Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zürcher Asylzentrum will drei muslimische Seelsorger einstellen

04.07.16, 16:40


In den Bundesasylzentren könnten sich künftig auch muslimische Seelsorger um Asylsuchende kümmern. Im Testbetrieb in Zürich läuft seit Freitag ein Pilotprojekt mit drei muslimischen Seelsorgenden, einer Frau und zwei Männern.

Ein Foto aus dem Asylzentrum Juch ZH.
Bild: KEYSTONE

Das Pilotprojekt soll ein Jahr dauern, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Montag mitteilte. Ziel sei es zu prüfen, ob künftig in allen Bundesasylzentren eine muslimische Seelsorge eingeführt werden könnte - und welchen Nutzen ein solches Angebot hat.

Die drei muslimischen Seelsorgenden teilen sich ein Stellenpensum von 70 Prozent. Die Bewerber für die Stelle mussten einen von den Schweizer Landeskirchen und dem SEM aufgestellten Kriterienkatalog erfüllen.

Unter anderem dürfen sie keine Vorstrafen haben und müssen über eine religionsbezogene Ausbildung verfügen. Zudem müssen sie sich verpflichten, die rechtsstaatlichen Prinzipien anzuerkennen und einzuhalten, wie es beim SEM auf Anfrage hiess.

Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen

Die Bewerber wurden laut SEM zudem vom Nachrichtendienst des Bundes überprüft. Auch die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ), die für die Umsetzung des Projekts bestimmt wurde, wurde vom Nachrichtendienst unter die Lupe genommen.

Erstes Pilotprojekt nicht verlängert

Die Frage, ob und in welcher Form eine muslimische Seelsorge in den Bundesasylzentren angeboten werden kann, stand laut SEM schon länger im Raum. Angesichts des Anstiegs muslimischer Asylsuchenden in den Empfangs- und Verfahrenszentren habe sich das SEM nun für das Pilotprojekt in Zürich entschieden.

Heute arbeiten in den Bundesasylzentren christliche und jüdische Seelsorger. Der Evangelische Kirchenbund, die Bischofskonferenz, die Christkatholische Kirche der Schweiz und der Israelitische Gemeindebund hatten 2002 eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bund abgeschlossen.

Das Pilotprojekt in Zürich ist indes nicht das erste dieser Art: 2013 wurde im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso während vier Monaten untersucht, ob die Anwesenheit eines muslimischen Seelsorgers das Zusammenleben im Zentrum positiv beeinflusst.

Das Pilotprojekt war allerdings zeitlich zu kurz angelegt, wie es beim SEM auf Anfrage hiess. Weil zudem viele wichtige Vorfragen offen geblieben seien, sei die Verlängerung des Projekts gestoppt worden.

Kriterien unklar

Unter anderem stellte sich laut SEM die Frage, nach welchen Kriterien die muslimische Partnerorganisation und Seelsorger ausgewählt werden sollen. Zudem habe sich gezeigt, dass bei einer flächendeckenden Umsetzung die Frage der Finanzierung neu geregelt werden müsste.

Die Ergebnisse des ersten Pilotprojekts seien in das neue eingeflossen, schreibt das SEM. Dieses wurde vom SEM in Zusammenarbeit mit den reformierten und katholischen Landeskirchen und dem Israelitischen Gemeindebund erarbeitet. Umgesetzt wird es von der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich, ausgewertet vom Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg.

Der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich begrüsst das Projekt sehr, wie er in einer Stellungnahme schrieb. Bereits 2013 habe er beim Bund gefordert, es sei an der Zeit, die Seelsorge verstärkt interreligiös zu konzipieren - dies angesichts «der sehr unterschiedlichen, meist nichtchristlichen Religionszugehörigkeit der Asylsuchenden».

(sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Haris Seferovic: «Irgendwann ist genug und dann platzt der Kragen»

EXKLUSIV: Hier erfährst du, wer die WM gewinnen wird! (Spoiler: Ich, der Picdump 😒)

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Traum oder Albtraum? So ist es, als CH-Rock'n'Roll-Band in den USA auf Tour zu sein

Erdogans Schlägertrupp auf dem Vormarsch in die Schweiz

Mit dieser Begründung brechen 37 Studenten Prüfung ab

Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

Netta sang zum Abschluss der Pride – aber vorher gab es wüste Szenen

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Syrische Familie darf in der Schweiz bleiben – dank der UNO

Eine syrische Familie aus dem Tessin muss die Schweiz vorerst nicht verlassen, wie der Tagesanzeiger berichtet. Die UNO hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) aufgefordert, die Ausschaffung auszusetzten.

Das SEM hatte zuvor entschieden, dass die Familie nach Griechenland zurückkehren müsse. Und das, obwohl alle fünf Kinder Italienisch sprechen und der Vater an psychischen Problemen leidet. Zudem sind die Verhältnisse für Flüchtlinge in Griechenland alles andere als gut.

Amnesty …

Artikel lesen