherungen, AHV etc läuft. Was geben diese Zuhälter eigentlich an Einkommen an? Was ist mit der Altersvorsorge und Krankenkasse der Sexarbeiter? Irgendwie muss es doch möglich sein, dass diese Branche besser kontrolliert wird. Dann wären solche Fälle auch seltener. 1. Schritt wäre, dass nur noch Sexarbeiter mit festem Wohnsitz und AHV Nummer arbeiten dürfen. Die Sexarbeiterinnen werden ja oft durch ganz Westeuropa gekarrt, wo sie all zwei Wochen in einer anderen Stadt sind.
    57 10 Melden
    • Klaudie 15.05.2018 09:29
      Highlight Ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Zuhälter nicht gerade offiziell als solcher arbeiten, das wird wohl eher unter der Hand gehandelt. Ist auch nahezu unmöglich dies nach zu weisen, da werden ja keine Quittungen usw. verteilt (jedenfalls nicht so weit ich weis). Leider geht das nur wenn "Angestellten" den Mund aufmachen (ja ich weiss... dies könnte falsch verstanden werden). Nur werden diese, wie im Artikel beschrieben, unter Druck gesetzt damit sie es eben nicht tun.

      Es ist sehr traurig und schockierend, dass diese die Notsituationen anderer ausnützen
      57 1 Melden
    • Schweizer Bünzli 15.05.2018 11:40
      Highlight "1. Schritt wäre, dass nur noch Sexarbeiter mit festem Wohnsitz und AHV Nummer arbeiten dürfen."

      Genau das Gegenteil ist gewünscht. Man will in gewissen Kreisen nicht noch mehr Zuwanderung.
      11 7 Melden
    • Schweizer Bünzli 15.05.2018 11:52
      Highlight Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und umgekehrt.
      10 1 Melden
    • Klaudie 15.05.2018 12:46
      Highlight @Schweizer Bünzli Das Problem ist, dass gar nicht erst um Erlaubnis gefragt wird. Sie werden einfach da hin gestellt und wenn die Polizei aufkreuzt verschwinden sie oder es wird alles abgestritten nach dem Motto "Sie stehen ja da nur und das ist nicht Verboten". Die Zahlungen lassen sich nicht nachweisen aber wenn doch beobachtet wird wie Geld übergeben wird, kann dies als "Trinkgeld" oder Schenkung angegeben werden und somit ohne Arbeitserlaubnis entgegen genommen werden.
      11 0 Melden
    • Pond 15.05.2018 16:36
      Highlight Jeder Dienstleister muss dem Staat etwas abgeben. Meldet man sich als selbstständig an, bekommt man als erstes mal eine Rechnung (ohne einen Franken verdient zu haben). Man zahlt Steuern, AHV, IV etc, Mehrwertsteuer und und und. Wie läuft das bei Prostituierten? Zahlen sie eine Pauschale? Es kann ja nicht sein, dass jemand her her kommt, ein paar tausend Franken verdient und dann einfach wieder verschwindet. Mich würde dieser Aspekt wirklich interessieren. Vielleicht könnte @Watson ja mal einen Artikel schreiben?
      3 6 Melden
  • midgo 15.05.2018 08:11
    Highlight Wenn ich dann sehe wie "unbeschwert" und offen viele Männer die Dienstleistung der gemieteten Körperöffnungen von Frauen beanspruchen jommt mir das k... Nebenbei wird dann behauptet, seine Hure mache das gerne und habe Spass am Beruf. Mag ja welche geben, aber die sind die ganz grosse Ausnahme. Mit-Männer, hört auf euch zu euerm Vorteil in die Tasche zu lügen. Jeder Kunde ist Teil und Ursache des Problems. Und ja, ich bin Single, dennoch lebebich zeitweise lieber fremdsexfrei, als mich in solch menschenunwürdigen Gefilden zu bewegen.
    257 83 Melden
    • Pond 15.05.2018 09:12
      Highlight Ich bin zwar eine Frau, kann aber verstehen, dass gewisse Männer unter grosser Einsamkeit leiden. Wäre ich in einer solchen Situation, würde ich eine privat arbeitende schweizer Sexworkerin bevorzugen. Diese Damen arbeiten auf eigene Faust in einem eigenen Zimmer/Wohnung. Da kann man etwas sicherer sein, dass sie freiwillig und für sich selbst arbeiten. Natürlich entspricht das nicht dem Geschmack jedes Freiers. Es gibt auch die, die einfach möglichst junges Frischfleisch wollen. Da ist es dann auch scheisseegal, wie die Situation der Damen aussieht. Da kommt mir auch das Kötzeln.
      96 7 Melden
    • Husar 15.05.2018 10:04
      Highlight Gibt es hier jemanden, der beim Bewerbungsgespräch nicht behaupten würde, er bewerbe sich aus Freude an der Arbeit, Freude an der neuen Rolle und Aufgabe im Unternehmen?
      Wir arbeiten nämlich alle nur aus Spass am Beruf und doch nicht des Geldes wegen. Schliesslich soll man sein und nicht haben. Darum macht es uns ja auch nichts aus, wenn wir miese Löhne kriegen und mickrige oder keine Teuerungsausgleiche. Hauptsache es macht Spass. Es macht Spass!
      Das gilt natürlich ebenso für Versicherungsdienstleister wie für Erotikdienstleister.
      18 51 Melden
    • durrrr 15.05.2018 11:01
      Highlight @midgo
      "Mit-Männer, hört auf euch zu euerm Vorteil in die Tasche zu lügen. Jeder Kunde ist Teil und Ursache des Problems."
      Kaufen Sie dann auch keine Kleider aus Entwicklungsländer, keine exotischen Früchte, keine Elektronischen Produkte aus China, keine Drogen, etc. pp... ???
      Ich hoffe es zumindest, ansonsten wäre Ihr Kommentar nichts weiteres als heuchlerische Grosssprecherei.
      45 48 Melden
    • Schweizer Bünzli 15.05.2018 11:45
      Highlight @Husar

      Wir haben aber im Gegenzug auch Rechte: Einklagbares (!) Anrecht auf Lohn, geregelte Arbeitszeit, Kündigungsrecht und -schutz, ALV, AHV, BVG, usw. usf.

      28 3 Melden
    • Tartaruga 15.05.2018 11:47
      Highlight Ich finds auch immer wieder krass, wenn sich solche, die diese Leistungen in Anspruch nehmen, bei diesen Themen zu rechtfertigen versuchen. Es ist nun mal so, dass sich die Mehrheit der Frauen niemals prostituieren würden, wenn sie es sich anders aussuchen könnten. Die Lust und Ausreden der Freier ändert nichts an deren Ausbeutung.
      46 15 Melden
    • Pond 15.05.2018 15:02
      Highlight @Husar

      Also ich mag meinen Job und ich arbeite gerne. Vor allem habe ich ihn freiwillig gelernt. Man bringt mir Respekt entgegen. Ich muss mich dafür nicht ausziehen oder sonst demütigen lassen. Meine Arbeitszeiten sind total in Ordnung. Dazu erhalte ich ein gutes Gehalt, bezahlte Ferien, eine Pesionskasse, Unfallversicherung, Feiertage und bin AHV, IV und Arbeitslosenversichert. Mein Geld gehört auch mir und ausser dem Staat, nimmt mir davon niemand etwas weg. Ich werde nicht geschlagen und auch nicht vergewaltigt.

      Wenn Du deinen Job so sehr hasst, dann ändere dein Leben.
      21 2 Melden
    • Snowy 15.05.2018 17:52
      Highlight Ich mag keinen bezahlten Sex, aber Deine Aussage dass jeder Bezahlsex das Problem befeuere ist falsch.

      Mit etwas Aufwand findest Du Damen, welche zu 100% Privat arbeiten.
      10 3 Melden
    • midgo 15.05.2018 18:52
      Highlight @ pond, ich würde behaupten, mit dem eingesetzten Geld gäbe es tauglicheres gegen Einsamkeit zu machen, als einmal abspritzen in einem gemieteten Körper.
      @durr, das sind so moralische Totschlagargumente welches alles legitimieren. Eigendlich kaum Wert darauf zu antworten. Aber ja, auch ich lebe in Widersprüchen, versuche aber möglichst bewusst und korrekt die auf ein Minimum zu reduzieren. Und in diesem Falle habe ich ganz klare Entscheidungsmöglichkeit, oder sind sie do Triebgesteuert, dass ihnen keine Wahl bleibt? In diesem Falle würde ich eine Therapie empfehlen.
      8 2 Melden
    • Graviton 15.05.2018 20:10
      Highlight Zuhälterei ist schrecklich und gehört verboten. Keine Frau sollte sich prostituieren wenn sie das nicht will. Dein Kommentar ist aber schlicht und ergreifend falsch. Es gibt sehr viele Frauen, die privat und aus eigenem Antrieb Sexarbeiterinnen sind.
      6 2 Melden
    • CameleonBasel 16.05.2018 15:33
      Highlight @midgo das ist aber Heuchlerei auf aller höchste Niveau. Sexualität gehört zu unser Natur. Wenn Mann seit längeren Single ist, und versucht eine Partnerin zu finden mit misserfolg. Oder ist Optisch nicht in der Lage nach langer Zeit jemand zi finden, dann sollte er sogar sehr wohl in ein Puff gehen können ohne deswegen als Mensch runter gemacht zu werden. Es ist eindeutig klar welche Orten und Protistutierte es freiwillig machen und welche freiwillig. Mir kam bei dein schreiben von dein Heuchelei die Kotze hoch. Erzähl hier keinen du hälst es Zehn Jahre ohne Sex aus. Ich habe es nämlich
      4 3 Melden
    • Pond 16.05.2018 20:02
      Highlight @cameleonBasel
      Ich glaube, dass fast jeder Verständnis für solch einsame Männer hat. Die Realität sieht aber so aus, dass viele Freier vergebene Männer sind. Männer die Frauen als reines Konsumgut sehen. Alte Männer die denken, ihnen stehen immer noch junge schöne Frauen(oder Männer) zu. Es ist dieser "Konsum" der die anderen anekelt. Ein einsamer Mann wird sich eher eine Stammhure suchen, zu der er eine Beziehung aufbaut. Dieser Freier bewegt sich eher im Bereich der selbstständig arbeitenden Huren. Da ist das weniger ein Thema.
      1 0 Melden
    • Husar 17.05.2018 08:29
      Highlight @Pond
      "Alte Männer, die denken, ihnen stünden immer noch junge Frauen zu".
      Das ist natürlich so. Es gibt viele Frauen die 10, 20, oder 30 Jahre ältere Männer heiraten und ihnen Kinder schenken.
      Offenbar tut das höhere Alter eines Mannes seiner Attraktivität gegenüber Frauen keinen Abbruch. Im Gegenteil: Es gibt viele junge Frauen, die total auf ältere Männer abfahren.
      Unter anderem auch, weil es im Bett befriedigender ist für beide. Junge Frauen und ältere Männer brauchen länger bis zum Orgasmus, im Unterschied zu älteren Frauen und jüngeren Männern. Also sind diese Paarungen sexuell optimal.
      0 3 Melden
    • Pond 17.05.2018 14:22
      Highlight @Husar

      Als Frau muss ich dem widersprechen. 1.)kenn ich keine 20 jährige, die einen 60 Jährigen sexy findet. Klar gibt es Ausnahmen, aber das ist selten. 2.)Ich finde ältere Männer vielleicht interessant, aber die Attraktivität verschwindet mit den Jahren. 3.)junge Frauen brauchen länger zum Orgasmus? lustige Theorie 4.) Wenn ein alter Mann ja noch so ein Siebensiech ist, dass junge Frauen auf ihn stehen, dann muss er ja nicht zu einer Hure, oder? Und ich dachte auch immer, dass der Orgasmus der Dame nicht unbedingt Teil des Deals ist. Aber sie sind sicher gut darin, diesen vorzuspielen
      2 0 Melden
    • midgo 17.05.2018 20:26
      Highlight @ camäleon. Ich staune immer was andere über das Leben anderer zu wissen glauben. Ich kann dir versichern, ich hatte einige, auch lange fremdsexfreie Zeiten. Meine Bedürfnissbefriedigung habe ich mir dennoch nie erkauft.
      1 1 Melden
  • ojama 15.05.2018 08:09
    Highlight Ich finde die Zuhälterei gehört verboten. Wieso soll eine Prostituierte ihr hart verdientes Geld wieder abgeben? Mir ist klar, dass ihnen manchmal Kost und Logie geboten wird. Aber das macht sie zu abhängig. Diese Frauen sollten für sich selbst arbeiten können oder dann halt gar nicht. Vielleicht könnte man einen Ausweis einführen, der bescheinigt, dass alles mit rechten Dingen zu und her geht. Wenn Sex ohne Ausweis stattfindet, sollte der Freier auch dafür belangbar sein.
    165 15 Melden
    • durrrr 15.05.2018 11:53
      Highlight Zuhälterei ist in der Schweiz nach Art.195 des Strafgesetzbuches gemäss "Förderung der Prostitution" verboten und wird mit bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe belegt.

      "wer eine Person unter Ausnützung ihrer Abhängigkeit oder eines Vermögensvorteils wegen der Prostitution zuführt,....
      wer die Handlungsfreiheit einer Person, die Prostitution betreibt, dadurch beeinträchtigt, dass er sie bei dieser Tätigkeit überwacht oder Ort, Zeit, Ausmass oder andere Umstände der Prostitution bestimmt,....
      wer eine Person in der Prostitution festhält, "
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    • Ice_11 15.05.2018 12:50
      Highlight Naja.... man sieht ja, was ein Verbot bringt: Zuhälterei gibt es dennoch, wenn auch im "Verborgenen". Und die betroffenen Frauen trauen sich erst recht nicht Hilfe zu holen. Denn was sie tun und dass sie hier sind ist ja illegal...
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  • Anam.Cara 15.05.2018 07:32
    Highlight Es schockiert mich immer wieder unter welchen Umständen diese Frauen arbeiten müssen. Und wie viele davon unter Zwang arbeiten.
    Das grenzt an Sklaverei und Leibeigenenschaft. Direkt vor unseren Haustüren.
    Danke Watson für die Artikel zu diesem Thema. Ich finde, dass wir uns ruhig ein bisschen mehr über Zuhälterei aufregen und uns mit diese Frauen solidarisieren könnten. Denn was da abläuft ist eine Riesenschweinerei
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  • chnobli1896 15.05.2018 07:26
    Highlight Und immer wieder frage ich mich wieso es in diesem Sektor so eine grosse Nachfrage gibt.
    59 15 Melden
    • Alterssturheit 15.05.2018 09:33
      Highlight Diese Frage stellt man sich schon seit tausend Jahren und sie wird wohl nie beantwortet werden können.
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    • Husar 15.05.2018 10:44
      Highlight Angebot und Nachfrage zählen!
      Sex dient evolutionsbiol. der Fortpflanzung. Darum hat die Evolution es so eingerichtet, dass fruchtbare Weibchen sexuell attraktiv sind. Beim Menschen aber werden die Weibchen, anders als die Männchen, in der Mitte ihres Lebens unfruchtbar und somit sexuell unattraktiv, bzw. nicht begattensswert. Resultat: Wenige begattenswerte Weibchen treffen auf viele begattungsbedürftige Männchen (Sex ist ein biol. Bedürfnis wie essen oder gesellig sein).
      So kommt es zu einer "Begattungsnot", die nur durch hohe Promiskuität, z. B. in der Prostitution, gelindert werden kann.
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  • Kimbolone 15.05.2018 07:02
    Highlight Wenn du dich mit dem Teufel anlegst, dann verändert sich nicht der Teufel... Der Teufel verändert dich!
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    • Anam.Cara 15.05.2018 21:25
      Highlight Oder im Kontext diese Artikels: er nutzt dich aus, vergewaltigt dich, prügelt dich windelweich, bedroht dein Leben und das deiner Familie, zwingt dich zu unerwünschter Arbeit und kassiert deinen Lohn ein.
      Ja, das verändert diese Frauen ganz bestimmt.

      Ansonsten kann ich den tieferen Sinn deines Beitrags nicht genau verstehen...
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    • Kimbolone 16.05.2018 07:22
      Highlight Es ist ein Zitat aus “Lord of the weed“ und hat keinen tiefgründigeren Sinn. Ein kleiner Gag, der beim ernsten Thema vielleicht nicht angebracht war.
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